Frau ist Chips motortion

Häufiger Chips-Konsum erhöht das Risiko für Darmkrebs. © motortion/Depositphotos

Süssgetränke, Chips und Würste erhöhen das Risiko für Darmkrebs

upg. /  Untersucht wurden Frauen im Alter von unter 50, bei denen Darmkrebs sehr selten war. Industrielle Lebensmittel erhöhen das Risiko

Menschen, die jünger als 50 Jahre alt sind, erkrankten lange nur sehr selten an Darmkrebs. Doch seit etwa 20 Jahren erkranken Jüngere im Alter von 25 bis 50 Jahren häufiger daran. Ärzte rätselten lange, warum.

Eine Ursache ist ein hoher Konsum von ultraverarbeiteten Lebensmitten. Das jedenfalls legt eine Ende 2025 in der Fachzeitschrift «Jama Oncology» veröffentlichte Studie nahe. Die Autoren unter Leitung des Dermatologie-Professors Chen Wang der Standford University verfolgten 29’105 Pflegefachfrauen, die im Jahr 1991 im Alter von Mitte 20 bis Anfang 40 Jahren waren. Ihre Essgewohnheiten wurden mit regelmässigen Fragebögen erfasst. Bevor die Frauen das Alter von 50 Jahren erreichten, untersuchten Ärzte mit einer Darmspiegelung, ob im Dickdarm oder im Enddarm Vorstufen von Krebs («kolorektale Adenome») oder Krebszellen vorhanden sind.

Das Resultat: Pflegefachfrauen, die am meisten ultraverarbeitete Lebensmittel konsumierten, hatten ein 45 Prozent höheres Risiko, Vorstufen von Darmkrebs zu entwickeln (5 von 100 Frauen), als diejenigen, die am wenigsten solcher Industrienahrung zu sich nahmen (3 von 100 Frauen).

Die ultraverarbeiteten Produkte, die sie am häufigsten konsumierten, waren zuckerhaltige Limonaden, gesüsste Frühstückscerealien, Fertigsaucen und -Aufstriche, verarbeitetes Fleisch, Süssigkeiten, Chips und weitere Produkte, die aus Zutaten hergestellt werden, die man normalerweise in einer privaten Küche nicht findet.

Nicht alle Vorstufen von Krebs entwickeln sich zu einem bösartigen Tumor. Aber sie erhöhen das Risiko stark.

In den letzten fünf Jahren haben auch andere Studien einen Zusammenhang zwischen einer Ernährung mit hohem Anteil an ultraverarbeiteten Lebensmitteln und präkanzerösen Polypen sowie Darmkrebs festgestellt. Und schon länger ist nachgewiesen, dass der Verzehr ultraverarbeiteter Lebensmittel das Risiko für Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes erhöhen kann. Beide stehen mit früh auftretendem Darmkrebs in Zusammenhang.

Yi-Qian Nancy You, Professorin und Darmkrebsspezialistin am Anderson Cancer Center der University of Texas in Houston, weist darauf hin, dass der häufige Einsatz von Antibiotika sowie Mikroplastik und «Forever Chemicals» wie PFAS im Verdacht sind, zum erhöhten Risiko von Darmkrebs beizutragen. 

Robin Mendelsohn, Gastroenterologin am Sloan Kettering Cancer Center in New York City, sagt, wie man – abgesehen von der Ernährung (weniger tierische Fette und verarbeitetes Fleisch, viel Obst und Gemüse) – das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, senken kann: Sich körperlich ausreichend bewegen und nicht rauchen.

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