«Stärker als Russland bedroht uns die Abkehr vom Christentum»
Bereits an der letzten Münchner Sicherheitskonferenz erklärte Vance den anwesenden Vertretern der Atlantischen Allianz:
«Die Bedrohung, die mir in Bezug auf Europa am meisten Sorgen bereitet, ist nicht Russland, nicht China und auch kein anderer Akteur von aussen. Was mir Sorgen bereitet, ist die Bedrohung von innen, nämlich der Rückzug Europas von einigen seiner grundlegendsten Werte – Werte, die es mit den Vereinigten Staaten von Amerika teilt.»
Die drängendste Herausforderung für Europa, so argumentierte Vance, sei die Massenimmigration, verursacht durch Politiker, die sich über den Wählerwillen hinwegsetzen und «die Schleusen für Millionen ungeprüfter Einwanderer öffnen» würden.

In seinem 2026 veröffentlichten Buch «Communion: Finding My Way Back to Faith» präzisiert Vance, dass er neben der Sicherheit den Glauben gefährdet sieht:
«Indem unsere Politiker durch Einwanderung die demografische Vielfalt beispiellos vergrösserten, haben sie gleichzeitig die stärkste Kraft für den kulturellen Zusammenhalt enorm geschwächt: das Christentum.»
Auch andere hochrangige Vertreter der US-Regierung erklären, sie sähen das gemeinsame christliche Fundament des Westens bedroht. Ebenfalls an der diesjährigen Münchner Konferenz bezeichnete US-Aussenminister Marco Rubio – Vances möglicher Konkurrent um die republikanische Nominierung für 2028 – das Christentum als «heiliges Erbe, eine unzerbrechliche Verbindung zwischen der Alten und der Neuen Welt».
US-Kriegsminister Pete Hegseth meinte bei einem Treffen der Verteidigungsminister der westlichen Hemisphäre Anfang dieses Jahres, die «entscheidende Bewährungsprobe» sei die Frage, «ob unsere Staaten westliche Nationen mit unverwechselbaren Merkmalen bleiben werden – christliche Nationen unter Gott, stolz auf unser gemeinsames Erbe, mit starken Grenzen und einer wohlhabenden Bevölkerung».
JD Vance stellt sich in seinem Buch «Communion» als bekehrter Christ dar:
«Ich sehnte mich verzweifelt nach einer Weltanschauung, die unser schlechtes Verhalten als zugleich soziales und individuelles, strukturelles und moralisches Phänomen versteht. Eine Weltanschauung, die anerkennt, dass wir Produkte unserer Umgebung sind und dass wir die Verantwortung haben, diese Umgebung zu verändern. […] Die Geschichte, wie ich meinen Glauben wiedergewonnen habe, geschah natürlich nur, weil ich ihn zuvor verloren hatte. […] Ich bin froh, dass ich meinen Weg zurück zur Kirche gefunden habe.»
Welches die christlichen Werte konkret sind, führt Vance nicht aus. Die Nächstenliebe gehört offensichtlich nicht dazu.
Zum ethischen Handeln schreibt er in «Communion»: «Ob eine Handlung gut oder schlecht ist, wird nicht allein durch das Ergebnis bestimmt, sondern durch die Art der Handlung und die dahinterstehenden Absichten.»
Kritiker würden der Regierung vorwerfen, sie gehe in der Einwanderungspolitik «zu hart» vor. Doch er geht nicht darauf ein: «Diese Frage möchte ich auf diesen Seiten nicht erörtern. Wenn moralische Prinzipien in der realen Welt angewandt werden, muss man Vor- und Nachteile ständig miteinander abwägen.»
Doch um diese Abwägung drückt sich Vance in seinem Buch.
In der Politik ist er als Vizepräsident zur unterwürfigen Nummer 2 eines Mannes geworden, den er zuvor als «kulturelles Heroin» und «Amerikas Hitler» verurteilt hatte.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.







Wir sind das Abendland. Soviel ist sicher.
Offensichtlich hat JD Vance (als ‚Katholik‘) die Enzyklika von Leo XIV. nicht gelesen!
Vance, Rubio, Hegseth, Graham und andere gehörten zu den schärfsten Kritikern Trumps und wurden dann plötzlich seine grössten Anhänger, als es eine politische Chance gab. Alles Heuchler. Das Gerede vom Christentum passt dazu.
