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Schon vor Jahren wurde darüber berichtet, warum es so schwierig ist, einen Krieg in Afghanistan zu gewinnen. © History

Die Illusion von der einzigen Weltmacht USA ist geplatzt

Helmut Scheben /  Der Polit-Talk im Westen über Afghanistan vermeidet die entscheidende Frage: Wer war schuld an diesem Krieg?

Die Szenen auf dem Flughafen von Kabul sind symbolisch. Sie symbolisieren das Zerplatzen einer Illusion: der Illusion, die USA könnten die Welt militärisch nach Gutdünken gestalten.

Die Neokonservativen hatten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Doktrin verbreitet, die einzige verbleibende imperiale Supermacht könne und müsse auf der Welt zum Rechten schauen, ohne auf Völkerrecht, geltende Verträge oder interne Opposition Rücksicht nehmen zu müssen. Das hat sich als Boomerang erwiesen. Was in Kabul in diesen Tagen abläuft, ist die unerwartete Rückkehr des Boomerangs. Er schlägt hart auf. Es sind Bilder vom Ende einer imperialen Machtausübung. 

Das ist für viele schwer zu schlucken, sowohl für die politische Klasse in Washington wie für ihre Verbündeten. Nato-Generalsekretär Stoltenberg spricht von «Tragödie», die deutsche Kanzlerin von einer «bitteren Erkenntnis». Sie verkleidet die Katastrophe in Afghanistan mit der sprachlichen Schutzhülle, dass «nicht alles so geglückt ist und nicht so geschafft worden ist, wie wir es uns vorgenommen haben». Bezeichnend ist, dass sie nicht die Frage stellt, ob man sich das Falsche vorgenommen hatte und ob dieser Krieg überhaupt notwendig und zu rechtfertigen war. 

In diesen Tagen ist offenbar wenig Zeit für solche nüchternen Überlegungen. Das TV-News-Business ist in Ekstase. Für die Kurzfutter-Industrie gibt es nichts Besseres als Situationen, in denen die Bilder mehr sagen als alle Worte: Panik und Verzweiflung in Kabul, Flüchtende, die sich an Transportflugzeuge klammern. Politiker von links bis rechts prangern im Brustton der Empörung schlimme Fehler an. 

Da aber das unausweichliche Scheitern und die Notwendigkeit des Rückzugs eigentlich von niemandem in Frage gestellt werden kann, verbiegt man sich beinah akrobatisch, um mit falschen Fragen vom Kern der Sache abzulenken: War der Abzug verfrüht? Hätte man alles besser organisieren sollen? Hat Präsident Biden versagt? Kann man den Taliban trauen, wenn sie sich gemässigt geben? Wird Afghanistan jetzt erneut eine terroristische Bedrohung? Und so weiter. 

Afghanistan war nie eine terroristische Bedrohung für den Westen, und die Taliban waren nicht die Urheber der 9/11-Anschläge 2001 in Manhattan. Aber darüber, dass die USA und die Nato diesen Krieg nie hinreichend rechtfertigen konnten, will offenbar niemand reden. Einen Krieg verlieren ist schlimm genug. Einen sinnlosen Krieg verlieren, ist noch schlimmer.  Einen ungerechtfertigten Angriffskrieg zu beginnen, ist ein Verbrechen. Da wären eine Menge unangenehmer Fragen zu klären, und Zehntausende einbeinige, einäugige oder sonst verkrüppelte afghanische Kinder, Frauen und Männer warten auf die Antworten. Aber man diskutiert bei uns lieber über das Problem, ob in Kabul künftig Hidschab getragen werden soll, wie es in vielen Ländern muslimischer Kultur üblich ist.

Wenn eine militärische Supermacht mit all ihren Kampfjets und Drohnen, mit all ihren Hightech-Waffensystemen und ihrer scheinbar unbegrenzten Möglichkeit, Dollar für den Krieg mit Mausklick zu erzeugen, von ein paar tausend bärtigen Kalaschnikow-Paschtunen in die Flucht geschlagen wird, dann darf das in der Weltanschauung der westlichen Aufrüstungs-Experten einfach nicht wahr sein. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, dreht sich der politische Talk derzeit auf allen Sendern des Westens um viele Themen, nur nicht um die entscheidenden Fragen: Wer ist schuld an diesem Krieg, und war der Angriff auf Afghanistan gerechtfertigt? 

Diese Fragen fürchten die Verantwortlichen wie der Teufel das Weihwasser. Denn die Antwort auf diese Fragen wäre auch grossenteils die Erklärung für das, was sich in Afghanistan in diesen Tagen abspielt. Wenn es keinen Grund für diesen Krieg gab, dann waren die Nato-Truppen keine Nation-Building-Demokraten und keine Befreier des afghanischen Volkes, sondern eine fremde Besatzungsmacht, die in Afghanistan nichts verloren hatte. Und wenn dies so ist, dann musste man kein Hellseher sein, um bei Kriegsbeginn vorherzusehen, wie alles enden würde. Der Westen stützte sich auf eine Marionetten-Republik in Kabul und verbreitete die Erzählung, diese repräsentiere das afghanische Volk. Kaum einer wollte es sehen, deshalb trifft die spät erzwungene Erkenntnis wie ein Schlag an den Kopf: Wenn die Taliban keine breite Unterstützung von der afghanischen Bevölkerung hätten – aus welchen Gründen auch immer –, hätten sie nicht in wenigen Tagen das gesamte Land einnehmen können, fast ohne dass ein Schuss fiel. 

