Mann auf Sofa 2 IgorVetushko

Bequem im Wohnzimmer und nichts zu tun mit Kriegen, Bürgerkriegen, Armut, Hunger und Not? © IgorVetushko/Depositphotos

Realitätsverweigerung: Warum viele Menschen illegal einwandern

Urs P. Gasche /  Der Umgang mit den vielen Ausländern spaltet Nationen. Gleichzeitig sorgt man mit Ausbeutung und Kriegen für noch mehr Flüchtlinge.

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Urs P. Gasche

Menschen, die in einem reichen Land geboren wurden, sind privilegiert. Für dieses Glück haben sie nichts geleistet. Sie geniessen Bildung und leben im Konsumrausch. Bequem in Polstersesseln reden sie sich ein, mit Kriegen, Bürgerkriegen, Armut, Hunger und Not wenig zu tun zu haben. Schuld seien korrupte Diktatoren.

Wirtschaftsmigranten und Asylsuchende sollen gefälligst zu Hause bleiben und dort für Ordnung und Wohlstand sorgen. 

Doch die Privilegierten in reichen Ländern könnten der Realität in die Augen schauen, statt die Welt durch ihre eigene Brille zu betrachten. Sie müssten erkennen, dass ihre Regierungen und Konzerne die Misere mitverursachen: 

  1. Beim Ausstoss von CO2 liegen die ölproduzierenden Länder sowie die Industriestaaten pro Kopf gerechnet weit vorne. Die Folgen der Klimakrise wie Dürren, Ernteausfälle oder Wassermangel treffen jedoch vor allem Menschen in armen Ländern. Viele müssen auswandern.
  2. Regierungen, Wirtschaftsführer und grosse Medien unterstützten die USA, als diese völkerrechtswidrig zuerst in Afghanistan und dann im Irak Krieg führten. Beide Kriege lösten massive Fluchtbewegungen aus. Heute leben in Deutschland über 400’000 geflüchtete Afghanen und rund 280’000 geflüchtete Iraker. In der Schweiz sind es etwa 8000 Afghanen und über 8500 Iraker. Hinzu kommen Zehntausende Ukrainerinnen und Ukrainer, die vor dem völkerrechtswidrigen Krieg Russlands flohen.
    Kriege, angeheizt von der internationalen Rüstungsindustrie, gehören zu den Hauptursachen von Flucht und Auswanderung.
  3. Schon 2010 erklärte die damalige US-Aussenministerin Hillary Clinton, saudische Geldgeber seien «die grössten Finanzierer» sunnitischer Terror-Gruppen wie Al Kaida und IS. Trotzdem verkaufte der Westen an Saudi-Arabien modernste Waffen – auch die Schweiz.
    Angesichts des Terrors sind viele Menschen geflüchtet und ausgewandert.  
  4. Die meisten Menschen aus armen oder kriegsgeplagten Ländern fliehen in Nachbarländer. Doch die reichen Länder unterstützen die grossen Flüchtlingslager im Nahen Osten, in der Türkei, in Afrika und in Bangladesch finanziell viel zu wenig.
    In solchen Lagern haben Millionen Menschen keine Rechte als anerkannte Flüchtlinge, dürfen nicht arbeiten und können ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Diese Missachtung der Genfer Flüchtlingskonvention nehmen die reichen Staaten hin.
    Wer dort lebt und die Mittel hat, wagt die riskante Flucht nach Europa.
  5. 
In Afrika kaufen oder leasen Konzerne und Investmentfonds grosse Flächen fruchtbarer Böden («land grabbing»), um Futtermittel und Agrartreibstoffe für die Reichen zu produzieren. «Das europäische Subventionsvieh frisst den Hungernden im Süden das Essen weg», schrieb «NZZ»-Auslandredaktor Andres Wysling am 14. November 2015. Das treibt viele zur riskanten Auswanderung nach Europa. In Äthiopien erklärte Jawar Mohámmed, Betreiber eines dortigen Fernsehsenders, in der «NZZ»: «Wir produzieren genug, um die Nation zu ernähren, nur werden die Produkte überwiegend exportiert.» Gleichzeitig leiden dort 1,2 Millionen Kinder an schwerer Mangelernährung (Unicef).
  6. 
Die EU überschwemmt Afrika mit hoch subventionierten Agrarprodukten[1]. Gleichzeitig verbieten die Weltbank und der Internationale Weltwährungsfonds den armen Ländern, ihre eigene Produktion vor diesen subventionierten Importen aus Industriestaaten zu schützen. Armut führt zu Auswanderung.
  7. 
Mit modernster Technik und riesigen Flotten fischen reiche Länder, darunter China und Japan, Afrikas Küsten leer und rauben den Menschen dort ihre Lebensgrundlage. Auch das zwingt viele zur Flucht.
  8. 
Was die reichen Länder ihren eigenen Bauern nie zumuten würden, verlangen sie bedenkenlos von Kaffee- und Kakaobauern: Deren Einkommen hängen von den spekulativen Ausschlägen an den Rohstoffbörsen ab[2]
  9. 

