Ministerin Isabella Lövin unterzeichnet einen Gesetzesentwurf im Kreis von Frauen. © BBC

Ministerin parodiert Trump

Barbara Marti / 13. Mrz 2017 - Schwedische Ministerin veröffentlichte ein Foto, das an ein Foto von Donald Trump erinnert. Das Bild schlug rasch hohe Wellen.

Die schwedische Vize-Premierministerin und Klimaministerin Isabella Lövin (Grüne) unterzeichnet, umgeben ausschliesslich von Mitarbeiterinnen, einen Gesetzesentwurf zum Klimaschutz. Die Parallelen dieses Fotos zu einem Foto, das Donald Trump umringt von Männern zeigt, sind offensichtlich. Doch Lövin blieb gegenüber dem englischsprachigen schwedischen Portal «The Local» diplomatisch: «Letztendlich ist es Sache des Publikums, das Foto zu interpretieren.» Sie habe mit dem Foto lediglich zeigen wollen, dass Schweden im Klimaschutz eine Führungsrolle übernehmen wolle.

«Seitenhieb auf Trump»

Das Foto von Lövin hat in den sozialen Medien rasch hohe Wellen geschlagen. Auf Facebook schrieb eine Userin, es sei erstaunlich, dass dieses Bild so viele Reaktionen auslöse: «Weshalb ist es so schwierig, ein Bild ausschliesslich mit Frauen zu sehen und nicht schwierig, ein Bild ausschliesslich mit Männern zu sehen?». Für andere ist das Foto ein «guter Seitenhieb» gegen Donald Trump oder ein «wunderbares Bild».

Vorlage von Trump

Die Parallelen zu einem Foto von Donald Trump sind offensichtlich. Dieses zeigt, wie der neue US-Präsident umringt von weissen Männern das Anti-Abtreibungs-Dekret unterzeichnet. Die Botschaft: Eine Gruppe

Umringt von weissen Männern unterzeichnet Donald Trump das Anti-Abtreibungs-Dekret (Bild BBC).

von weissen Männern bestimmt über das Schicksal von Millionen Frauen auf der ganzen Welt. Denn mit dem Dekret strich Trump weltweit Gelder für Organisationen, die Frauen in Abtreibungs- und Schwangerschaftsfragen beraten. In den sozialen Medien wurde dieses Bild mehrheitlich kritisiert. Auf Twitter kommentierte ein Nutzer: «So lange du lebst, wirst du niemals ein Foto von sieben Frauen sehen, die ein Gesetz unterschreiben, das Männern sagt, was sie mit ihren Fortpflanzungsorganen machen dürfen.»

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Dieser Beitrag erschien in der Internet Zeitung «FrauenSicht».

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Barbara Marti ist Herausgeberin und Redaktorin des führenden Portals für engagierte Frauen und Männer «Frauensicht».

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11 Meinungen

Oh, ja, ein schönes Bild. Auch wenn es schon etwas Staub angesetzt hat... Frau Lövin hatte das am 3. Februar online gestellt.

Aus welchem Anlass stellt Infosperber das wohl nochmal ins Netz?
Felix Rothenbühler, am 13. März 2017 um 17:46 Uhr
Aus keinem anderen Grund, lieber Herr Rothenbühler, als dass es heute leider keinen anderen Anlass gab, um Donald Trump in die Pfanne zu hauen.
Arnold Fröhlich, am 13. März 2017 um 18:07 Uhr
Am 03.02. geschehen, am 04.02.2017 auf tagesanzeiger.ch, am 13.02. auf FrauenSicht.ch, ab Frau Lövins Facebook-Profil seit der Veröffentlichung 7'900x geteilt und am 13.03.2017 nun als NL-Teaser auf Infosperber. Frau Martis Mehrwert gegenüber der ursprünglichen Meldung ist bescheiden bis nicht erkennbar. Da stellt sich die Frage, was jetzt daran gesperbert ist.
Sam Mueller, am 13. März 2017 um 23:25 Uhr
Das Bild mit Isabella Lövin kam nicht im Tages-Anzeiger, sondern in der Gratiszeitung 20-Minuten – als einziger Zeitung in der deutschen Schweiz. Wir gingen davon aus, dass die allermeisten Leserinnen und Leser von Infosperber weder 20-Minuten lesen noch die FrauenSicht. Die vielen Leserinnen und Leser, welche diesen Artikel jetzt auf Infosperber lesen, scheinen uns recht zu geben. Da Sie diese Parodie bereits auf Facebook und in 20-Minuten gelesen haben, brauchen Sie ihn ja nicht ein zweites Mal auf Infosperber durchzulesen. Wir hoffen, Sie finden andere Infosperber-Beiträge, deren Inhalte Sie noch nicht kennen.
Urs P. Gasche, am 14. März 2017 um 09:37 Uhr
Da ich 20min in aller Regel nicht lese, hier das Ergebnis meiner kurzen Recherche: http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/schweden-verspottet-trumps-maennerriege/story/10195288
Felix Rothenbühler, am 14. März 2017 um 09:42 Uhr
@Rothenbühler. Sie mussten also recherchieren und haben diese Parodie offensichtlich vorher auch nicht gekannt, sondern erstmals auf Infosperber gesehen und gelesen. Sie kam übrigens nicht in der gedruckten Zeitung Tages-Anzeiger, sondern nur online. Auf Primeurs legen wir keinen Wert. Wir übernehmen immer wieder Beiträge, die bereits irgendwo erschienen sind, aber von grossen Printmedien und der Tagesschau übersehen wurden. Deshalb ist mir nicht klar, was Ihre kurze Recherche soll.
Urs P. Gasche, am 14. März 2017 um 10:19 Uhr
@Gasche: Nein, recherchieren musste ich nur, wo und wann ich das schon gesehen hatte. Ich erinnere mich sehr gut an das Bild (es ist wirklich toll und ich mag den Humor darin), nur konnte ich mich nicht mehr erinnern und wollte nicht glauben, es bei 20min gesehen zu haben. Hatte damals sogar bei Twitter die Einträge von Lövin nachgelesen und mich weiter über sie informiert.

