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Flotilla-Aktivisten knien mit dem Kopf auf dem Boden an Bord eines der beiden israelischen Militärschiffe, auf denen die Festgehaltenen untergebracht wurden. Auch Nathan Hausheer wurde auf einem dieser zwei Schiffe festgehalten. 20. Mai 2026. © X-Account Itamar Ben Gvir

«Sie haben mich geboxt, getasert, mir in den Hals getreten»

Daniel Ryser /  Ein Schweizer beschreibt im Gespräch mit Infosperber, wie er von israelischen Militärs gefoltert wurde. Das EDA weicht aus.

Die Bilder gingen um die Welt: Dutzende gefesselte Zivilisten, die Hände auf dem Rücken, die Stirn auf dem Boden, während Israels Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir mit einer Fahne über sie hinwegschritt und auf Hebräisch rief: «Wir sind hier die Herren.» Die Global Sumud Flotilla war am 14. Mai mit über fünfzig Schiffen und 428 Aktivistinnen und Aktivisten aus der Türkei ausgelaufen, um die israelische Seeblockade Gazas zu durchbrechen und den Küstenstreifen mit Hilfsgütern und Lebensmitteln zu versorgen. Laut der Pressemitteilung der Global Sumud Flotilla vom 24. Mai 2026 wurden mindestens 67 der 428 festgehaltenen Personen so schwer verletzt, dass sie in staatlichen Krankenhäusern weiterbehandelt werden mussten; zwölf wurden stationär aufgenommen. Italiens Premierministerin Meloni nannte die Szenen «inakzeptabel». Frankreich, die Niederlande, Australien bestellten israelische Botschafter ein. Das Schweizer Aussendepartement schwieg.

Nathan Hausheer, 28 Jahre alt, Spengler aus Blonay im Kanton Waadt, war einer der 428 Verschleppten. Er sagt: «In der Zelle zeigte ein Bildschirm rund um die Uhr Leichen palästinensischer Menschen – erschlagene Menschen, erschossene Menschen, verbrannte Menschen.»

Nathan Hausheer, wie sind Sie zur Flotilla-Mission gestossen?
Die Situation in Gaza ist katastrophal. Und die Schweizer Regierung ist mitschuldig, wie auch die Schweizer Industrie. Sie genehmigen Verkäufe von Militärgütern an Rüstungsunternehmen in Israel. Diese Güter werden eingesetzt, um Kinder, Frauen, Zivilisten zu töten. Wir haben die moralische Pflicht, etwas dagegen zu tun. Die Schweiz versteckt sich hinter einer vorgetäuschten Neutralität, lässt aber weiterhin Militärgüter nach Israel liefern und kauft selbst viel Militärausrüstung. Diese Mitschuld darf nicht weitergehen. Ich habe diese Mission als Möglichkeit gesehen, wenigstens etwas zu tun. Und die palästinensische Sache sichtbarer zu machen.

Können Sie von Ihren Erfahrungen der letzten Tage erzählen? Die Bilder, die um die Welt gingen – Menschen mit gefesselten Händen, die Stirn auf dem Boden, Berichte von Vergewaltigungen und Folter – waren erschreckend.
Das Besondere war das Ausmass der Gewalt gegen Menschen, die sich vollständig ergeben hatten. Wir haben an keinem Punkt Widerstand geleistet. Wir haben kapituliert. Und trotzdem haben sie Gewalt angewendet, um uns zu bestrafen und um uns psychologisch zu brechen. Es war nie eine Frage von Gegenwehr. Es war freie, zwecklose Gewalt.

