Franken LeleMezzadri

Eine Aufwertung des Frankens würde die Zuwanderung dämpfen. © LeleMezzadri/Depositphotos

Die Zunahme der Bevölkerung bremsen – ganz ohne SVP-Initiative

Urs P. Gasche /  Am einfachsten wäre eine Aufwertung des Schweizer Frankens. Sie würde erst noch alles aus dem Ausland günstiger machen.

«Falls der Bund sicherstellen müsste, dass höchstens 10 Millionen Menschen in der Schweiz leben, wie soll das gehen?», fragte Bundesrat Beat Jans am 21. Mai in einem Interview der Tamedia-Zeitungen. 

Infosperber gibt mögliche Antworten. Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz soll weniger stark zunehmen als in den letzten Jahren. Doch die Schweiz soll deshalb weder das Schengen-Abkommen noch die bestehenden EU-Verträge kündigen müssen.


Die starke Zunahme bremsen

Viele teilen die Meinung von «Sonntagszeitung»-Chefredaktor Arthur Rutishauser: «In Bern müsste man sich darauf konzentrieren, was getan werden könnte, um die Zuwanderung auszubremsen, und zwar so, dass es die bestehenden und auch künftige Verträge mit der EU nicht verletzt. So unmöglich, wie das die meisten behaupten, ist das nicht.»

In eine ähnliche Richtung argumentiert Mitte-Nationalrätin und Fraktionschefin Yvonne Bürgin: «Wir wollen bereits jetzt handeln, nicht erst wenn die Schweiz 9,5 Millionen Einwohner erreicht – unabhängig davon, ob die Initiative angenommen wird oder nicht. Wir brauchen sowieso Antworten, wie wir das Bevölkerungswachstum massvoll steuern können.» 

Der Naturschutzverband «Pro Natura» wiederum engagiert sich für einen «Paradigmawechsel weg vom Wachstumszwang», um damit die «Attraktivität der Schweiz als Einwanderungsland zu senken».


Die Standort- und Steuerpolitik ändern

«Es gäbe klügere Ideen» (als die SVP-Initiative), um das Wachstum einzudämmen, meinte NZZ-Redaktor Fabian Schäfer. Die Schweiz solle «die künstliche Befeuerung der Zuwanderung» unterlassen, indem sie auf Standortförderung oder Steuervergünstigungen verzichte. Das habe der Wirtschafts-Think-Tank Avenir Suisse vorgeschlagen.

Es seien «die SVP und die Rechten, die mit immer noch niedrigeren Steuern Firmen anlocken», kritisierte Gewerkschaftspräsident Pierre-Yves Maillard: «Die SVP will die Einwanderung nicht wirklich einschränken, weil sie diese braucht: Ständerätin Esther Friedli für ihr Restaurant, Frau Martullo Blocher für ihre Industrieunternehmen, Herr Matter für seine Bank, die Bauern in der SVP für ihre Betriebe.»

«NZZ»-Redaktor Benedict Neff pflichtete Maillard bei. Die SVP sei in Wahrheit eine «Treiberin der Migration»: «Ihre Steuerpolitik befördert den Zuzug internationaler Unternehmen und Fachkräfte.» Das Bekämpfen des Bevölkerungswachstums sei für die SVP «nur ein Vehikel, um die Asylpolitik zu problematisieren».

Fest steht, dass sich dank Standortförderung im Jahr 2025 allein im Grossraum Zürich rund hundert Hightech-Unternehmen angesiedelt haben. Und Pharmafirmen benötigten in den letzten 25 Jahren in der Schweiz fast 25’000 zusätzliche Arbeitskräfte, die wiederum andere Arbeitskräfte nötig machen.

«Man könnte die Einwanderung relativ einfach drosseln», meinte auch SP-Nationalrat Jon Pult. «Die Schweiz müsste eine weniger aggressive Standort- und Steuerpolitik verfolgen. Wenn wir für das Kapital etwas weniger attraktiv wären, würden automatisch weniger Menschen zuwandern.»

Falls die Schweiz beispielsweise an der OECD-Mindeststeuer festhalte, sei «die Gefahr real, dass amerikanische Konzerne Aktivitäten aus der Schweiz zurück in die USA verschieben», warnte «NZZ»-Redaktor Matthias Benz. Die Schweiz verlöre Abeitsplätze und Steuereinnahmen. Allerdings braucht eine Schweiz mit 9 Millionen Einwohnern auch weniger Steuereinnahmen als eine Schweiz mit 10 oder mehr Einwohnern.

