Ralf Fücks und Marieluise Beck bei Anne Will

Ralf Fücks und Marieluise Beck bei Anne Will: Gründerehepaar der «Denkfabrik» Zentrum Liberale Moderne © ard

Staatlich subventionierte Lobbyisten als Gäste bei Anne Will

Red. /  500'000 Euro jährlich zahlt die Bundesregierung einer Denkfabrik, die für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine lobbyiert.

Sie treten in Talkshows als Vertreter eines «Zentrum Liberale Moderne» auf und setzen sich mit Vehemenz dafür ein, der Ukraine fast alle erdenklichen schweren Waffen zu liefern: Das Ehepaar Marieluise Beck und Ralf Fücks.

Es ist legitim und ihr gutes Recht, wenn sich Poliltiker und Experten für die Lieferung möglichst vieler schwerer Waffen an die Ukraine einsetzen.

Problematisch wird es, wenn Ralf Fücks Experten, Politiker und Kulturschaffende, die sich gegen die Lieferung schwerer Waffen aus Deutschland aussprechen, als «Unterwerfungspazifisten» abkanzelt.

Unterwerfungspazifisten
Der von der Bundesregierung finanzierte Ralf Fücks kanzelt andere Experten und Politiker, welche sich gegen die Lieferung schwerer Waffen aus Deutschland aussprechen als «Unterwerfungspazifisten» ab.

Noch problematischer wird es, wenn Fücks und Beck eine selber gegründete «Denkfabrik» vertreten, die vom Presseamt der deutschen Bundesregierung zuerst 300’000 Euro jährlich und jetzt 500’000 Euro entgegennimmt. Es handelt sich um die gemeinnützige GmbH Zentrum Liberale Moderne. Laut Wikipedia setzt sich die «Denkfabrik» für die Westbindung Deutschlands sowie die transatlantischen Beziehungen zwischen Europa und Nordamerika ein sowie für ein entschiedenes Auftreten gegenüber der russischen Regierung unter Wladimir Putin.

Die meisten deutschen Talkshows, in denen sie auftreten, stellen sie als Vertreter einer «Denkfabrik» oder eines «Thinktanks» vor, aber sie legen nicht offen, dass sie von der Regierung finanziert sind.

Problematisch ist ebenfalls, wenn sich die «Denkfabrik» vom Bundesministerium für Familien für ein «Projekt gegen Medien», namentlich für eine Fallstudie über die «Nachdenkseiten» bezahlen lässt. Die Studie kommt zwar zum Schluss, dass sich die Nachdenkseiten von Extremen abgrenzen und keine Fake-News verbreiten. Doch – und darauf hatte es die Fallstudie angelegt – würden die Nachdenkseiten «für die Politik Putins Partei nehmen». Das tun nach Ansicht der «Denkfabrik» alle, welche sich gegen die Lieferung schwerer Waffen einsetzen oder Persönlichkeiten eine Stimme geben, welche sich für eine Verhandlungslösung mit Konzessionen aussprechen, oder welche die Politik und namentlich die Osterweiterung der Nato kritisch sehen.

Die «Nachdenkseiten» protestierten dagegen, dass das Bundesfamilienministerium «ein Überwachung- und Diffamierungsportal gegen kritische Medien finanziert»:

Die «Nachdenkseiten» kontern

Mit grünen Prominenten verbunden

Da Fücks und Beck mit den Grünen verbandelt sind, bestehen auch enge Beziehungen mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (und Aussenministerin Annalena Baerbock). Nach Veröffentlichung einer – von dieser «Denkfabrik» finanzierten – Festschrift zum 70. Geburtstag des ebenfalls grünen Winfried Kretschmann, präsentierten sich Fücks, Habeck und Kretschmann gemeinsam:

2018 Fücks Kretschmann Habeck
Ralf Fücks, Robert Habeck und Winfried Kretschmann präsentieren sich im Mai 2018 gemeinsam.