Reiche Länder importieren hemmungslos Rohstoffe wie Kupfer, Gold, Uran, Seltene Erden und andere, die unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut und gefördert werden. 
  10. 
Konsumentinnen und Konsumenten in reichen Ländern kaufen aus armen Ländern spottbillige Kleider und Lederwaren, die Konzerne unter ausbeuterischen Bedingungen produzieren lassen. Wer kann, versucht sein Glück in reichen Ländern.
  11. 
Grossbanken der Industriestaaten helfen der reichen Oberschicht armer Länder, ihre durch Korruption und Ausbeutung erlangten Vermögen in Steueroasen zu verstecken. Ebenso ermöglichen sie Konzernen, Gewinne aus armen Ländern in Steueroasen zu verschieben – auch in die Schweiz[3].
  12. Als Folge davon fliesst insgesamt viel mehr Kapital vom armen Süden in die reichen Länder als umgekehrt. 


«Alle Menschen sind an Würde und Rechten gleich geboren»

1948, unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs und des Faschismus, verabschiedete die Uno die universelle Deklaration der Menschenrechte (Artikel 13 und 14): 

«Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. […] Sie sollen einander in Brüderlichkeit begegnen. […] Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit. […] Jeder hat das Recht, jedes Land, einschliesslich sein eigenes, zu verlassen. […] Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu geniessen.»

Die reichen Länder sind für Armut, Elend, Ausbeutung und Kriege mitverantwortlich. Eigentlich müsste unsere Gesellschaft so handeln, dass alle Menschen auf unserem Planeten in absehbarer Zeit so leben können wie wir. Das verlangt der kategorische Imperativ nach Immanuel Kant.

Das gelingt nur, wenn sich die reichen Länder – auch China und Indien – von ihrer Ausbeutungs-, Konsum- und Wegwerfgesellschaft verabschieden.


Solidarität mit illegal Eingewanderten

Viele illegale Einwanderer und ihre Familien sind Wirtschaftsflüchtlinge. Sie haben ihr Land verlassen, um in Europa oder den USA Geld zu verdienen und ihre Verwandten im Heimatland zu unterstützen. Andere waren in ihrem Heimatland bedroht.

Sie alle haben ein Recht auf eine menschenwürdige Behandlung.

Am Wachstum der Bevölkerung haben Wirtschaftsflüchtlinge und Asylsuchende (einschliesslich aus der Ukraine) lediglich einen Anteil von 13 Prozent. Ob sich jemand für die Wirtschaftsflüchtlinge und Asylsuchende und deren Integration einsetzt, oder ob jemand deren möglichst rasche Ausschaffung verlangt: Alle sollten sich gemeinsam aktiv dafür engagieren, dass die wichtigsten Gründe von Auswanderung und Flucht beseitigt werden.

________________
FUSSNOTEN
[1] Die OECD bezifferte 2024 die Stützungsleistungen der reichen Länder und der Schwellenländer für Landwirtschaftsbetriebe im Zeitraum 2021bis 2023 auf durchschnittlich 842 Milliarden Dollar pro Jahr. Überschüsse werden zu Dumpingpreise in armen Ländern Afrikas und anderswo verkauft, wo sie die Eigenversorgung verdrängen.
[2] Ethiker äussern Bedenken, dass die reichen Industriestaaten ihren eigenen Bauern Einkommen und Preise garantieren, jedoch Bauern in armen Ländern der Willkür von spekulativen, stark schwankenden Weltmarktpreisen von Mais, Getreide, Reis, Palmöl, Soja, Kaffee, Kakao, südländischen Früchten oder Baumwolle ausliefern. Einige halten diese unterschiedliche Behandlung sogar für rassistisch.
[3] Die UN-Wirtschaftskommission für Afrika schätzt den Kapitalabfluss aus Afrika auf jährlich über 80 Milliarden Dollar. Das ist bedeutend mehr als an Entwicklungshilfe nach Afrika fliesst. Am meisten Kapital verlässt den Kontinent in Form meist versteckter Gewinne. Die Steuerumgehung über Steueroasen bringe den afrikanischen Fiskus jährlich um Dutzende Milliarden Dollar.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Zum Infosperber-Dossier:

AfrikaHilfe xx

Afrika: Ausbeutung und Hilfe

Die Industriestaaten profitieren von Hungerlöhnen und Kinderarbeit. An Korruption sind sie oft beteiligt.