Die geheime Oel-Diplomatie der Taliban

Barnett Rubin fand, die Taliban seien eigentlich keine Islamisten: «Die Taliban haben keine Verbindungen zu den internationalen Radikal-Islamisten. Genaugenommen hassen sie die Islamisten.» Das sagte der Afghanistan-Experte des «Council on Foreign Affairs», der einflussreichsten aussenpolitischen Denkfabrik der USA, im Oktober 1996, wenige Wochen nachdem die Taliban Kabul eingenommen hatten (Time, London, 14.Oktober 1996). Auch Zalmay Khalilzad von der «Rand Corporation» befand, die USA sollten den Taliban mehr Vertrauen schenken: «Die Taliban praktizieren nicht diesen gegen die USA gerichteten Fundamentalismus wie der Iran. Die Taliban sind näher beim saudischen Modell. Sie vertreten einen Mix aus traditionellem paschtunischem Wertesystem und orthodoxer Interpretation des Islam» (Washington Post 7.Oktober 1996).

Khalilzad war nicht nur Präsidentenberater, sondern auch Berater des kalifornischen Oelkonzerns Unocal, damals eines der weltweit grössten Energieunternehmen, heute Tochtergesellschaft von Chevron. Ein Konsortium von Oelfirmen, darunter die saudische Delta Oil, plante damals den Bau von Pipelines durch Afghanistan, um das Schwarze Gold von den Ölfeldern Turkmenistans, Kasachstans und Kirgistans an die pakistanische Küste zu leiten:  «two mammoth pipelines», wie Unocal-Chef Marty Miller der Washington Post sagte. Aber dazu bedurfte es laut Miller einer stabilen und international anerkannten Regierung in Kabul. Man zählte auf die Taliban, mit denen man schon allein deshalb gern ins Geschäft kommen wollte, weil sie als radikale Sunniten den Einfluss des schiitischen Todfeindes Iran als auch den russischen Einfluss in der Region eindämmen könnten.

Doch es kommt nie zu einem Deal. Die Taliban glauben, sie hätten die besseren Karten und nehmen keine Rücksichten auf westliche Sensibilitäten. Sie setzen ein Scharia-Regime durch, das im Westen auf Ablehnung stösst. Unocal gerät ins Kreuzfeuer von Menschenrechtsgruppen, und als bekannt wird, dass der von Washington steckbrieflich gesuchte Osama Bin Laden sich zeitweise in Afghanistan aufhält, wird das Pipeline Projekt vorerst auf Eis gelegt.

Der in den USA ausgebildete Terrorismus- und Islamexperte Jean-Charles Brisard und der Journalist Guillaume Dasquié beschreiben in ihrem Buch «Forbidden Truth» die geheime Erdöl-Diplomatie zwischen den Taliban und Washington Ende der 90-er Jahre. Es ist kaum erstaunlich, wenn man dort erfährt, dass Big Business in der Regel Vorrang hatte vor der Sorge um Menschenrechte. Die Regierung Clinton verhängt zwar einerseits Sanktionen gegen Kabul, nimmt aber um die Jahrtausendwende die Verhandlungen mit den Taliban wieder auf. Offenbar in der Hoffnung, man könne die Taliban zu Reformen zwingen und so das grosse Öl-Projekt retten, welches letztlich darauf abzielte, den Russen Teile von den zentralasiatischen Ölvorkommen wegzunehmen und in der Region besser Fuss zu fassen.

Präsident George W. Bush verfährt nicht anders. Er selbst und die wichtigsten Figuren in seinem Kabinett kommen aus dem Ölgeschäft, und die Energiefirmen haben seinen Wahlkampf finanziert. Während die UNO das Regime in Kabul mit Sanktionen belegt und Frauenrechtlerinnen die Taliban anprangern, verhandelt die Bush-Regierung unverdrossen mit den radikalen Koran-Schülern um den Öl-Deal, eine Anerkennung der afghanischen Opposition und die Auslieferung von Bin Laden. Das letzte Verhandlungstreffen findet im Juli 2001 in Berlin statt (ein offizieller Vertreter der Taliban boykottiert die Zusammenkunft wegen der Sanktionen gegen seine Regierung). 

Nach Aussagen des pakistanischen Delegierten und Uno-Diplomaten Niaz Ahmed Naik drohten die Amerikaner den Taliban mit einem militärischen Angriff, falls sie keine Zugeständnisse machten. Naik gab an, die Vorbereitungen für einen Angriff von Tadschikistan und Usbekistan aus seien zu diesem Zeitpunkt bereits im Gange gewesen (Forbidden Truth, S. 42 ff). Das Treffen scheitert ergebnislos. Zwei Monate später findet der Anschlag 9/11 in Manhattan statt. Im Oktober befiehlt Präsident Bush den Angriff auf Afghanistan. 

Der Hauptverdächtige wird beseitigt

Würde ein internationales Gericht den Nato-Krieg in Afghanistan untersuchen, so müsste den Ermittlern der Anklage wohl als erstes die merkwürdige Tatsache auffallen, dass Osama Bin Laden, der nach Angaben der USA Hauptverantwortlicher und Mastermind hinter den Terroranschlägen von 9/11 gewesen sein soll, aussergerichtlich hingerichtet wurde, ohne dass er sich zu den Anschuldigungen vor einer wie auch immer gearteten Instanz äussern konnte. Präsident Barak Obama liess den Mann im Mai 2011 von einer Kommando-Einheit der Navy Seals töten und seine Leiche an einem geheim gehaltenen Ort ins Arabische Meer werfen. Damit war der Hauptverdächtige, der die Verantwortung für 20 Jahre Nato-Krieg in Afghanistan tragen sollte, zum Schweigen gebracht. Fürchtete man seine Aussagen? Osama Bin Laden war ein Ideologe, der die muslimische Welt zum Krieg gegen die USA aufrief, er hatte aber nach 9/11 wiederholt erklärt, dass er operativ mit dem Terroranschlag nichts zu tun hatte. 

