Bildung Selektion Noten © Wikipedia

Wenn die ungenügende «Schulaffinität» zum Stolperstein wird

Wer ins Gymi will, soll sich konform verhalten

Jürgmeier / 22. Dez 2016 - Fleiss & Pflichterfüllung. Ordnung & Reinlichkeit. Betragen. Alte Zeugnisrubriken sollen moderne Arbeitsmarkttauglichkeit sichern.

Wenn es eines (weiteren) Beweises bedurft hätte, dass die Schule nicht in erster Linie eine Bildungsinstitution, sondern vor allem (auch) ein Ort der Selektion & der Disziplinierung ist – der Zürcher Bildungsrat hat ihn geliefert. «Für die Aufnahme ins Kurzgymi zählt neu auch eine Verhaltensnote», setzt der Tagesanzeiger am 19. Dezember 2016 als Titel über den Bericht zur Reaktivierung alter Zeugniskomponenten in modischer Neusprache. Im Zuge der Wiedereinführung von Vornoten für die Aufnahme von Sek-Schüler*innen ins «Kurzgymi» (nach Sekundarschule) soll «auch das Arbeits- und Lernverhalten der Schüler mit 8,3 Prozent an die Gesamtbeurteilung zählen» (NZZ, 19.12.). «Wir sind ein bisschen stolz darauf, die Ersten zu sein, die nicht nur Fachnoten, sondern auch das Lernverhalten für einen Übertritt ins Gymnasium berücksichtigen», lässt sich der stellvertretende Chef der Bildungsplanung Hans-Martin Binder im Tagesanzeiger zitieren. Gemeint sind damit Aspekte wie Pünktlichkeit, Sorgfalt, Mitarbeit im Unterricht oder Teamfähigkeit der Jugendlichen (NZZ). Letztere sei im Arbeitsleben «immer stärker gefragt», schreibt Pascal Unternährer in seinem Tagi-Kommentar, «und Einzelgängertum verpönt».

«Das wahre Leben steht vor der Tür»

Da wird klar, um was es geht: Die Schule soll Kinder & (pubertierende) Jugendliche soweit (nach-)sozialisieren beziehungsweise – etwas weniger fein formuliert – zurechtbiegen, dass sie lebens-, insbesondere arbeitsmarkttauglich werden. (Welches Leben, welcher Arbeitsmarkt?) Denn: «Das wahre Leben steht vor der Tür.» (Was da nicht alles steht.) «Nur gute Prüfungen schreiben reicht nicht mehr» (Unternährer). Der Sekundarlehrer & Vizepräsident des Lehrerverbands Sek ZH Kaspar Vogel bestätigt denn auch, Lehrmeister schauten häufig «im Zeugnis zuerst die Sanktionen unter den Punkten ‹erscheint pünktlich›, ‹arbeitet zuverlässig›, ‹kann zusammenarbeiten›, ‹akzeptiert die Regeln› oder ‹begegnet Mitmenschen respektvoll› an – noch vor den Schulnoten».

Für die seltenen «Genies» sind Verhaltensnoten kein Problem. Die kompensieren das allfällige, 8.3 % wiegende Betragensdefizit locker mit ihren (Vor-)Leistungen in Mathematik, Deutsch, Englisch, Französisch und Naturwissenschaften. Aber bei «durchschnittlichen» Schüler*innen kann die im Verhalten zum Ausdruck kommende ungenügende «Schulaffinität» (Martin Zimmermann, Rektor Kantonsschule Zürcher Oberland, Tagesanzeiger) durchaus zum Stolperstein werden und ihnen den Zugang zu («höherer») Bildung verwehren. Statt die betroffenen Kinder & Jugendlichen – die eigentlichen Subjekte des Lernens – darin zu unterstützen, erfolgversprechenderes (was genau ist Erfolg?) Arbeits- und Lernverhalten zu entwickeln, also Bildung zu ermöglichen, wird dieses Verhalten sanktioniert sowie seine Bewertung als Selektionselement instrumentalisiert. Dabei werden die Schüler*innen den normativen Vorstellungen derer unterworfen, welche die Definitionsmacht haben. Und das sind nicht etwa die lernenden Subjekte selbst, sondern «Bildungsexpert*innen» unterschiedlichster Herkunft & Couleur sowie «die Wirtschaft», die von der Schule die Bereitstellung leistungsfähiger & williger Arbeitskräfte fordert – für eine (Wachstums-)Gesellschaft, die ihre (Über-)Lebensqualität nicht nachhaltig unter Beweis stellt.