Können Sie die Situation genauer schildern? Sie waren auf einem Boot, und dann kamen die israelischen Soldaten?
Wir wussten, dass die Abfangaktion früh am Morgen begonnen hatte, und wir versuchten, uns mit unserem Boot vom Rest der Flottille zu trennen, um so schnell wie möglich voranzukommen. Dann sahen wir am Horizont ein Schnellboot, vollbesetzt mit bewaffneten, vollausgerüsteten Soldaten. Es näherte sich sehr schnell. Sie befahlen uns, die Segel einzuholen und die Richtung zu ändern. Dann enterten sie das Schiff und wiesen uns an, uns im vorderen Teil des Boots hinzuknien. Sie durchsuchten das Boot und uns persönlich, übernahmen die Kontrolle und brachten uns zu einem Gefängnisschiff. Es gab zwei davon, das wussten wir damals noch nicht.

Beim Übergang aufs Gefängnisschiff begann die Gewalt. In dem Moment, als ich an Bord kam, wurde mir der Arm auf den Rücken gedreht, und man zwang mich auf die Knie. Sie zogen uns die Kleider aus. Wir blieben nur in Hose und T-Shirt. Nach einer erneuten Durchsuchung mussten wir uns vor einem Tisch anstellen, wo die Pässe kontrolliert wurden. Danach brachte man uns in die schwarzen Container.

Schwarze Container?
Wir standen alle in einer Reihe, wie in einer Warteschlange bei der Passkontrolle. Man prüfte uns, dann wurden wir in die Container geworfen. Wir sahen, wie die Menschen vor uns da reingeworfen wurden, wir hörten die Schreie. Kaum war man drinnen, begannen sie uns zu schlagen. Sie haben mich geboxt, getasert, mir in den Hals getreten.

Können Sie das genauer beschreiben?
Sie haben mich dreimal ins Gesicht geboxt. Einmal von hinten gegen den Kopf. Ich ging zu Boden. Dann, als ich am Boden lag, haben sie mich in den Rücken geschlagen. Und dann haben sie mich getasert – dreimal. Ich lag flach auf dem Boden und sie traten mir mit den Stiefeln in den Hals und standen mir aufs Gesicht. Sie stellten mich auf und traten mir in den Genitalbereich. Dann warfen sie mich in ein Gefangenenabteil. Ich kam noch gut weg.

Wie meinen Sie das?
Muslimische Frauen waren am schlimmsten dran, sagte man mir später. Wir hatten einen Mann aus Malaysia an Bord. Die haben sie länger festgehalten und härter geschlagen als uns anderen. Das war ein Muster: Menschen aus bestimmten Ländern wurden systematisch härter behandelt.

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«Die Hände auf dem Rücken verdreht, den Kopf im Neunzig-Grad-Winkel nach unten gedrückt.
Zu keinem Zeitpunkt hatte ich Zugang zu einem Anwalt.»

Was geschah nach den Schlägen, den Tritten, dem Tasern?
Der Schlafentzug begann. Es war nicht genug Platz zum Schlafen. Die Menschen schliefen sitzend, und trotzdem mussten jede Nacht acht bis zehn Personen stehen, um den anderen genug Platz zu lassen. Von oben auf den Containern richteten die Soldaten die ganze Nacht Laser und Lichter auf uns, damit wir nicht schlafen konnten, damit wir uns fürchteten. Auf dem Gefängnisschiff gab es sieben Toiletten, aber nur zwei waren geöffnet. Und selbst dort gab es kein Toilettenpapier. Jedes Mal, wenn wir um etwas zu essen oder zu trinken baten, kamen sie in voller Kampfausrüstung, richteten die Waffen auf uns und warfen Knallgranaten unter unsere Füsse. Manchmal schossen sie ein, zwei Schuss ab aus ihren Gummischrotgewehren, jedes Mal, wenn sie uns ein bisschen Essen oder Wasser brachten.

Was gab es zum Essen?
Tiefgefrorenes Brot. Wir mussten warten, bis es auftaute, bevor wir es essen konnten. Ich war im Hungerstreik. Ich habe es nicht gegessen. Und sie liessen uns in der Kälte frieren, mit T-Shirts und dünner Kleidung in der Nacht. Wir baten darum, den Verletzten ein paar wärmere Kleider zu bringen, auf unserem Boot allein hatten mehr als dreissig Menschen Knochenbrüche. Für sie war die Gefahr einer Unterkühlung sehr real. Das hat sie nicht interessiert.

