"Reisen nach Libanon sind mit besonderen Risiken verbunden", sagt das EDA: die Hauptstadt Beirut © gk

"Reisen nach Libanon sind mit besonderen Risiken verbunden", sagt das EDA: die Hauptstadt Beirut

Ausgeschafft! ... und seine Schweizer Ehefrau?

Christian Müller / 31. Mai 2013 - Mit 850 Franken und zwei Kartonschachteln mit Kleidern in Beirut auf die Strasse gestellt. – Seine Schweizer Ehefrau berichtet.

Die Diskussionen um das Asylrecht und die Migration laufen im Hinblick auf die Abstimmung am 9. Juni 2013 auf Hochtouren. Es wird von «den Asylsuchenden», von «Renitenten», von «Ausschaffungen» gesprochen. Aber kennt man als Leser, als Leserin all der Diskussionsbeiträge einen konkreten Fall einer Ausschaffung? Kennt man selber, persönlich, einen Menschen, der ausgeschafft wurde? Und kennt man seine Angehörigen, die mit dieser Situation zurecht kommen müssen?

Infosperber hat ausführlich über den Fall Mansour berichtet: (Auch in der Schweiz gibt es Folterkammern) und (Ausschaffungshaft: Es bleibt nur die Verzweiflung). Eine Geschichte, die absurder kaum sein könnte: Hassan Mansour sitzt jahrelang im Gefängnis, weil er gemäss einem psychiatrischen Gutachten eine Gefahr für seine Ehefrau sei. Und dies, obwohl genau diese seine (Schweizer) Ehefrau, Marion Mansour, eine Musikerin, seit Jahren für seine Freilassung kämpft! Mit Erfolg vor Bundesgericht – aber missachtet von der Zürcher Justiz: Am 11. April wurde Hassan Mansour in den Libanon ausgeschafft – in ein Land, das er vor 35 Jahren verlassen hat!

Marion Mansour gibt nicht auf. Aber sie ist am Ende ihrer Kräfte. Vor ein paar Tagen hat sie ihren Freunden den folgenden Brief gemailt:

.

Liebe Freunde und Bekannte, liebe Unterstützer und Begleiter

Die meisten von Euch wissen wohl, dass die Zürcher Justiz den Wahnsinn am 14.4.2013 auf die Spitze getrieben hat und meinen schwerkranken Ehemann trotz längst bestätigter Todesgefahr bei einer Zwangsausschaffung doch brutal ausgeschafft hat.

Mein Mann war vom 11.12.2009 - 14.4.2013 unschuldig inhaftiert, aufgrund eines beweisbar faktisch falschen Berichtes über unsere damalige Lebenssituation als Ehepaar. In unserem damals bereits 4 1/2jährigen Zusammenleben als Paar gab es noch nie irgendwelche Anzeichen von Bedrohung oder gar Gewalt.

Trotzdem wurde mein Mann von Urbanioks PPD-Lakaien als «potentielle Gefahr bezüglich seiner Ehefrau» bezeichnet und aufgrund dessen inhaftiert, einfach so, über Nacht, ohne Vorkommnisse. Diesen «Fehler» wollte die Zürcher Justiz vor der Öffentlichkeit nicht zugeben.

Beinahe hätte man meinen Mann nun am Ende in den letzten 3½ Monaten, welche er auch noch in der Ausschaffungshaft hat verbringen müssen, umgebracht. Ja, umgebracht. Die drei aussenstehenden Menschen, welche ausser mir diesen unglaublichen Gesundheitszustand noch mit eigenen Augen gesehen haben, als sie meinen Mann mit mir im Frühjahr 2013 besuchten, wissen, dass ich nicht übertreibe, wenn ich dies so schreibe. (Einer der drei Besucher war der Berichterstatter von Infosperber, Christian Müller. Anm. der Red.)

Anstatt meinen Mann zurück in unser Leben, das durch diese 3½ Jahre in täglichem Leid und Lebensraub vergangen war und ohnehin in jeder Hinsicht schwer gestört und behindert wurde, endlich freizulassen, hat man ihn nun also noch zwangsausgeschafft.