In seiner Rede vor dem Kongress am 20. September 2001 sagte Präsident George W. Bush, die Amerikaner fragten nun: «Wer hat unser Land angegriffen?» Die Antwort, so Bush, heisse al-Qaida und «ihr Anführer, eine Person namens Osama Bin Laden». Dies sei ersichtlich aus den «gesammelten Beweisen.» 

Es ist bis heute nicht nachvollziehbar, wie die Regierung in Washington unmittelbar nach 9/11 behaupten konnte, sie hätte Klarheit darüber, wer die Täter und ihre Auftraggeber waren. Die Kongresskommission zu 9/11 brauchte drei Jahre, um ihre Untersuchung abzuschliessen, einige ihrer Ergebnisse werden bis heute von vielen Experten in Frage gestellt. Und die Familienangehörigen der Opfer verlangen seit Jahren ergebnislos, dass die Regierung die geheimen Unterlagen freigibt, die offenbar Saudiarabien schwer belasten.  

Die Taliban ihrerseits waren bereit, Osama Bin Laden vor Gericht zu stellen oder ihn auszuliefern, wenn die USA ihnen die Schuldbeweise vorlegten, die sie zu besitzen vorgaben. 

All dies legt nahe, dass der Angriff auf Afghanistan eine willkürliche Entscheidung war, die unter dem Schock der Ereignisse stattfand und jedenfalls nicht auf den Gründen beruhte, die offiziell angegeben wurden. Wichtige Indizien für diese These liefert merkwürdigerweise George W. Bush selbst. 

2019 legt er unter dem Titel «Decision Points» seine Memoiren vor. Erstaunlich ist die Passage, wo Bush schildert, wie am 15. September das National Security Team in Camp David zur ersten Lagebesprechung zusammenkommt. Dort werden von CIA und Pentagon die verschiedenen Szenarien des Angriffs auf Afghanistan erörtert. Am vierten Tag nach 9/11 war dieser offensichtlich schon beschlossene Sache, obwohl noch drei Wochen lang nach aussen hin publiziert wurde, Krieg oder Frieden hänge von den Taliban ab, denen man ein Ultimatum gestellt habe.  

Aufschlussreich und entlarvend ist, dass auch noch andere Angriffsziele diskutiert wurden. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und sein Vize Paul Wolfowitz schlugen vor, neben Afghanistan auch den Irak anzugreifen. Rumsfeld laut Bush wörtlich: «Dealing with Iraq would show a major commitment to antiterrorism.» 

Aussenminister Colin Powell habe dagegen argumentiert, sofort auf den Irak loszugehen sei mit dem Risiko verbunden, dass die Uno und die Nato nicht mitmachten. Auch Vizeprädent Dick Cheney sah den Irak als eine Gefahr, um die man sich kümmern müsse («to adress it»), aber es sei nicht der rechte Moment (Decision Points S.190, 191).

Daraus ist zweierlei abzuleiten. Zum einen stand der Angriff auf den Irak bereits damals auf der Agenda, obwohl keinerlei Beweise vorlagen, die den Irak mit 9/11 in Verbindung brachten. Andererseits ist aus Präsident Bushs Memoiren aber auch abzuleiten, dass es in Wirklichkeit nie darum ging, die tatsächlichen 9/11-Verantwortlichen zu finden und vor Gericht zu stellen. Dies wäre vielleicht mit internationaler Polizeiarbeit zu erreichen gewesen, nicht aber durch Angriffskriege auf muslimische Länder. Man beschloss offenbar, einfach militärisch loszuschlagen. Gegen Afghanistan oder Irak oder noch andere Länder: Das machte offensichtlich keinen Unterschied. In psychologischer Sichtweise müsste man von einer Ersatzhandlung reden, politisch aber war keine Irrationalität im Spiel. 9/11 war der Startschuss für die Umsetzung von Strategie-Papieren, die offensichtlich seit langem in den Schubladen des Pentagons lagen. 

9/11  als Vorwand für geostrategische Ziele 

Der ehemalige Nato-Kommandant General Wesley Clark berichtete, der damalige Staatssekretär Paul Wolfowitz habe ihm nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 gesagt, die USA könnten nun ihre militärische Macht im Nahen Osten nutzen, ohne dass die Sowjets sie aufhalten würden. Es gäbe ein Zeitfenster von zehn Jahren, um russische Klientel-Systeme im Nahen Osten zu kippen. Gemeint waren «Schurken-Staaten» wie Iran und Syrien, aber auch das nordafrikanische Libyen Gaddafis.

Die Aussenpolitik des Westens ist nach 9/11 zu einer neuen Kanonenbootpolitik mutiert, an der bislang festgehalten wurde, obwohl sie unaufhörlich scheitert. Man nennt das «Krieg gegen den Terror», und der geht so: Erst wird mit dem Ziel «Regime Change» ein Land bombardiert, dabei entsteht ein militärisches und soziales Chaos, aus welchem man sich am Ende in Ermangelung von einem Plan-B unter Bedauern zurückzieht. Frei nach Clausewitz: Kopfloser Rückzug ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Beispiel Afghanistan, Beispiel Irak, Beispiel Libyen, Beispiel Syrien. Auch Somalia und Jemen gehören in diesen Kontext, und in der Sahara-Region verläuft die Entwicklung ähnlich.

1821 warnte Präsident John Quincy Adams vor der Einmischung in die Angelegenheiten anderer Länder. Die USA sollten sich davor hüten, in der Welt herumzugehen «in search of monsters to destroy». Denn dabei könnten sie leicht «zum Diktator der Welt werden».  

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Als Kriegsgrund nannte die Nato im Jahr 2001 neben dem Töten von Terroristen, der Befreiung der Frauen, dem Eliminieren von Korruption auch die Bekämpfung des Opiumhandels. Das ist das erreichte Resultat:

Opiumanbau in Afghanistan
Anbau von Mohn zur Produktion von Opium in Afghanistan. Im 2001 wurde als eines der Kriegsziele erklärt, den Opiumhandel auszuschalten.

Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Weiterführende Informationen

Zum Infosperber-Dossier:

afghanistan

Der Nato-Krieg in Afghanistan

Seit 2001 führt die Nato unter Führung der USA in Afghanistan einen «Krieg gegen den Terror».

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29 Meinungen

  • am 18.08.2021 um 11:43 Uhr
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    ‹Wer war schuld an diesem Krieg?›
    Schuld gibt es nur in Kindergeschichten. Wenn überhaupt liegt die Schuld im Glauben, der Westen wäre im Besitz universeller Werte und sei berechtigt, diese anderen Völkern und Staaten aufzuzwingen. So tönen auch heute wieder die Kommentare in den Medien. Mühsam errungene Frauenrechte gingen nun in Afghanistan wieder verloren.
    Richtig ist, Afghanistan hat und braucht keine Frauenrechte, braucht überhaupt keine individualisierten Menschenrechte. Die und Demokratie sind reine westliche Werte, ohne jede Bedeutung im Rest der Welt.
    Islamische Völker sind mit der Scharia bestens bedient, auch mit der als Basis lässt sich ein Rechtsstaat aufbauen, aber eben ohne Demokratie und ohne individualisierte Menschenrechte.

    6
  • am 18.08.2021 um 12:27 Uhr
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    Ich frage mich, woran es wohl liegen mag, dass die oekonomische grundlage des heutigen lebens in den usa (und andrrswo) nicht ins blickfeld geraet, wenn die wichigsten politischen entscheidungen diskutiert werden, die unsere welt ueber jahrzehnte politisch bestimmen?

    Nur weil eine kaste von kleptokraten und lakaien der grossen ruestungsfirmen in der oeffentlichkeit nicht sagen, wir brauchen krieg, damit die kontostaende unserer klientel im rechten ausmass steigen, ist doch der umstand, dass gewisse leute sich an der misere eine goldene nase verdienen keine nicht erreichbare erkenntnis.

    Es greift viel zu kurz, diese oder jene variante politischer entscheidungen zu kritisieren. Solange krieg profitabler ist als die meisten anderen geschaeftsfelder, wird es krieg geben, wird es vorgebliche oder wirkliche kriegsgruende in der oeffentlichen diskussion geben, so lange werden auch phnaenomenale e rfolge und misserfolge zu besprechen sein. Sie werden seiten fuellen und gespraeche dominieren und vor allem davon ablenken, dass krieg ein geschaeft ist, an dessen folgen jeder mitschuldig ist, der sich dem krieg nicht grundsaetzlich und absolut widersetzt.

    1
    • am 19.08.2021 um 11:17 Uhr
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      «Solange krieg profitabler ist als die meisten anderen Gschaeftsfelder»
      Der Krieg in Afghanistan hat die USA 3200 Milliarden Dollar gekostet und nichts gebracht, zumindest nicht mehr nachdem man Bin Laden 2011 geschnappt hatte. Andere werden sich jetzt ohne Krieg die Rohstoffe Afghanistans unter den Nagel reißen(China, Russland, Pakistan, Türkei) und die Taliban finanzieren. Ihre Aussage bezüglich profitablen Krieg bezieht sich nur auf wenige Personen in der Rüstungsindustrie und nicht auf die die die Zeche bezahlen müssen: wir alle.

      1
    • am 19.08.2021 um 22:28 Uhr
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      Sie haben Recht: Und genau für die gigantischen Gewinne dieser wenigen Personen werden solche Kriege noch geführt. Wollen wir mal raten, was das darüber aussagt, wer in «unseren» «Demokratien» tasächlich das Sagen hat? Wir leben in Oligarchien oder Plutokratien – genauer: In einer Diktatur des Kapitals, die sich ein demokratisches Mäntelchen umgehängt hat, das sie sofort ablegt, wenn es mit ihren Interessen in Konflikt gerät oder jemand seine Verbrechen – immer wohl gemerkt im Dienste einiger weniger! – öffentlich macht: Dann landet man schnell in Einzelhaft in London Belmarsh …

      0
    • am 21.08.2021 um 20:51 Uhr
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      Ich gehe sogar weitergehen:
      Was heute als neoliberal bezeichnet wird ist eine «nette» Formulierung für die Diktatur des Kapitals. Vielen ist nicht bewusst, was Marx damit gemeint hat. Die Diktatur des Kapitals bedeutet nichts anderes, als dass einige Wenige ihr Vermögen auf Kosten von vielen vergrössern. Die wenigen die Profitieren haben es verstanden Demokratien zu korrumpieren.
      Nicht zuletzt: Die 300 Milliarden wurden nicht nur ausgegeben sondern auch verdient; auf Kosten von Menschenleben.

      0
  • am 18.08.2021 um 12:28 Uhr
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    Der letzte Krieg der USA, der intelligent UND erfogreich geführt wurde, war der gegen Hitler-Deutschland. Daran anschliessend scheinen unserer «Führungs-Macht» die Fäuste stetig anzuschwellen und «das Denk» in gleichem Mass zu schwinden. –
    Indem «Cleverness» das weitsichtig-intelligente Handeln total verdrängte.

    Man fühlt sich «im Westen» anscheinend so clever und stark wie Popeye —
    benimmt sich aber -seit Jahrzehnten- wie ein hirnloser, feuerspeiender Drache.

    Auch unsere «Grünen» meinten: «Deutschlands Zukunft wird am Hindukusch verteidigt» —
    und sind immer noch «voll dabei», was diese Partei für mich un-wählbar macht.

    Fakten sind:
    China ist stark, wird stetig stärker —
    und handelt politisch SEHR weitsichtig und intelligent – – –
    im Gegensatz zu «uns».

