Kommentar
Drohnen-Vorfall: «SRF» und Tamedia unterschlugen Dementi
Der Feind ist ein Barbar und kämpft mit unlauteren Mitteln. Wer die Berichterstattung über den Feind in Zweifel zieht, ist ein Verräter. Das sind zwei der zehn Prinzipien der Kriegspropaganda, die nicht nur im Osten, sondern auch im Westen betrieben wird.
«Das US-Militär hat seine Propagandaabteilung gewaltig ausgebaut. Nichts wird unversucht gelassen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Laut AP-Recherchen verfügt das Pentagon über 27’000 Personen, die ausschliesslich für die Öffentlichkeitsarbeit (PR, Werbung, Rekrutierung) zuständig sind», berichtete der «Tages-Anzeiger» 2009. Wofür die gewaltigen Ausgaben für die «PR-Maschinerie des Militärs» genau eingesetzt würden, «bleibt meist geheim».
Im März 2023 erfuhr die Öffentlichkeit, dass der deutsche Bundesnachrichtendienst Honorare an Journalisten zahlt. Wofür genau und warum, blieb ebenfalls geheim.
Im Oktober 2025 beschrieb «SRF», dass das US-Kriegsministerium Journalisten an die Kandare nehmen will: «Medienschaffende sollen nur noch über Neuigkeiten berichten, die das Pentagon offiziell abgesegnet hat.» Journalisten, die sich nicht daran halten würden, drohe der Entzug der Akkreditierung. Kriegsminister Pete Hegseth «empfinde die Presse als ‹sehr störend für den Weltfrieden und vielleicht für die Sicherheit unserer Nation›», zitierte «SRF» den US-Präsidenten Donald Trump.
Nato und EU werden zitiert, Russland nicht
Diese Woche berichteten Medien nun vom Dohnenangriff auf den Flughafen Leipzig. Was davon ist Propaganda, was stimmt?
«Die Spur führt nach Moskau», schrieben die Tamedia-Zeitungen. Der Vorfall «markiert eine neue Eskalation der hybriden Kriegsführung». Ein schwerer Vorwurf.
Die Tamedia-Journalisten zitierten den Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der die Beweislage als «eindeutig» taxierte. Auch EU-Generalsekretärin Ursula von der Leyen kam zu Wort: «Die EU stehe ‹in voller Solidarität› an der deutschen Seite angesichts des russischen Angriffs».
Was das beschuldigte Russland zu dem Vorwurf sagt, erfuhren die Leser erst einmal nicht. Obwohl Russland laut einem Experten bereits in die «Phase null» des Kriegs gegen die Nato eingetreten sein soll. Russland befinde sich «an der Schwelle zum echten Krieg» mit der Nato, steht in einem Artikel, den die Tamedia von ihrem Partner, der «Süddeutschen Zeitung», übernahm.
Der frühere langjährige Politik-Ressortleiter der «Süddeutschen Zeitung» wechselte per Mai 2025 den Posten: Er wurde sowohl Sprecher der deutschen Bundesregierung als auch Chef des Presse- und Informationsamtes der deutschen Regierung und untersteht nun direkt dem Bundeskanzler. Journalisten, die angesichts der trüben Zukunftsaussichten im Mediengeschäft mit dem Gedanken spielen, ebenfalls die Seite zu wechseln, werden sich mit Blick auf künftige Arbeitgeber überlegen, was sie schreiben und wen sie zitieren.

Handwerkliche Fehler
Als die Meldung, Deutschland bezichtige Russland, am Dienstag die Runde machte, wurden auch die Hörerinnen und Hörer von Radio «SRF» zunächst nicht informiert, ob Russland zu den Vorwürfen (zustimmend) schweigt oder diese dementiert. In der «Tagesschau» erwähnte der Osteuropa-Korrespondent David Nauer immerhin ganz kurz, dass Russland die Urheberschaft leugne. «10 vor 10» berichtete am gleichen Abend sechs Minuten lang ausgiebig über den Leipziger Drohnen-Vorfall – ohne auf das Dementi Russlands hinzuweisen.
Dabei hatte die russische Botschaft, kurz nachdem ihr Botschafter am Dienstag vom deutschen Aussenministerium einbestellt worden war, online eine Stellungnahme veröffentlicht.
