Sperberauge

«Herk. s. Verpackung» – und zwar versteckt auf der Unterseite

Sperber 2025 © Bénédicte

Red. /  Herkunft «Schweiz» oder sogar «Region» wird deutlich beworben. Je entfernter die Herkunft, desto umständlicher muss man sie suchen.

Das gilt jetzt im Sommer auch für Früchte. Heisst es «Herkunft siehe Verpackung» oder «Herk. s. Verpackung», haben die Kundinnen und Kunden Glück, wenn sie die Herkunft seitlich lesen können. Oft müssen sie dafür die Verpackung in die Hand nehmen.

Wenn sie Pech haben, müssen sie die Verpackung mit den heiklen Himbeeren, Erdbeeren oder Kirschen sogar umkehren und auf den Kopf stellen, damit sie auf der Rückseite in Kleinstschrift auf einer Etikette die Herkunft identifizieren können.

Grossverteiler wollen offensichtlich nicht, dass die Konsumentinnen und Konsumenten ungehindert entscheiden können, ob sie Früchte aus weit entfernten Ländern tatsächlich kaufen möchten. Wollen die Händler wirklich, dass alle Kundinnen und Kunden bei «Herk. s. Verpackung» wie aufgefordert eine Himbeerschachtel im Laden in die Luft heben, auf den Kopf stellen, die Herkunft lesen und die Schachtel nachher wieder ins Gestell legen?

Wohl lieber nicht. Deshalb ein Tipp an die Grossverteiler: Die Herkunft auf dem Schild angeben oder oben auf der Verpackung aufdrucken und zwar gross und deutlich – bei «Schweiz» und «Region» geht es ja auch.

Kirschen aus Griechenland
In diesem Fall half nur, die Packung Kirschen in die Hand zu nehmen, auf den Kopf zu stellen und die Etikette auf der Unterseite zu lesen, um informiert zu sein, dass die Kirschen aus Griechenland stammen.

Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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