Im Moment sage ich dazu nicht mehr. Es ist einfach nur entwürdigend, traurig und beschämend, dass solche Geschehnisse in der Schweiz, unserem Land geschehen.

Mein Mann wurde gesundheitlich (grösste Atembeschwerden und allgemeiner Schwächezustand) ohne Pass und mit lediglich 850 Franken und zwei Kartonschachteln mit seinen Kleidern in Libanon/Beirut sprichwörtlich auf die Strasse gestellt.

Ich wurde darüber am gleichen Tag, als ich meinte, meinen Mann am Nachmittag wie immer im Gefängnis besuchen zu können, von einem anonymen Migrationsamtsmitarbeiter per Telefon mit den Worten informiert: «Ihr Mann wurde heute in den Libanon ausgeschafft. Er ist jetzt in Beirut. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.»

Aufgrund dieser Umstände bitte ich Euch alle um Verständnis, dass ich in den nächsten Wochen kaum mehr Mails schreiben und beantworten kann, es ist jetzt einfach zuviel. (Das heisst nicht, dass ich überhaupt keine Mails mehr schreibe, aber einfach sehr reduziert und kurz).

Selbstverständlich kämpfen wir weiter für unser Leben und für die Aufdeckung des gesamten Skandals. Unser Ziel ist und bleibt, in der Schweiz unser Leben in Ruhe und als unabhängige Menschen zu leben.

Euch allen danke ich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich für die grosse Unterstützung, alles war für uns sehr wichtig und half uns, dies bis zu diesem Punkt durchzustehen.

Von Herzen die besten Grüsse auch von meinem Mann, der nun in einem auch ihm mittlerweile fremden Land in Freiheit ist.

Marion Mansour

(Ende des Briefes. Er ist hier leicht gekürzt wiedergegeben.)

.

Ausschaffung ist ein Wort mit zwölf Buchstaben, wie so viele andere Wörter auch. Was Ausschaffung aber bedeutet, konkret, für den Ausgeschafften, für die Menschen um ihn herum, für die Ehefrau: Wer es nicht miterlebt hat, kann sich kaum ein Bild davon machen.

.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

18 Meinungen

Doch, leider stimmt diese Geschichte. Ich kenne viele der Betroffenen und habe als Aussenstehender den Fall mitverfolgt. Ich kenne auch einen Anwalt, welcher an dem Fall mitgearbeitet hatte. Es ist traurig, skandalös, schrecklich, aber leider wahr. Der Fall treibt einen Keil zwischen Behörden und Bürger. Da der Fall Konsequenzen haben wird, werden beizeiten die Details welche dazu führten, in der Zeitung oder im Fernsehen erscheinen. Es ist nur eine Frage der Zeit.
Beatus Gubler, am 31. Mai 2013 um 12:03 Uhr
Den das Vertrauen zwischen Bürger und Behörden muss wieder hergestellt werden, und den Betroffenen steht Genugtuung zu.
Beatus Gubler, am 31. Mai 2013 um 12:05 Uhr
Von Verallgemeinerungen distanziere ich mich, diese sind aber Verständlich. Den der Fall wühlt Emotionen hoch, er beschämt als Schweizer und berührt unangenehm. Unsere Behörden sind nicht einfach Übel. Ich habe selber früher Jahre für die Behörden gearbeitet. Es ist eine Minderheit in den Behörden, welche so auf Abwege geraten war, und in diesem Falle sind offenbar die Behörden nicht mal ganz alleine für das verfehlte Vorgehen verantwortlich, es scheint Hinweise dafür zu geben, das einige Personen aus der Öffentlichkeit in diesem Falle die zuständigen Behörden organisiert in die Irre geführt und für Ihre Zwecke missbraucht haben. Aber auch dies hätten die zuständigen Beamten und Beamtinnen merken müssen. Doch Menschen machen Fehler, und es ist wichtig daraus zu lernen. Soviel der bisherigen Recherchen sind mir aus zweiter zuverlässiger Quelle bekannt. Da die Recherchen und Abklärungen noch im Gange sind, kann ich leider nicht mehr dazu sagen.