«Unbelegt, absurd und dem gesunden Menschenverstand widersprechend», nannte der russische Botschafter in Berlin den Vorwurf der deutschen Regierung. Aus seiner Sicht handle es sich bei dem Vorfall in Leipzig um eine «hastig zusammengezimmerte Provokation», die «ausschliesslich den Interessen des Kiewer Regimes, des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse sowie der Grossunternehmen des militärisch-industriellen Komplexes dient, die an einer weiteren Anheizung des Ukraine-Konflikts interessiert sind».
Eine der Regeln des Presserats lautet: «Werden schwere Vorwürfe erhoben, ist es […] Pflicht, den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, Stellung zu nehmen.» Der Presserat erlaubt Ausnahmen, etwa «wenn schwere Vorwürfe sich auf öffentlich zugängliche amtliche Quellen (z.B. Gerichtsurteile) stützen». Doch in diesem Fall ist bisher nichts amtlich bewiesen, sondern es wird vermutet. In einer Situation wie jetzt ist von beiden Seiten Propaganda zu erwarten. Tamedia und «SRF» hätten sich mindestens bemühen müssen, eine Stellungnahme der russischen Seite einzuholen.
Leser und Zuschauer müssen sich bei der Konkurrenz informieren
Es kann auch nicht im Interesse der Tamedia-Zeitungen und von «SRF» sein, dass Hörerinnen, Zuschauer und Leserschaft dazu selbst recherchieren müssen – zum Beispiel bei der Konkurrenz «NZZ» oder auf der Website der russischen Botschaft. Die «SDA» und «nzz.ch» informierten am Dienstagabend, dass Russland den Vorwurf bestreitet, die Print-Ausgabe der «NZZ» am Mittwochmorgen.
Die Leserschaft von «Tagesanzeiger.ch» dagegen erfuhr erst am Donnerstag, dass der russische Präsident den Vorwurf der deutschen Regierung schon am Dienstag «als ‹völlig aus der Luft gegriffen› abgetan» hatte; die Leser der gedruckten «Tagi»-Ausgabe konnten dies schliesslich am Freitag lesen. Weiteres aus der russischen Stellungnahme wurde ihnen nicht mitgeteilt.
Das Beispiel Nordstream
Das Ganze erinnert an den Anschlag auf die Nordstream-Erdgas-Pipelines im September 2022. Damals war für verschiedene Politiker und Medien glasklar, dass nur Russland dahinter stecken könne.
Ein solcher Sabotageakt diene «der Abschreckung und Bedrohung», zitierte beispielsweise «SRF» damals den deutschen CDU-Politiker Roderich Kiesewetter. Der deutschen FDP-Politikerin Strack Zimmermann bot der öffentliche Sender ebenfalls eine Plattform, um ihren Verdacht zu streuen, Russland habe die Sprengung veranlasst. Und auch die Ukraine kam im besagten «SRF»-Artikel zu Wort: «Die Ukraine macht Russland für die Lecks verantwortlich, Präsidenten-Berater Mychajlo Podoljak spricht auf Twitter von einem ‹von Russland geplanten Terrorakt gegen die EU›.»
Dass Russland diese Vorwürfe stets dementierte und als «dumm und absurd» bezeichnete, erwähnte «SRF» an gleicher Stelle hingegen nicht.
Inzwischen ist der deutsche Generalbundesanwalt überzeugt, dass eine ukrainische Sabotagegruppe für die Sprengung von Nordstream 1 und 2 verantwortlich sein soll. Die deutsche Staatsanwaltschaft hat zwei Ukrainer festgenommen und angeklagt.
Deutsche Regierung hat keine Beweise vorgelegt
Die Beweise, welche die deutsche Regierung für ihre jetzigen Anschuldigungen hat, dass Russland hinter dem Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen steckt, bleiben vage. Der «SRF»-Fachredaktor urteilte, Deutschland liefere «keine hieb- und stichfesten Beweise». Auch «10 vor 10» erwähnte zu Beginn kurz, dass die deutschen Regierungsvertreter «keine konkrete Beweiskette» vorgelegt hätten, tat dann aber so, als sei bereits alles bewiesen.
