Ican: «Geld, das zum Leben fehlt, wird für A-Waffen vergeudet»
Seit Jahrzehnten bedrohen Atomwaffen die Menschheit. Selbst ein begrenzter Atomkrieg mit hundert «kleineren» A-Bomben würde das Klima unerträglich machen. Hunger und Massensterben wären die Folgen. Ein grosser Atomkrieg würde das Ende unserer Zivilisation bedeuten.
Die «Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen» (Ican) dokumentiert in ihrem neusten Jahresbericht 2026, dass die neun Staaten mit Atomwaffen im Jahr 2025 durchschnittlich 19 Prozent mehr für Atomwaffen ausgegeben haben als noch im Jahr 2024, insgesamt 119 Milliarden Dollar.

Nach der russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022 nahmen die Ausgaben für Atomwaffen weiter zu. Doch die Zunahme dieser Investitionen begann schon einige Jahre zuvor, wie der Bericht «Securing profits, how the arms lobby is hijacking Europe‘s defence policy» von Bram Vranken aus dem Jahr 2017 aufzeigt.
Das «European Network Against Arms Trade» (Enaat) hat dokumentiert, dass die Rüstungsbranche laut europäischem Transparenzregister für ihre Lobbyarbeit allein in der EU bereits im Jahr 2016 rund 55 Millionen ausgab.
Die zehn grössten EU-Rüstungsunternehmen und die beiden grössten Lobbyorganisationen hätten sich seit 2014 Hunderte Male mit der Europäischen Kommission und seit 2019 über 150-mal mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments getroffen.

Ican hat dokumentiert, welche Industriekonzerne vom Geschäft mit Atomwaffen profitieren. Die kreditgebenden Banken sind nicht berücksichtigt. Alle diese Unternehmen sind finanziell interessiert daran, dass Geld in Atomwaffen investiert wird.

Mit Abstand am meisten investierten in den letzten Jahren die USA in die Weiterentwicklung, den Transport und die Stationierung von Atomwaffen:

Ican erklärt dazu: «Es hat sich ein Zustand kollektiver Amnesie breitgemacht. Erneut wird mit nuklearen Waffen gedroht. Misstrauen ist an der Tagesordnung. Die Rüstungskontrolle stirbt. Die weltweiten Militärausgaben stiegen im vergangenen Jahr auf 2,7 Billionen Dollar – das ist dreizehnmal mehr als die gesamte weltweite Entwicklungshilfe. Und es entspricht dem gesamten Bruttoinlandsprodukt Afrikas.»
Grosse Medien begleiten den Rüstungswettlauf grundsätzlich wohlwollend – wenn sie ihn nicht noch anheizen.

Die 99 Länder, die dem Vertrag über das Verbot von Kernwaffen beigetreten sind, würden sich dafür einsetzen, diesem Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Die Vertragsunterzeichner verweisen auf die anhaltende und akute Bedrohung, welche Atomwaffen für ihre Sicherheit darstellen. Sie fordern, dass Abrüstungsverhandlungen bei der nuklearen Abrüstung endlich Fortschritte machen. Die moderne Aufklärungstechnik mache es heute leichter als früher, eine Abrüstung gegenseitig zu kontrollieren.
Deutschland und die Schweiz sind diesem Vertrag nicht beigetreten. In der Schweiz ist eine Volksinitiative zustandegekommen, die den Beitritt verlangt. Der Bundesrat lehnt die Initiative ab, hat jedoch noch kein Datum für die Volksabstimmung bekanntgegeben.

Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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