Beatus Gubler Projekt www.streetwork.ch Arbeit für soziale Gerechtigkeit, seit 18 Jahren, des weiteren Gewalt und Drogenprävention. 2.4 Millionen Besucher/innen in 18 Jahren.
Beatus Gubler, am 31. Mai 2013 um 12:24 Uhr
Gerne würde ich eine Stellungnahme der anderen Seite lesen: Wie begründet die Zürcher Behörde die überlange Haft und wie den Entscheid der Ausschaffung?
Ueli Ganz, am 01. Juni 2013 um 00:28 Uhr
ja, das wüsste ich auch gern, wie die diese schweinerei rechtfertigen...
Domenica Ott, am 01. Juni 2013 um 01:42 Uhr
Sie finden die relevantesten, skandalösesten Aktenkopien (wo man die Aktenfälschung der zuständigen Haftrichterin und der Wiederholung desselben der folgend zuständigen Haftrichter klar sieht bezüglich Wohnsitz und Heirat meines Mannes) auf meiner Website: www.der-fall-mansour.webnode.com Mich wundert immer, dass man über Geld für Migration diskutiert, jedoch niemand zu bemerken scheint, dass MILLIONEN für solch JAHRELANGEN, sinnlosen Inhaftierungen und dann noch SONDERFLÜGE ausgegeben werden, um anständige, friedliche Menschen regelrecht zu zerstören. Genau das geschieht in unserem Fall. Auch die Krankenkassen werden von den Forensikern (PPD Zürich) abgezockt: es wurden der KK meines Mannes bewiesenermassen Termine verrechnet, die weder angeordnet, gewünscht, geschweige denn je stattgefunden haben! Pro Termin 117.-! Da ich diesen Betrug meiner Krankenkasse gemeldet habe, haben sie nun zumindest dieses Geld vom Psychiatr.-psycholog.Dienst der Stadt Zürich von Chef Urbaniok zurückgefordert. -Aber wen kümmerts?
Marion Mansour, am 01. Juni 2013 um 10:34 Uhr
Guten Tag liebe Diskutierende und Betroffene. Ein Buchtipp, ich bin begeistert. Autor: Arno Gruen, Buchtitel: Dem Leben entfremdet. Mit diesem Buch holt er die Behörden und Beamten, die Gesellschaft allgemein, dort ab wo sie sind. Er zeigt auf was passiert wenn man in einer Raubtierkapitalismusgesellschaft lebt, wie Menschen welche Macht haben sich selber fremd werden, in eine Amtssprache flüchten, welche die Politiker und Behörden sprechen, um nicht zu fühlen was sie anrichten, oder um nicht zu fühlen, was sie verbessern möchten. Doch ohne emotionale Beteiligung geht es nicht. Denn das Mitgefühl spielt eine zentrale Rolle beim Wandel von einer Raubtierkapitalgesellschaft zu einer kooperierenden Sozialgesellschaft. Diese Entfremdung vom eigenen Menschsein ist die Quelle des Hasses in einer Konkurrenzgesellschaft, welche dann an den Schwächsten abreagiert wird. Für mich als engagierter Autor in einer Gesellschaft, welche den Boden der Gerechtigkeit schon lange unter sich verloren hat, ist solche Literatur wichtig, um selber nicht auch so zu werden, um bei mir bleiben zu können, um ein mitfühlendes Wesen bleiben zu können, um jemand zu sein der das Ganze sieht, und um mich für mehr Gerechtigkeit, und eine neue Verfassung einzusetzen, in welcher Kooperation und Gerechtigkeit höher stehen als Nationale Zugehörigkeit und wirtschaftliche Interessen. Das Nachspiel wird kommen. Ich frage mich, wie lange diejenigen, welche Hassan Mansour dermassen gefoltert haben, den Druck der Öffentlichkeit noch aushalten können, bis der oder die erste ein Geständnis ablegt über die wahren Hintergründe dieser Nacht und Nebelaktion des Ausschaffens, denn ruhig schlafen können diese Menschen schon lange nicht mehr.
Beatus Gubler, am 01. Juni 2013 um 13:58 Uhr
@Walter Gurtner: DOCH, DIESE GESCHICHTE STIMMT SO! Ich gehöre zu den drei Personen, die Hassan Mansour in der Ausschaffungshaft besucht und miterlebt habe, wie es ihm dort erging. Ich habe - mit meinen Mitteln ähnlich, wie Christian Müller, den sie hier happig angreifen - an diverse Behörden geschrieben und keine, ausweichende oder massregelnde Antworten bekommen.
Die Asylbewerber haben es in der Schweiz nicht am besten, einfachsten und werden keineswegs verwöhnt. Was würden Sie mit Fr. 9.00 im Tag und Arbeitsverbot machen?
