Volksabstimmungen: Die Top Ten der Geldgeber
Mit 1,7 Millionen Franken finanzierten die Parteien, allen voran die SP und die FDP, letztes Jahr fünf Abstimmungskampagnen – ein bescheidenes Budget, verglichen mit den Summen, welche die Verbände aufwarfen: 10,4 Millionen Franken.
Der gemeinnützige Verein «Lobbywatch», hinter dem eine Gruppe von Journalistinnen und Journalisten steht, hat die Geldflüsse analysiert. 6,5 Millionen Franken steckte der Hauseigentümerverband demzufolge in die Kampagne zur Abschaffung des Eigenmietwerts. «Das ist zwölfmal so viel wie das Gegenlager, das nur auf etwas mehr als eine halbe Million kam», schreibt «Lobbywatch».
Die Abstimmung fiel zugunsten des Hauseigentümerverbands aus: 57,7 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger waren dafür, den Eigenmietwert abzuschaffen.
Die anonymen Spender
Der zweitgrösste Financier bei den fünf Volksabstimmungen auf Bundesebene im Jahr 2025 war Economiesuisse. Seit Beginn der Erhebungen sei dieser Wirtschaftsdachverband «die grösste Geldgeberin der nationalen Politik».
Von den total 14,6 Millionen Franken, die letztes Jahr in die fünf Abstimmungskämpfe auf Bundesebene flossen, stammten 12 Millionen von nur zehn Geldgebern. Auf dem dritten Rang der grössten Financiers stand ein anonymes «Aktionskomitee für Freiheit», dem der Kampf gegen die Erbschaftssteuer-Initiative 750’000 Franken wert war.

Bei der Erbschaftssteuer stand es 1:10
Bei der Abstimmung zur Erbschaftssteuer standen den Initianten 0,4 Millionen Franken zur Verfügung. Die Gegner warfen laut «Lobbywatch» 4,2 Millionen Franken auf. Mit 78,3 Prozent Nein-Stimmen ging diese Juso-Volksinitiative bachab.
Ein erheblicher Teil der Spender gegen die Juso-Initiative wollte nicht namentlich hinstehen: 1,75 Millionen Franken seien anonym gespendet worden. «Die Daten zeigen: Wer wirklich hinter den Millionen steckt, bleibt mit der aktuellen Regelung der Politikfinanzierung nach wie vor im Dunkeln – ein Zustand, den nur eine schärfere Transparenzpflicht ändern kann», so «Lobbywatch».

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