Fragwürdige Abgaben oder Eintrittspreise

Der freisinnige FDP-Ständerat Andrea Caroni brachte eine andere Idee zur Diskussion: Wer in der Schweiz arbeiten will, soll als Lenkungsabgabe eine Art Eintrittspreis bezahlen. Der Preis soll so hoch sein, dass viele potenzielle Einwanderer abgeschreckt werden. Singapur macht es vor: Einwanderer müssen als Eintrittsgebühr monatlich 400 Franken zahlen. 

Professor Reiner Eichenberger schlug in vielen Medien Ähnliches vor: Erwachsene Neuzuwanderer sollten in den ersten drei bis fünf Jahren zusätzlich zu den normalen Steuern eine Abgabe von 10 bis 25 Franken pro Tag entrichten, ähnlich wie eine Kurtaxe: «Neuzuwanderer profitieren von gewaltigen Investitionen und Vorleistungen der Inländer.» Wenn die Zuwanderung trotzdem weiter steigen würde, könne man einfach die Abgabe erhöhen.

Allerdings betrachten Eichenberger und Caroni nur die eine Seite der Buchhaltung. Sie übersehen, dass die Schweiz mit den Netto-Zuwanderern viel Geld spart, weil sie die Kosten für deren Erziehung, Unterhalt, Schulung und Ausbildung nicht zahlen muss.


Eine Aufwertung des Frankens

Es gibt zahlreiche Massnahmen, um bestehende Standortvorteile und -anreize für ausländische Unternehmen zu reduzieren. Beispielsweise kann man Steuervergünstigungen und Subventionen zum Anlocken ausländischer Firmen aufheben. Sie verfälschen eh den Wettbewerb.

Den einfachsten und unbürokratischsten Hebel hat die Nationalbank in der Hand. Statt den Frankenkurs künstlich tief zu halten, indem sie mit Milliardenkäufen ausländische Währungen kauft, könnte sie den Wert des Schweizer Frankens langsam, aber sicher steigen lassen. Doch die Nationalbank hortet Abermilliarden an Dollar und Euro, die sie kaufte, damit sich der Franken nicht aufwertet. Von diesen Abermilliarden profitiert die Schweizer Volkswirtschaft wenig.

Im Gegenteil: Ein stärkerer Franken bringt der gesamten Volkswirtschaft und den Konsumentinnen und Konsumenten grosse Vorteile. Alles aus dem Ausland wird günstiger.

Einzig die in der Schweiz wichtige Exportindustrie wäre einem härteren Wettbewerb ausgesetzt, weil ihre Waren und Dienstleistungen im Ausland teurer würden. Doch so lange die Schweiz viel mehr Güter und Dienstleistungen ins Ausland exportiert, als sie von dort importiert, ist dies zumutbar. 

Die Exportindustrie könnte nicht mehr gleich viel exportieren, braucht entsprechend weniger Arbeitsplätze und kann weniger hohe Gewinne machen. Allerdings bestehen Schweizer Exportprodukte wertmässig zur Hälfte aus importierten Rohstoffen und Halbfabrikaten. Diese kann die Exportindustrie dank eines stärkeren Frankens aus dem Ausland günstiger beziehen.

Für «Sonntagszeitung»-Chefredaktor Arthur Rutishauser ist klar: «Wenn man will, kann man die Zuwanderung auch damit begrenzen, dass die Nationalbank aufhört, den Franken künstlich tief zu halten. Dafür hat sie in den letzten zehn Jahren fast 1000 Milliarden investiert. Sie hat damit die Zuwanderung angeheizt, denn in der Exportindustrie und im Tourismus wurden viele Arbeitsplätze geschaffen, die von ausländischen Fachkräften besetzt werden.» Hätte die Nationalbank den Wert des Frankens steigen lassen, «hätte die Industrie ihre Produktionsstätten in die Länder, wo die Immigranten herkommen, also nach Südeuropa und in die Dritte Welt, verlegen müssen. In den Bergen hätten wir weniger Touristen und damit auch weniger Mangel an Mitarbeiterinnen in den Gaststätten.»

Der Franken ist schon lange nicht mehr so stark wie er sein könnte. Der Franken habe sich real, also unter Berücksichtigung der Teuerung, seit den Neunzigerjahren tatsächlich kaum mehr aufgewertet, stellte «NZZ»-Wirtschaftsredaktor Albert Steck fest. Siehe auch Infosperber vom 14.4.2026: «Die Mär vom starken Franken – Viele fallen darauf herein.»