Wie viele Menschen waren dort? Wie viele Soldaten?
Als ich eingeliefert wurde, trug ich die Nummer 104. Sie vergaben Nummern an alle. Jedes Mal, wenn ein neues Boot aufgebracht wurde, hörten wir die Schreie der Menschen aus den schwarzen Containern. Am Ende waren es schätzungsweise 250 auf unserem Schiff, ungefähr die Hälfte der Flottille. Die andere Hälfte war auf dem zweiten Gefängnisschiff. Gleichzeitig sah ich etwa dreissig Soldaten, wenn sie herunterkamen — dazu die Wachleute oben auf den Containern. Es gab Personal in Grün, Standardsoldaten, und andere in Grau, die eher wie ein spezialisiertes Haftkorps wirkten.

Und dann kamen Sie in den Hafen. Wo war das?
Aschdod. Der Hafen von Aschdod.

(Aschdod liegt rund 30 Kilometer südlich von Tel Aviv und etwa 40 Kilometer nördlich von Gaza.)

Nach wie vielen Tagen?
Nach zwei Tagen.

Wir sahen die Bilder: Kniende Menschen, gefesselte Hände, ein Fahnen schwenkender israelischer Minister.
Auf dem Schiff liessen sie uns knien, die Hände mit Kabelbindern gefesselt, dazu lief die israelische Nationalhymne im Dauerbetrieb. Sie filmten und fotografierten uns. Dann brachten sie uns von Bord. Man sieht es in Videos, die sie verbreiteten, wie sie uns an den Armen hochhoben. Wir passierten kleine Zelte, in denen sie uns erneut schlugen, bevor sie uns in einem grossen Zelt wieder auf die Knie zwangen. Dort lief wieder israelische Musik. Ben Gvir war wohl etwas weiter weg, in einem kleineren Zelt, dort entstanden die anderen Fotos und Videos. Man setzte uns eineinhalb Stunden an die pralle Sonne. Die Leute verbrannten förmlich.

Was geschah dann mit Ihnen?
Sie führten uns durch das Einreiseverfahren. Von Schalter zu Schalter, die Hände auf dem Rücken verdreht, den Kopf im Neunzig-Grad-Winkel nach unten gedrückt. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich Zugang zu einem Anwalt. Sie versuchten mich zu zwingen, Papiere zu unterschreiben. Ich weigerte mich. Daraufhin tauschten sie die Kabelbinder gegen Handschellen aus, die viel zu eng angezogen wurden. Die Abdrücke sehe ich noch jetzt.

Und dann?
Eine zweistündige Fahrt im Gefängnisbus ins Gefängnis Ktziot, von Käfig zu Käfig, Zelle zu Zelle. Sie nahmen uns die Kleider ab und gaben uns Gefängnisanzüge. Wieder versuchten sie, uns Papiere zur sofortigen Abschiebung unterschreiben zu lassen, ohne Anwalt. Als wir uns weigerten, brachten sie uns in die Schlaforte. Die Zellen waren grosse Metallkäfige, darin ein Zelt, in dem wir schlafen konnten. An der Wand gegenüber: grosse Bilder vom zerstörten Gaza. In der Zelle zeigte ein Bildschirm rund um die Uhr Leichen palästinensischer Menschen – erschlagene Menschen, erschossene Menschen, verbrannte Menschen.

Diese Videos liefen immer?
Ohne Pause, ja.  Wir konnten vielleicht zwei Stunden schlafen. Sie gaben uns Essen, Sandwiches. Am nächsten Tag räumten sie die Schlafmatten weg, luden uns wieder in den Gefängnisbus und fuhren uns vier Stunden durch die Wüste bis zum Flughafen. Der erste Bus war jener mit den Frauen. Beim Ausstieg standen Diplomatinnen und Diplomaten fast aller Länder bereit. Die Schweiz fehlte. Die erste Gruppe Frauen, die stehen blieb und auf die anderen wartete, wurde erneut von Soldaten geschlagen.