Keine Beleidigungen… steht da oben. Da halte ich mich gerne daran und begnüge mich zu fragen: «Nächstenliebe gehört offensichtlich nicht dazu.». Wird das J.D.Vance gerecht? Die zitierte Stelle scheint mir sehr differenziert und ehrlich. Er schreibt über die Dilemmata, in denen jeder steckt, der einem System dient. Unsere Art respektlos mit Verantwortungsträgern umzugehen, trägt mit dazu bei, dass es immer schwierieger wird differenzierte und sensible Menschen für politische Ämter zu gewinnen.
SZ 12. 12. 2016, 18:55: «Saudi-Arabien und das Gift der reinen Lehre – Seit Jahren fördert des wahhabitische Königreich gezielt eine rigide Auslegung des Islam – rund um den Globus. Damit bereitet es Extremisten den Boden…»
NZZ Benedict Neff 26.06.2026, 06.14: «Staatsfeind Nummer eins: Radikale Muslime breiten sich in Europa aus Islamisten unterwandern die europäische Gesellschaft und werden dabei vom Staat noch gefördert. Zeit, aufzuwachen.»
Swissinfo 13. Mai 2025 – 18:07: «Die USA und Saudi-Arabien haben während des Besuchs von Präsident Donald Trump in Riad Rüstungsgeschäfte im Wert von 142 Milliarden $ vereinbart…»
Höchst interessante Aussage im Artikel: «Für den Katholiken und US-Vizepräsidenten JD Vance unterhöhlen Immigration und Antichristen grundlegende gemeinsame Werte.» Das könnte wohl heissen, der Präsident der USA muss den Wahhabismus bekämpfen, damit sich Intoleranz auf der Welt nicht weiter ausbreiten kann.
Gunther Kropp, Basel
JD Vance ist für die Welt eine politisch wichtige Persönlichkeit. Er könnte Nachfolger von Präsident Trump werden, falls dessen Amtszeit vorzeitig zu Ende ginge, oder dann bei den Wahlen im Herbst 2028. Unter JD Vance würden die USA im Innern und nach aussen ein anderes Land: Isolationistischer, patriotischer, wertkonservativer.
2016 nannte Vance Trump einen Idioten, und schlimmeres. Das denkt er wohl noch immer, er ist das Gegenteil von Trump. Ein wertkonservativer Politiker, und ein ausgesprochener Familienmensch. Der Neu-Katholik bezeichnet in seinem Buch den ermordeten evangelikalen Charlie Kirk als «wahrscheinlich seinen besten Freund und engsten Vertrauten in der Welt der Politik» (Confession, S. 280). Seine Meinungsänderung zu Trump erklärt sich wohl aus seiner Aussage: «Politik ist zuweilen ein dreckiges Geschäft, bei dem man Kompromisse eingehen muss um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen» (Confession, S. 281).
Confession, zu Deutsch: Geständnis, auch Beichte.
Es fehlt nur noch die Aussage, dass jeder, der nicht an den Gott des Christentums glaubt, auf den Scheiterhaufen gehört.
Gutwillig betrachtet kann man in den Aussagen des J.D. Vance den menschlich verständlichen Wunsch nach einem lebenstauglichen
Verhaltenskodex sehen – ob er dem von ihm bevorzugten tatsächlich gerecht wird sei dahingestellt. Grundsätzlich muß man sagen :
Im Laufe der Geschichte des homo sapiens hat es viele Versuche gegeben, solche Kodices zu etablieren – überwiegend von mystischen Vorstellungen geprägt.Erst die Moderne , etwa beginnend mit der Aufklärung auf der Basis der Naturwissenschaften, hat eine entscheidende Wende
vollzogen : das Element der Nachprüfbarkeit, der Übergang von Glauben zu Wissen. Aber auch diese moderne Interpretation des Weltgeschehens
muß sich der entscheidenden Frage stellen : ist sie LEBENSTAUGLICH.Wirft man den Blick auf das aktuelle Geschehen in der Welt, so kommt man nicht an der Erkenntnis vorbei : sie ist eher LEBENSFEINDLICH. Damit liegt sie in der LEBENSCHÜTZENDEN EFFEKTIVITÄT auf etwa gleicher Höhe wie die Trias Judaismus,Christentum,Islam.