«Der Anschlag füge sich ins bekannte Muster russischer hybrider Operationen ein», erfuhren die Tamedia-Leserinnen und Leser. Drohnenkonfiguration, Bauteile, Sprengstoff und Zündtechnik seien aus früheren Anschlägen bekannt. Allerdings: Der gefundene Sprengstoff Semtex wird laut der «NZZ» bei kommerziellen Sprengungen eingesetzt und wurde während des Kalten Kriegs von Terroristen für Anschläge benützt. Das tönt nicht nach einem Russland-spezifischen Sprengstoff.
Laut verschiedenen Medien sollen deutsche Ermittler aufgrund von DNA-Spuren zwei Personen verdächtigen. Gemäss Recherchen von «NDR», «WDR» und «Süddeutscher Zeitung» handle es sich um einen Belarussen mit russischem Pass und um einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass. DNA-Spuren würden nach Litauen, Finnland und Polen führen.
«Die Technologie zeuge von hoher Expertise, der Anschlag sei professionell geplant worden», schrieben die Tamedia-Zeitungen – und erwähnten im gleichen Atemzug, dass ein Busfahrer am Flughafen Leipzig die tief fliegende Drohne mit blosser Hand aus der Luft geschnappt habe und dass der Zünder defekt gewesen sei. Die Sprengladung lag dem «Spiegel» zufolge ein paar Meter weiter. Dass nicht mehr passiert sei, habe wohl daran gelegen, «dass nicht nur Profis des russischen Geheimdienstes eingebunden waren, sondern offenbar auch sogenannte Wegwerfagenten, für kleines Geld angeheuerte Handlanger».
Ist das professionelle Planung und hohe technologische Expertise?
Spekulationen über die Motive
Russland wolle die deutsche Bevölkerung verunsichern, sie spalten, Angst säen, damit Deutschland die Ukraine nicht mehr unterstütze. Das seien die wahren Motive für den Drohnenangriff, heisst es.
Über Motive, welche die deutsche, die ukrainische oder die US-amerikanische Regierung haben könnten, spekulieren grosse Medien hingegen nicht: Die deutsche Regierung beispielsweise ist innenpolitisch unter Druck. Sie muss begründen, warum sie Abermilliarden Neuverschuldung für Kriegsmaterial in Kauf nimmt. Und die regierende CDU will am kommenden Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt eine Niederlage abwenden. Der ukrainischen Regierung käme es gelegen, wenn ihr die Nato im Krieg gegen Russland mehr helfen würde, als sie es jetzt tut. Die US-Regierung (und all die Waffenhersteller im Westen) möchten ihre Waffenverkäufe weiter ankurbeln.
Noch gibt es keine eindeutigen Indizien, geschweige denn Beweise, wer die Leipziger Drohne geschickt hat. Es kann durchaus sein, dass der russische Staat die Fäden zog. Vielleicht kommt irgendwann später aber auch heraus, dass es anders war.
Die ungeschriebene elfte Regel der Kriegspropaganda lautet: Botschaften, die dem eigenen Ziel dienen, ständig wiederholen. Und die zwölfte Regel: Widersprüche ausblenden. Unabhängige Medien sollten sich dafür nicht einspannen lassen.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.









Die allereste Frage bei der Verbrechensaufklärung ist die nach dem Motiv.
Bei der Sabotage von Nordstream II war die wahrscheinlichste Antwort von Anfang an : Ukraine& Polen. Was eine Täterschaft von Rußland – um die Ecke gedacht – nicht ausgeschloassen hat, aber eben eher als unwahrscheinlich eingeordnet werden mußte.Ensprechend hätte die Bundesregierung dem Selensky „den Stuhl vor die Türe stellen sollen“.
Im Falle Leipzig ist die Wahrscheinlichkeitsverteilung zwischen möglichen Tätern längst nicht mehr so eindeutig. Bei Nordstream II war der Wille zu dramatischen Schädigungen ganz offensichtlich – und das paßte auf die genannten Täterschaften. Bei Leipzig sieht man dagegen eher die gebremste Nadelstichtaktik ( die „Pannen“ waren nach meiner Überzeugung beabsichtigt). DAS wiederum weist auf ein Täterprofil hin, welches man vereinfacht als Psychogramm einer frustrierten Persönlichkeit sehen muß. Und DAS würde schon auf Putin zutreffen. Andere Deutungen nicht ausgeschlossen.