    Andererseits haben wir, «die Guten» so viel Schuld auf uns geladen,
    und sind derart abwärts am Rutschen,
    dass wir möglicherweise bald bei China um Gnade betteln müssen. —

    Gnade diesbezüglich, dass China
    all die seither von uns «Guten» grausam miss-handelten Völker
    davor zurückhält, sich an uns zu rächen !

    Dass das «WORLD TRADE CENTER» als Erstes dran glauben musste
    halte ich für ein sehr deutliches Signal,
    dem «man» abscheinend keine Beachtung schenkt ?!

    wolfge, scheinbar.org

    6
  • am 18.08.2021 um 12:45 Uhr
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    Danke, Herr Scheben und InfoSperber, für diese exzellente Zusammenfassung der wahren Gründe für den Krieg in Afghanistan, Irak, Syrien, etc. etc. Sie ist ein Paradebeispiel für den Geist, der gegenwärtig global vorherrscht: Das Primat der Konkurrenz. Seit zwei Tausend Jahren wissen wir, dass dieses Prinzip nur Zerstörung verursachen kann. Wie Ghandi es so gut formulierte: «Ein Auge um Auge macht die ganze Welt blind». Diesen animalischen Instinkt können wir nur durch Zusammenarbeit zu beherrschen lernen. Das fängt bei jedem von uns persönlich an, und wenn eine ausreichende Zahl von uns das begriffen hat, dann wird die kritische Masse endlich das erreichen, was immer notwendiger wird: Die Möglichkeit, Politiker und Politikerinnen nicht nur wählen, sondern auch bei einem zu grossen oder korrupten Ego abwählen zu können.

    0
  • am 18.08.2021 um 13:08 Uhr
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    Danke Herr Scheben! Starker Tabak! Nun warten wir gespannt, wer dazu eine bessere Wahrheit zu erzählen weiss, am besten die Präsident Biden, Obama und Bush. Vielleicht ergänzen Sie den Bericht durch eine Gegenüberstellung der Rüstungsausgaben der letzten 10 Jahre von China, Russland, USA Europa.

    1
  • am 18.08.2021 um 13:23 Uhr
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    Der Einstieg der USA in den Afghanistan-Krieg war damals unsinnig. Aber die Situation hat sich inzwischen entwickelt. Ob jedoch die heutige US-Regierung auf die richtige Art ausgestiegen ist, müsste mit einer Analyse der heutigen Situation diskutiert werden.

    4
  • am 18.08.2021 um 13:35 Uhr
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    Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass die US-Regierung Bush den Taliban im April 2001 bei den Verhandlungen über die Pipeline noch anbot, ihnen einen «goldenen Teppich» auzurollen oder sie mit einem Bombenteppich zuzudecken. Dieses «Angebot» lehnten die Taliban ab.
    9/11 war also nur das von US-Seite «erwünschte» Ereignis: vgl. das Paper des «Project for a New American Century», in dem Wolfowitz, Pearl, Cheney u.a. Mitglieder der späteren Bushregierung schon in den 1990ern geschrieben hatten, dass die «notwendigen» Rüstungsausgaben zur Sicherung der US-Vorherrschaft im 21. Jahrhundert nur durch ein Ereignis wie ein «neues Pearl Harbor» zu rechtfertigen wären. Auch die Liste der 7 zu stürzenden Staaten (Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen, …) wird seither «abgearbeitet». Jaja, das sind alles «Verschwörungstheorien» – bekannt Theorien, deren Abstand zur Realität im Durchschnitt 6 Monate beträgt 😉
    Achja: zum Opium-Anbau: Ein US-Vertreter schätzte die Gewinne der Taliban aus dem 6-8 Mrd. $ schweren Opium-Anbau auf 400 Mio.; ein UN-Vertreter nur auf 40 (pro Jahr). Alfred McCoy («Die CIA und das Heroin») hätte bestimmt eine Erklärung dafür, wo die restlichen 90-99% geblieben sind… (Hinweis: Nicht in den Taschen der afghanischen Bauern…) Schade nur, dass es den USA trotz angeblich allein in Afghanistan aufgewandter 8 Mrd. in der Drogenbekämpfung einfach nicht gelingen wollte, diesen Handel zu unterbinden. Auch das schafften die Taliban mit weniger Aufwand – wie auch den Sieg…

    0
  • am 18.08.2021 um 18:50 Uhr
    Permalink

    Wie lange lassen sich die meisten Menschen auf der ganzen Welt noch für blöd verkaufen und weiterhin mit Lügen und Fake-News abspeisen?

    1
    • am 19.08.2021 um 05:31 Uhr
      Permalink

      Die Antwort, Herr Goldinger ist einfachst:

      So lange es keinerlei «Rechts-Handhabe» und «Rechts-Wege» gibt, die Lügner angemessen in Haftung nehmen zu können, wird es mit der welt-weiten Lügnerei so weitergehen wie schon zu Methusalems Zeiten.

      Schon ewig heisst es ja:

      » Das erste, was in einem Krieg stirbt, ist die Wahrheit! » —

      Und ich fürchte, DA-ran können weder wir
      noch unsere Ur-Ur-Ur-Enkel etwas ändern ?!

      Leider.

      wolfge, scheinbar.org

      0
  • am 18.08.2021 um 22:31 Uhr
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    Bin Ladin hat 2001 in mehreren Interviews mit US-TV-Sendern erklärt, dass er mit 9/11 nichts zu tun hatte. Die Aktion von 2011 war übrigens reine PR, Bin Ladin war schon 2001 Dialyse-Patient (Merfan-Syndrom) und ist kurz darauf gestorben. Deshalb mussten die Amis die Bin-Ladin-Videos mit Schauspielern produzieren. Und wer 9/11 veranstaltet hat, ist ja auch schon länger offensichtlich. Dieselben wie die USS Liberty von 1967.