«Lernverhalten» ist ein normatives Konstrukt

Gänzlich ausser Acht gelassen wird, dass Lernverhalten beziehungsweise Lernstörungen & Verhaltensauffälligkeiten nicht dem einzelnen Schüler beziehungsweise der einzelnen Schülerin eingeschrieben sind, sondern das Resultat des Zusammenspiels von Kontext und Schüler*in sind. «Es ist problematisch, von einem verhaltensgestörten Kind zu sprechen, so, als ob es diese Störung in sich tragen würde und allein für das Verhalten verantwortlich wäre.» Schreibt der ehemalige Leiter der Sekundar- und Gymnasiallehrerausbildung an der Universität Freiburg und heute freischaffende Dozent im Bereich Lernpsychologie Joseph Eigenmann in seinem Vorlesungsskript über «Verhaltensstörungen, Verhaltensschwierigkeiten und Disziplinstörungen im Unterricht». Und macht klar: «‹Verhaltensstörung› ist ein Konstrukt, wir nehmen etwas als Verhaltensstörung wahr auf Grund unserer Normen und unseres normativen Verständnisses. Was in einem Kontext als störend wahrgenommen wird, ist in einer anderen Situation unter Umständen normales, unauffälliges Verhalten. Störverhalten ist kontextabhängig.»

Das gilt auch für das Arbeits- und Lernverhalten ganz allgemein. In unterschiedlichen Schulen sowie bei anderen Lehrpersonen würde dasselbe Verhalten verschieden beurteilt beziehungsweise anderes Lernverhalten als erfolgversprechend definiert. Zum Beispiel Kreativität & Eigenwilligkeit statt Zuverlässigkeit & Gehorsam. Nicht nur die Bewertung, auch das Verhalten selbst ist kontextabhängig. In anderen Bildungszusammenhängen, das heisst in anders organisierten Schulen und bei anderen Lehrpersonen würden Kinder & Jugendliche ein anderes Arbeits- & Lernverhalten entwickeln. Auffälliges & störendes beziehungsweise nicht schulaffines Verhalten müsste, wenn schon, statt als Selektionsinstrument gegen die Schüler*innen eingesetzt als Symptom für eine Störung zwischen Schüler*in und Umfeld interpretiert werden. «Störendes Verhalten im Unterricht muss in der Regel als Signal verstanden werden, denn es ist Teil interaktiver Beziehung. Vielen Kindern fehlt buchstäblich die Sprache, um anders als durch Störverhalten ihre Empfindungen zum Ausdruck zu bringen»(Eigenmann).

Um es noch etwas zuzuspitzen: Unzuverlässigkeiten sowie Unflätigkeiten von Lernenden gegenüber Lehrpersonen, beispielsweise, müssten auch als Autoritätskonflikt interpretiert werden. Da die Lehrpersonen im offiziellen Bildungsverständnis sowohl für die Vermittlung von Inhalten als auch für die Motivation der Schüler*innen verantwortlich gemacht werden, richtet sich der «Widerstand» von Schüler*innen mit verhängnisvollen Folgen direkt gegen diese Symbiose von Lehrperson & Stoff. Da die Schule Schüler*innen vorgegebenen Infrastrukturen & Logistiken, Lehrplänen & Unterrichtsformen unterwirft, wird sie von Kindern & Jugendlichen nicht als ihre Schule, nicht als ein Stück (bildende) Heimat, sondern als ein ihnen fremder, weil fremdbestimmter Ort wahrgenommen. Und häufig mit wenig Sorgfalt «benutzt». Stichwort Ordnung & Reinlichkeit, oder, moderner ausgedrückt, respektloser Umgang mit Infrastruktur. Aber was gerne als «Vandalismus» bezeichnet wird, lässt sich auch als (hilfloser) Versuch verstehen, sich diesen fremden Raum doch noch anzueignen. Die oft beklagte mangelnde Beteiligung der Schüler*innen verweist u.a. darauf, dass sie am Bau der Schule als Bildungslandschaft und Bildungsinhalt nicht beteiligt werden.