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«Wir sind hier die Herren»: Der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir schwenkt die Fahne Israels über den am Boden knienden, mit Kabelbindern gefesselten Aktivisten.

Haben Sie inzwischen etwas vom Aussennministerium gehört?
Nichts. Meine Eltern, meine Familie, meine Freunde hatten versucht, sie zu erreichen. Alle erhielten sinngemäss dieselbe Antwort: Es sei meine eigene Angelegenheit, so, als wäre ich in den Ferien verhaftet worden. Aber ich wurde nicht in den Ferien verhaftet. Ich wurde auf einer humanitären Mission mitten im Mittelmeer entführt. Das ist nicht dasselbe. Wir hatten Lebensmittel an Bord, Hilfsgüter.

Wie geht es Ihnen im Moment?
Es geht mir gut. Andere Menschen haben viel schlimmere Dinge erlebt. Es gibt Berichte von sexueller Gewalt, es gibt viele gebrochene Rippen. Ich realisiere das alles noch nicht vollständig. Ich habe Familie, Freundinnen, viele Menschen, die mich unterstützen, das hilft. Ich weiss, dass in den nächsten Wochen eine verzögerte Reaktion kommen kann. Aber im Moment geht es mir gut.

Das Schweizer Aussenministerium antwortet – aber nicht auf die gestellten Fragen

Infosperber hat dem EDA am Dienstag folgende Fragen gestellt:

  1. Hat das EDA Kenntnis von Übergriffen gegen Schweizer Staatsangehörige, die an der Flotilla teilnahmen?
  2. Hat das EDA versucht herauszufinden, ob es zu solchen Übergriffen gekommen ist? Falls ja: mit welchem Ergebnis?
  3. Ein Schweizer Staatsbürger schildert, wie er an Bord eines israelischen Gefängnisschiffs mehrfach geschlagen, mit einem Taser traktiert sowie auf Nacken und Genitalbereich getreten wurde. Die Schweiz ist Vertragsstaat der UN-Anti-Folter-Konvention. Welche Schritte hat das EDA unternommen oder plant es zu unternehmen?
  4. Beim Empfang der Freigelassenen in Israel und in der Türkei waren Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Länder anwesend. War die Schweiz vertreten? Falls nein: weshalb nicht?

Die Antwort von Mediensprecher Pierre-Alain Eltschinger enthält Relevantes und lässt Entscheidendes offen.

Was das EDA sagt: Die acht Schweizer Teilnehmenden seien «am Nachmittag des 21. Mai auf dem Luftweg von Israel in die Türkei gebracht» worden. Das Generalkonsulat in Istanbul habe «bei Bedarf als Anlaufstelle zur Verfügung» gestanden. Es sei jedoch «keine individuelle Anfrage um konsularische Unterstützung» eingegangen. Das EDA habe den israelischen Botschafter sowie die Schweizer Botschaft in Tel Aviv «wiederholt dazu aufgefordert, die Grundrechte der Teilnehmenden der Flottille zu wahren». Am 21. Mai empfing die Chefin der Abteilung Mittlerer Osten, Monika Schmutz Kirgöz, den israelischen Botschafter und brachte «die inakzeptable Behandlung von Flotilla-Teilnehmenden» zum Ausdruck. Das EDA habe sich zudem am 20. Mai via X zum Verhalten Ben Gvirs geäussert.

Was das EDA nicht beantwortet hat:

Frage 1 — ob das EDA Kenntnis von konkreten Übergriffen gegen Schweizer Staatsangehörige hat: keine Antwort.

Frage 2 — ob das EDA versucht hat herauszufinden, ob es zu Übergriffen kam: keine Antwort.

