Gestaltete Aussenräume: Eintöniger Rasen – blühende Wiese © Beatrix Mühlethaler
Mähmonster trimmen das monotone Grün © Beatrix Mühlethaler
Hier darf gedeihen, was im Rasen verpönt ist © Beatrix Mühlethaler

Natur im Quartier: Blumenwiese statt Rasenteppich

Beatrix Mühlethaler / 19. Okt 2014 - Rasen verdrängt die Natur. Er braucht viel Pflege, bringt aber kaum einen Nutzen. Doch es geht auch anders. Eine Bildserie, Teil 2.

Rund 40 Prozent des schweizerischen Siedlungsraums sind nicht überbaut, sondern bestehen aus unversiegelten Flächen. Damit stünden über hunderttausend Hektaren Land zur Verfügung, um die Natur ins Quartier zu lassen. Doch diese Chance wird vertan. Kaum ein Einfamilienhaus, kaum eine Reihensiedlung und kaum ein Wohnblock lassen sich ausmachen, wo nicht Rasen dominiert.

Damit er grün und blumenfrei spriesst, wird er von Rasenfetischisten mit Dünger versorgt und mit Herbiziden behandelt. Hausbesitzer trimmen mit ihren Rasenmähern viele lärmige Wochenendstunden lang das Grün. Hauswarte drehen auf Mähmonstern ebenso lärmige Runden um Mehrfamilienhäuser. Wenn im Sommer die Sonne glüht und Regen ausbleibt, kommen Bewässerungsanlagen zum Einsatz, damit der Rasen nicht braun wird. Ein riesiger Materialaufwand für fast nichts. Denn solcher Rasen hat nur auf stark beanspruchten Flächen einen Nutzen.

Beispiel: Grün oder bunt

Mähen, bevor ein Blümchen den Kopf erhebt

Blüten und Nischen für tierische Gäste

Herkömmliche Zierrasen bestehen aus wenigen Grasarten und bieten in ihrer Monotonie kaum einem Tier Unterschlupf und Nahrung. Wo nach Jahren Kräuter wachsen, verhindert häufiges Rasenmähen, dass Blüten lebensfreundlichere Verhältnisse für Insekten herstellen. Übereifrige Rasenbesitzer setzen sogar Rasenherbizide ein, die Massliebchen, Katzenäuglein und Günsel den Garaus machen.

Dazu gibt es Alternativen: Bestehenden Rasen chemiefrei halten oder neuen Blumenrasen ansäen und beides nur dort häufig mähen, wo man die Fläche wirklich braucht – etwa im Spielbereich der Kinder. Auf ungenutzten Flächen klassische Blumenwiesen ansäen und mit der Sense mähen oder den Hauswart mit einer geeigneten Mähmaschine ausrüsten.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Die Gestaltungsbeispiele stammen aus einer Ausstellung, welche die Autorin im Auftrag von Illnau-Effretikon produziert hat.

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Eine Meinung

Danke für diesen wichtigen Beitrag !
Auch mich stören die sterilen Kurzrasen und dieses «Steingarten"-Geröll in Parks und Gärten.
Man kann als Gartenbesitzer schon etwas der Natur zurückgeben, indem man am Rand des Spielrasens ein ca. 1m breites Band nicht schneidet.
Wenn sich dort Blütenpflanzen ansiedeln, werden Bienen und Hummeln zurückkehren. Wenn man zudem, an sonniger Stelle einen kleinen Asthaufen in das Grasband legt, gibt man auch Eidechsen, Blindschleichen und der Erdkröten eine Chance.
Hat man einen Obstbaum im Garten, trägt ein hoher Graswuchs von ca. 1,5 m Radius um den Stamm dazu bei, dass viel weniger Früchte wurmstichig sind, denn der Grasstreifen beherbergt die Feinde des Apfelwicklers……….

Bestimmt gibt es einen Zusammenhang zwischen unseren sterilen Grünflächen und Syngenta dem Basler Agro-Konzern, der 3/4 seines weltweiten Umsatzes mit Herbiziden macht, der also dauernd Gifte produziert und diese weltweit verkaufen will.
Syngenta hatte (oder hat) einen Lehrstuhl an der ETH Zürich, wo sie lehrte, dass Pflügen gegen das Unkraut, die Klimaerwärmung anheizt. Syngenta fand die nach intensivem Forschen die Lösung. Das Unkraut soll von einem Herbizid von Syngenta abgetötet werden.
Syngenta ist bei uns bestens integriert. Seine Gifte kann jedermann/frau in der Landi kaufen. Vermutlich hat Syngenta Mehrjahresverträge mit den einzelnen Gemeinden.
Mir graust.
Th. Schenker, Kerzers
thomas schenker, am 21. Oktober 2014 um 00:55 Uhr

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