Immigration Emigration kikkerdirk

Im Jahr 2024 wanderten 190’000 Ausländerinnen und Ausländer in die Schweiz ein und 100’000 wanderten aus. © kikkerdirk/Depositphotos

Migration und Zunahme der Bevölkerung: Das sind die Zahlen

Urs P. Gasche /  Falls die Bevölkerung nicht mehr zunähme, könnten pro Jahr noch 100'000 Ausländer einwandern. Im Jahr 2024 waren es 190’000.

Vor allem wegen der 190’000 eingewanderten Ausländerinnen und Ausländer nahm die Bevölkerung im Jahr 2024 um 89’000 Personen zu. Damit die Bevölkerung stabil geblieben wäre, hätten 101’000 Ausländer einwandern können (190’000 minus 89’000). Netto wären 1000 Ausländer mehr ein- als ausgewandert.

Für die Zahl der ständigen Wohnbevölkerung waren drei Faktoren entscheidend: 

  1. Der mit Abstand wichtigste: Es wanderten fast halb so viele Ausländer aus wie ein.
  2. Es wanderten 7000 mehr Schweizerinnen und Schweizer aus der Schweiz aus, als in die Schweiz einwanderten.
  3. Wegen des Geburtenüberschusses im Inland nahm die Bevölkerung um 6000 Personen zu (plus 15’000 Ausländer, minus 9000 Schweizer).

So kam es 2024 zur folgenden Veränderung der ständigen Wohnbevölkerung:

ART.Grafik Perpl.XYZ

Die Medien verbreiten über die Bevölkerungsentwicklung unterschiedliche Zahlen. Besonders in einem Abstimmungskampf picken beide Seiten diejenigen Zahlen selektiv heraus, die ihren Absichten dienen.

Die willkürliche Auswahl wird durch die Behörden begünstigt. Denn das Staatssekretariat für Migration (SEM) und das Bundesamt für Statistik (BFS) nutzen für ihre Statistiken unterschiedliche Kriterien. Nicht einmal darüber, was unter der «ständigen Wohnbevölkerung» zu verstehen ist, sind sich die beiden einig. Das SEM zu «Infosperber»: «Die SEM- und BFS-Statistiken zur (ausländischen) Bevölkerung beruhen auf unterschiedlichen Methoden, Definitionen und Datenquellen.»

Infosperber nutzt die Migrations- und Bevölkerungszahlen des unabhängigen Bundesamts für Statistik und analysiert das Jahr 2024, für das definitive Zahlen vorliegen. 

ART.ZAHLEN Perpl.XXXX

Selbst bei einer stabil gebliebenen Bevölkerung hätten Ende 2024 16’000 mehr Ausländerinnen und Ausländer mehr in der Schweiz gewohnt als ein Jahr zuvor: 1000 Eingewanderte (Saldo der tatsächlich Ein- und Ausgewanderten von 90’000 abzüglich der Bevölkerungszunahme von 89’000) sowie 15’000 in der Schweiz geborene Ausländer (Geburtenüberschuss).  


Einwanderung von Ausländern je nach Bevölkerungszunahme pro Jahr

Die Einwanderung von Ausländerinnen und Ausländer bestimmt weitgehend, wie stark die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz jährlich zunimmt. Denn der Geburtenüberschuss von Schweizern und Ausländern insgesamt (Geburten im Vergleich zu den Verstorbenen) beträgt lediglich 6000 und ist leicht abnehmend. Gleichzeitig wanderten 7000 Schweizer mehr aus, als im gleichen Jahr einwanderten.

Zunahme
Bevölkerung
Einwanderung
Ausländer
Auswanderung
Ausländer
89’000
(wie 2024)
190’000100’000
60’000160’000100’000
50’000150’000100’000
40’000140’000100’000
30’000130’000100’000

Annahmen: 
1. Die Auswanderung von Ausländern bleibt gleich.
2. Der Geburtenüberschuss in der Schweiz bleibt gleich (falls er wie erwartet abnähme, könnten etwas mehr Ausländer einwandern).
3. Der Saldo der Ein- und Auswanderung von Schweizern bleibt gleich.


Unter Ausländern mehr Vollzeitbeschäftigte

In der ständigen Wohnbevölkerung ist der Anteil der Beschäftigten unter den Schweizern mit 54 Prozent und den Ausländern mit 56 Prozent vergleichbar. 

Allerdings definiert das Bundesamt für Statistik die «Erwerbstätigen» im Alter von 15 bis 64 Jahren eher grosszügig: Zu ihnen zählen alle mit mindestens einer bezahlten Arbeitsstunde pro Woche. Zu den Erwerbstätigen zählt das BFS zudem alle (meist Frauen), die «unentgeltlich im Familienbetrieb mitgearbeitet haben» – also auch alle diejenigen Frauen, denen der Mann keinen Lohn, kein Honorar und keine Sozialleistungen zahlt.

