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Extrem hohe Temperaturen können besonders für ältere Menschen schnell gefährlich werden. © Depositphotos

Hunderte Hitzetote und die Politik tut: wenig

Daniela Gschweng /  Extreme Hitze scheint etwas zu sein, das man klaglos hinnehmen soll. Dabei hat ein Staat die Pflicht, die Bevölkerung zu schützen.

Tagelang ächzte Europa unter Temperaturen um die 40 Grad. Und die nächste Hitzewelle kündigt sich bereits an. Temperaturen um 30 Grad fühlen sich inzwischen fast kühl an. Der Körper kann sich anpassen, lernt man.

Bis zu einem gewissen Grad. In Deutschland starben es laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bereits vor dem 21. Juni etwa 810 Menschen an den Folgen der Hitze. In der folgenden sehr heissen Woche bis zum 28. Juni kamen noch einmal 4310 dazu.

Das sind Schätzungen. Direkt an einem Hitzschlag sterben nur wenige. «Hitze» wird deshalb nur selten als Todesursache auf dem Totenschein eingetragen. Das RKI ermittelt deshalb jedes Jahr von Kalenderwoche 15 bis 35 die Übersterblichkeit. Diese steigt an heissen Tagen deutlich an.

Das südliche Bundesland Baden-Württemberg, in dem etwa so viele Menschen wohnen wie in der Schweiz, war mit 260 Sterbefällen bis zum 21. Juni besonders betroffen. Auch gemessen an der Bevölkerungszahl war die Sterblichkeit in den südlichen Bundesländern höher. In der Schweiz starben «in der Woche vom 22. bis zum 28. Juni 175 Seniorinnen und Senioren mehr als zu erwarten gewesen wäre», berichtete «Schweiz heute». Zum Vergleich: Die durchschnittliche Sterblichkeit liegt in Deutschland bei 2700 Menschen pro Tag, in der Schweiz bei etwa 200.

Die Hitze belastete auch das Gesundheitssystem. Pflegende, Ärztinnen und Ärzte sowie Rettungsdienste klagten auf Social Media über die hohe Arbeitsbelastung, vor allem in den Grossstädten.

Die Chefetage winkt ab

Die deutsche Politik sagte dazu: so gut wie nichts. Die politische Führung Deutschlands beschäftigte sich vor allem mit den anstehenden Reformen des Steuer-, Renten- und Gesundheitssystems. Die Berichterstattung über die gefährliche Hitze beschränkte sich grösstenteils auf Lokalmedien. Bilder zeigten Nebelduschen und Bauarbeiter, Journalistinnen und Journalisten befragten von der Hitze geplagte Menschen. Dasselbe in der Schweiz. Unterricht sei bei derart hohen Temperaturen kaum noch möglich, ein Kind habe sogar einen Hitzschlag erlitten, zitierte beispielsweise das Basler Medium «Bajour» einen Lehrer.

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In Hitzewellen gibt es in Deutschland in der Regel eine deutlich erhöhte Sterblichkeit. (Schwarze Linie: Sterbefallzahlen; rote Linie: mit Hitze; blaue Linie: ohne Hitze; WMT: Wochenmitteltemperatur)

Er wolle die Temperaturen nicht zur «Chefsache» machen, das würde das Wetter auch nicht ändern. Man wolle auch keine Erwartungen wecken, liess der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz am 29. Juni durch seinen Regierungssprecher ausrichten (ZDF). Der Schweizer Bundesrat und Umweltminister Albert Rösti warnte vor «Übertreibung».

Es würde niemandem einfallen, Drogen- und Verkehrstote als unvermeidlich hinzunehmen

Zum Vergleich: In Deutschland gab es im vergangenen Jahr 2814 Verkehrstote und 2150 Drogentote. An den Folgen von Hitze starben 2023 und 2024 laut RKI jeweils etwa 3000 Menschen, in den ersten acht Monaten 2025 waren es rund 2600.