Und Hassan ist jetzt - ebenfalls fast mittellos - ausgeschafft! Das Wort mit 12 Buchstaben bedeutet, er ist von seiner Ehefrau getrennt, von ihr, die seit eh und je für ihn kämpft. Langsam lassen ihre Kräfte nach und ich bitte euch alle, einmal zu bedenken, was es bedeutet, wenn ein Ehepaar willkürlich und mit falschen Diagnosen auseinander gerissen und dann zusätzlich völlig despektierlich behandelt wird. Ich würde um meinen Mann auch kämpfen wie eine Löwin. Es gibt in der Justiz noch andere katastrophale Fälle, die niemand für möglich hielte, würde sie/er genau hinschauen. Ich wünsche Marion und Hassan alles erdenklich Gute und «DAS WUNDER DER WIRKLICHEN GERECHTIGKEIT"
Ursula Herzig, am 03. Juni 2013 um 09:31 Uhr
Guten Tag miteinander. Ja was Frau Mansour, Frau Ursula Herzig, der Journalist Herr Müller berichten, dem kann ich weitgehend beipflichten. Und das ist wohl noch der milde Teil des Ganzen, das können Sie mir glauben. Also, ich spekuliere jetzt mal anhand dessen was mir aus zweiter und dritter Hand von mir glaubwürdig erscheinenden Personen bekannt ist. Könnte die Ursache für die ganze Ereigniskette vielleicht nicht so gewesen sein: Eine Person, aus niederen Instinkten heraus, wie Rachesucht, hat eine Massenhysterie ausgelöst, bei ihren Vereinskollegen und Vereinskolleginnen, bei ihren Freundinnen und Freunden, vielleicht war es auch ein Mann? Und diese glaubten ihr/ihm alles. Und so schrieben sie alle Briefe an die Behörden, beobachteten heimlich Herrn Mansour, stalkten ihn, durchsuchten seinen Müll, ob sie was Belastendes fänden, u.s.w. das hysterische Verhalten sprang schnell über, und diese Massenhysterie hat die Zürcher Behörden mit Schreiben von verzerrten, unwahren, halbwahren Geschichten über Herrn Mansour bombardiert. Diese Personen dieser Behörde, an welche diese Schreiben über den angeblich so schrecklichen Herr Mansour adressiert wurden, wurden ausgesucht, den die meisten von Ihnen gehörten zum rechten politischen Lager. So wurden die vielen Briefe und Geschichten vielleicht gar nicht überprüft, denn sie vielen auf fruchtbaren Boden. So wäre es folglich also eine Intrige, gestartet von einer oder ein paar Personen, welche Ihresgleichen fanden. Unverifiziert entgegen genommen von einer Behörde welche eine Abneigung und Vorurteile hatte gegen diesen Mann, weil er nicht Schweizer ist, und aus einem Land stammt welches früher mit der Schweiz politisch im Konflikte stand. Ich schrieb, es könnte so gewesen sein. Jetzt werden viele Nachdenken, dessen bin ich mir sicher. Ich vermute, das es viele Fakten gibt, welche zugunsten von Herr Mansour sprechen, und das diese noch zurückgehalten werden, von wem auch immer. Aber ich freue mich auf den Tag, wo die Wahrheitsfindung, die Gerechtigkeit, die Klarheit alles aufzeigen wird. Mit allen Namen, Orten und Personen. Mit allen Konsequenzen und Folgen. Was ist eine Demokratie ohne Wahrheitsfindung? Soll die Schweiz zu einem Schurkenstaat werden?
Gruss Beatus Gubler www.streetwork.ch Basel
Beatus Gubler, am 03. Juni 2013 um 15:51 Uhr
UNHCR, die UNO-Flüchtlingsbehörde zählte im Januar 2013 in Libanon 120'000 Flüchtlinge aus Syrien allein, bis Weihnachten rechnet man dort mit 300'000. Das Land ist überdies direkt in den syrischen Bürgerkrieg verwickelt, indem die südlibanesische Miliz Hisbollah in Syrien interveniert. Raketen werden nach Beirut zurückkommen.
Jemanden in diese Kriegszone «zurück» zu schicken, weil bei uns das Boot wieder voll sein soll verdient alles hier geäusserten Entsetzen.
Warum spendet da Bundesrat Burkhalter Geld für Denkmalspflege in Auschwitz. Ja, als Busse für unsere damaligen Ausschaffer. Aber wir bräuchten dringender ein DENK MAL! in Zürich und Bern für die heutigen Ausschaffer(Innen).

