Blochers Gratiswerbung im «Magazin»

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Erich Schmid / 19. Aug 2014 - Im «Magazin» propagiert Blocher seine Politik einer unabhängigen Schweiz. Dabei beruft er sich auf ein fragwürdiges Vorbild.

Gerne und häufig verweist Alt-Bundesrat Christoph Blocher auf den gefallenen Bundesrat Ulrich Ochsenbein (1811–1890), um seine Abschottungspolitik zu propagieren. – Erstaunlich, wenn man weiss, dass Ochsenbein nicht nur seine Ehefrau erschoss, sondern als Schweizer in Frankreich zum Kriegsdienst anheuerte.

Doch bevor es um die Klärung geht, wer dieser Ochsenbein eigentlich war, den Blocher auf seine Fahne schreibt, um die Tradition und damit die Richtigkeit des Abschottens der Schweiz zu erklären, muss man sich fragen, weshalb «Das Magazin» dem abgewählten Bundesrat in relativ kurzer Abfolge (im redaktionellen Teil der Aprilnummer 16 und in der Augustnummer 33) so viel Platz einräumt für seine altbekannte Propaganda. Denn die Redaktion druckt nicht etwa informatives Material ab, das man gerne lesen würde, um Blocher und seine Beziehung zur Schweiz und der Aussenwelt besser zu verstehen. Was Blocher beziehungsweise sein Ghostwriter liefern, ist wortreiche hohle Propaganda, betrieben von einem Milliardär, der sich ins Fäustchen lacht, weil er sie, so hervorragend platziert, nicht einmal bezahlen muss.

Blocher lässt dem Berner Ulrich Ochsenbein «die hervorragendsten Verdienste um die Bundesverfassung von 1848 zukommen», weil dieser sich – zuvor (sic!) – als Präsident der Tagsatzung gegen «fremde Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Schweiz» und für deren «Unabhängigkeit» ausgesprochen habe. Diese Unabhängigkeit stellt Blocher den «realen Erfahrungen hinter schön tönenden politischen Schlagworten wie Liberté, Egalité, Fraternité» gegenüber, weil diese seit 1798 «Einmarsch, Plünderung, Steuerlasten, Hunger, Not und Tod» gebracht hätten.

Söldnerdienst in fremder Armee

Nun hat sich aber Ulrich Ochsenbein nachdem er (als einer der ersten Schweizer Bundesräte wie später Blocher) nicht wiedergewählt worden war, gerade diesem Frankreich, wo die Bekenntnisse zu Freiheit, Gleichheit und Solidarität entstanden sind, als Söldner angedient. Er hoffte, als hoher Offizier seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Allerdings hielten die Franzosen nicht so viel von Ochsenbein, als dass sie ihn für seine Dienste recht bezahlt hätten. Sie verweigerten ihm auch die Altersrente, die er dort erstreiten wollte. Ochsenbein stand zwar im Rang eines hohen Offiziers, kam aber ennet der Schweizergrenze gegen seinen Willen nicht zum Einsatz. Er stand unter fremder Herrschaft und unter fremden Richtern.

Müde und niedergeschlagen kehrte Ochsenbein in den 1870er-Jahren in die Schweiz zurück, wo man ihn als gefallenen Bundesrat, gescheiterten Reisläufer, gar als Deserteur verachtete. Er vereinsamte auf seinem Landgut. Zum Schluss erschoss er seine Ehefrau. Der professionelle Waffengänger gab an, er sei am Türpfosten hängengeblieben, als er mit dem Gewehr aus dem Haus trat. Da habe sich unglücklicherweise ein Schuss gelöst, der seine Ehefrau traf. Sie war tot. Ochsenbein ging straffrei aus.

Ob es tatsächlich ein Versehen war, oder ob es ein Tatmotiv – vielleicht nur Verzweiflung – gab, blieb ungeklärt. Es gab keine Zeugen. Die Gerichtsbarkeit steckte in den Anfängen. Frauen züchtigen, schlagen, eventuell sogar töten, war damals noch ein Kavaliersdelikt. Sollte es nur ein tragischer Unfall gewesen sein, so war General Ulrich Ochsenbein zumindest ein sträflicher Versager im Umgang mit seiner Waffe, an der er gründlich ausgebildet worden war.