Afghanischer_Flchtling_Reuters

Migrantinnen, Migranten, Asylsuchende

Der Ausländeranteil ist in der Schweiz gross: Die Politik streitet über Asyl, Immigration und Ausschaffung.

Bevlkerung_Erde

Pro und Contra Bevölkerungszunahme

Die Bevölkerung auf unserem Planeten hat in den letzten 200 Jahren enorm zugenommen.

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14 Meinungen

  • am 7.05.2026 um 11:24 Uhr
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    Die Analyse ist völlig richtig, nur führt kein Weg aus dieser Misere, denn sie liegt seit 300’000 Jahren unverändert in der Widersprüchlichkeit des menschlichen Natur.

    • am 8.05.2026 um 11:55 Uhr
      Permalink

      Es sollte nicht das Ziel sein, dass die ganze Welt so lebt wie wir.
      Mit diesem Verhalten kollabiert die Erde noch viel schneller.

      Eigentlich sollten wir uns selber einschränken, beschränken.
      Unser Leben sollte nicht als Vorbild andere Völker anlocken – im Gegenteil, es sollte abschrecken.
      Die Umstellung kann mit dem Einkauf von guter Qualität zu fairen Preisen beginnen. Muss dann jedoch weiter zu ökologischem Verhalten führen. Zum Beispiel sind Billigflüge, der Kauf von Billigst-Produkten ein absolutes No-Go.
      Es gibt so ein Sprich-Wort: WENIGER IST MANCHMAL MEHR.
      Habe im letzten halben Jahrhundert mit entsprechendem Verhalten einiges an Erfahrungen und viel Gewinn an Lebensqualität gesammelt.

      Für mich ist das albanische Ehepaar nachahmenswert, welches in den Bergen wie zu Hodschas Zeiten Freunde und Gäste mit einfachsten Mitteln und Produkten bekocht und dabei glücklich ist.

      • am 9.05.2026 um 10:39 Uhr
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        Sie haben es (fast vollständig) auf den Punkt gebracht. Aber um Ihr Ziel zu erreichen müßte ein radikales Umdenken ERZWUNGEN(!) werden, denn durch Eigeneinsicht in der Masse – es ist nicht gänzlich unmöglich – würde es zu lange dauern und bis dahin haben Radikalinskis wie Musk, Zuckerberg, Palantir et al. die Welt wahrscheinlich schon ruiniert.

  • am 7.05.2026 um 11:24 Uhr
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    Niemand bezweifelt die hier angeführten Gründe für die Massenmigration. Das ändert aber nichts daran, dass der moderne europäische Sozialstaat nur für Inländer geschaffen wurde. Diese Errungenschaften – vor allem durch die Sozialdemokratie der 60iger und 70iger – waren nie für den Fall einer massenhaften Einwanderung von Leistungsempfängern gedacht. Das Einwanderungsland USA nahm Millionen europäischer Armutsflüchtlinge auf, die keinen Cent Sozialleistung erhielten. Sie mussten als Billigarbeitskräfte zum Wirtschaftwachstum beitragen. In der Stadt Wien werden komplette Straßenzüge arabisch und türkisch dominiert. Ein Großteil dieser Bevölkerung wird aus den Sozialkassen alimentiert. Gleichzeitig sprechen immer weniger Kindergartenkinder Deutsch und werden mit mangelhaften Sprachkenntnissen eingeschult. Die Arbeiterklasse wählt mittlerweile die rechte FPÖ, währen die SPÖ Nähe zu Islamisten sucht. Der blauäugige Umgang mit der Einwanderung wird sich bitter rächen.

  • am 7.05.2026 um 11:40 Uhr
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    «Die universelle Deklaration der Menschenrechte (Artikel 13 und 14):
    «Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. […] Sie sollen einander in Brüderlichkeit begegnen. […] Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit. […] Jeder hat das Recht, jedes Land, einschliesslich sein eigenes, zu verlassen. […] Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu geniessen.»»

