Interviews, die wir vom öffentlich-rechtlichen TV-SRF erwarten
Auf ausweichende oder irreführende «Antworten» drängen sich Gegenfragen häufig geradezu auf. Würden sie gestellt, wären Informationssendungen informativer und gleichzeitig attraktiver. Präzise Fragen und Gegenfragen setzen voraus, dass sich die Journalistinnen und Journalisten beim Thema, um das es geht, auskennen. Davon sollte man wenigstens beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgehen können.
Wenn beispielsweise die «Tagesschau» des Fernsehens SRF Argumente eines Initiativkomitees verbreitet, ist es für Zuschauende frustrierend zu hören, dass die «Tagesschau» über die Argumente der Gegner bereits vor zehn Tagen informiert habe. Wer kann sich schon daran erinnern? Es ist eine billige Art, dem Gebot der Ausgewogenheit gerecht zu werden.
Warum nicht die Gelegenheit zweimal nutzen, um über Kernargumente beider Seiten kontrovers zu informieren? Eine eigene Meinung können sich Zuschauende am besten bilden, wenn sie verschiedene Seiten möglichst gleichzeitig zu hören bekommen.
Gegenfragen drängen sich besonders auf, wenn ein Regierungsvertreter oder ein Wirtschaftsvertreter Auskunft geben. Denn Behörden und Wirtschaft beschäftigen gewiefte PR-Abteilungen, welche Argumente und Wortwahl gezielt vorformulieren.
Ein Beispiel im «10vor10» vom 3. August. Zur Kritik, dass der Bundesrat Subventionen ausgerechnet zum Schutz der Wälder kürzen will, hielt der Journalist Bundesrat Albert Rösti einfach das Mikrofon hin.
Anders ZDF-Moderator Christian Sievers, der am 2. August Jochen Flasbarth, SPD-Staatssekretär im Bundesumweltministerium, über die Haltung der Bundesregierung zu den fast 10’000 Hitzetoten in Deutschland befragte. Das Beispiel eines mustergültigen Interviews::
(Falls Video mit Safari nicht korrekt läuft, direkt diesen ZDF-Link wählen ab Minute 07.05)
Und im folgenden als Musterbeispiel die tägliche Sendung «Inside Story» vom katarischen Sender «Al Jazeera». Es sind jeweils Experten eingeladen, die kontroverse Sichtweisen zu einem aktuellen aussenpolitischen Thema darlegen. Am 3. August zur Lage in Gaza:
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.








Öffentlich-rechtliches (Service Public) SRF müsste objektiv berichten (für alle). Faktisch finde ich SRF USA-Sender (NATO = USA Oberbefehl). Dieselbe Ideologie sehe ich bei Uni Zürich (UZH-Magazin).
Vergleiche Doku: «HAVAS – Die Freimaurer-Mutter aller Nachrichtenagenturen».
Beispiel: «Warum berichtet SRF nicht über den Friedensmarsch in der Ukraine?» Antwort SRF: «Bis heute haben wir von den unabhängigen Agenturen, von denen wir Bildmaterial erhalten (Reuters, AP, AFP), keine einzige Meldung und auch kein Videomaterial von diesem Marsch erhalten. Gemäss den Recherchen unseres Korrespondenten ist der Marsch auch bei weitem nicht so gross, wie er dargestellt wird.»
Ich empfinde die Nachrichtensendungen des SRF weitgehend als Infotainment mit wenig Relevanz. So ist man darauf angewiesen sich bei Sendern aus Deutschland zu informieren, was allerdings – gerade zum Thema Palästina – eher verhängnisvoll ist.
Es bleibt einem, um abzuschätzen, ob wir genügend und gesamthaft informiert werden nur der Weg, mehrere Quellen zu nutzen.
Dass bei uns die Nachrichten kaum so «kantig» sind, wie sie es andernorts sind, ist wahrscheinlich auch mit einer geistig hemmenden Schere bei den JournalistInnen verbunden, dass sie zukünftig allenfalls als nicht mehr genehm keine Interviews mehr führen können. Der Dauerangriff auf die SRF trägt so auch «Früchte».
Hinzu kommt, dass mit dem Abbau der Gebühren an die SRG durch den BR automatisch auch der Journalismus leidet. Das Gröbste haben wir mit der Ablehnung der Halbierungsinitiative verhindert.
Die, aus meiner Sicht, gelebte Zurückhaltung der SRG ist schade. Sie müsste gesicherter unabhängig sein, um «kantiger» zu sein. Es hilft nicht, wenn die SRG aus Angst sich selber beschneidet. So verstehe ich den derzeitigen «Umbau» bei der SRG.
Mein spontaner Gedanke zu diesem Artikel:
Danke, endlich sagt’s mal jemand!
Ich hoffe sehr, die Damen und Herren bei SRF schauen sich diesen Artikel selbstkritisch an.