Es würde wohl niemand sagen, Verkehrsunfälle und Drogenprobleme habe es immer schon gegeben. Sowohl der Staat als auch die Hersteller tun viel, um den Verkehr sicherer zu machen. Es gibt zahlreiche Massnahmen, um die Zahl der Drogentoten zu senken. Die meisten Sterbefälle durch Hitze wären mit weniger Aufwand vermeidbar.

Hitzeschutz ist Ländersache

Vordergründig hatte der deutsche Regierungschef mit seiner Zurückhaltung sogar recht. Hitzeschutz ist in Deutschland Ländersache. In einem halben Jahr müssen die Länder eine Klimaanpassungsstrategie vorlegen, zu der auch Hitzeschutzpläne gehören. Einheitliche oder verpflichtende Vorgaben, was ein Hitzeaktionsplan beinhalten soll, gibt es jedoch nicht. Bereits eine Webseite mit Tipps zum Hitzeschutz kann als Massnahme gelten.

Mittel- und langfristige Lösungsansätze zur Hitzeresilienz gibt es durchaus: Entsiegelung, Begrünung, Schwammstädte, Umbau von Spitälern und Pflegeheimen, bauliche Vorgaben, städtebauliche Anpassungen oder Trinkwasserbrunnen. Was davon Risikogruppen während einer Hitzewelle konkret hilft, ist fraglich. Kurzfristig geschieht eher wenig.

Gesucht: Konkrete Massnahmen

Gefährdet sind vor allem ältere Menschen – 58 Prozent der bis zum 28. Juni an den Folgen der Hitze Verstorbenen waren laut RKI über 85 Jahre alt, 94 Prozent über 65 Jahre. Besonders gefährdet sind auch Kinder, Schwangere, chronisch Kranke und Menschen mit geringen finanziellen Mitteln. Diese wohnen häufig dort, wo es am heissesten ist: in den dicht bebauten Quartieren der Ballungszentren.

KR Kind Nebeldusche
Ein Kind spielt in Köln in einer Nebeldusche. Man gönnt es ihm – am meisten von Hitze gefährdet sind jedoch ältere Menschen.

Massnahmen wie Nebelduschen auf Marktplätzen sind sinnvoll, um das Stadtklima an stark frequentierten Orten zu verbessern. Den Menschen in der Dachwohnung nebenan helfen sie jedoch wenig. Deren Bewohnerinnen und Bewohner können vermutlich nur übermüdet lächeln, wenn sie wieder einmal hören, dass sie viel trinken sollen. Sie kleben reflektierende Rettungsdecken auf ihre Dachfenster und kaufen sich eine Klimaanlage, wenn sie die Mittel dazu haben. Es ist sicher ratsam, die Bevölkerung vor Hitzewellen zu warnen, und bestimmt nicht falsch, viel zu trinken. Doch es fehlt an konkreten Massnahmen, die besonders gefährdete Menschen wirksam schützen. Kälteräume beispielsweise sind selten. Wer besonderen Schutz benötigt und wo er oder sie lebt, ist häufig gar nicht bekannt.

Der Staat hat eine Fürsorgepflicht

Für Arbeitgeber in Deutschland und der Schweiz gibt es recht detaillierte Vorgaben, ab welcher Temperatur sie aktiv werden und ihre Angestellten entlasten müssen – etwa durch kostenlose Kaltgetränke, gelockerte Kleidervorschriften oder angepasste Arbeitszeiten. Die Arbeitgebenden halten sich meist daran, denn sie tragen Verantwortung und haben eine Fürsorgepflicht. Der grösste Teil der besonders gefährdeten Menschen ist jedoch nicht erwerbstätig. Für sie muss der Staat sorgen.