Frage 3 — was das EDA angesichts der geschilderten Misshandlungen und der UN-Anti-Folter-Konvention konkret unternimmt: keine Antwort. Stattdessen, wörtlich: «Allfällig betroffene Personen der Flotilla müssen ihre Rechte in erster Linie im jeweiligen Land geltend machen, mit Unterstützung ihrer Anwälte und über die dort vorgesehenen Rechtsmittel.»

Es ist ein Satz, der besondere Aufmerksamkeit verdient: Wer in internationalen Gewässern von einem Militär verschleppt, geschlagen und getasert wurde, soll seine Rechte «im jeweiligen Land» — also in Israel — geltend machen. Mit Unterstützung seiner Anwälte. Nathan Hausheer hatte während der gesamten Haft keinen Zugang zu einem Anwalt.

Frage 4 — ob die Schweiz beim Empfang der Freigelassenen vertreten war: keine Antwort.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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21 Meinungen

  • am 28.05.2026 um 11:58 Uhr
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    Und auch in der Schweiz gibt es Menschen, die zu so einem Artikel angeben, er sei «nicht nützlich». Man ersetze im Text Israel durch z.B. China oder Russland, und lese ihn nochmals. Einfach unglaublich, dass die offizielle Schweiz das hinnimmt. Was ist die Erklärung? Wie schlafen die Verantwortlichen nachts, inklusive den Presseverantwortlichen?

  • am 28.05.2026 um 13:43 Uhr
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    Politik die dem Verbrechen dient. Die Mehrheit wünscht sich solche Politik.

    • am 29.05.2026 um 06:24 Uhr
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      Ich denke nicht, dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ein solches Verhalten unserer Behörden wünscht.

      Es ist jedoch verheerend genug, wenn man gegenüber dem Vorgehen der Israelis gleichgültig ist. Das signalisiert doch eine gewisse Toleranz. Dabei wäre es zwingend nötig, dass diese mutigen Aktivistinnen, welche sich in der Freizeit für solche humanitären Aktionen einsetzten, die beste Unterstützung von unserer Politik erhalten. Diese engagierten Schweizer, verdienen unsere Hochachtung und keine Bestrafung. Sie engagieren sich nämlich für eine Sache, welche von höchster Stelle in der Schweiz, hätte getan werden müssen. Menschen in Not mit Essen zu versorgen, das sind friedliche Aktionen, welche unsere grösste Unterstützung verdienen und niemals kann das im Artikel beschriebe Vorgehen der Israelis toleriert werden.

      Ich frage mich, wo bleibt bei den schlagenden und demütigenden Soldaten sowie Politikern die Menschlichkeit?

  • am 28.05.2026 um 15:47 Uhr
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    Ich bin EU-BürgerIn – und niemand muß mir erklären, daß das Konzept gut , aber die Realisierung nicht einfach ist ,um so weniger, je mehr Länder aufgenommen werden (sollen bzw. wollen). Aber es gibt für mich Hadlungskriterien, die bedingungslos erfüllt sein müssen wenn ich bei Wahlen dieses Konzept befürworten soll. Eines dieser Kriterien ist die bedingungslose Ächtung der israelischen Politik in NahOst, verbunden mit einem konsequenten Einschreiten (vgl. meinen früheren Beitrag) gegen die Mißachtung jeder Menschlichkeit in Gaza. DAS geschieht mitnichten. Ich werde daher der EU in der jetztigen Form niemals mehr meine Stimme geben und hoffe, daß alle Deutschen das genau so machen. Denn aus einer derart verlogenen Politik gegenüber Israel wird Deutschland nur Unheil erwachsen – Unheil, von dem wir hier genug erlebt und erlitten haben.Niemand möge sich erdreisten, mich deswegen in jenes mainstream-Kataster zu zwängen, welches der deutschen Regierung so leicht von den Lippen geht.