72 Prozent aller erwerbstätigen Ausländer und Ausländerinnen haben im vierten Quartal 2024 Vollzeit gearbeitet (über 90 Prozent-Pensum), während dies bei auf 57 Prozent der Schweizerinnen und Schweizern zutraf. 17 Prozent der erwerbstätigen Schweizer und Schweizerinnen arbeiteten mit einem Pensum von unter 50 Prozent, bei den erwerbstätigen Ausländerinnen und Ausländern nur 10 Prozent.
(Quelle: BFS)


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Zum Infosperber-Dossier:

Bevlkerung_Erde

Pro und Contra Bevölkerungszunahme

Die Bevölkerung auf unserem Planeten hat in den letzten 200 Jahren enorm zugenommen.

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9 Meinungen

  • am 31.05.2026 um 13:42 Uhr
    Permalink

    Google KI: «Das dänische Modell der Zuwanderung steht für einen strikt restriktiven Asylkurs kombiniert mit einer fordernden Integrationspolitik. Das Ziel ist es, das Land für Asylsuchende möglichst unattraktiv zu machen, während gleichzeitig gezielte Arbeitsmigration gefördert wird. Der Ansatz genießt parteiübergreifend breiten Rückhalt.Die zentralen Säulen des Modells sind:Drastisch reduzierte Asylzahlen:.Anerkannte Flüchtlinge müssen Kurse besuchen und arbeiten ..»Ghetto»-Gesetze: Wohnviertel mit einem hohen Anteil an Bewohnern mit nichtwestlichem Hintergrund werden gezielt umgestaltet. Es gibt Obergrenzen und bei Verstößen k»önnen Zwangsumzüge angeordnet werden..»

    Man sollte sich nicht zu sehr mit Zahlenakkrobatik beschäftigen, wie die Zuwanderung gedrosselt werden kann, sondern das «Dänischen Modell der Zuwanderung» als Vorbild nehmen und ob das für die Schweiz geeignet wäre die Zuwanderung realitisch Steuern zu können zum Wohle aller.
    Gunther Kropp, Basel

  • am 31.05.2026 um 16:32 Uhr
    Permalink

    Sogar bei einem JA wird der Dichtestress noch zunehmen, dafür aber immerhin nicht jenseits der 10-Millionen-Marke weiterwachsen.
    Man könnte eine andere Rechenformel zugrunde legen. Denn gemäss Formel im obigen Infosperber-Artikel sind Wohnungsnot und Verkehrsflut nicht gelöst, und könnte die Bevölkerung theoretisch letztlich mehrheitlich oder ganz aus Ausländern bestehen.
    Blick titelt soeben: Harte Worte aus dem Ausland vor 10-Millionen-Abstimmung: «Die Schweizer Regierung hat bei der Zuwanderung versagt»
    Es sind zwei ganz unterschiedliche Stimmen. Doch sie kennen die Schweiz. Hier eine der einflussreichsten Wirtschaftszeitungen der Welt, gelesen von Topmanagern und Regierungsvertretern: Die «Financial Times». Dort das regionale Leibblatt vieler süddeutscher Haushalte: Die «Schwäbische Zeitung».

    • am 1.06.2026 um 08:04 Uhr
      Permalink

      „Sogar bei einem JA wird der Dichtestress noch zunehmen, dafür aber immerhin nicht jenseits der 10-Millionen-Marke weiterwachsen.“ Naja, mehr Grenzgänger und Kurzaufenthalter (zählen nicht zur ständigen Wohnbevölkerung) werden den Dichtestress kaum senken… Der wichtigste Hebel wären die Arbeitgeber, die konsequent auf inländische Rekrutierung und Ausbildung setzen. Aber genau in diesem Punkt herrscht im Initiativtext gähnende Leere. Die SVP drescht lieber auf Asylbewerber ein.

      • am 1.06.2026 um 19:47 Uhr
        Permalink

        Vorteil: «Grenzgänger und Kurzaufenthalter» werden kaum Erstwohnen belasten. Statt SVP zu kritisieren wäre es an Ihnen und allen anderen Parteien, wirksam contra Dichtestress und pro Gesundschrumpfung (es ist wie in der adipösen Arztpraxis, vergleiche auch Krankenwesensteigerungen-Spirale) zu agieren. Dazu sah ich jedoch vor und nach Ecopop-Initiative nichts von allen Freunden des Ewigen Wachstums (fragen Sie den Onkologen Ihres Vertrauens oder konsultieren Sie den Beipackzettel). Fromme Wünsche (Beispiel: Strassenrückbau zugunsten Wohnungsbau; im Grünparadies wohnen dürfen für Nichtmotorisierte) habe auch ich; bloss nützt das nichts, solange es nicht verwirklicht wird). Hingegen «Lösungen» wie Zwang zu LED-Licht, 5G, Passivhäusern und Wärmepumpenlärm finde ich schädlich, deshalb wähle ich nicht Grüne.
        Bis dahin gilt: «Mass matters» in Physik und Biologie.