Hitzeschutz und Hitzevorsorge hätten sich in Deutschland in den vergangenen Jahren verbessert, gut sei die Situation aber noch lange nicht, sagte Jonas Gerke, Experte für Klimaanpassung bei der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (Klug), dem «ZDF». Es gebe noch viele Lücken in der Hitzevorsorge. Hitzeschutz sei nicht einmal bei Neubauten gewährleistet, sagte der Klug-Vorsitzende Martin Herrmann dem
«Deutschlandfunk» (DLF). Ein Programm, das Einrichtungen wie Pflegeheime, Kitas und Schulen beim Umbau unterstützt habe, sei 2026 sogar eingestellt worden. In vielen Krankenhäusern ist Hitze kaum ein Thema. Klimatisiert ist häufig nur die Intensivstation.

Für die Zukunft reichen die heutigen Massnahmen kaum aus

Die Verantwortung liegt damit weitgehend bei den meist klammen Kommunen. Hilfsprogramme gebe es zwar. Wer jedoch kein Personal habe, um Förderanträge zu stellen, bekomme auch kein Geld, sagte Uwe Conradt, Vizepräsident des Deutschen Städtetags, dem «DLF».

In der Schweiz gab es nach der aussergewöhnlich tödlichen Hitzewelle von 2003 erste strukturierte Massnahmen wie mehrstufige Hitzeaktionspläne. Welche Massnahmen die einzelnen Kantone vorsehen und umsetzen, unterscheide sich jedoch stark, sagt das Schweizer Tropeninstitut. Für die Zukunft dürften die heutigen Massnahmen kaum ausreichen, sagt auch das Bundesamt für Gesundheit.

In Deutschland hänge der Hitzeschutz letztlich vom politischen Willen und der Initiative Einzelner ab, sagt Gerke. Das gilt häufig auch für die Schweiz. Seit 2003 gibt es mehrstufige Hitzeaktionspläne und erfolgreiche Projekte, um besonders gefährdeten Menschen konkret zu helfen. Doch oft beruhen sie auf dem Engagement Einzelner.

Schnell und unbürokratisch reagierte während der jüngsten Hitzewelle etwa das Museum der Kulturen Basel und öffnete kostenlos die Türen zu seiner klimatisierten Ausstellung. Das Kunstmuseum Basel gewährte Menschen über 65 Jahren freien Eintritt. Warum auch nicht? Museen geben einen grossen Teil ihres Budgets für die Klimatisierung ihrer Räume aus. Bei öffentlichen Museen bezahlt diese letztlich die Allgemeinheit. Im deutschen Karlsruhe beschwerten sich derweil Ikea-Kunden über das ganztags mit Studierenden überfüllte klimatisierte Restaurant. Das Möbelhaus liess sie gewähren.

Frankreich handelte entschlossen

Ganz anders in Frankreich, das von Temperaturen um die 40 Grad und darüber noch heftiger betroffen war als Deutschland. Das Land reagierte schnell. In den besonders heissen Départements untersagte die Regierung den Konsum von Alkohol. Mehrere Veranstaltungen wurden abgesagt, Schulen wurden geschlossen, registrierte Pariserinnen und Pariser wurden von der Stadt vorsorglich angerufen.

Jean Castex, Chef der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF, empfahl gefährdeten Personen, auf Bahnreisen zu verzichten. Der französische Präsident rief dazu auf, auf schutzbedürftige Menschen zu achten. Auch in Frankreich gab es Einzelaktionen, um Menschen vor Hitze zu schützen: Straßburg und Mulhouse beispielsweise boten für einige Tage kostenlose Tramfahrten an, Park-and-Ride-Parkplätze waren kostenlos. Dennoch gab es nach aktuellem Stand mindestens 1000 Hitzetote im Land.

Hitze ist kein lautes Problem – deshalb aber nicht weniger tödlich

Solche Zahlen kommen nicht unerwartet, und sie werden im Laufe des Sommers voraussichtlich noch steigen – die Hitzewelle Ende Juni sei wie eine Generalprobe gewesen, schrieb die WHO. Die nächste kündigt sich bereits an.

Es wird auch wieder kühlere Sommer geben. Aber zumindest in den kommenden Jahrzehnten werden die Temperaturen weiter steigen und damit auch die Zahl der heissen Tage. Selbst dann, wenn die Menschheit sofort die Produktion aller Klimagase einstellen würde. Dazu kommt der demografische Wandel. Es wird mehr ältere und damit verletzlichere Menschen geben.