  • am 28.05.2026 um 17:02 Uhr
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    Es ist schade, dass sich das EDA so NEUTRAL verhält und unsere Regierung weder menschlich humane Interressen noch engagierte Mitbewohner – offen oder Beratend unterstützt. Klar ist es aktuell jedem seine Sache, was er in der Freizeit macht.
    Die Global Sumud Flotilla oder deren Teilnehmer hätten sich ebenfalls einige Gedanken zu oder nach Problemstellungen machen können. Was erwartet man von einer Kultur die dem wahren Gott geweiht ist, die bieten das Fegefeuer schon auf Erden und fühlen sich dazu berufen. Traurig zu sehen, zu was Menschen fähig sind und trotzdem gut, – dass keine Eskalation zu Leichen bei den Betroffenen geführt hat.

    • am 30.05.2026 um 20:16 Uhr
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      Die TeilnehmerInnen haben sich sehr viel Gedanken dazu gemacht, und haben ein hartes Training durchlaufen, ansonsten wären sie da wohl garnicht erst eingermassen heil wieder herausgekommen. Der Erfolg liegt auch nicht allein darin, ob die Schiffe es nach Gaza geschafft haben oder nicht. Ohne Flotilla würde heute garniemand mehr über Gaza reden und die Behandlung von Gefangenen wären erst kein Thema. Diese Geschichte wird wohl noch ein Nachspiel haben.

  • am 28.05.2026 um 21:05 Uhr
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    Absolut jenseits. Danke für diesen wichtigen Beitrag.

  • am 28.05.2026 um 22:45 Uhr
    Permalink

    Vielen Dank Daniel Ryser und Infosperber für diesen Beitrag, ohne den die Öffentlichkeit wohl garnichts davon erfahren hätte! Man stelle sich nur vor, Russland oder irgendein anderer Staat hätte sich solche Verbrechen gegen die eigenen Staatsbürger auf internationalen Gewässern erlaubt! Der mediale Aufschrei wäre riesig gewesen und das EDA hätte sich wohl auch nicht nur mit ein paar billigen Ausflüchten begnügt. Diese Doppelstandarts müssen endlich aufhören! Vielen Dank all den mutigen AktivistInnen, die mehr Menschlichkeit bewiesen haben als all unsere PolitikerInnen und Leitmedien zusammen. Sie machen mir – und auch den Menschen in Gaza – Hoffnung!

    • am 29.05.2026 um 13:13 Uhr
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      zit.(«..und auch den Menschen in Gaza – Hoffnung!…») -Glauben Sie das wirklich ? Ich nicht. Israel hat diesen Menschen alle Hoffnungen genommen , kenntlich an der unverhohlenen Aufforderung Netanyahus zur «freiwilligen Auswanderung» – eine unglaubliche Niedertracht. Was glauben die Israelis, werden Menschen machen, junge Menschen zumal, die eine solche Zukunft vor sich sehen. Zumal das junge Menschen sind,die zunehmend durch Bildungsferne gekennzeichnet sind und damit kaum noch Chancen bieten für eine intellektuelle Ansprache. Ich wiederhole : Hoffnung würden die haben können, wenn die EU 10.000 Mann, vollausgerüstet, in Gaza anlanden würde. Doch auch dann wäre die Frage, welche Ordnungsstrukturen könnten aufgebaut werden. Das inhärente Problem der Palästinenser war und ist,daß sie diese Kompetenz kaum entwickelt haben.

      • am 30.05.2026 um 20:30 Uhr
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        Dass diese Solidarität den Menschen in Gaza Hoffnung gibt, glaube ich nicht nur, ich weiss es von Menschen direkt vor Ort. Auch wenn eine solche Bewegung allein ihre Situation natürlich nicht ändern kann, aber die Anerkennung des Unrechts, das daraus resultierende Engagement für sie und das «gesehen» werden, wenn auch nur von zivilen Bewegungen, ja das macht etwas und gibt ihnen Hoffnung. Die Gewalterfahrung der JüdInnen will nach über 70 Jahren noch anerkannt werden, warum soll es Menschen, die einen Genozid heute erleben, anders gehen? Leider sind wir nach über 70 Jahren noch immer und lange nicht so weit, die Gewalterfahrung der Palästinenser vollumfänglich anzuerkennen und zu entschädigen.