    3
  • am 18.08.2021 um 23:18 Uhr
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    Der Afghanistan – und der Irakkrieg haben der USA sehr geschadet.
    Sie steht heute weit schlechter da, als vorher. Innenpolitisch und Aussenpolitisch.
    9/11 war eine Falle für die USA und sie ist voll reingefallen.

    2
    • am 20.08.2021 um 16:25 Uhr
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      Hochmut kommt vor dem Fall

      1
  • am 19.08.2021 um 04:21 Uhr
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    Ich habe mein Leben lang auf jede Form von Gewalt, welche jenseits von Notwehr lag, verzichtet. Mein an Existenzangst zerbrochener gewalttätiger Vater, und meine kranke Mutter welche ständig Schmerzen hatte, und dazu der Alkohol, haben mir schon früh gezeigt, was Gewalt hervorbringt. Auch im katholischen Kinderheim gab es nette und gewalttätige Nonnen, welche sich an der Nacktheit von 4 Jährigen ergötzten, und diese nötigten mit Handseife und einem rauhen Waschlappen ihre Geschlechtsteile unter ihren kontrollierenden Blicken zu waschen. Für meinen Bruder war das zuviel, da begann seine Schizophrenie. Diese Welt ist ein Schlachthaus, schon seit 30’000 Jahren. Die Mehrheit, insbesondere die Mächtigen, haben es noch nicht begriffen, was in ihnen wohnt und sie regiert. Erst wenn die ganze Welt endlich beginnt ein Bewusstsein darüber zu entwickeln, dass jede Gewalt jenseits von Notwehr, das grösste Uebel ist auf dieser Welt, erst dann wird sich etwas ändern. So wie Alkoholiker alles zerstören müssen, bis sie ganz am Boden sind, mit bleibenden Schäden, erst dann werden die Gewalttäter, welche wie Alkoholiker sind, zur Einsicht kommen. Wir sichern den Frieden, sagten sie. Das war gelogen, es ging leider mehrheitlich um Wohlstand für die Usa. 70 ‹000 nukleare Sprengköpfe allein in den Usa. Die Spiritualität haben sie abgeschafft, die frohe Botschaft ist jetzt ein gewalttätiger Knebelvertrag welcher Schweizer ausbeutet und Propaganda gegen die bessere Konkurrenz aus China.

    0
  • am 19.08.2021 um 07:44 Uhr
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    Wie man aus den Kommentaren heraushört, gibt es immer mehr Menschen, welche selbstständig denken.Die US-Rüstungsindustrie kann auf goldene Zeiten zurückblicken, und die Zukunft sieht für sie leider auch rosig aus; Joe Biden hat ja mit keinem Wort erwähnt, dass er plane die von GWB eingeführte, von Obama – dem «Friedensnobelpreisträger»!!!!!!! – gewaltig ausgeweiteten Terrorangriffe auf das afghanische Volk einzustellen: Es ist die perfekteste, wirksamste, hinterhältig-ste und immer brutaler wirkende Perfektion des Tötens: die feigen, aus einem Büro in de USA gelenkten Drohnenangriffe – unterstützt von Deutschland! In Vietnam erlitten die US-Truppen noch sehr grosse Verluste; bei dieser von den westlichen Medien totgeschwiegenen oder verharmlosten, «todsicher» wirkenden Tötungsart – gesteuert aus den USA via Deutschland – büssen die US-Truppen keinen einzigen Mann ein, während die afghanischen Zivilisten bis in den hintersten Winkel des Landes hinein täglich um ihr Leben zittern müssen. Bis heute glaubt die Mehrheit der Amerikaner das Märchen von den islamistischen Terroristenangriffen von 9 -11; die US-Bürger sind langsam am Verblöden; M. Obamas Anhimmeln des «grossen US-Präsidenten GWB» verrät viel über ihren jetzigen Geisteszustand.
    Und nun kommt doch der künftige FDP-Präsident und verkündet, die Schweiz müsse mehr für die Verteidigung ausgeben!!! Ja hat dieser Mann denn immer noch nicht gecheckt, dass der von ihm verteidigte NATO-Rüstungswahnsinn vorbei sein sollte!

    1
  • am 19.08.2021 um 08:23 Uhr
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    Oje, ein bisschen lang geraten! Dafür wenig Neues: Die USA mit ihrem zerrütteten moralischen Fundament sind an allem schuld und haben, nebst zahlreichen anderen Missetaten, 2001 einen ungerechtfertigten Krieg vom Zaun gebrochen. Mauschel, raun, mauschel. Alle, die das wissen wollen, wissen es zwar schon längst, freuen sich aber, wenn ein weiterer brillanter Artikel ihre Überzeugungen nochmals bestätigt. Die afghanische Bevölkerung spielt in dieser Betrachtung eine absolute Statistenrolle: willenslose, handlungs- und entscheidungsunfähige Schachfiguren. Der Autor hat schon recht: Die Illusion der einzigen Weltmacht USA ist geplatzt. Ob man ich darüber nun freuen soll, ist allerdings eine andere Frage.