Ohne Medaillen keine Verlierenden. Ohne Noten keine Gescheiterten.

Verhaltensnoten dienen aber nicht nur der «Aussortierung» von Schüler*innen, sondern sie entfalten – und das ist womöglich Absicht – in unseren schulischen Machtverhältnissen auch «präventive», das heisst disziplinierende Wirkung. Aus Angst vor Entwertung & Ausschluss sind Schüler*innen gefährdet, in vorauseilendem Gehorsam mehr oder weniger bekannte Verhaltensnormen zu erfüllen. Ob das (kreative) Lernprozesse fördert, ist fraglich. Auf die Frage «Kommen am Ende nur noch angepasste Kinder ins Gymi?», sagt der Erziehungswissenschaftler an der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz Albert Düggeli im Tagesanzeiger-Interview: «Auch dies kann nicht ausgeschlossen werden. Allerdings besteht dieses Risiko bereits bei den bisherigen Bewertungsverfahren.»

Was es nicht wirklich besser macht, sondern vielmehr darauf verweist, dass Bewertungen Lernprozesse ganz generell behindern, dass die Schule nicht in erster Linie zum Lernen da ist, ihr zentrales Ziel nicht Bildung, sondern Integration (vor allem im Sinne von Unterwerfung unter aktuelle soziale Normen) und Selektion ist. In unserer Gesellschaft mit ihrem Diplomierungs- und Zertifizierungswahn werden Menschen dem Generalverdacht ausgesetzt, sie würden, wenn wir sie liessen, nichts lieber tun, als Tätigkeiten auszuüben, für die ihnen jede Kompetenz fehlt. Bewertung & Selektion haben deshalb (vordergründig) zwei Ziele: 1. den (nicht eingelösten) Schutz der Gesellschaft vor inkompetenten Berufsleuten; 2. die Verteilung von Individuen auf die sozioökonomisch ungleich bewerteten und attraktiven Plätze in unserer (Arbeits-)Welt.

Eine Gesellschaft, die als ökonomische und soziale Pyramide organisiert ist, provoziert, dass die meisten dahin möchten, wo die Plätze immer weniger, aber höher dotiert werden – durch materielle sowie soziale Anerkennung, Freiheiten und Macht. So, wie Sportler*innen unbedingt auf das Treppchen wollen, auf dem es, normalerweise, nur für drei Platz hat und nur eine oder einer die Goldmedaille erhält. Weil mit Tausendstelsekunden dafür gesorgt wird, dass es nicht zehn Siegende gibt.

Was dem Sport die Hundertstelnote, Tausendstelsekunde oder der Mikrometer, soll der Bildung das Verhalten sein: Wenn die «normalen» Bewertungsinstrumente zu wenig selektiv sind, sollen Pünktlichkeit, Sorgfalt usw. über Aufnahme oder Ausschluss entscheiden. Damit wird auf die Spitze getrieben, was die soziale und olympische Figur der Pyramide im Kern ausmacht. Sie bringt hervor, was sie hinterher der oder dem Einzelnen anlastet – das individuelle Versagen. Ohne Medaillen keine Verlierenden. Ohne Noten keine Gescheiterten.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Jürgmeier war während vieler Jahre als Berufsschullehrer für Allgemeinbildung tätig und ist Mit-Autor des eben erschienenen Buches «Lernen ist meine Sache».