Verzerrte Wahrnehmung

All dies blendet Blocher aus, während er all jene, die den Wahnvorstellungen einer total unabhängigen Schweiz nicht folgen, als «pubertär» apostrophiert («Das Magazin», 33/2014), weil sie ihrerseits ausblenden würden, dass die Schweiz 1291 entstanden sei und nicht 1848. Dabei ist es doch ganz einfach: 1291 gab es einen ersten kleinen Staatenbund, während der heutige Bundesstaat 1848 entstand und sich weiterentwickelte.

Dass sich Christoph Blocher nicht weiterentwickelt hat, ist sein gutes Recht. Es sind die ihm zur Verfügung stehenden Milliarden, mit denen er seine Ansichten verbreitet, die Ungerechtigkeiten schaffen, weil seinen Gegnern sehr viel weniger Mittel zur Verfügung stehen, um ihre Ansichten zu verbreiten. Die ungleich langen Propagandaspiesse führen zu einem Demokratiedefizit. Blocher kann für seine Abstimmungen weite Landesteile mit seinen Plakaten vollpflastern, während man ungleich weniger gegnerische sieht. Als man ihn mit der Abwahl daran gehindert hat, das höchste Amt für die Fortführung seiner Propaganda zu nutzen, hielt dies der Alt-Bundesrat für ein politisches Ränkespiel. Dabei war es nur der Lauf der Geschichte, dass ein ideologisch im Zeitalter des ersten Staatenbunds verhafteter Bundesrat in einem modernen Bundesstaat von heute scheitern musste.

Doch Blocher beherrscht das phänomenale Talent des Irreführens, wie er das am Beispiel Ochsenbein wunderbar vorführt. Er bringt es fertig, diesen freiwillig unter Fremdherrschaft dienenden Schweizer zum Vorbild für die schweizerische Unabhängigkeit zu pervertieren. Dass ihm dabei viele auf den Leim kriechen, weil sie die Verdrehung der Tatsachen nicht erkennen, ist noch nachzuvollziehen. Aber dass «Das Magazin» dies nicht erkennt, muss tiefere Ursachen haben, die Aussenstehenden verborgen bleiben. Vielleicht müsste man wissen, wer die Ghostwriter von Blocher sind und wer ihre Helfershelfer. Möglicherweise liegen – beim Kuckuck! – die Ursachen dort.