      • am 2.06.2026 um 00:06 Uhr
        Permalink

        @Raphael Weiss – Vorteil: «Grenzgänger und Kurzaufenthalter» werden kaum Erstwohnen belasten. Statt SVP zu kritisieren wäre es an Ihnen und allen anderen Parteien, wirksam contra Dichtestress und pro Gesundschrumpfung (es ist wie in der adipösen Arztpraxis, vergleiche auch Krankenwesensteigerungen-Spirale) zu agieren. Dazu sah ich jedoch vor und nach Ecopop-Initiative nichts von allen Freunden des Ewigen Wachstums (fragen Sie den Onkologen Ihres Vertrauens oder konsultieren Sie den Beipackzettel). Fromme Wünsche (Beispiel: Strassenrückbau zugunsten Wohnungsbau; im Grünparadies wohnen dürfen für Nichtmotorisierte) habe auch ich; bloss nützt das nichts, solange es nicht verwirklicht wird. Hingegen «Lösungen» wie Zwang zu LED-Licht, 5G, Passivhäusern und Wärmepumpenlärm finde ich schädlich, deshalb wähle ich nicht Grüne.
        Bis dahin gilt: «Mass matters» in Physik und Biologie.

  • am 1.06.2026 um 11:57 Uhr
    Permalink

    Die Initiative gibt vor, dass nur noch Jahresarbeitsverträge für ZuwanderInnen abgeschlossen werden damit die nach einem Jahr wieder ausreisen müssen. Damit werden sie nicht zu ständigen Wohnbevölkerung gezählt werden müssen.Diese Verträge können um ein Jahr gerade einmal verlängert werden. Danach ist eine Kündigung fällig oder diesem Personal muss eine andere Stelle offeriert werden. Das ergibt enormen administrativen Aufwand. Sofern dieses Personal diese befristeten Arbeitsverträge zeichnet können weiterhin unbeschränkt alle in die Schweiz komen.

    • am 2.06.2026 um 00:15 Uhr
      Permalink

      @Ruedi Basler – Ich denke nicht, dass «alle» in die Schweiz kommen. Pendeln wäre höchstens in den Grenzgebieten praktikabel, aufwendig sowieso. Eine Erstwohnung wird kaum ein Vermieter für ein Quartal oder Semester vermieten (schon gar nicht in der Wohnungsnot). Das würde «enormen administrativen Aufwand» (Umtriebe, Wertverlust) bedeuten, deshalb schätzen diese Vermieter Langzeitmieter. Und Zweitwohnungen sind in der Schweiz meines Wissens unerschwinglich bzw. nur für Reiche.

  • am 1.06.2026 um 15:50 Uhr
    Permalink

    Die Geburtenraten pro Frau in der Schweiz betrug vor 10 Jahren 1,55. Dann sank sie, seit Corona massiv. 2024 noch 1,29, 2025 war sie noch tiefer.

    Um eine Bevölkerung zu erhalten, braucht es etwa 2,1 Kinder pro Frau. Ohne Zuwanderung würde die schweizerische Bevölkerung schon lange schrumpfen. Wenn nur 1,29 Kinder pro Frau geboren werden, dann beträgt die Reproduktionsquote: 1.29 / 2.1 = 0,61. Das bedeutet: die nächste Generation wird um 39% kleiner. Bei einer Dauer von 30 Jahren pro Generation und momentan 9 Millionen Einwohnern, schwindet die Bevölkerung ohne Zuwanderung auf 5,4 Millionen bzw. um rund 3,5 Millionen bzw. etwa 110’000 pro Jahr.

    Wenn die hiesige Bevölkerung um 3,5 Millionen schrumpft, müssen 4,5 Millionen einwandern, um in 30 Jahren auf 10 Millionen zu kommen. Und der Anteil der Schweizer? Die Zuwanderung ist nur ein Teil des Problems. Das Hauptproblem ist die zu kleine Geburtenrate. Zudem ist jene der Ausländer um 50% grösser als jene der Schweizer.

  • am 1.06.2026 um 19:49 Uhr
    Permalink

    Vorteil: «Grenzgänger und Kurzaufenthalter» werden kaum Erstwohnen belasten. Statt SVP zu kritisieren wäre es an Ihnen und allen anderen Parteien, wirksam contra Dichtestress und pro Gesundschrumpfung (es ist wie in der adipösen Arztpraxis, vergleiche auch Krankenwesensteigerungen-Spirale) zu agieren. Dazu sah ich jedoch vor und nach Ecopop-Initiative nichts von allen Freunden des Ewigen Wachstums (fragen Sie den Onkologen Ihres Vertrauens oder konsultieren Sie den Beipackzettel). Fromme Wünsche (Beispiel: Strassenrückbau zugunsten Wohnungsbau; im Grünparadies wohnen dürfen für Nichtmotorisierte) habe auch ich; bloss nützt das nichts, solange es nicht verwirklicht wird. Hingegen «Lösungen» wie Zwang zu LED-Licht, 5G, Passivhäusern und Wärmepumpenlärm finde ich schädlich, deshalb wähle ich nicht Grüne.
    Bis dahin gilt: «Mass matters» in Physik und Biologie.

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