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8 Meinungen

Ich war ein schwieriger Schüler und hab immer wieder Konflikte mit meinen LehrerInnen gehabt. Ich wäre wohl nicht ans Gymi gekommen mit diesen neuen Bestimmungen. Oder hätte man mich mit Ritalin gefüttert? Immerhin erhielt ich dann einen Preis für meine Maturarbeit über Menschenrechte und die Bestnote für meinen Maturaufsatz über das Gottesbild von Bertold Brecht.
Als Uniprofessor war ich immer froh, wenn die Studis kritisch und rebellisch waren, das ist selten geworden. «Rebellion ist berechtigt» sag ich noch heute ... rebellisches Verhalten verwandelt sich nämlich später oft in höchste Leistungsbereitschaft, weil bei beidem Vitalität dahinter steckt. Die Innovationsfähigkeit der Schweit basiert auf Vitalität und Freude auf Leistung, nicht auf braver Anpassung.
Shame on the new rules and regulations! Sie sind nicht zukunftsfähig, sondern dumm.
Pit C. Meyer
Peter Meyer, am 22. Dezember 2016 um 12:30 Uhr
Guten Tag Herr Meier,
ich bin mit Betragsnoten in den Unterstufen gross geworden. So weit ich mich erinnern vermag, ging es um Anstand und Sozialkompetenz und nicht um eine „Normierung“ von Schülern. Ich denke, dass vor allem aus kritischen Schülern (d.h. Hinterfragen von Lerninhalten) , die von Ihnen erwartete innovative Generation heranwächst. Wenn sie dies mit dem nötigen Anstand schafft, um so besser. Schlussfolgerung: für Anstand und Sozialkompetenz würde ich eine Benotung nicht unbedingt ausschliessen. Sehe aber gleichzeitig die Schwierigkeit, wie und wer diese „weichen Eigenschaften“ beurteilen soll.
Guido Besmer, am 22. Dezember 2016 um 13:34 Uhr
Sozialkompetenz ist gut und wichtig aber nicht leicht zu benoten. Aber Anstand ist ein falsches Selektionskriterium. Pubertierende dürfen auch unanständig sein, das ist altersgerecht und wächst sich aus.
Peter Meyer, am 22. Dezember 2016 um 13:42 Uhr
Guten Abend Herr Meier, wir haben da wahrscheinlich ein Definitionsproblem mit dem Anstand. Aus meiner Sicht hat es in erster Linie mit Respekt den Mitmenschen gegenüber zu tun und auch mit Rücksicht auf Schwächere. Zu meiner Zeit war Einer unanständig, wenn die Haare auf dem Kragen „aufgestanden“ sind, das wäre sicher kein Kriterium. Als 68er haben wir auch rebelliert, aber den Nachbar haben wir trotzdem immer gegrüsst oder ältern Menschen im Zug oder im Tram Platz gemacht. Durch Rebellion wird nicht zwingend ein besonders ein anständiger und kreativer Zeitgenosse: Beispiele gibt es aus der 68er Zeit der viele. Des weiteren: ich meine, es ist auch nicht Sache der Schule Kindern Verhaltensregeln bei zu bringen, die sollten die Sprösslinge eigentlich von zu Hause mitbringen. Kann gut sein, dass das alles altmodisch ist und heute nicht mehr gilt?
Guido Besmer, am 22. Dezember 2016 um 18:57 Uhr
Ich war immer ein schlechter Schüler weil mein Hirn mich dauernd spazieren führt. Jedoch lebe ich von innovativen und spinnerten Ideen.
Als Lehrer, zB Hilfslehrer für Mathe für Gleichaltrige am Technikum
Winterthur und Maturanden an Kantonsschulen fühlte ich mich wohl. Mein Unterricht war «anders» - kam aber sogar bei den Rektoren gut an. Ich versuchte nicht Mathe zu lehren sondern
Denken. Der klassische Schulbetrieb tut oft so wie wenn die Leute denkfaul geboren wären. Mein Prinzip war: Schule darf alles sein ausser erstens niemals langweilig und zweitens nicht dumm.
Oft war ich nicht vorbereitet und startete eine Mathestunde mit der Frage: Was könnten wir heute tun? Diskutieren wir zB Gleichungen?
Eine Gleichung besteht aus etwas links und etwas rechts und dazwischen ein Ding das behauptet beides sei vergleichbar. Im Extremfall links ein Schwarzer aus Harlem, rechts der Trump und dazwischen der Jesus mit seinem Buch.
Als Forschungs-Mitarbeiter suchte ich «rothaarige Unruhige», am liebsten solche die durch die Matur gefallen waren. Die Davongelaufenen waren die pfiffigsten und kreativsten Typen.
Hannes Keller, am 23. Dezember 2016 um 00:33 Uhr
In dem Alter, in dem für Zürcher Sekundarschüler der Übertritt ins Kurzgymi zur Debatte steht, hatte ich den kompletten Frust, lehnte alles ab und musste sogar eine Klasse wiederholen. Da ich nicht im Kanton ZH aufgewachsen bin, konnte ich trotzdem im Gymi bleiben, die Matur machen und studieren.