Recherchen des Journalisten und Fernsehproduzenten Friedrich Küppersbusch


Alle hier präsentierten Informationen hat Friedrich Küppersbusch veröffentlicht. Noch mehr Details und Belege präsentiert Küppersbusch in folgendem Video, das am 28. Juli online ging:


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Lobbyist_Hand

Macht und Einfluss von Lobbys

Für Anliegen zu lobbyieren ist legitim. Doch allzu mächtige Lobbys korrumpieren Politik und Gesellschaft.

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5 Meinungen

  • am 31.07.2022 um 13:35 Uhr
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    Wann endlich hört diese Propaganda-Schmierenkomödie auf? Wann fangen Journalisten an, auf beiden Seiten zu recherchieren? Wann beginnen die wichtigsten Medien an sachlich zu berichten, um die breite Öffentlichkeit zu sensibilisieren und Druck auf die Regierenden auszuüben, um Menschenleben und unsere Wirtschaft zu retten: Waffenstillstand und Friedensverhandlungen.
    Jüngstes Beispiel: Die Bombardierung des Gefangenenlagers im Donezk. Wieso sollten Russen ihr eigenes Gefangenenlager bombardieren? Wer könnte eine Interesse daran haben, die eigenen Gefangenen einzuschüchtern. Russland hat mittlerweile eine UN Untersuchung beantragt, die wahrscheinlich nicht zustandekommen wird, weil Selenskyj sich dagegenstellen wird. In unseren Medien wird es aber so dargestellt, dass es ein Kriegsverbrechen der Russen sei und nur in einem Nachsatz erwähnt, dass sich beide Seiten beschuldigen. Wo bleiben journalistisches Gewissen und Ethik?

    1
    • am 1.08.2022 um 10:45 Uhr
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      Vielen Dank Herr Haller! Ich möchte Ihren Beitrag noch um ein wichtiges Beispiel ergänzen: Die Getreideausfuhren. In den Medien wird es so dargestellt, dass es nur um die Ausfuhr von ukrainischen Getreide gehe. dazu wird oft verschwiegen (oder nebenbei erwähnt, dass die Häfen ja von ukrainischen Minen blockiert sind. In den Verhandlungen zwischen der UNO, Ukraine und Russland ging es um die zeitgleiche Ausfuhr von ukrainischem UND russischen Getreide! Das russische Getreide ist ebenso wichtig und die Ausfuhr wird durch die westl. Sanktionen blockiert. Dieser Zusammenhang wird in den hiesigen Medien kaum erwähnt, sondern nur einseitig auf die russische Blockade verwiesen (z.B. gestern wieder in der Tagesschau von SRF!) . Dies entstellt den Sachverhalt und «informiert» über eine falsche Realität.

      0
  • am 1.08.2022 um 08:41 Uhr
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    Ich bin sehr, sehr enttäuscht von unseren angeblich friedliebenden und umweltbewussten «Grünen» . Hätte Deutschland schon im Februar «Nein» zu Sanktionen und Waffen gesagt, hätte man mit diesem Geld (das jetzt, nicht nur in die Luft geblasen wird, auch Menschen tötet und ins Elend stürzt) freie Wahlen und eine komfortable Umsiedlung bezahlen können. Neue Wohnungen, Kindergärten, Altenheime, Ubergangsgeld. Dass ist Demokratie. Aber all das «verspricht» der «Herr des Friedens» seinem Volk erst nach dem Krieg. Ohne Garantie!

    1
  • am 1.08.2022 um 10:37 Uhr
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    Bravo, Infosperber! Ich habe einige Auftritte und Streitgespräche mit M. Beck verfolgt; unter anderem mit J. Baberowski. Mir kam es so vor, dass sie schon seit Jahren recht eindeutig gewisse Ziele und Meinungen unters Volk bringt. Dennoch ist es ziemlicher Hammer, dass eine Frau, die sich vordergründig immer sehr eifrig für Menschenrechte, Humanismus und Demokratie einsetzt, einem Lobbyverein für Waffenexporte vorsteht. Veteran Küppersbusch hat nochmal die alten gelben Wolfzähne gezeigt; ich hoffe auf mehr. Den Grünen ist nicht zu trauen, sie sind teil desselben, potentiell käuflichen Establishments wie die restlichen Parteien.

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