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16 Meinungen

Danke, Erich Schmid, Sie fassen in Worte, was ich nach der Lektür des genannten Magazin-Artikels empfand. Warum fallen nur soviele SchweizerInnen auf einen solchen Rattenfänge herein?
Urs Müller, am 19. August 2014 um 11:59 Uhr
Ich hoffe doch, dass dieser Artikel von Erich Schmid nicht nur im Info-Sperber erscheint, der bereits kritische Geister anspricht, sondern ebenfalls in voller Länge im nächsten «Magazin» ebenfalls gratis natürlich, als Ergänzung von Blochers präkolumbianischen Ausgrabungen. Vermutlich geht die Annahme von Schmid am Schluss des Artikels in die richtige Richtung: Canonica-Köppel-Blocher?
Eva Eliassen, am 19. August 2014 um 12:08 Uhr
Ochsenbein war noch in anderer Sache eine skrupellose Person. Hier ein kleiner Ausschnitt aus Wikipedia zu Ulrich Ochsenbeins Taten:
"Die politischen Wirren zwischen Konservativen und Liberalen, die damals die Eidgenossenschaft beherrschten, zogen den jungen Ochsenbein in ihren Bann. Er stieg rasch zu einem der führenden Köpfe der Berner Radikalen auf. Ochsenbein war ein militanter Politiker und an vorderster Front an den erfolglosen Freischarenzügen von 1844 und 1845 beteiligt, die zum Ziel hatten, die konservative «Jesuitenregierung» des Kantons Luzern zu stürzen und durch eine liberale zu ersetzen. Den zweiten Freischarenzug führte Ochsenbein persönlich an, obwohl die Tagsatzung dies verboten hatte. Das Unternehmen scheiterte kläglich (siehe Gefecht bei Malters), und Ochsenbein wurde aus dem Generalstab ausgeschlossen. Dennoch erlangte er in seiner Heimat beträchtliche Popularität und eine Art Volksheldenstatus."
Und hier noch das Resultat dieses illegalen Freischarenzugs nach Luzern:
"Die bei dem Gefecht in Malters vor dem Gasthaus Klösterli gefallenen 28 Freischärler wurden auf dem Friedhof in Malters begraben, etwa 450, darunter 30 Verwundete, gerieten in Gefangenschaft. Die am frühen Morgen ausrückenden Luzerner Truppen stiessen nur noch auf kleine Freischärlergruppen."
Heini Glauser, am 19. August 2014 um 12:15 Uhr
Blocher bringt Quote und Auflage. Das ist, was zählt. Sonst gar nichts. Populismus halt, journalistischer.
Henri Leuzinger, am 19. August 2014 um 13:38 Uhr
Es ist bitter nötig, dass es Institutionen wie infosperber und kritische Personen
wie Erich Schmid gibt! So ist jedem Leser, jeder Leserin die Möglichkeit der eigenen,
freien Meinungsbildung gegeben; den blocherschen Propagandaeinsätzen in Millionenhöhe steht eine aufklärende und warnende zweite Stimme entgegen.
Es ist der Leser, der nun auswählen kann und dies hoffentlich auch mit dem ge-
botenen Verantwortungsgefühl tut.
Paul Spätig
Paul Spätig, am 19. August 2014 um 15:59 Uhr
Danke für den Artikel von Erich Schmid!
Eigentlich fand ich die Blochersche Litanei im Magazin ziemlich langweilig.
Maja Beutler-Vatter, am 19. August 2014 um 17:04 Uhr
Zu Ochsenbein und die Nähe zu Blocher müsste wohl gründlicher recherchiert werden. Nur soviel ergänzend: Ochsenbein wurde 1854 abgewählt, weil er mit den Radikalen und dem Bundesrat gebrochen und auch als neu Konservativer die Wahl in den Nationalrat verloren hatte. Seine fremden Dienste leistete er typisch für seine gewandelte Gesinnung nicht im früheren Frankreich der «Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit» sondern für Napoleon III, der sich bekanntlich nach der Revolution von 1848 via fragwürdiges Plebiszit 1852 zum Kaiser «wählen» liess und aus diesem einmaligen Volksentscheid diktatorische Macht ableitete. Von Demokratie keine Spur mehr. Das passte gut zum autoritären Gehabe Ochsenbeins, der sich später zurück in der Schweiz dem bäuerlich-stockkonservativen Populisten Ueli Dürrenmatt näherte, ohne aber ein politisches Comeback zu schaffen. Wie Napoleon III leitet auch Blocher aus (knappen) Urnengängen gern eine absolute Legitimation ab, den «Volkswillen» zu verkörpern (Bonapartismus). Die sog. Volksmehrheit über die Menschenrechte zu stellen gehört u.a. dazu. Ochsenbein, Napoleon III und Blocher sind wohl geistesverwandt und in einer historischen Linie. Demokratisch und rechtsstaatlich ist sie nicht.
Rolf Zimmermann, am 19. August 2014 um 17:24 Uhr
Danke Erich Schmid für den Beitrag. Auch ich wünschte mir dass das Magazine ihn vollständig übernimmt, das ist wohl das mindeste das man erwarten darf. Gibt es vielleicht noch andere Presseerzeugnisse die den Mut dazu aufbringen?
Gabriella Broggi, am 19. August 2014 um 18:15 Uhr
Nun ja, Blocher-Originaltext zu lesen ist ab und zu auch ganz erhellend (sogar wenn's ein Ghostwriter geschrieben hätte). Gerechtigkeitshalber ist ausserdem zu erwähnen, dass in einem kürzlichen «Magazin» der «Club helvétique» eine Carte blanche erhalten hat. Man braucht sich also über die Gratis-Propaganda für Blocher nicht derart zu empören.
Dennoch wäre es natürlich schön, das Heft würde - im Sinne einer Replik - auch Erich Schmids Beitrag abdrucken. Denn der trifft den Nagel auf den Kopf.
Toni Koller, am 19. August 2014 um 23:45 Uhr
Habe mich gut ein Jahr im Staatsarchiv Bern mit Ochsenbein befasst, die Biographie aber dann dem mit Quellen besser bestückten und weiter fortgeschrittenen Holenstein überlassen. Was Sie schreiben, er habe seine Frau erschossen, ist völlig demagogisch ignorant, dies haben seine grössten Hasser, und die hatte er, bei diesem Jagdunfall nie unterstellt. Ich habe ein Konzept eines Hörspiels über diese Geschichte, werde es hier sicher nicht ausführen. Ochsenbein, als Bundesrat ohne Pension abgewählt, war tatsächlich General der französischen Armee, wenngleich im Krimkrieg wie auch in Algerien nie im Einsatz, aber damals nicht nur legal, sondern aussenpolitisch eher im Interesse der Schweiz als dagegen. Im Krimkrieg waren übrigens bei der franz. und brit. Armee 3000 Schweizer im Einsatz, das war unsere damalige Europapolitik, vgl. die Frage nach den Beteiligungen an Sanktionen gegen Russland aus «Solidarität» mit der EU. Dass Blochers Zitate psychische Probleme auslösen, ist klar. Als er am 2. Jan. Philipp Anton von Segesser erwähnte, den Erzföderalisten und bedeutendsten Mahner vor einem CH-Nationalismus, enthielt sich bei der Roulez-tambours Euphorie 1857 als einziger der Stimme, hiess es: «Blocher zitiert Antisemiten", was eine lächerliche Verkürzung darstellt, wie schon bei Jacob Burckhardt oder Troxler, dem Kritiker der Neutralität. Über Dinge, über die Sie fast nichts wissen, sollen Sie lieber nicht publizieren, kotzen Sie fleissig gegen Blocher. Ochsenbein kann nichts dafür.
Pirmin Meier, am 20. August 2014 um 16:28 Uhr
@Glauser. Wer Wikipedia zitiert und glaubt, er sei im Bild, verdient als Geschichtsanalphabet Mitleid. Die Hintergründe des 2. Freischarenzuges, deren Hauptverantwortung der Revolutionär Jakob Robert Steiger trug, er wurde von der LU Regierung deswegen zu Tode verurteilt, erlauben dieses Urteil nicht. Ochsenbein war nicht skrupellos, sondern erfasste die Situation, dass man in Luzern nicht auf eine «Befreiung» wartete, verzichtete auf den Sturm auf die Stadt und hat sich insgesamt bei diesem Kampf, deren Opfer in Luzern als Märtyrer des Liberalismus ein Denkmal haben, noch vergleichsweise verantwortungsvoll verhalten. Ochsenbein, der aus Verlegenheit, weil ein Westschweizer aus finanziellen Gründen absagte, das Kommando des 2. Freischarenzuges übernahm, entkam übrigens dank der Hilfe seiner Frau, die er über alles liebte und sicher nicht erschoss, noch rechtzeitig über die Berner Grenze. Auf der Gegenseite hat aus besagten Gründen der Luzerner Politiker Segesser, immerhin Sekretär des Sonderbundes, später Ochsenbein seine Achtung nicht vorenthalten. Das Grab von Ochsenbein und seiner Frau, einer geborenen Sury, ist auf dem Friedhof von Nidau besuchbar.