@Bosse: Ihr Versuch ein Psychogramm für Putin zu erstellen, scheitert schon daran, dass für sie Putin ein Alleinherscher sein soll. Dazu kommt, dass eine frustrierte Persönlichkeit, wie von ihnen beschrieben, alles einsetzen würde was sie hat und Russland hat noch so einiges.
Gerade bei ihnen in Deutschland sollte jeder dankbar sein, dass Russland sich für die Schäden und Toten durch deutsche Waffen noch nicht revanchiert hat.
Und Nordstream waren die USA. Die Theorie mit den Ukrainer in der Nussschale ist ein Witz. Biden hat es sogar neben Scholz stehend vor versammelter Presse angekündigt.
Danke für Ihren Kommentar.
1.Um unnötigen Disput zu vermeiden : bei Verbrechen muß ggf. zwischen Anstifter und Täter unterschieden werden und die Schuldverteilung ist dann Gegenstand juristischer Abwägung. Ich habe mich zu den TÄTERN geäußert und das waren entsprechend den Maßnahmen der Bundesanwaltschaft Ukrainer. Zu den möglichen Anstiftern habe ich nichts gesagt – unterstütze aber Ihre Aussage :USA, weil die in der Chose Ukraine generell der Motor waren.
2.Putin als Alleinherrscher : Habe ich nichts zu gesagt – weil seine Rolle als Zentrum der Macht kaum anzuzweifeln ist – auch wenn im Hintergrund andere Machtspiel sicher ablaufen.
3. Was eine frustrierte Person insgesamt zu tun fähig ist, weiß ich nicht. Aber Ihre Schlußfolgerung ist nicht zwingend.
4. Deutschlands Dankespflicht : das könnte man so sagen – denn Deutschland hat sich gegenüber Rußland sehr schroff verhalten – vorsichtig ausgedrückt. Im Übrigen : ich habe meine Aussagen ausdrücklich als Hypothesen gekennzeichnet.
Aus Fairness gegnüber der Bundesregierung folgende Ergänzung zu meiner Antwort : Deutschland ist als EU- und NATO- Mitglied nicht völlig frei in seinen Entscheidungen. Ich VERMUTE, daß der DAMALIGE Bundeskanzler( Olaf Scholz) ohne diese Bündnis-Fessel manches anders gemacht hätte.
Im Verhältnis zu Rußland wäre das wünschenswert gewesen. Aber zugleich ein riskantes Manöver hinsichtlich des Bündnisses. Der Fehler Deutschlands liegt eben viel weiter zurück in der Vergangenheit.
Diese Bündnis Fessel muss nach Cum-Ex-Skandal und der Warburg-Bank Geschichte schon sehr eng gewesen sein.
Dazu auch interessant was der «Indian Express» über einen Gerichtsfall in Neu-Delhi veröffentlicht hat.
Sechs Ukrainer und ein US-Amerikaner, derzeit inhaftiert, sind mutmasslich an einem Drohnenangriff auf ein ziviles Flugzeug im benachbarten Myanmar beteiligt…. (!!!)
Bei der Drohne handelte es sich um ein FPV-Modell (First-Person View).
Die Attentäter wurden am 13. März festgenommen, nachdem sie nach Indien zurückgekehrt sind.
Ein Schelm der da ein Zusammenhang sieht. *zwinkersmiley*
Schon sehr vielsagend: D, F, UK die EU zusammen mit der Nato greifen via Ukraine & logistischer Unterstützung der USA (unter anderem Satelliten-Navigation) mit ihren Waffen die russische Infrastruktur an – und Russland hat noch nicht zurück geschossen!
Daher folgende Frage, die mich in höchstem Masse beunruhigt: Wieviele Provokationen bedarf es zusätzlich denn noch, bis es dem Kreml zuviel wird?
