Immigration Emigration kikkerdirk

Im Jahr 2024 wanderten 190’000 Ausländerinnen und Ausländer in die Schweiz ein und 100’000 wanderten aus. © kikkerdirk/Depositphotos

Migration und Zunahme der Bevölkerung: Das sind die Zahlen

Urs P. Gasche /  Falls die Bevölkerung nicht mehr zunähme, könnten pro Jahr noch 100'000 Ausländer einwandern. Im Jahr 2014 waren es 190’000.

Vor allem wegen der 190’000 eingewanderten Ausländerinnen und Ausländer nahm die Bevölkerung im Jahr 2024 um 89’000 Personen zu. Damit die Bevölkerung stabil geblieben wäre, hätten 101’000 Ausländer einwandern können (190’000 minus 89’000). Netto wären 1000 Ausländer mehr ein- als ausgewandert.

Für die Zahl der ständigen Wohnbevölkerung waren drei Faktoren entscheidend: 

  1. Der mit Abstand wichtigste: Es wanderten fast halb so viele Ausländer aus wie ein.
  2. Es wanderten 7000 mehr Schweizerinnen und Schweizer aus der Schweiz aus, als in die Schweiz einwanderten.
  3. Wegen des Geburtenüberschusses im Inland nahm die Bevölkerung um 6000 Personen zu (plus 15’000 Ausländer, minus 9000 Schweizer).

Einschliesslich der ein- und ausgewanderten Schweizerinnen und Schweizer ergab sich 2024 folgende Veränderung der ständigen Wohnbevölkerung:

ART.Grafik Perpl.XYZ

Die Medien verbreiten über die Bevölkerungsentwicklung unterschiedliche Zahlen. Besonders in einem Abstimmungskampf picken beide Seiten diejenigen Zahlen selektiv heraus, die ihren Absichten dienen.

Die willkürliche Auswahl wird durch die Behörden begünstigt. Denn das Staatssekretariat für Migration (SEM) und das Bundesamt für Statistik (BFS) nutzen für ihre Statistiken unterschiedliche Kriterien. Nicht einmal darüber, was unter der «ständigen Wohnbevölkerung» zu verstehen ist, sind sich die beiden einig. Das SEM zu «Infosperber»: «Die SEM- und BFS-Statistiken zur (ausländischen) Bevölkerung beruhen auf unterschiedlichen Methoden, Definitionen und Datenquellen.»

Infosperber nutzt die Migrations- und Bevölkerungszahlen des unabhängigen Bundesamts für Statistik und analysiert das Jahr 2024, für das definitive Zahlen vorliegen. 

ART.ZAHLEN Perpl.XXXX

Selbst bei einer stabil gebliebenen Bevölkerung hätten Ende 2024 16’000 mehr Ausländerinnen und Ausländer mehr in der Schweiz gewohnt als ein Jahr zuvor: 1000 Eingewanderte (Saldo der tatsächlich Ein- und Ausgewanderten von 90’000 abzüglich der Bevölkerungszunahme von 89’000) sowie 15’000 in der Schweiz geborene Ausländer (Geburtenüberschuss).  


Einwanderung von Ausländern je nach Bevölkerungszunahme pro Jahr

Die Einwanderung von Ausländerinnen und Ausländer bestimmt weitgehend, wie stark die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz jährlich zunimmt. Denn der Geburtenüberschuss von Schweizern und Ausländern insgesamt (Geburten im Vergleich zu den Verstorbenen) beträgt lediglich 6000 und ist leicht abnehmend. Und es wanderten 7000 Schweizer mehr aus als im gleichen Jahr einwanderten.

Zunahme
Bevölkerung
Einwanderung
Ausländer
Auswanderung
Ausländer
89’000
(wie 2024)
190’000100’000
60’000160’000100’000
50’000150’000100’000
40’000140’000100’000
30’000130’000100’000

Annahmen: 
1. Die Auswanderung von Ausländern bleibt gleich.
2. Der Geburtenüberschuss in der Schweiz bleibt gleich (falls er wie erwartet abnähme, könnten etwas mehr Ausländer einwandern).
3. Der Saldo der Ein- und Auswanderung von Schweizern bleibt gleich.


Unter Ausländern mehr Vollzeitbeschäftigte

In der ständigen Wohnbevölkerung ist der Anteil der Beschäftigten unter den Schweizern mit 54 Prozent und den Ausländern mit 56 Prozent vergleichbar. 

Allerdings definiert das Bundesamt für Statistik die «Erwerbstätigen» im Alter von 15 bis 64 Jahren eher grosszügig: Zu ihnen zählen alle mit mindestens einer bezahlten Arbeitsstunde pro Woche. Zu den Erwerbstätigen zählt das BFS zudem alle (meist Frauen), die «unentgeltlich im Familienbetrieb mitgearbeitet haben» – also auch alle diejenigen Frauen, denen der Mann keinen Lohn, kein Honorar und keine Sozialleistungen zahlt.

72 Prozent aller erwerbstätigen Ausländer und Ausländerinnen haben im vierten Quartal 2024 Vollzeit gearbeitet (über 90 Prozent-Pensum), während dies bei auf 57 Prozent der Schweizerinnen und Schweizern zutraf. 17 Prozent der erwerbstätigen Schweizer und Schweizerinnen arbeiteten mit einem Pensum von unter 50 Prozent, bei den erwerbstätigen Ausländerinnen und Ausländern nur 10 Prozent.
(Quelle: BFS)


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Zum Infosperber-Dossier:

Bevlkerung_Erde

Pro und Contra Bevölkerungszunahme

Die Bevölkerung auf unserem Planeten hat in den letzten 200 Jahren enorm zugenommen.

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