  • am 29.05.2026 um 01:17 Uhr
    Permalink

    Wir sollten uns fragen, weshalb unsere Politik Völkermord, Folterungen und unendliches Leid stillschweigend hinnimmt, weshalb Bundesrat Cassis sich in Schweigen hüllt. Wovor hat er Angst? Gute wirtschaftliche Geschäfte zu verlieren? Angst vor dem Mossad (ein furchterregender Geheimdienst), vor der CIA oder Angst vor US-Sanktionen?
    Es ist höchste Zeit, dass die Neutralität in unsere Verfassung klar und strickt definiert wird! Da werden sich feige, unmoralische und unverantwortliche Politiker nicht mehr lange an der Macht halten können.

  • am 29.05.2026 um 08:39 Uhr
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    Ich fühle mich von diesem Bundesrat nicht vertreten, der sich nicht einmal zu dieser folterhaften Piraterie Israels äussert und weiterhin Waffengeschäfte mit diesem Land macht. Natürlich sind die sonstigen Verbrechen in Gaza, Westjordanland, und Libanon viel schlimmer, an die man sich leider gewöhnt hat, wie an die der Gegenseite.

  • am 29.05.2026 um 11:32 Uhr
    Permalink

    Meine erste Reaktion auf diese Schilderungen: Ich bin fassungslos, erschüttert über so viel Brutalität von israelischen Soldaten gegenüber friedlichen AktivistInnen. Wütend über die Feigheit der Schweizer Behörden, die Verantwortlichen in der israelischen Regierung dafür zu behaften. Und ein anderer Teil in mir weiss leider nur zu gut, dass es Machterhaltung um jeden Preis und handfeste wirtschaftliche Interessen sind, welche dazu führen, dass die Dinge so schrecklich sind wie sie sind. Ich wünschte mir, dass die Juden und Jüdinnen in der Schweiz den Mut finden, ihre Stimme gegen die Vertreibungs- und Vernichtungspolitik Israels gegenüber den PalästinenserInnen zu erheben und den Bundesrat dazu bringen könnten weder Kriegsmaterial nach Israel auszuführen, noch von dort zu importieren. Ich weiss, das ist angesichts der herrschenden Machtverhältnisse naiv – und dennoch stehe ich dafür ein.

  • am 29.05.2026 um 12:18 Uhr
    Permalink

    Danke für den Beitrag im Infosperber. Wer sonst informiert über das brutale Handeln der Schergen des «Von Gott auserwählten Volkes «.
    Wenn so wie im Artikel beschrieben mit Menschen aus dem Westen umgegangen wird, braucht es wenig Fantasie sich vorzustellen, wie mit den Palästinensern verfahren wird.
    Die ranghöchsten israelischen Führer haben ja im Oktober 23 öffentlich angekündigt, dass sie die palästinensische Bevölkerung behandeln werde wie Tiere. Das haben sie getan und tun dies noch immer.

  • am 29.05.2026 um 16:18 Uhr
    Permalink

    Unglaublich, was sich da ereignet hat und wohl immer wieder ereignet. Umso wichtiger, dass die Presse wie hier dies veröffentlicht und anprangert. Danke für diesen wichtigen Artikel.

    In einem Punkt bin ich anderer Meinung wie viele Kommentatoren. Ein neutraler Staat muss sich äusserste Zurückhaltung auferlegen, damit er als neutraler Staat anerkannt bleibt und als Vermittler oder schlicht auch als Verhandlungsort Verhandlungen fördern und ermöglichen kann. Nicht neutrale Staaten und eben auch die Presse als 4. Gewalt müssten da nicht so zurückhaltend sein. Ich sehe eher dort kritisch, dass ich in den MSM nichts dazu gelesen habe, sondern erst hier auf infosperber.