Bereits seit dem Abbruch sämtlicher diplomatischer Beziehungen des holden Wertewestens gegenüber Russland und des rigoros eingehaltenen Kontaktschuldverbrechens, jeden der Kollaboration mit dem Feind zu bezichtigen, der die Gesprächs-Brandmauer umgeht, befürchte ich, dass wir unaufhaltsam und unwiderruflich in den 3. WK hineinstolpern…
Die überhebliche, so zielstrebig und hartnäckig auf den Krieg zuschreitende Goldene Milliarde scheint tatsächlich nichts Besseres verdient zu haben.
Letzthin am Radio, der Klassiker: Interview mit einem Experten für Sicherheit, der von Drohnen unbekannter Herkunft spricht. 10 Sekunden später, der zweit Experte, der darauf hinweist, die Drohne könnte eventuell russisch sein. Kurz darauf, den dritten Experten kümmert die Aussagen seiner Vorredner nicht und er spricht direkt von den russischen Drohnen die, als Bestandteil eine hybriden Angriffs, Europa bedrohen. Die Moderatorin bedankt sich für das aufschlussreiche Gespräch.
Kein einziger Beweis wurde vorgelegt. Keine Kommunikationsprotokolle. Keine Namen. Keine Festnahmen (der «Wegwerfagenten»). Keine Fotos von Elektronik oder Mechanik mit Abgleich von Type und Seriennummern. Keine Fotos von Kameraüberwachungen. Keine verdächtigen Ein- und Ausreisen. Keine Fahrzeuge. Nichts. Nichts. Nichts. Ein deutscher Innenminister, ein deutscher Außenminister stellt sich mit dieser Antimaterie vor die Kameras und das wird anstandlos von den Medien geschluckt, als wäre das nicht die dickste Kröte seit dem Zwischenfall im Golf von Tonkin, seit der Brutkastenlüge und Powells Phiole. Die russische Mutter meines besten Freundes überlebte als Kleinkind wie durch ein Wunder die Hungerblockade von Leningrad. Als Deutscher schäme ich mich tief für diese Entwicklung und bin in großer Sorge und Trauer. Unsere Politiker haben vor der Geschichte versagt. Wir waren blauäugig und zu wenig wachsam, eingelullt durch die Wende und das vermeintliche «Ende der Geschichte».
zit.(«..kein einziger Beweis…») – das ist eine sachlich richtige Fesstellung – ABER : hier muß man den Aufklärungsinstitutionen wohl doch zugute halten, daß sie diese Fakten nicht publizieren um den Fahndungserfolg nicht zu gefährden. Jedenfalls sehe ich das für die akute Situation so.War ja bei Nordstream auch so und ist dann sukkzessive geändert worden. Die Grauzone zwischen Transparenz und Heimlichtuerei ist nun mal vorhanden. Ich stelle daher (s.o.) meine Hypothesen auf und muß dann abwarten. «Geheimdienst auf offener Bühne» – das ist ein Widerspruch in sich.
@Bosse, Zitat: ««Geheimdienst auf offener Bühne» – das ist ein Widerspruch in sich.»
Der Widerspruch und Verlust der Glaubwürdigkeit der deutschen Behörden, beginnt schon als freizügig über Waffen in zivilen Fluzeugen und zivilen Flugplätzen parliert wurde. Zivilisten und zivile Infrastruktur zu gefährden benötigt anscheinend keiner Geheimhaltung, aber wie die Drohne aussieht schon. (!?)
Beeindruckt mich immer wieder, dieses Zeitengewendete Deutschland… *zwinkersmiley*
@Paul Schön – insgesamt Zustimmung, sehr einprägsam die Beispiele (Tonkin, Leningrad). Aber, kleine Interventionen:
1. «das wird anstandlos von den Medien geschluckt» – es wird keineswegs geschluckt, es wird mit maximaler Anstrengung und überaus willfährig kolportiert. Und auch wenn der Eindruck entstehen mag, dies ist erst seit der Krim, oder seit Corona so – ist es nicht, nur die Vehemenz hat zugenommen, aber das ist ein eigenes Thema.