Werner T. Meyer

http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/page?page=49e486676&submit=GO
Werner Meyer, am 04. Juni 2013 um 07:03 Uhr
Guten Tag in der Schweiz! Die beiden letzten Beiträge beeindrucken mich sehr! @Beatus Gubler: Was du erzählst - und dir bestimmt nicht aus den Fingern gesaugt hast! - ist Stoff der übelsten Klatschspalten oder für einen Gotthelf-Roman. Es zeigt, wie Missgunst und Weitertragen, resp. Übernehmen von Halbwissen Existenzen zu zerstören vermag. Die verantwortlichen Behörden dürften jetzt spätestens die Augen auftun und zugeben, welch schlimmen Verleumdungen Hassan Mansour gegenüber sie aufgesessen sind!
@ Werner T. Meyer: Danke für Ihre mit Zahlen belegte Mitteilung. Sie sind offensichtlich sehr gut informiert und zeigen, dass Herr Mansour gar nicht ausgeschafft werden DURFTE! Sich für ehemaliges Unrecht zu entschuldigen, wie BR Burkhalter und BR Sommaruga dies tun, ist anständig und erfordert Mut. Dabei das aktuelle Geschehen einfach zu übersehen hingegen nicht. AUGEN AUF! DENK(T) MAL (wirklich nach) UND HANDELT ENDLICH!
Ursula Herzig, am 04. Juni 2013 um 09:34 Uhr
Ich bin beeindruckt von der sachlichen Diskussion. Chapeau.
Ich kenne den Fall bloss vom Lesen. Beim Lesen steht die Hauptsache oft zwischen den Zeilen.
Zwischen den Zeilen lese ich, dass Beatus Gubler der Wahrheit drei Komments weiter oben nahe kommt.
Menschen, welche sich ihrer Verantwortung sich selber, andern Menschen und der Erde gegenüber nicht bewusst sind, handeln ego - motiviert. Nach dem Gesetz der Resonanz ziehen sie gleiche Menschen an. Dann kann das Satansspiel losgehen: Ein Puzzleteil fügt sich zum anderen, bis sich ein Hassan Massour krank und entwurzelt auf der Strasse in Beirut wieder findet.

Gibt es eine Initiative, da unterstützungswillige Menschen ihre Unterschrift geben können? An die ZH Behörden?