    • am 30.05.2026 um 08:59 Uhr
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      Es ist kein Widerspruch neutral zu sein und sich für seine Landsleute einzusetzen.
      Und die CH ist ja leider nicht mal neutral sondern schwer NATO hörig.

  • am 29.05.2026 um 16:18 Uhr
    Permalink

    Alle in der Schweiz wohnenden muss bewusst sein, dass unsere Armee solches Vorgehen kopiert und trainiert. Das ist NATO/IDF Standard und habe ich selber in meiner RS erlebt. Die IDF ist das grosse Vorbild und dem wird nachgeeifert.
    Deshalb Armee abschaffen, zumindest NATO Anbindung verhindern, Sanktionen an den Nagel hängen und in die Ausbildung von echten (!) Diplomaten investieren wie früher. Es lohnt sich.
    Unser EDA ist eine Schande. Auch das schweizweite Schweigen zur Bombardierung des Studentenwohnheimes in Starobelsk in der Lugansker Volksrepublik ist für mich genauso schockierend. Das ist ein potentieller Auftakt zum 3. Weltkrieg. Da wurden junge Frauen teilweise in ihren Hochzeitskleidern begraben, da sie andere Pläne für den Sommer hatten. Niemand interessiert es im deutschsprachigen Raum. Es sind ja nur Russen….

  • am 29.05.2026 um 18:37 Uhr
    Permalink

    Früher konnte man noch Stolz sagen, dass man Schweizer/in ist. Und die Schweiz war berühmt, dass sie ihren Bürgern hilf. Unterdessen finde ich es nur noch beschämend, wie sich unsere Politiker in solchen Situationen verhalten.
    Danke an die friedlichen Aktivisten, die so mutig sind und trotzdem versuchen die Menschlichkeit zu verteidigen.

  • am 29.05.2026 um 23:39 Uhr
    Permalink

    Ein Außenministerium ist gesetzlich verpflichtet, sich um die Wahrung der Rechte von Staatsbürgern im Ausland zu kümmern. Deswegen wird Konsulatsmitarbeitern meist Zutritt gewährt; das Konsulat entscheidet dann, ob Rechtshilfe nötig ist, ob weiterer Kontakt zu ausländischen Behörden aufgenommen wird usw. Jeder Schweizer Bürger im Ausland hat einen Rechtsanspruch auf Kontakt zu seiner Vertretung: Nach Art. 5 lit. a des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen ist es Aufgabe der jeweiligen Heimatstaaten, die Interessen ihrer Bürger im Ausland zu schützen und ihnen Hilfe und Beistand zu leisten! Die Schweiz ist diesem Abkommen 1965 beigetreten. Es muss noch recherchiert werden, ob die Vertretung der Schweiz in Israel sich entsprechend bemüht hat und diesen vertraglich versicherten Pflichten ihren Bürgern gegenüber nachgekommen ist.

  • am 30.05.2026 um 10:09 Uhr
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    Nach diesem Bericht kann sich wohl jeder vorstellen, wie palästinensiche Gefangene in Israels Gefängnissen behandelt werden.
    Es braucht Sanktionen gegen diese israelische Regierung.

  • am 31.05.2026 um 04:32 Uhr
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    Besonders besorgt bin ich über das Verhalten unseres Bundesrats Cassis, der sich nicht an die Neutralitätspolitik hält, zu der er bei seiner Wahl verpflichtet war. Seine Handlungen, wie die Beteiligung an Boykotten gegen Russland und das Ignorieren der israelischen Greueltaten in Gaza und der illegalen Besetzung der Golanhöhen, beschämen mich als Gerechtigkeit liebender Schweizer. Ich kann auch die Vorstellung nicht akzeptieren, dass das jüdische Volk als von Gott auserwählt angesehen wird. Da Gott von Menschen erschaffen wurde, um ihrem Leben Sinn und Halt zu geben, kann seine Existenz nicht belegt werden. Die Bibel, das Buch des Glaubens, wurde von Menschen vor über 2000 Jahren verfasst und vertritt nicht die Anliegen der heutigen Menschen.

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