«NZZ»-Redaktor Hansueli Schöchli erinnerte unter dem Titel «Franken-Schock bremst Zuwanderung» an das Jahr 2015: «Der Schock hat die Wirtschaftsentwicklung gehemmt, die Arbeitslosigkeit erhöht und als Folge davon auch die Einwanderung deutlich gebremst. 2016 lag die Nettoeinwanderung so tief wie nie mehr seit zehn Jahren.» 


Die Kaufkraft von Vermögen und Einkommen steigt

Und unter dem Titel «Wie die Schweizer Nationalbank die Zuwanderung bremsen könnte» gab Adriel Jost, Ökonom am Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik an der Universität Luzern, die Antwort: «Mit einer Aufwertung.» Die Wirtschaft brauche «keine künstliche Unterstützung durch die Geldpolitik». Denn: «Lässt die Nationalbank den Franken stärker aufwerten, wächst die Wirtschaft zwar langsamer. Für den Einzelnen hat dies aber weniger Nachteile. Im Gegenteil: Die Kaufkraft von Vermögen und Einkommen steigt.» 

Solange Vollbeschäftigung herrsche, «darf die Nationalbank den Fuss vom Gaspedal nehmen und damit die Zuwanderung dämpfen. Genauso wie sie heute unbeabsichtigt die Zuwanderung begünstigt, könnte sie mit dieser Massnahme künftig zur Entspannung der Zuwanderungsdiskussion beitragen.»

Auch der frühere Arbeitsmarktchef des Bundes, Boris Zürcher, spricht sich für einen stärkeren Franken aus: «Der relativ schwache Franken ist zumindest Teil des Problems. […] Das Beschäftigungswachstum steuert man letztlich makroökonomisch über die Geld-, Währungs- und Fiskalpolitik. Es wäre erfolgsversprechender, wenn die Nationalbank einen teureren Franken zulässt.» Allerdings würde man jenen Unternehmen das Leben erschweren, die heute mit ihrer Wertschöpfung einen grossen Teil unseres Wohlstands beitragen». Doch eine gewisse reale Aufwertung des Frankens könne «zum Thema werden». Die Schweiz leide an keinem Zuwanderungsdruck, sondern an einem Zuwanderungssog: «Die Schweiz saugt ausländische Arbeitskräfte auf.»

Ein stärkerer Franken verbessert – ökonomisch ausgedrückt – das Austauschverhältnis zwischen schweizerischen und ausländischen Produkten. Für die gleiche Menge Waren, die wir ins Ausland verkaufen, erhalten wir dank eines stärkeren Frankens eine grössere Menge Waren aus dem Ausland.

Für Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten werden alle importierten Produkte, auch Benzin und Heizöl, sowie Dienstleistungen billiger. Deshalb können uns Länder wie Griechenland, Portugal oder die Ukraine mehr verkaufen. Dagegen werden Exporte aus der Schweiz für ausländische Konsumentinnen und Konsumenten teurer. 

Zur Exportindustrie gehört auch der Tourismus in der Schweiz: Ein stärkerer Franken macht die Schweiz für Ausländer teurer, was Übertourismus verhindert. Andererseits können Schweizer günstiger ins Ausland reisen.

Als Fazit stellte «NZZ»-Wirtschaftsredaktor Abert Steck fest, die positive Wirkung einer harten Währung auf die Kaufkraft der Konsumenten sei «nicht zu unterschätzen».  


Gegensätzliche Einschätzungen

Laut Wirtschaftshistoriker Professor Tobias Straumann ist die hohe Einwanderungsrate der Schweiz «nicht alternativlos»: Nehmen wir das Beispiel Dänemark: «Dort ist die Einwanderungsrate wegen der Sprachbarriere deutlich geringer als in der Schweiz. Trotzdem floriert das Land.»

Anderer Meinung ist der frühere Mitte-Präsident Gerhard Pfister: «Die Zuwanderung wird erst dann abnehmen, wenn die Schweiz wirtschaftlich nicht mehr attraktiv ist. Dann würden aber auch Unternehmen abwandern. Wollen wir das wirklich? Oder wollen wir weiterhin den wirtschaftlichen Erfolg und nehmen dafür auch ein Bevölkerungswachstum in Kauf?»