Wenn Infosperber als reines online-Medium das aufgreifen will, was die Printmedien übersehen, macht das wenig Sinn, wenn die online-Medien dasselbe bereits ausgiebig thematisiert haben, oder nicht?

Egal. Das Bild ist gut. Es hat eine (späte) Publikation auch bei Infosperber mehr als verdient.
Felix Rothenbühler, am 14. März 2017 um 10:46 Uhr
Das finde ich jetzt wieder typisch. Den Herren Journalisten geht es bereits nicht mehr um den Inhalt. Wichtiger für sie ist, WER die Meldung zuerst gebracht hat.
Armin Reichmuth, am 14. März 2017 um 10:47 Uhr
@Felix Rothenbühler/Urs P. Gasche. Unter Recherchieren verstehe ich als ehemaliger Journalist, wiewohl seit den 70er Jahren nicht mehr in dieser Branche mein Auskommen findend, nicht ein wenig Herumsurfen im Internet. Eher schon eine Reise nach Rouen, wo Jeanne d'Arc zum Beispiel ganz anders instrumentalisiert wird als Bruder Klaus in der Schweiz, oder St. Etienne de Rouvray, wo das Andenken an den letzten Sommer beim Messelesen erstochenen Père Jacques Hamel in seiner unterdessen fast immer geschlossenen Kirche auf sehr kleinem Feuer gehalten wird, wobei immerhin jeweils am Donnerstag zu seinen Ehren einen Andacht für den Frieden gehalten wird. Vielleicht entspricht das eher dem Geist des Verstorbenen, der sich für den interreligiösen Dialog verdient gemacht hat als herkömmlicher Märtyrerkult. Wie auch immer, Recherchieren ist mehr als bei Wikipedia oder 20 Minuten was nachschauen.
Pirmin Meier, am 14. März 2017 um 15:26 Uhr
Toll, dass infosperber uns dieses Bild liefert. Lachen ist gesund. Und im Moment gibt es fast nichts zu lachen. Ich lese weder das Facebook einer schwedischen Ministerin noch 20 Minuten. Danke Infosperber.
Jürg Schmid, am 14. März 2017 um 15:27 Uhr
@Meier: Sie dürfen mein «Recherchieren» durchaus in Anführungszeichen denken (womit wir wieder bei Trump wären :-)

Diese meine Wortwahl war - auch - ein kleiner Seitenhieb: Anfang Februar las ich erstmals von Frau Lövin. Neugierig wie ich nun mal bin, wollte ich wissen, wer das ist (oder auch die anderen Damen auf dem Bild). Ein paar Seitenblicke (besser so?) im Netz zeigten, dass man dieser Frau Unrecht tut, sie anhand einer Trump-Parodie zu beurteilen. Gerade «Frauensicht» hätte da also gerne mehr bieten können.

In dem Sinne war hier mein erster Kommentar gedacht: Enttäuschung darüber, auch hier nicht mehr über Frau Lövin zu erfahren als diese gute, denkwürdige und gelungene Bildaktion. Doch diese Frau hätte ein breiteres Portrait verdient, finde ich.
Felix Rothenbühler, am 14. März 2017 um 18:51 Uhr

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