    Die Deklaration müsste noch wie folgt ergänzt werden:
    Jeder Staatsbürger hat das Recht auf ein Bankkonto bei einer Bank seines Herkunftslandes, auch wenn er im Ausland lebt!

  • am 7.05.2026 um 12:06 Uhr
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    Danke UPG. 100% korrekt. Zuviel ist nicht genug.

  • am 7.05.2026 um 13:07 Uhr
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    Ergänzung :
    Kapitalstarke oder Einkommensstarke Einwanderer sind herzlich willkommen.
    Die verfügen auch über genug Mittel und Kreditwürdigkeit um die Immobilienpreise und Mieten immer weiter in schwindelnde Höhe zu treiben zu können.
    Das Gemeinwohl für möglichst viele Menschen leiden vor allem an denen die viel mehr nehmen als der Nation was beizusteuern und die realen Lohneinkommen von den Fleissigen rückläufig sind.
    Zunehmend geht nicht mehr » Die Gewalt vom Volk aus.» sondern eben von den Kapitalgewaltigen in der gesamten Gesellschaften.
    Diese finanzieren die höhst professionellen populstische Meinungsmache um von der Realität der tatsächlichen Macht- und gesellschaftlichen Verhältnissen abzulenken.
    Die Kognitive Verzerrung (Bias) beruht darauf dass die einfachen Auswanderer in der Lebenswirklichkeit im Volk wahrgenommen werden, aber eben kaum die Kapitalgewaltigen.
    Wieso die «Urteilskraft» im Sinne der Selbstaufklärung zunehmend leidet, ist ein eigenes Thema.

  • am 7.05.2026 um 19:43 Uhr
    Permalink

    Die 12 Punkte im Artikel von Urs P. Gasche aufgeführten kennen wir in gleicher oder ähnlicher Form schon länger, vieles davon steht auch in der Uno-Charta. Warum passiert nichts oder sehr wenig?
    Das Wichtigste bei den angesprochenen Problemen ist die Tatsache, dass die meisten Länder im Westen wie im Osten und ihre BewohnerInnen mit wenigen Ausnahmen vor allem an ihr eigenes Wohl denken. Wir sind Egoisten, obwohl ein Mensch wie Jesus (zusammen mit einigen anderen) vor mehr als 2000 Jahren einen Versuch gestartet hat, das zu ändern. Auch hier sind die Folgen des Gesetzes der Nächstenliebe wenig sichtbar. Mein Eindruck ist, dass wir einfach zum grössten Teil unglückliche Menschen sind, die kaum etwas anderes zu teilen haben als unser Unglück. Dies ist sich überall sichtbar und dort müssen wir ansetzen.

  • am 7.05.2026 um 23:12 Uhr
    Permalink

    Beim pro Kopf CO2-Ausstoss ist das erste europäische Land Russland auf Platz 14. Die Schweiz habe ich dann nicht gezählt, geschätzt auf Platz 40 oder so direkt nach Thailand. Welche Industriestaaten führen bitteschön den CO2 Ausstoss an? Was ich auf dem Sofa daran ändern kann, wenn linke und rechte Politiker mal wieder Bomben hageln lassen, erschliesst sich mir nicht. Dass es vorallem Einwanderer aus einer ganz bestimmten Religion sind die europaweit die Gewalt- und Sexualdelikte anführen sowie offen von Parallelgesellschaften sprechen und dies teilweise bereits leben, wird hier verschwiegen. Wieso ich so eine Entwicklung für gut befinden soll, verstehe ich erst recht nicht.

  • am 8.05.2026 um 08:23 Uhr
    Permalink

    Wer erwartet, es würden in gewissen Weltregionen ohne westlichen Einfluss Friede herrschen und Menschenrechte gewahrt werden, der glaubt wohl auch noch an Weihnachtsmann, Osterhasen und Storch.
    China wird vor allem mit Zwang und sozialem Druck zusammengehalten. Der indische Subkontinent ist sehr gewalttätig und immer noch vom Kastensystem geprägt, Afghanistan und arabische Staaten sind patriarchalische Clan-Gesellschaften, bei denen Frauen ein Dreck wert sind. Im Nahen/Mittleren Osten bekriegen sich diese Clans bis zur Auslöschung, außer sie haben einen externen Feind wie Israel oder den ‚großen Satan‘.
    Kann da wirklich jemand ernsthaft glauben, ohne den Einfluss der westlichen Zivilisation wäre dort ein Paradies anzutreffen?