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
➔ Solche Artikel sind nur dank Ihren SPENDEN möglich. Spenden an unsere Stiftung können Sie bei den Steuern abziehen.

Mit Twint oder Bank-App auch gleich hier:



_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Bevlkerung_Erde

Pro und Contra Bevölkerungszunahme

Die Bevölkerung auf unserem Planeten hat in den letzten 200 Jahren enorm zugenommen.

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

Direkt mit Twint oder Bank-App



Spenden



Die Redaktion schliesst den Meinungsaustausch automatisch nach drei Tagen oder hat ihn für diesen Artikel gar nicht ermöglicht.

18 Meinungen

  • am 26.05.2026 um 11:02 Uhr
    Permalink

    Ja, es gäbe deutlich klügere Massnahmen als jene, welche den Initianten vorschweben.
    Das Problem sind Leute wie Gerhard Pfister, die Wachstum wollen ohne Rücksicht auf Verluste. Und auch viele, die heute bessere Methoden nennen, um das Wachstum zu dämpfen, tun dies erst angesichts 10-Millionen-Initiative. Sie werden wohl ganz rasch wieder schweigen, wenn die Initiative abgelehnt wird.

  • am 26.05.2026 um 11:32 Uhr
    Permalink

    Vor der Abstimmung werden viele Ideen zur Begrenzung des Bevölkerungswachstums vorgeschlagen. Nach der Ablehnung der Initiative will sich dann niemand mehr daran erinnern, oder es ist dann doch viel schwieriger um es umzusetzen und das Vertrösten auf irgendwann wird unendlich fortgesetzt.

  • am 26.05.2026 um 12:04 Uhr
    Permalink

    Interessant zu sehen, wie die Initiative die Verantwortlichen und die Profiteure der chaotischen Zuwanderung aufgeschreckt hat! Nun plötzlich werden Vorschläge gemacht, was man machen müsste – natürlich, um nicht zuzugeben zu müssen, dass seit 2014 nichts gemacht wurde. Würden die jetzigen Vorschläge nach Annahme der Initiative auch tatsächlich umgesetzt, käme es gar nicht zur Ultimo Ratio – der 10-Millionen Schweiz. Die damalige Generation könnte im 2050 mittels Initiative den «Deckel» immer noch kippen, was sie mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht machen würde.
    Ich befürchte bei einer Ablehnung, werden alle jetzt erwähnten Massnahmen Makulatur sein.

  • am 26.05.2026 um 12:07 Uhr
    Permalink

    Vielen Dank Herr Gasche für die guten Argumente. Das Problem sehe ich leider in der Tatsache, dass Sie mit diesem Artikel nicht die richtigen Leute erreichen, denn ich bin überzeugt, dass nahezu 100% der Sperber-Leser ein Nein in die Urne legen werden.

  • am 26.05.2026 um 12:37 Uhr
    Permalink

    Urs. P. Gasche schlägt vor, die Zunahme der Bevölkerung «am einfachsten durch eine Aufwertung des Schweizer Frankens zu bremsen». Das ist keine gute Idee: (1) Gemäss Art. 5 des Nationalbankgesetzes (NBG) «gewährleistet sie die Preisstabilität. Dabei trägt sie der konjunkturellen Entwicklung Rechnung». Eine Aufwertungspolitik verletzt die Preisstabilität. (2) Die SNB muss von der Politik unabhängig sein (Art. 6 NBG) und darf weder «vom Bundesrat noch von der Bundesversammlung oder von anderen Stellen Weisungen einholen oder entgegennehmen.» (3) Aufwertung führt zu Deflation, und die ist auch gefährlich: Konsum und Investitionen gehen zurück, Dies führt zu Produktionsrückgang, Kurzarbeit und Entlassungen. Die reale Schuldenlast steigt, auch für den Staat. Gleichzeitig sinken die Steuereinnahmen.
    Die SNB hat in den letzten Jahren gut gearbeitet: Sie hat kurzfristige Schwankungen des Wechselkurses geglättet, den Frankenkurs aber langfristig steigen lassen, ohne Deflation.

    • Favorit Daumen X
      am 27.05.2026 um 08:08 Uhr
      Permalink

      In meinem Artikel «Die Mär vom starken Franken» hatte ich am 14. April aufgezeigt, dass sich der Franken seit 2015 gegenüber dem Dollar und dem Euro real nicht aufgewertet, sondern sogar leicht abgewertet hat. Ein stärkerer Franken macht Benzin, Heizöl, Gas, Strom und alles andere aus dem Ausland weniger teuer und führt zu einer tieferen Inflation. Richtig ist, dass die Nationalbank von der Politik unabhängig sein und bleiben muss. Aber sie darf auch keine Rücksicht auf die Exportindustrie und den Tourismus nehmen, so lange die Arbeitslosigkeit gesamtschweizerisch niedrig bleibt.