2. «Wir waren blauäugig und zu wenig wachsam, eingelullt durch die Wende und das vermeintliche «Ende der Geschichte».» – da stört mich das «Wir». Als direkt Betroffener (relevante Lebenszeit in der DDR) möchte ich darauf hinweisen, dass nicht alle den Niedergang der DDR und die feindliche Übernahme durch die BRD gefeiert haben. Und da meine ich nicht nur wie man gern argumentiert sog. Bonzen, die vermeintlich vom System profitiert haben (sollen).
Wäre was dran, hätte man zumindest einen Teil der von mir vermissten Beweise und Indizien vorgelegt. Am besten gleich mit Festnahmen. Ich glaube weder dem Innenminister noch den Medien ein einziges Wort. Die Zeichen sollen auf Krieg gedreht werden. Frei nach Göring: «Natürlich will das Volk keinen Krieg. Man muss es ihm eben lange genug einreden, dann wird es schon wollen.» Wir erlebten das alles schon einmal: 1998 waren die Deutschen mehrheitlich gegen eine Kriegsbeteiligung gegen Serbien eingestellt. Man fuhr eine riesige Medienkampagne, die großteils unbewiese Behauptungen aufstellte. Krönung war Joschka Fischers fehlerhafter Auschwitzvergleich. Es gelang, die Stimmung zu drehen. Ich fürchte nun das gleiche!
Martina Frei hat den Sachverhalt stringent und gut belegt dargestellt.
Sie verzichtet auf eine Einordnung und reiht die Argumente logisch aneinander. So sollte Journalismus prinzipiell stattfinden, nur ist dies bei den konträr agierenden sog. Leitmedien kein abstellbarer Mangel, sondern sie erfüllen ihre ureigenste Aufgabe (keineswegs die der vierten Gewalt).
Als ob Dementi der russischen Regierung der Wahrheitsfindung dienten. Putin dementiert immer, das hat System. Dass darüber berichtet wird, ist aber der Vollständigkeit halber vonnöten. Ich glaube allerdings, dass die Sachen viel komplizierter sind, als an der Medienoberfläche wahrzunehmen ist. Die Freund-Feind-Bilder helfen nicht weit, und eine Opfer-Täter-Umkehr auch nicht.
DF Otto Langels | 02.08.2014: «Der vermeintliche Beschuss der US-Marine im Golf von Tonkin 1964 durch Nordvietnamesen war reine Inszenierung. NSA-Offiziere manipulierten und verbreiteten gezielte Falschmeldungen. Die USA suchten einen Vorwand eine strategische Offensive zu beginnen..»
Wiener Zeitung Thomas Seifert14.06.2020: » Roosevelts «New Deal» habe kaum Wirkung gezeigt, sagte McConnell, die Arbeitslosigkeit sei kaum bekämpft worden. Nicht der New Deal habe die Depression beendet, sondern der Zweite Weltkrieg.»
Szenarium: Manipulieren und Faschmeldungen mit dem Ziel die Europäer » Mental-kriegstauglich» zu machen, damit ein Präventivschlag gegen Russland geführt werden kann. Scheint mittlerweile alles zu werden auch der Glauben ein Krieg in Europa könnte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in den USA sorgen.
Gunther Kropp, Basel
Es geht auch nur um Aufmerksamkeit und nicht um Wahrheit oder Information. Die Presse ist mehrheitlich schon länger nichts anderes als die Marketingabteilung von Wirtschaft und Politik.
Ich wundere mich lediglich, dass der Wertewesten derart konstant nach dem gleichen Muster vorgeht (wie oft wurde die Nachricht vom russichen Drohnenangriff auf westliche Flughäfen nun in den letzten paar Jahren wiederholt?). Immer ohne Belege, ohne Beweis. Es ist wirklich naheliegend zu vermuten, dass der Westen Krieg will, um jeden Preis. Sie sehen wohl ihre Chance gekommen, den Russen endgültig zu besiegen. Den Preis dafür dürften unsere Kinder bezahlen aber irgendwo müssen die vielen Milliarden ja hin.
Beweise- wer braucht denn so etwas?
Ich behaupte jetzt einmal: «Der Pilot der Drohne befand sich im Cockpit besagter Antonov». Wenn diese Behauptung genügend oft wiederholt wird, wird sie zum etablierten Faktum und nur Schwurbler und Verschwörungstheoretiker stellen sie in Frage