Ich reblogge den Artikel in http://bumibahagia.com/schweiz/
Thomas Ramdas Voegeli, am 20. November 2013 um 06:11 Uhr
Lieber Herr Voegeli, liebe Mittragenden unserer unglaublichen Geschichte: die Idee einer Petition hatte ich auch und melde mich, wenn ich diese online habe. (Wir kämpfen seit der Zwangsausschaffung täglich mit unserer Kraft-). Noch immer bin ich bei meinem Mann im unfreiwilligen Exil in Libanon/Beirut, einem Land, wo TÄGLICH MEHRERE Autobomben (meist vor Detonation) gefunden werden und Schiessereien auf offener Strasse zum Alltag gehören... Gemäss Migrationsamt ZH alles «verhältnismässig» für mich (die Schweizer Ehefrau). Ohne übertriebene Vorsicht ist es mir als Schweizerin hier in Libanon NIE möglich, alleine ohne meinen Mann aus dem Haus zu gehen-die Kidnapping-Gefahr ist zu gross. Konkret: ich bin seit nunmehr 5Monaten nie alleine ausserhalb unserer Wohnung! Ist alleine dieser Zustand «verhältnismässig» für mich? Tatsächlich? Und wie würden sich wohl die zuständigen Zürcher Beamten (Beamtinnen) selbst fühlen, wenn man sie in eine solch absurde Lebenslage gebracht hätte? Es ist der pure Wahnsinn den wir nie für möglich gehalten hätten, der jedoch seit 11.Dez.2009 mit uns geschehen ist und noch immer kein lebbares Ende gefunden hat... Auf meinem Blog veröffentliche ich sporadisch die erschreckenden Details über unseren Zustand hier; gerade diese Woche detonierte eine Autobombe in unserer nächsten Nähe: www.justizskandalmansour.wordpress.com
Marion Mansour, am 24. November 2013 um 17:16 Uhr
Guten Tag liebe Mitdiskutierende und Marion sowie Hassan.
Oft sind meine Gedanken bei Marion und Hassan, welche die volle Breitseite behördlicher Ignoranz, Gerichtsinstanzlicher Ignoranz, und noch weit schlimmeres abbekommen haben. Intrige, Missbrauch der Zürcher Behörde durch eine Gruppe von Drittpersonen welche sich nicht Outen möchte und erst noch zu kirchlichen Kreisen gehört, also eine Gruppe welche brav am Sonntag, an gute Werte glaubend, zur Kirche geht, ist offenbar über ihre eigenen Projektionen und Ängste gestolpert, und haben Marion und Hassan ein Gewand angestrickt, den guten Willen der Zürcher Behörden missbraucht um sich aus zu agieren, und nun Leiden 2 Menschen zu unrecht noch mehr, als das Leben an Leid ohnehin schon mitbringt. Vielleicht werden wir alle zusammen mal im Gerichtssaale sitzen, wo es um Wiedergutmachung und Rehabilitation geht, um Aufklärung, Genugtuung, Schutz und Sicherheit für alle. Ich bin mit meinen Gebeten bei euch, haltet durch, und wünsche euch viel Kraft. Beatus Gubler www.streetwork.ch Leiter Nonprofit-Projekte Streetwork Basel.
Beatus Gubler, am 25. November 2013 um 13:29 Uhr
1.Hallo Herr Voegeli! Sie fragten nach der Möglichkeit einer Initiative. Da ich wusste, dass man wegen all'dem Geschehenen nicht alles sagen darf, fragte ich Marion an. von ihr haben Sie die Antwort.
2. Hallo Beatus! Wie du, denke ich sehr oft an Marion und Hassan und hätte doch endlich gerne Klarheit und eine Justizbehörde, die sich nicht zu schade ist, sich zu entschuldigen und Marion und Hassan einzuladen, ganz legal in unserer und ihrer Heimat einzureisen. Nichts Verstecktes mehr! Was du schreibst, kann nur für einige wenige Menschen verständlich sein, für mich wirkt es bedrohlich. Wer ist diese Gruppe von Drittpersonen? Was geschieht, wenn sie sich outet? Warum legt sie ihren Missbrauch nicht bei den Zürcher Behörden offen? Mit verstecktem Agieren kann es nicht mehr weiter gehen! Ich rufe die ganze Zürcher Justizbehörde auf, diese unglaubliche Misère sofort - noch vor Weihnachten! - aufzuheben! Ihr alle wisst: Wir sprechen von Marion und von Hassan, also von mutigen und integren Menschen! Danke
Ursula Herzig, am 26. November 2013 um 23:24 Uhr
Ich habe hier im Juni eine UNHCR-Schätzung von 300'000 syrischen Flüchtlingen in Libanon bis Weihnachten zitiert. Die NZZ von heute meldet nun:
"Über sechs Millionen Vertriebene in Syrien selbst und über 800 000 Flüchtlinge in Libanon, von denen viele in Rohbauten, leerstehenden Fabriken, Zelten oder Höhlen hausen, kämpfen gegen die Kälte um ihr Überleben» (Jürg Bischoff, Beirut)
http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/usa-stoppen-hilfe-an-die-syrischen-rebellen-1.18203582
Ich nehme an, in den Chefbüros der Zürcher Justiz wird die NZZ auch gelesen.