  • am 26.05.2026 um 17:42 Uhr
    Permalink

    Sehr geehrter Herr Gasche
    Das ist alles richtig und würde auch funktionieren. Was Sie leider nicht geschrieben haben: Die sogenannte ‚Nachhaltigkeits-Initiative`ist fremdenfeindlich, will zurück zu den Zeiten des Saisonnier-Statuts, ist gegen humanitäres Asyl und versucht alle erdenklichen Probleme, die z.T. tatsächlich existieren, deren mögliche Lösungen jedoch alle von der SVP bekämpft werden, auf die Zuwanderung und insbesondere die Asylanten abzuwälzen. Das gilt wohl auch für die von Ihnen und den von Ihnen zitierten Persönlichkeiten gemachten Vorschläge. Wer an der humanitären Tradition der Schweiz festhalten will, kommt also nicht darum herum, die Initiative abzulehnen, ganz unabhängig davon, ob man sich eine Steuerung der Einwanderung wünscht oder nicht.

    • am 27.05.2026 um 07:20 Uhr
      Permalink

      Lieber Markus, das ist völliger Unsinn und ein unzulässiges SVP-Bashing und hasserfüllte Unterstellungen! Ich bin zwar nicht Mitglied in der SVP, sehe aber klar, dass wir handeln müssen. Das beendet unsere humanitäre Tradition keineswegs. Und wenn wir auch im Asylbereich «Ordnung» schaffen, nützt das Jenen, die es wirklich nötig haben. Wir können unmöglich einfach alle aufnehmen, denen es weniger gut geht als uns. Die Frage lautet doch und völlig parteiunabhängig: «Wieviel dürfen/sollen/müssen kommen?» Warum müssen wir als kleines Land in Europa, pro Kopf der Bevölkerung, am meisten Zugewanderte aufnehmen? Wäre zBsp DE seit WWII, gleich gewachsen (Inkl Ostteil) wie die Schweiz, würden heute 42Millionen Menschen mehr dort wohnen, also 124, statt 82Millionen. Sagt Dir das was? Wenn Jemand saisonweise in der Schweiz arbeiten will, ist das doch Sache des Betroffenen und nicht unser Aufzwingen mit Familie, Tanten, Grossmüttern und Onkel sich gleich hie niederlassen zu müssen?

    • am 28.05.2026 um 13:02 Uhr
      Permalink

      @Markus Diener: Sie ist fremdenfeindlich gedacht, aber man kann sie fremdenfreundlich umsetzen. – Und Willy Brauens Argumente warten auf Antwort: Wann ist zuviel genug? Wieso sind Abgaben oder Eintrittspreise kein Thema?

      • am 29.05.2026 um 07:20 Uhr
        Permalink

        Genau um diese Frage geht es doch: Wann ist genug? Wieviel Zuwanderung erträgt die Schweiz? Was sollen wir machen? Welche Massnahmen müssten wir ergreifen? Die Initiative sagt darüber nichts aus. Natürlich ist die Meinung, dass in diesen Bereichen, in welchen unsere offenen Grenzen «missbraucht» werden, Massnahmen ergriffen werden müssen. Solange es uns noch besser geht als im übrigen Europa, wollen Leute davon profitieren, darum kommen sie über alle möglichen Schienen in die Schweiz. Eintrittspreise hat schon R. Eichenberger ins Spiel gebracht. Dieser Gedanke ist durchaus prüfenswert. Was ganz sicher keinen Sinn macht, wenn nun diffamierend gegen die SVP «geschossen» wird und ihr alles erdenkliche Üble unterstellt wird! I m 2050 kann die damalige Generation darüber abstimmen, ob der Deckel gekippt werden soll. Ich denke, sie werden das nicht machen.

    • am 29.05.2026 um 08:46 Uhr
      Permalink

      Danke für diesen Aufruf. Die Initiative ist eine Mogelpackung und bezüglich de facto Einwanderung möglicherweise sogar kontraproduktiv.