Meine Kinder hätten diese Chance nicht. Da wir jetzt, den Zufällen des Lebens geschuldet, im Kanton ZH leben, müssen sie nicht nur fachlich für die Gymi-Prüfung top sein, sondern auch noch in einem Alter, in dem ich vor allem schwänzte, «gutes Lernverhalten» an den Tag legen.

Ich finde, der Staat drückt sich hier schlicht vor seiner Aufgabe, jedem eine faire Bildungschance zu bieten, indem er einen willkürlich positionierten Kamm aufstellt, über den alle geschoren werden.

Wie kann es sein, dass Zufälle wie Wohnortkanton, individueller Entwicklungsstand mit 14 und Lehrersympathie so entscheidende Einflüsse auf die Zukunft eines Jugendlichen haben?
Stefan Werner, am 23. Dezember 2016 um 07:13 Uhr
Vor allem muss die Schule sich und die Welt kritisch überdenken und dies der Jugend weitergeben. Die Säkularisierung hat sie
aus eigener Kraft bereits fertiggebracht.

Das Wichtigste sagte Hypathia von Alexandrien ca. 400 AC.
1. «Es ist besser, falsch zu denken als gar nicht».
2. «Es ist ein Verbrechen, Kinder Religion zu lehren bevor sie die Inhalte kritisch überdenken können».
Geschichte: Die 60-jährige Frau Hypathia wurde auf Anstiftung des Bischofs Cyrillus wurde von christlichen Mönchen nackt auf der Strasse gefoltert und mit ihren Schriften verbrannt. Cyrillus wurde 1882 zum Heiligen befördert.
Ich finde, dass Vergötterungen, insbesondere jene von Geld und Erfolg unser Dasein vergiften.
Der Dalai Lama schrieb: «Vielleicht wäre es besser, wenn wir keine Religionen hätten».

Hannes Keller
Hannes Keller, am 23. Dezember 2016 um 10:47 Uhr
Guten Tag Herr Keller, interessanter geschichtlicher Hinweis zu Hypathia (kannte die Geschichte nicht). Ich finde auch, dass in der Schule der Erfolg (d.h. heute Geld und Macht) im Vordergrund steht. Ausgehend vom „humanistischen“ Bildungsideal gehört eben mehr zur (Lebens) Schule, als nur die Vermittlung von Wissen. Sehe heute, dass sich die Schule nur noch an der Leistung orientiert, die von der Wirtschaft als verwertbar eingefordert wird. Das geht vom Kindergarten (spielerisches Lernen durch Entdecken nicht mehr möglich) bis an Uni (Jäger und Sammler von ETC Punkten) so und dies - da bin ich mit Ihnen durchaus einig - zerstört die natürliche Kreativität. Daraus folgt, „Bildung“ nicht nur anhand von Leistung zu messen, wäre im Prinzip eine gute Sache. Eine Betragensnote zielt aus meiner Sicht in diese Richtung.
Guido Besmer, am 23. Dezember 2016 um 12:20 Uhr

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