Warum interessiert das Thema die Politik dann so wenig? Hitze sei kein lautes Problem, sagt Martin Herrmann. Sie liefere kaum dramatische Bilder wie Überschwemmungen. Gefährdete Menschen würden kaum wahrgenommen. Auch andere Expertinnen und Experten sprechen vom «stillen Killer». Der «Deutschlandfunk» erinnert daran, dass nach Extremereignissen die Aufmerksamkeit meist schnell wieder nachlasse.

Wirtschaft: Ab 30 Grad wird es teuer

Wirtschaftlich ist Hitze ein nachhaltiges Problem. Vielleicht sollte sich die grosse Politik mit den Auswirkungen von Hitzewellen auf den Steuerfluss beschäftigen. Ab 30 Grad sinkt die Produktivität um etwa drei Prozent pro zusätzlichem Grad. Gleichzeitig stiegen die Energiekosten um etwa 1,2 Prozent pro Grad, weil mehr gekühlt werden müsse, fasste die «Tagesschau» eine Untersuchung des Versicherers Allianz Trade zusammen. Allein Deutschland drohten Verluste von bis zu 131 Milliarden Dollar, wenn sich die Hitzewellen der Vergangenheit wiederholen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte bis 2030 um drei Prozent sinken. Es hänge natürlich davon ab, welche Branche man betrachte und wie lange eine Hitzewelle andauere, sagte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln gegenüber der «Wirtschaftswoche».

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15 Meinungen

  • am 12.07.2026 um 10:50 Uhr
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    Wegen der Hitze gibt es mehr Tote, die Flüsse sind zu warm, Fische sterben, Trinkwasser wird zunehmend knapp, auf den Alpen herrscht Wassermangel, die Blaualgen in den Seen werden zu Teppiche weil immer noch zu viel Gülle rein fliesst. All das passiert jetzt und wird zunehmen.
    Aber Rechtsbürgerliche reden von Aufrüstung. Ich habe die die Nase gestrichen voll von diesem Science-Fiction.

  • am 12.07.2026 um 11:06 Uhr
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    Es sollte körperwarmer Tee/Wasser getrunken werden, keine KALTGETRÄNKE, das ist kontraproduktiv und bringt den Körper dazu sich aufzuheizen, den er muss das kalte Getränk ja aufheizen um es verdaulich zu machen. Schaut mal auf die Beduinen, das sind Experten in Sachen Hitze am Tag. Einfach wäre zum Bsp. Nachts auf dem bau zu arbeiten, aber dann sind die schlafenden wieder «ungeschützt». Jeder wird wohl wissen was er zu tun hat! Wer eben über 70ist hat meistens irgendwelche Pilleli zu schlucken, bei diesen Medis besteht gerne das Problem, dass das Durstgefühl unterdrückt wird. Das kann eben gefährlich werden. Hört mal auf mit dem geschrei nach Hilfe vom Staat!

  • am 12.07.2026 um 11:21 Uhr
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    In der Realität gibts rund 10x mehr Kältettote als Hitzetote weltweit, nur thematisiert dies nie wer,passt nicht ins Narrativ. Auch hat das ZDF angefangen, Menschen die ertrinken, als Hitzetote zu zählen,was eine sehr fragwürdige Auslegung ist.
    Viele alte Menschen sterben auch im Spital oder Pflegeheim, da könnten Klimaanlagen wunderbare Dienste leisten, komischerweise finden die gerade in Deutschland wenig Anklang, obwohl es eigentlich das selbe Prinzip ist, wie die staatlich verordneten Wärmepumpen.

  • am 12.07.2026 um 12:04 Uhr
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    Der Staat muss gar nix, insbesondere dieser Bevölkerungteil der massiv gegen Massnamen zum Klimawandel zu ihren eigenen gunsten ausspielt, soll SELBER schauen!.
    Die Jugend muss mit dem Schwachsinn was die Wählerschaft ihr lebenlang leben, und die sollen die verursacher unterstützen?