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  • am 19.08.2021 um 10:23 Uhr
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    Westliche Werte
    Haben wir in Afghanistan irgendetwas aufgebaut?
    «Ich bedaure, dass zur Geschichte der DDR immer nur jene befragt werden, die ihr Leben in der DDR kritischer sehen als andere. Wenn ich nur Leute aus der alten Bundesrepublik befragte, die vom KPD-Verbot oder von den Berufsverboten betroffen waren, wäre das Bild auch nicht positiv.»
    Dieses Zitat Egon Krenz im Spiegel 28/2019 deutet auf ein sehr tiefes Problem hin, und kann praktisch auf jedes Land ausgeweitet werden, in das der Westen in den letzten Jahrzehnten einmarschiert ist.
    Wenn man in Osteuropa nur die politisch nicht interessierten fragte, dann ergäbe sich ein völlig anderes Bild auch in Libyen und Syrien fühlte sich wahrscheinlich nur ein geringer Teil unwohl. Natürlich war es für politisch interessierte nicht angenehm. Aber der Mehrheit ging es gut und jetzt? Der Westen hat Demokratie und Freiheit gebracht, aber gleichzeitig überfluten auch die „westlichen Werte“ diese Länder und die ehemalige DDR ist von Westdeutschland nicht mehr zu unterscheiden, ausser, dass es den meisten schlechter geht als vorher. In allen Ländern, welche der Westen überfallen hat, ist das Gleiche zu beobachten, die Werte zerfallen, dem Volk geht es schlechter als vorher. Die Demokratie wird von einer kleinen korrupten Oberschicht wahrgenommen und die Macht liegt bei den westlichen Konzernen mit ihrem Einheitsmist.
    Fazit: Wir fragen die Falschen und bilden uns deshalb ein falsches Bild

    1
  • am 19.08.2021 um 17:30 Uhr
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    Der Polit-Talk im Westen über Afghanistan vermeidet die entscheidende Frage: Wer war schuld an diesem Krieg? – Aufschlussreich wäre die Antwort auf die Frage: Wer hat an diesem Feldzug verdient? Die Milliarden sind nicht verloren, sie haben nur den Besitzer gewechselt. Das erklärt womöglich auch die Ignoranz und Unbelehrbarkeit der Projektleiter. – Der letzte Satz im Bericht ist erhellend: «Die USA sollten sich davor hüten, in der Welt herumzugehen «in search of monsters to destroy». Denn dabei könnten sie leicht «zum Diktator der Welt werden». – Wer will denn nicht «Diktator der Welt» sein? Der Posten ist seit Nebukadnezar und den Pharaonen heiss begehrt.

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  • am 20.08.2021 um 10:41 Uhr
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    Patriarchal-religiöse Motive in Einheit mit Gewaltdrohungen und Gewalt scheinen wieder mal das probate Mittel zur Durchsetzung von Machtansprüchen zu sein.
    – Bleibt zu hoffen, dass den rückwärtsgewandten Umstürzlern das Volk davonläuft.

    Nur mit Interpretationen der geostrategischen und machtstrategischen Interessen lässt sich der Regierungs-Umsturz in Afghanistan nicht erfassen.
    Ein gewaltbasierter Etablierungsversuch mag einen kurzfristigen „Sieg“ vorgaukeln, ist aber keine Zukunftsperspektive für politisch-verantwortungsbewusstes Handeln.

    Ob hier ein Scheitern des Westens konstatiert werden soll, mag ich nicht bestätigen. Der Rückzug der Amerikaner war primär der Kriegsmüdigkeit des amerikan. Volkes geschuldet und des Überdrusses der Regierenden, den Weltpolizisten zu „spielen“/“spielen zu müssen“.
    Hinzu kommt, dass die Welt mit desaströsen Klimakatastrophen zu kämpfen hat, die eine Vor-Ort-Präsenz erfordern.
    Klimaschutz, Umweltschutz, Menschenrecht, Naturschutz und Ressourcenschonung rücken immer mehr in den Fokus einer global-politischen Agenda und das lässt sich nicht mit einem „Sieg“, um jeden Preis, vereinbaren.
    Ja, der „run“ auf die Ressourcen Afghanistans wird jetzt, allen voran, von China mit seinem Anspruch auf Weltherrschaft übernommen. Eine Weltherrschaft die auf Sozialismus, Fortschrittsglauben und Technologieglauben beruht.
    Klimaschutz, Umweltschutz, Menschenrecht, Naturschutz und Ressourcen bleiben gefährdet u. Klimakatastrophen sind uns gewiss.

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    • am 24.08.2021 um 22:53 Uhr
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      Das heilige Land zieht sich zurück, weil es sich auf Umweltprobleme und Menschenrechte im eigenen Land zum Wohle anderer konzentrieren will? Man staune …

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  • am 23.08.2021 um 13:12 Uhr
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    «Die Illusion von der einzigen Weltmacht USA ist geplatzt» – und das merkst du erst jetzt, Helmut?

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  • am 24.08.2021 um 08:15 Uhr
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    Es ist erstaunlich, es werden so viele Argumente diskutiert. Bei einigen stellt man fest, das die Ansichten mit einer heissen Feder geschrieben wurden. Recht haben möchten die meisten. Das Richtige verbal manifestieren die Wenigsten. In vielen Kommentaren spiegeln sich die Meinungen der Mainstreammedien. Warum kommen so wenige auf den Punkt, das es einfach so ist, das die Gewalt welche sich jenseits von angemessener Notwehr befindet, das Hauptübel sein könnte. Alles was man mit Gewalt erreicht, kann man nur mit Gewalt behalten. Das man auch machtvoll handeln kann, um Werte und Umstände in einer Nation zu verbessern, ohne Gewalt an zu wenden, und das alle anderen Strategien auf Dauer versagen werden, zeigt doch die ganze Weltgeschichte auf. Traurig ist, dass die Schweizer Regierenden dieser Jahrzehntelangen imperialen Gewaltstrategie nie eine vernünftige Kritik gegenüber gestellt haben. Sie haben immer schön Pfötchen gegeben, wenn die Usa es befohlen hatte. Hinterher haben wir dann die Prothesen geliefert für die Kinder welche keine Beine mehr haben, weil sie auf eine Tretmine gestanden waren. Was machen unsere Regenten aus dem Ruf unserer Nation? Es ist einfach sehr traurig und übel. Wer eine Nation so ruiniert durch Angriffskriege, das diese nichts mehr zu verlieren hat, der bleibt nur noch der Glaube und der Krieg.