  • am 27.05.2026 um 02:56 Uhr
    Permalink

    Danke für diese kluge Argumentation und für eine weitere exakte (und belesene) Beschreibung der Thematik.
    Leider denken die wenigsten Leute so weit, wie sich aus den Leserkommentaren auf Watson und anderen digitalen Medien ersehen lässt. Ich wünschte, unsere Räte hätten sich die Mühe gemacht, einen gescheiten Gegenvorschlag erarbeiten zu lassen, anstatt das Feld der heuchlerischen SVP zu überlassen.

    • am 27.05.2026 um 15:16 Uhr
      Permalink

      Liebe patriotische und rechtsbürgerliche Initianten der 10-Millionen-Initiative,

      Wenn Sie bereit sind, in kleineren Wohnungen und Häusern zu leben, weniger oder in kleineren Autos zu fahren, auf Ihre Zweitwohnung in den Bergen verzichten, mit weniger Gewinn aus der Immobilien- und Baubranche zufrieden sind und Ihre Kinder nicht an die Uni, sondern in die Lehre für Berufe im Handwerk, in der Pflege und in der Gastronomie schicken – dann könnte man Ihre Absicht zu dieser Initiative ernster nehmen.

      • am 28.05.2026 um 09:06 Uhr
        Permalink

        Die von Ihnen aufgezählten Massnahmen (übrigens, Kinder sollten doch an Uni, Ärztemangel) wie tendenziell Autoverzicht und Profitreduktion begrüsse ich, jedoch leider an Urne chancenlos im Gegensatz zur Lösung: Regulierung Einwanderung. Und die Massnahmen Wohnen-Verdichtung (Kompression) und Mindestanzahl Bewohner (je nach Wohnungsgrösse) finde ich schädlich wegen weiter steigenden 1) Immissionen (Lärm, Luft) beim Wohnen und 2) Grünverlust (ich sehe in meiner Nachbarschaft an mehreren Orten, dass Gartenflächen zu Parkplätzen umgebaut/versiegelt werden, Autos mehr Platz brauchen. Sie sehen, die Anzahl Menschen ist entscheidend.

  • am 27.05.2026 um 09:19 Uhr
    Permalink

    «De Hätti, de Wetti o de Chönnti sy Brüeder gsy.» Ohne klare, messbare Zielvorgaben ist alles Wischiwaschi. Das kennt jeder Unternehmer, der positive Resultate erwirtschaften muss. Seit über zehn Jahren schauen unsere Träumer, Schwätzer und Gutmenschen dieser negativen Entwicklung zu und haben nichts dagegen unternommen. Logisch, was nicht messbar formuliert ist, ist auch nicht kontrollierbar und eine entsprechend nötige Korrektur nicht ersichtlich. Weiter wursteln ist keine Option – es braucht eine klare messbare und kontrolierbare Zielsetzung (Qualität, Quantität, Ort und Zeit) und die Aufrichtigkeit, den Volkwillen umzusetzen.

  • am 27.05.2026 um 10:21 Uhr
    Permalink

    Vereinfacht ausgedrückt: Klasse statt Masse – Qualität statt Quantität.
    Gunther Kropp, Basel

  • am 27.05.2026 um 23:08 Uhr
    Permalink

    Viele guten Ideen, von denen die künftigen Migranten-Arbeitgeber aber sicher nichts mehr wissen wollen, wenn die Initiative abgelehnt ist. Also erst einmal ein Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative, damit auch ein Kuchen zum Verteilen auf dem Tisch ist.

  • am 28.05.2026 um 09:46 Uhr
    Permalink

    Infosperber titelt:
    Zunahme der Bevölkerung bremsen – ganz ohne SVP-Initiative
    Sprichwort: Es gibt nichts Gutes ausser man TUT es.
    Leider sehe ich keinen Tatbeweis (seit Jahrzehnten bloss Verschlimmerung).
    Beispiel: Zins-/Zinseszins-Verbot «onkologisch» richtig und historisch nichts neues (gab es bereits bei uns, im Islam noch heute, «Riba»), jedoch bei unserem heutigen «Volksspirit» offenbar chancenlos.
    Youtube: «Revision der Finanzmärkte unverzichtbar! – Victoria Grant (deutsch)»
    Infosperber 7.12.2025: Marc Chesney: «Ich bin wütend»
    Finanzkapitalismus entzieht den nächsten Generationen das Recht auf saubere Luft, sauberes Wasser und ein friedvolles Leben.
    Youtube: «Wenn jedes Land Schulden hat… wer kassiert eigentlich?»

Comments are closed.

Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...