  • am 12.07.2026 um 12:47 Uhr
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    «Staat hat die Pflicht, die Bevölkerung zu schützen.»
    Frage: Wer ist «der Staat»?
    Unsere gewählte (leider unverbindliches Parteiprogramm, nicht fristlos entlassbar wie in Wirtschaft) «Elite-Exekutive» wie BlackRock-Kanzler Merz? Oder Mainstreammedien, die uns in den Krieg schreiben? Oder gar wir selbst? Ächz. Das würde ja in Arbeit ausarten, bloss nicht?
    Fazit: Jetzt müsste jeder selbst seine Haut retten. Vergleiche Hymne von Manic Street Preachers «If You Tolerate This YOU [r Children] Will Be Next», und Alexander Schreiner «Ab AUGUST bist du GLÄSERN!» und vor allem: «NATO BESCHLUSS: DEUTSCHLAND im KRIEGSMODUS!» (Youtube).
    Meines Wissens hat «unsere Elite» die Schweiz seit Jahren präpariert auf den Weg in EU/NATO (Oberbefehl USA).

  • am 12.07.2026 um 13:04 Uhr
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    Wer nach Schweinegrippe und Corona immer noch das RKI und die WHO als glaubwürdige Quellen zitiert, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Bei Corona war jeder, der mit positivem Test verstorben war ein Corona-Opfer. Ist jetzt jeder, der an einem heissen Tag verstirbt, damit automatisch ein Hitzetoter?
    Aber natürlich müssten Alters- und Pflegeheime genauso wie Spitäter mit Klimaanlagen ausgestattet werden. Und natürlich sollte jeder und jede Geringverdiener oder Menschen mit kleiner Pension einen extra Zuschuss erhalten um sich ein Klimagerät oder zumindest einen guten Ventilator anschaffen zu können. Dafür brauche ich kein RKI um das zu wissen. Da reicht ein wenig Hausverstand.

  • am 12.07.2026 um 14:08 Uhr
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    Ich stimme zu, wenn es um weitere Begrünung von Städten etc geht, damit solche Temperaturen ertragbar sind. Aber, welcher Hinweis eindeutig fehlt und früher bei vergleichbaren Hitzeperioden noch kein Thema war, ist die verstärkte Tabletteneinnahme insbes. für das Herzkreislaufsystem. Der Blutdruck sinkt bei hohen Temperaturen automatisch und mit der zusätzlichen Einnahme von diversen Medikamenten dann viel zu tief ab. Das Resultat sind schon allein deswegen mehr Hitzetote unter den Älteren. Die Medikation müsste immer angepasst werden, was kein Arzt tut.

    • am 13.07.2026 um 21:04 Uhr
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      Stimmt, meine Aerztin hat mir nichts davon gesagt. Aber ich bin selbst darauf gekommen, dass ich die Dosis halbieren muss, wenn ich noch auf die Beine kommen will bei diese Hitze.

  • am 12.07.2026 um 14:38 Uhr
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    auf der luzerner Landschaft wird munter weiter zubetoniert und jede potentielle «Unkraut»-Ecke zugepflastert. Grosse Bäume im Siedlungs- und Gewerbegebiet, an Bahnhöfen und entlang von Strassen werden systematisch und ersatzlos gefällt. Brunnen werden abgestellt oder bekommen vorsorglich ein «kein Trinkwasser» Schild. Hecken und Waldränder werden weiterhin gerodet und auf den SUV pinnt man stolz einen «Fuck you Greta» Aufkleber. Ich kanns nicht mehr hören dieses leere Naturschutz blabla unserer profitorientierten Gesellschaft.

  • am 12.07.2026 um 15:22 Uhr
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    Wieso soll der Staat uns schützen? Wir haben diese Politiker gewählt und schicken fast alle Massnahmen für den Klima- und Umweltschutz den Bach hinunter. Jetzt kommt an vielen Orten die Quittung. Das wundert mich nicht. Die Menschen vor der Hitze zu schützen ist ohnehin nur ein Pflästerchen. Morgen kommt eine Überschwemmung, übermorgen kommen Brände oder Wirbelstürme etc.