Vor 2 Jahren organisierte ich Gedenkanlässe im Kanton Luzern zum 150. Todestag von Steiger, einem der bedeutendsten liberalen Politiker der Schweizergeschichte, mit Festansprachen im Festzelt von Beromünster und beim liberalen Feiertag vom 8. Dezember (Anlass: Freischarengedenken) in Gegenwart v. BR Schneider-Ammann.
Pirmin Meier, am 20. August 2014 um 17:03 Uhr
@Erich Schmid. 1291 war kein Staatenbund, sondern ein Landfriedensbündnis, um z.B. das Februarprivileg von 1291, das König Rudolf von Habsburg den Schwyzern gewährte, auch nach dessen Tod zu erhalten. Ein äusserer Feind existierte nicht, wie Nationalratspräsident Lustenberger am 1. August in Disentis auf der Höhe der historischen Forschung dartat. Uri war kein Staat, und Urseren gehörte nicht mal zu Uri, war wie dieses eine eigene Korporation, und das Fraumünster und das Kloster Wettingen und Disentis hatten dort auch noch Leibeigene. Von einer Gründung der Eidgenossenschaft hat schon Beck nicht gesprochen, u.a. Lehrer v. Sablonier und Infosperber Redaktor Chr. Müller.
Pirmin Meier, am 20. August 2014 um 18:17 Uhr
Herr Schmid, sind Sie sicher, dass Herr Blocher für seine Propaganda im «Magazin» nicht bezahlt hat. Bezahlen kann man auf vielfältige Weise und es muss nicht immer auf dem offensichtlichen Wege gehen.
Gehen Sie an irgendeinem Tag auf die aktuelle Webseite zB. des Tagesanzeigers und zählen Sie mal wie oft SVP, FDP, CVP, SP und Grüne erscheinen.
Gilbert Magnin, am 20. August 2014 um 22:45 Uhr
an pirmin meier

1.
wenn Sie die erschiessung seiner ehefrau unter der türe des hauses, angeblich ausgelöst durch einen geliehenen regenschirm, den er zurückgeben wollte, einen „jagdunfall“ nennen, dann müsste ulrich ochsenbein mit schirm und gewehr im eigenen haus gejagt haben. das ist ziemlich logikfrei.