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    • am 24.08.2021 um 22:10 Uhr
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      Ich kann ja vielem zustimmen. Aber die Taliban sind hier nicht die Opfer sondern die Täter. Dass das Land ruiniert ist liegt nicht am der «Besatzung», sondern an der Korruption, dem Extremismus und der fehlenden Bildung. Die Kriege mit der Sowjetunion und die ständigen inneren Konflikten trugen sicher auch ihren Teil dazu bei. Die Religion ist Opium fürs Volk und die mit den Waffen nutzen das aus.

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    • am 25.08.2021 um 14:50 Uhr
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      @Tim Schmelter Guten Tag Herr Schmelter. Opfer und Täter sind oft in einer Person vorhanden. Aus ehemaligen Opfern werden manchmal Täter. Denn der Hass tötet den Schmerz, welchen man als Opfer erlitten hatte. Was die Religion und Aggression betrifft, was war zuerst? Das Huhn oder das Ei? Ich würde sagen der Hahn. Die männliche Aggressionsbereitschaft spiegelt sich auf der ganzen Welt wieder. Diese ist naturgegeben und existierte schon lange vor der ersten Religion, dem Schamanismus. An der Religion kanns also nicht liegen, das es so viele Kriege und Gewalt auf der Welt gibt. Hinter Kriegen stehen Strategien, und hinter den Strategien stehen Bedürfnisse. Wie bei den Raubtieren. Es ist sehr seltsam, eine Einsicht scheint den meisten Menschen, auch bei uns, verwehrt zu sein, als gäbe es eine Sperre im Verstand. Marshall Rosenberg schrieb darüber sehr gute Bücher. Die Einsicht: Wenn jeder Mensch auf der Welt auf jede Form der Gewalt, welche sich jenseits von Notwehr befindet, verzichten würde, dann wäre diese Situation eine andere. Warum kommt keiner auf die Idee, auf der politischen Bühne so etwas zu propagieren? Warum lernt man diesen einen, einfachen Satz nicht schon in der Schule? Der Mensch, oder zumindest die Mehrheit davon, hat das Raubtier noch nicht überwunden, ein anderer Teil befindet sich in Notwehr, damit seine Kultur überleben kann, und eine dritte Minderheit Orchestriert das Ganze. Es endet erst, wenn alle Gewalttäter tot sind.

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    • am 24.08.2021 um 23:22 Uhr
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      Dass die Schweizer Regierung dem ‹Übel› nichts gegenüber gestellt hat liegt darin, dass gewisse Kreise genau davon profitiert haben.
      Ihr Vergleich mit dem Pfötchen geben finde ich gut: Pfötchen geben verheisst Leckerchen und genau darum geht es.

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    • am 25.08.2021 um 15:12 Uhr
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      @Christoph Speiser Guten Tag Herr Speiser, da kann ich mit Ihnen übereinstimmen. Es sind wohl sogar sehr gebildete Menschen welche eine Rechnung machen: Wie lange lebe ich, bis ich an einer versagenden Krebsindustrie oder an einer idiopathischen Krankheit sterben werde? Sind meine Kinder bis dahin finanziell im trockenen und haben eine gute Bildung? Was ist wenn meine Frau und Mutter meiner Kinder aufgrund der vielen Umweltgifte eine leidvolle Autoimmunkrankheit entwickelt? Die heutigen Gentherapien bezahlt keine Krankenkasse, die sind nur für Reiche. Was ist wenn mir ein Verbrechen widerfährt? Von 5 Tötungsdelikten werden nur 3 aufgedeckt und nur 4 bekannt. In der konstanten Bedrohung seiner Bedürfnisse sieht der denkende Gebildete die Macht des Geldes als Ausweg. Die Türen korrupt zu werden öffnen sich in der Seele dieses Menschen. Er beginnt an den richtigen Hintern zu schnüffeln und wird Lakai in der internationalen Maffia, eine Mischung aus Polit, Waffen und Pharmaindustrie. Follow the Money. Wenn der Staat mich nicht schützt, dann tut es das Geld und dessen Macht. Wer hat bisher den Staat demontiert? Eben diese Mafia. Das neuste Instrument dafür sind Pandemien. Echte und unechte, mit diesen kann man das Zivilrecht aushebeln. (Buchtipp: Heiko Schöning)

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  • am 26.08.2021 um 08:57 Uhr
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    @Beatus Gubler Guten Tag, Herr Gubler. Ich stimme Ihnen in allem was Sie geschrieben zu, Wir haben von der Natur aber zwei Überlebensstratigien erhalten: Die eine ist der Schutz der eigenen Person, was immer das erfordert und zu Konkurrenz und Egoismus führt; das ist der Weg unseres «Reptilienhirns». Wir haben aber auch das Limbische System und den Präfontalen Kortex, die uns zusammen die zweite Strategie schenken: Die Fähigkeit, zusammen zu arbeiten, um sich gegenseitig zu schützen. Diese evolutionäre Entwicklung kannten alle grossen Lehrer der Menschheit und formulierten die Goldene Regel dazu: «Tu nicht anderen, was du nicht selbst erfahren möchtest.» Wenn genügende von uns das befolgen, dann erreichen wir irgendwann eine kritische Masse, die die Oligarchen nicht mehr ignorieren können und der Beginn einer echten Basisdemokratie sein wird. Das kann noch eine ganze Weile dauern, aber immer mehr Menschen haben das erkannt, und wenn wir nicht zusammen untergehen wollen, dann wird es Zeit, dass wir den Wechsel von Konkurrenz zu Kooperation vollziehen. «Kooperation» sollte daher am Ende jeder Kritik stehen, denn Kritik ohne Aktion wäre meines Erachtens sonst ziemlich nutzlos…

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