  • am 12.07.2026 um 16:26 Uhr
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    Da hat der Infosperber einen wirklich wunden Punkt getroffen. Einerseits machen sich manche Politiker gerne damit wichtig, dass sie die Menschen vor Gefahren schützen wollen, und dass die Ausgaben dafür alternativlos wären. Man denke nur an die 10 Milliarden Euro, welche die Bundesrepublik für die F35 Kampfflugzeuge ausgeben wird. Für eine vermutete Gefahr, die landauf landab als besonders drohend dargestellt wird, ist Geld da, während die Hitzegefahr, die real und von jedermann spürbar ist, gar nicht erst auf der Tagesordnung steht. Statt der 35 Flieger könnte man für das gleiche Geld 10 Millionen Klimaanlagen anschaffen, das wären genug für alle Altenheime, Krankenhäuser und Schulen.

  • am 12.07.2026 um 16:44 Uhr
    Permalink

    Dieses mediale Hitzegejammer ist nicht auszuhalten; die ganze Welt lacht über uns Europäer. Die meisten Menschen leben in wesentlich heißeren und feuchteren Regionen dieser Erde; unser entwicklungsgeschichtlicher Ursprung liegt in der afrikanischen Savanne, in der solche hohen Temperaturen die Regel sind. Seit den 50igern wird erfolgreich das Zaubermittel Klimaanlage eingesetzt und ist für Menschen in Brasilien, Malaysia, Südafrika, Australien, Japan usw. seit Jahrzehnten Standard. Statt «Hitzeschutzplänen» müssten Altenheime, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser mit Klimageräten ausgerüstet werden. Zu den «Hitzetoten»: ausgerechnet jene Behörden, die weder Corona- noch Impftote korrekt zählen können (oder wollen), wissen jetzt bis auf die Einserstelle genau wieviel Menschen an oder mit Hitze sterben? Und: auch in harten Wintern steigt die Sterblichkeit stark an.

  • am 13.07.2026 um 04:10 Uhr
    Permalink

    Finde es Klasse, dass dieser Artikel neben dem Artikel «Am meisten Tote in der Aare: eine dumme Tamedia-Schlagzeile» steht. Dasselbe empfinde ich für «Hunderte Hitzetote und die Politik tut: wenig». *zwinkersmiley*

  • am 13.07.2026 um 11:44 Uhr
    Permalink

    Nein, wir brauchen keine Nany-Staat. Wir haben Sommer. Basta

  • am 14.07.2026 um 15:07 Uhr
    Permalink

    Wie man Hitzetote zählt: «Das RKI ermittelt deshalb jedes Jahr von Kalenderwoche 15 bis 35 die Übersterblichkeit. Diese steigt an heissen Tagen deutlich an.» Wenn es heiss ist und die Gewässer warm, gibt es mehr Hitzetote, denn im Winter baden und ertrinken weniger Leute. Wenn man die Hitzetoten so berechnet wie im Artikel dargestellt, so ist das keine Rechnung. Absurd die Scheingenaugkeit («175»). Es gibt eine Korrelation, aber ein Kausalzusammenhang ist zweifelhaft, wie mein Beispiel zeigt..

    Zum analogen Artikel im Tages Anzeiger schrieb ich in einem Kommentar, dass die Überlebenden der hiesigen Hitze nach Italien, Griechenland etc. in die Ferien reisen würden, wo es heisser sei und sie trotzdem gesund heimkehren würden. Der Tagi liess den Kommentar nicht durch.

    Und: muss man zum Thema Hitze immer mit Toten argumentieren? Die anderen leiden doch auch. Die Verteufelung der Klimaanlagen ist völlig daneben. Bis Europa einfriert, weil der Golfstrom stoppt, kann man doch kühlen.

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