  • am 8.05.2026 um 12:42 Uhr
    Permalink

    DW Brenda Haas 28.01.2026: «Dort kontrollierten US-amerikanische Bananenunternehmen, die United Fruit Company und Standard Fruit (heute bekannt als Chiquita bzw. Dole).. Mit Unterstützung Washingtons halfen diese Unternehmen dabei, US-loyale Regierungen zu installieren und führende Politiker, die sich ihren Bedingungen widersetzten, unter Druck zu setzen oder zu entfernen…»

    Geo Anja Fries, Frank Otto und Jens-Rainer Berg: «Bis in die Gegenwart prägt die jahrhundertelange europäische Fremdherrschaft die Welt: In vielen Ländern sind instabile Regierungen, wirtschaftliche Schwäche und ethnische Konflikte eine direkte oder indirekte Folge des Kolonialismus»

    Wenn die grenzenlose Gewinnsucht von europäischen und us-amerikanischen Konzernen die lateinamerikanischen Staaten und Afrika ausgeplündert haben und so eine bittere Armut entstanden ist: Braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Menschen vor der Armut fliehen und nach Europa und in die USA ziehen.
    Gunther Kropp, Basel

  • am 8.05.2026 um 14:59 Uhr
    Permalink

    zit.(«..Alle sollten sich gemeinsam aktiv dafür engagieren, dass die wichtigsten Gründe von Auswanderung und Flucht beseitigt werden….») -Das könnte auch schon Jesus gesagt haben und so erfolglos wie dessen Predigt vor 2000 Jahren sind diese schönen Worte bis zum heutigen – und wahrscheinlich bis zum Jüngsten. Warum ist das so ? Weil Altruismus nicht zum genetischen primär-Programm des bisherigen homo sapiens gehört. Wir haben zwar die Lernfähigkeit ebenfalls als genetische Grundausrüstung – aber die führt nur im Versuch-und Irrtum zu einer positiven Entwicklung und für diese kontinuierlichen Experimentalphasen bedarf es hinreichend konstanter Umgebungsparameter. Genau DIE haben wir aber immer weniger und wir haben sie um so weniger, je mehr «Köche im Brei herumrühren». Vor allem wenn diese Köchen eher emotionsgesteuert denn rational handelnd sind – und DAS ist nichts anderes als das Synonym für Demokratie. Solange wir das nicht akzeptieren,korrigieren, wird sich nichts ändern.

  • am 8.05.2026 um 22:05 Uhr
    Permalink

    sehr gute Auflistung von Ursachen, an die wir sehr oft gar nicht denken und die wir als Naturgesetz nehmen und deshalb immer wieder hören müssen, damit sie in unserem Denken nicht untergehen.
    Mich stört das Wort Wirtschaftsflüchtlinge, es passt besser zu den sogenannten Expats. Stattdessen verwende ich das Wort Armutsflüchtlinge; es passt besser zu Geflüchteten, die auf dem Mittelmeer ihr Leben riskieren.

  • am 9.05.2026 um 11:08 Uhr
    Permalink

    Ich möchte meinen Kommentar von Gestern ergänzen weil ich fürchte, man wird mir Demokratiefeindlichkeit unterstellen: Ich sehe das Problem nicht in der Demokratie an sich, sondern in den Akteuren (in den Parlamenten). Im Sinne einer «Gleiche -Chancen-Theorie» finden sich dort immer mehr zwar gutwillige, aber sachlich unzureichend ausgestattete Personen – deren parlamentarische Urteil dann überwiegend von den auf Emotion getrimmten Mainstream-Medien begründet ist. Dieser Gefahr unterliegen vor allem die Jüngeren, mangels ausreichender eigener Lebenserfahrung und mangels geeigneter schulischer politischer Vorbildung. Gerade bei letzterem müßte angesetzt werden – aber da kommt bald der Indoktrinations-Vorwurf von Lobby-Gruppen. Kurzum: die Demokratie ist eine leuchtende Idee – aber ihre heutigem Mechanismen haben eine zu große Zeitkonstante im Vergleich zu der von Veränderungsprozessen. Da muß man ansetzen – und das geht nicht ohne Abstriche an der leuchtstärke der Idee an sich.

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