2.
dass ochsenbein general war in der französischen armee und sich freiwillig „fremden richtern“ unterworfen hatte, bestätigen Sie selbst.

3.
zu ochsenbein, dem general in fremden diensten, äusserte ich mich nur einmal als reaktion auf diejenigen, die ihn pervertierend zu einem vorbild für eine unabhängige schweiz stilisieren. diese kritik richtet sich weniger an ochsenbein als an die hagiografen, die ihn für ihre zwecke missbrauchen. das hat nichts mit erbrechen, oder wie Sie es nennen, mit ko... zu tun. Ihre heftige ausdrucksweise lässt vermuten, dass Sie probleme bekommen, wenn jemand anderer meinung ist als Sie.
Erich Schmid, am 22. August 2014 um 18:38 Uhr
An E. Schmid! Mein Zorn hatte damit zu zu tun, dass Sie bei Ihren Leistungen als Dokumentarfilmer es nicht nötig gehabt hätten, Ochsenbein wegen C.B. schlecht zu machen. Franz. Militärrecht hat nichts mit fremden Richtern über CH-Recht zu tun. Dass CB. sich auf O. und N. v. Flüe beruft, sagt historisch nichts aus.
a) «Jagdunfall» hängt nicht damit zusammen, O. habe zu Hause gejagt, sondern mit seinem Aufbruch auf die Jagd usw. Darstellungen im Internet genügen nicht. Ein Problem aber ist Berns mutmassliches Beseitigen v. Protokollen u. Totenscheinen, analog zu Selbstmord v. Bundesrat Anderwerth, zu homosex. Vergewaltigung Regierungsrat Leibundgut, Selbstmord Oberst Geret, der wie Ochsenbein in FR diente, der beste CH-Offizier, wäre wohl 1870 gegebener General gewesen. Wer die Briefe v. O an Emilie O-Sury, gest. 17.11. 1883 gelesen hat, bis kurz vor deren Tod, schliesst Verbrechen nach menschlichem Ermessen aus. Das Minimum wäre, mit historischer Waffe Unfall zu rekonstruieren versuchen. Die Ehe war fast das einzig Glückliche im Leben v. O.
b) O. war seit 1860 franz. Staatsbürger, kein «Söldner", machte in Thun Offiziersschule mit Louis Napoleon, war im Gegensatz zu BR Stämpfli, der Krieg mit Frankreich riskieren wollte, franzosenfreundlich. Ihre Wertung zu «Söldner» würde auch für Dufour gelten. O. war im Gegensatz zu Antisemiten 1863 für Handelsvertrag mit FR, 1848 fast allein gegen alle gegen Judendiskriminierung in BV. Vorurteile gegen «Söldner» treffen Situation nicht.
Pirmin Meier, am 22. August 2014 um 20:32 Uhr
PS. Gemäss Rolf Holenstein hat General Dufour das Engagement von Ulrich Ochsenbein als Brigadegeneral, später noch höher befördert, in der Französischen Armee eingefädelt. Ihn bei Napoleon III. nachweisbar empfohlen. Diese Tätigkeit war aus schweizerischer Sicht politisch und militärdiplomatisch zumindest nicht unerwünscht. Auch hat Dufour in seinen Memoiren betr. Freischarenzüge und Sonderbundskrieg von 1876 den damals in der Berner Zeitung ziemlich mit Dreck beworfenen Ochsenbein erstaunlich positiv dargestellt, insbesondere den 2. Freischarenzug, den Ochsenbein mit einem theoretisch perfekten Angriffsplan kommandierte, der aber dann praktisch völlig misslang; Ochsenbein hat beim Scheitern die Niederlage früh genug, wiewohl immer noch zu spät, realisiert, hätte mit falschem Heldentum die Verantwortung für ein Mehrfaches an Opfern übernehmen müssen. Ich gehe nicht davon aus, dass Herr Schmid über diese Sache besser informiert sein kann als Dufour.
Pirmin Meier, am 24. August 2014 um 11:56 Uhr

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