CBS

Zerstörtes Heck einer Boeing E-3 Sentry, auf dessen Heck, auf dem sich ein rotierendes Radar befand, das für die Erfassung von Aufklärungsdaten in der Luft unerlässlich ist. © CBS

Iran zerstörte auf US-Basen mehr als Präsident Trump zugab

upg /  Die Bilder sollten nicht an die Öffentlichkeit. US-Soldaten sandten sie CBS: Die Welt müsse wissen, was an der Front passiert.

Am 15. September informierte der US-Sender CBS: 

«Neue Fotos, die CBS News exklusiv vorliegen, zeigen erstmals das Ausmass der Schäden und Zerstörungen an Gebäuden und Fahrzeugen an mehreren US-Stützpunkten im Nahen Osten, die durch iranische Raketen- und Drohnenangriffe verursacht wurden.

Die Bilder wurden CBS News von aktiven Militärangehörigen unter der Bedingung der Anonymität übermittelt, da innerhalb des Militärs strenge Medienbeschränkungen gelten.

‹Das sind erhebliche Schäden an unseren Stützpunkten, über welche die amerikanische Öffentlichkeit bisher nicht informiert wurde›, sagte ein im Einsatz befindlicher Soldat gegenüber CBS News. ‹Wir stehen da mit geschlossenen Augen und lassen uns ins Gesicht schlagen.›»

Department of war
Inspektorat des «Department of War»

CBS zitiert einen neuen Bericht des Kriegsdepartements über den Krieg im Iran.  Die Kosten des Kriegs in Iran hätten bis Ende Juni 33,4 Milliarden Dollar erreicht. Davon betreffen 3,7 Milliarden «Ausrüstungsverluste» – ohne Reperaturkosten. In einem in dieser Form erstmals vorgelegten Pflichtbericht an den Kongress fügte der Generalinspektor des Kriegsdepartements hinzu, das US-Zentralkommando habe von iranischen Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, dem Irak, Oman und Jordanien berichtet.

Hier zwei weitere Bilder, welche CBS veröffentlichte:

CBS Iranische Rakete traf Camp Buehring in Kuwait
Eine iranische Rakete traf den US-Militärstützpunkt Camp Buehring in Kuweit.
CBS Camp Arifjan Kuwait
Iranische Raketen trafen Camp Arifjan in Kuwait – ein Führungs-, Versorgungs- und Logistikzentrum der US-Armee.


Über Kriege legt sich ein dichter Informationsnebel

Auszüge aus einem Kommentar des «New York Times» Kolumnisten David French:

«Die Trump-Regierung hat diesen Krieg anders geführt als es bei früheren Präsidenten üblich war. Sie griff den Iran nicht nur ohne echte öffentliche Debatte, ohne Genehmigung des Kongresses und ohne Resolution des Uno-Sicherheitsrats an, sondern führte den Krieg auch inmitten einer Kampagne gegen die Medien, wie wir sie in der jüngeren amerikanischen Geschichte noch nie gesehen haben.

Wie die ‹Columbia Journalism Review› im vergangenen Sommer berichtete:  ‹Pressekonferenzen sind selten. Pete Hegseth, der sogenannte Kriegsminister, beantwortet nur Fragen von ihm wohlgesinnten Medien. Keine der grossen Nachrichtenorganisationen hat Reporter, die bei US-Militäreinheiten im Nahen Osten eingebettet sind. Quellen aus dem Pentagon sprechen immer weniger mit Journalisten – aus Angst vor Vergeltungsmassnahmen seitens der Regierung.›

Infolgedessen hatten die Amerikaner in den ersten Wochen des Krieges keine Möglichkeit, dessen Verlauf einzuschätzen – abgesehen von widersprüchlichen Pressemitteilungen und Erklärungen der beiden Konfliktparteien. Angesichts der Neigung der Regierung zum Lügen hatten wir keine Möglichkeit, uns über den Verlauf der Kampfhandlungen zu informieren.

Der Nebel des Krieges ist immer dicht, und er wird durch die nötige Geheimhaltung zur Verschleierung von Kampfhandlungen noch dichter. Doch in diesem Konflikt haben wir ein Mass an Geheimhaltung, Täuschung und regelrechter Propaganda erlebt, das es praktisch unmöglich machte, die Wahrheit zu erfahren – bis es schliesslich die Kombination aus durchgesickerten Informationen und kommerziellen Satellitenfotos der Regierung unmöglich machte, ihre Darstellung aufrechtzuerhalten.

Es ist eine Frage des gesunden Menschenverstands – und etwas, das Präsident Trump vielleicht schon im November dieses Jahres lernen wird: Einen Krieg ohne öffentliche Unterstützung zu beginnen (abgesehen von dessen Durchführung hinter einem Schleier aus Geheimhaltung und Lügen) macht es es viel unwahrscheinlicher, dass die Nation den Willen zum Sieg aufbringt.

Denn Kriege zu gewinnen erfordert Opfer. Wenn man die Bevölkerung nicht darauf vorbereitet, Opfer zu bringen (geschweige denn sie davon zu überzeugen, dass diese Opfer notwendig sind), dann kann man den Krieg verlieren.

Trumps Krieg gerät ins Straucheln und scheitert zumindest teilweise gerade deshalb, weil er den verfassungsmässigen Prozess übersprungen hat. Eine verärgerte Nation (und verärgerte Verbündete) ist nicht bereit, die Last eines Kampfes zu tragen, den sie nicht gewollt hat und der ihr ohne ihre Zustimmung aufgezwungen wurde.

«60 Minutes» sendete ein Interview mit dem abgeschossenen amerikanischen Flieger, der mit anderen aus dem Herzen des Iran gerettet wurde. Es ist eine aussergewöhnliche Geschichte von Mut und professioneller Exzellenz.

Doch das ist bei weitem nicht die einzige Geschichte des Iran-Kriegs. Wenn ich Bilder von zerstörten Stützpunkten und zertrümmerten Flugzeugen sehe, weiss ich, dass andere Amerikaner ganz andere Erfahrungen gemacht haben. Auch über diese müssen wir informiert sein.»


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