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Etwa so erstellen wohl die Beamten im BSV die AHV-Finanzperspektiven. © Symbolbild: Depositphotos

Sie werden sich wieder täuschen, die Beamten im BSV

Marco Diener /  Jedes Jahr veröffentlicht das Bundesamt für Sozialversicherungen seine Finanzperspektiven für die AHV. Sie sind wertlos.

Mal angenommen, ich würde behaupten: «Am 31. Dezember 2040 wird es mittags 16,32 Grad warm sein.» Dann würden Sie, lieber Leser, liebe Leserin, bestimmt fragen: «Woher will der Diener das wissen? Wie kommt er auf solche Behauptungen?»

Die Frage wäre berechtigt.

Genau so berechtigt wie bei den Finanzperspektiven für die AHV, welche das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) jedes Jahr veröffentlicht. Die Beamten des BSV sagen darin voraus, wie sich die AHV in den nächsten rund 15 Jahren entwickeln werde.

Natürlich liegen sie falsch. Immer.

Wie sollen sie auch die Entwicklung bei den Löhnen für die nächsten 15 Jahre voraussehen? An den Börsen? Allfällige AHV-Revisionen? Die Einführung einer zusätzlichen Monatsrente? Die Erhöhung des Rentenalters?

Deshalb setzen sie alles daran, mit ihren Prognosen auf der vermeintlich sicheren Seite zu bleiben. Stets zeichnen sie die Zukunft der AHV viel zu pessimistisch. Deshalb hat die Bevölkerung auch stets den Eindruck, die AHV stehe vor dem Kollaps. Das lässt sich bis zurück ins Jahr 2008 verfolgen. Die Finanzperspektiven 2008 sind die ältesten, die auf der Website des BSV (unter «Archiv») noch zu finden sind.

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Nehmen wir also das Jahr 2008: Damals wagten die Fachleute einen Ausblick bis ins Jahr 2025. Sie sagten voraus, dass die AHV bis Ende 2025 eine Schuld von 8,1 Milliarden Franken aufhäufen werde. In Tat und Wahrheit hatte die AHV zum Ende des letzten Jahres keine Schuld, sondern ein Vermögen. Und zwar ein Rekordvermögen in der Höhe von 60,4 Milliarden Franken. Differenz zur Prognose: die Kleinigkeit von 68,5 Milliarden Franken.

Natürlich kam es bei der AHV seit 2008 zu zahlreichen Änderungen. Sie haben auch dazu beigetragen, dass die AHV gut dasteht. Wahr ist aber auch, dass das BSV die Entwicklung der Löhne und die Wertsteigerungen an den Börsen chronisch unterschätzt.

Deshalb fallen auch kurzfristige Prognosen nicht nur ungenau, sondern komplett falsch aus. 2020 sagte das BSV voraus, dass das AHV-Vermögen fünf Jahre später 45,7 Milliarden Franken betragen werde. Es waren dann fast 15 Milliarden mehr.

Und sogar ein Jahr im Voraus, also mit den Finanzperspektiven 2024, lag das BSV ziemlich daneben: um 3,7 Milliarden.

Kürzlich hat das BSV nun die Finanzperspektiven 2026 veröffentlicht. Die Prognosen reichen bis ins Jahr 2040. Das Vermögen soll dann angeblich nur noch 17,4 Milliarden betragen.

Ob es so kommen wird? Eher nicht.

Unvergessen ist auch der Rechenfehler, über den das BSV die Bevölkerung vor zwei Jahren unterrichten musste. In einer Medienmitteilung gab es damals zu, dass es die AHV um viele Milliarden zu schlecht hatte aussehen lassen. Die Medienmitteilung war derart beschönigend formuliert, dass die meisten Medien falsch berichteten, wie Infosperber seinerzeit aufzeigte.


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Die Bundesverfassung schreibt vor, dass die AHV- und IV-Renten den Existenzbedarf angemessen decken müssen.

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