Und?

Werner T. Meyer
Werner Meyer, am 13. Dezember 2013 um 09:36 Uhr
Sehr geehrter Herr Meyer, vielen Dank für diese klaren Aussagen! Wäre es so, dass sich die Zuständigen (hier die Zürcher Justizbehörde) WENIGSTENS in den bestehenden Akten ausreichend informieren würden, wäre es wohl kaum je zu dieser unnötigen, grotesken Tragödie gekommen, der sich nun mit unserem Leben täglich abspielt. Die Haftrichterin und der Jurist des Migrationsamtes ZH waren jedoch NICHT EINMAL IN KENNTNIS DES BUNDESGERICHTSURTEILS, welches die drei Jahre Haft meines Mannes als rechtswidrig bezeichnete... Dies und alles andere wissend bezeichne ich die CH-Justiz längst nur noch als traurige Farce. Heute detonierte erneut eine Autobombe in unserer nächsten Nähe in Beirut (rund 3km von unserer momentanen Wohnung in Beirut entfernt). Dasselbe geschah vor einer Woche, ebenfalls in diesem Umkreis. Wir könnten hier JEDERZEIT tot sein, wenn wir per Zufall am falschen Ort wären... Trotz diesen lebensgefährlichen Zuständen lehnte das Migrationsamt ZH im Dezember 2013 unser Einreisegesuch ab. Begründung: «trotz der sicherlich schwierigen Lage für die Schweizer Ehefrau, im Libanon zu leben, geht die öffentliche Sicherheit der CH-Bevölkerung vor. Das Gesuch um Einreise für H.Mansour ist demnach abzuweisen.» Unterschrieben von einer noch nie mit dem «Fall» befassten Mitarbeiterin des Migrationsamtes, welche uns nie gesehen hat und sicherlich schöne, sichere Weihnachten Zuhause in der Schweiz mit ihrer Familie verbrachte. Marion Mansour
Marion Mansour, am 02. Januar 2014 um 22:34 Uhr
Es könnte also jeden Schweizer Bürger treffen. In Zürich zur falschen Zeit am falschen Ort, und schon findet man sich in einem Land wieder, wo der Krieg gleich nebenan stattfindet. Eine Behörde welche heute Bundesgerichtsurteile ignoriert, übersieht, vergisst, könnte morgen bei einem anderen ebenso vergessen, dass Herr so oder so ein anderer ist, und schon ist er aus, ab und weggeschafft. Ruckzuck, und hinterher kümmert sich niemand, welcher die Macht hätte etwas zu ändern, um die Angelegenheit in Ordnung zu bringen. Wenn es keine oder zu wenig strafffällige Ausländer gibt, dann erschafft man halt ein paar, damit das Feindbild wieder stimmt. Wäre das Gesuch von Frau Mansour auf dem Tisch eines Beamten gelandet, welcher zu einer anderen Partei gehört, wäre es ernsthaft geprüft worden und Frau Mansour wieder hier. Doch wohlwissend, dass da eine Prozesslawine in Gang kommen könnte, möchten natürlich einige nicht, das Frau Mansour und ihr Mann zurück kommen, denn man müsste dann ja zu Fehlern stehen welche man begangen hatte. Dabei sind es eben die eingestandenen Fehler, welche unsere Justiz weiterbringen würde. Siehe die vielen Bücher von Peter Zihlmann, als Justizkritiker hätte er den Prix Courage verdient.
Beatus Gubler, am 03. Januar 2014 um 11:04 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.