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Tragen in der EU jährlich 22 Milliarden Euro zur Landwirtschaft bei: Bienen © k_millo/Flickr

Bienensterben: EU verbietet Syngenta-Gift

Christof Moser /  Die EU-Kommission verbietet den Einsatz dreier bienengefährdender Pestizide. Syngenta lobbyierte dagegen. Die Schweiz zieht nach.

Mit 15 Ja-Stimmen gegen 8 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen hat die EU-Kommission heute entschieden, die drei bienengefährdenden Pestizide Imidacloprid und Clothianidin von Bayer sowie Thiamethoxam des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta für die nächsten zwei Jahre zu verbieten. Der Einsatz dieser Gifte ist namentlich im Raps-, Mais-, Sonnenblumen- und Baumwollanbau verboten.

Die Pestizide basieren auf Wirkstoffen, die nach einer Studie der der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Flug- und Navigationsfähigkeiten von Bienen beeinträchtigen. Die Schwächung der Bienenvölker führt dazu, dass sie anfälliger werden für Parasiten. Während des zweijährigen Verbots sollen die Folgen der Gifte für die Bienen weiter untersucht werden.

Lobbying vorerst gescheitert
Der deutsche Chemiemulti CropScience und der Basler Agrochemiekonzern Syngenta hatten massiv lobbyiert und ein Verbot Anfang April zunächst verhindert. In ihrer PR-Offensive präsentierten die Firmen stattdessen einen «Massnahmenplan für Bienen», der Bauern unter anderem zu mehr pollenreiche Ackerland-Streifen verpflichten sollte, um für Bienen bessere Lebensbedingungen zu bieten.

»Ich versichere, mein Möglichstes tun, um sicherzustellen, dass unsere Bienen, die so wichtig für unser Ökosystem sind und 22 Milliarden Euro jährlich zur europäischen Landwirtschaft beitragen, geschützt sind», sagte indes nach dem heutigen Entscheid Tonio Borg, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz. Er hatte sich aktiv für das EU-weite Verbot eingesetzt.

Schweiz zieht nach
In der Schweiz sollten die drei Pesitzide vorerst erlaubt bleiben. Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann (FDP) hatte sich kürzlich in der Fragestunde des Nationalrats gegen ein Verbot ausgesprochen.

«Die Schweizer Regierung muss jetzt aus ihrer Starre erwachen und diese drei sowie weitere bienengiftige Pestizide sofort verbieten. Sie muss die Bienen umfassend schützen, nicht die Interessen von Agrar-Konzernen», sagte Marianne Künzle, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace Schweiz, nach dem EU-Entscheid.

Doch entgegen der Befürchtungen reagierten die Schweizer Behörden ungewöhnlich schnell. Nach der Entscheidung in Brüssel teilte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) noch am gleichen Tag mit, den Einsatz der drei Pestizide ebenfalls zu suspendieren. Analog der EU sollen in der Schweiz Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam auf Mais- und Rapskulturen vorerst ebenfalls verboten sein.

Kritik von Syngenta an Verbot

In einer ersten Stellungnahme kritisiert Syngenta den Verbotsentscheid scharf: «Die Europäische Kommission hat es verpasst, die wahren Gründe für den Rückgang der Bienenvölker zu adressieren. Dazu zählen Krankheiten, Viren sowie der Verlust von Lebensräumen und Nahrungsquellen», so der Konzern laut «20 Minuten».


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

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Eine Meinung zu

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    am 2.05.2013 um 00:23 Uhr
    Permalink

    Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es sollte nicht nur dies verboten werden, sondern Syngenta, Monsanto und Co. sollten generell verboten werden.
    Ja, durch die Gifte wird das Leben der Bienen beeinträchtigt. Ist die Schweiz vielleicht deshalb so zögerlich, weil die Syngenta in Basel beheimatet ist?
    Diese Firmen greifen von allen Seiten an. Hier über die Bienen. Hat es nicht mehr genug, werden unsere Pflanzen nicht mehr genügend bestäubt und somit kommt unsere Nahrung in Gefahr.
    Andererseits belasten diese Pestizide und Herbizide, die gleich mit den Samen mitgeliefert werden, die Böden. Das kann bis zur Unfruchtbarkeit gehen.
    Des weiteren habe ich gelesen, dass an gewissen Orten in Südamerika (und wahrscheinlich auch an anderen Orten) dieses Gift gleich mit Flugzeugen ausgebracht wird. Die Arbeiter auf den Plantagen und die Bewohner, die am Rand solcher Felder wohnen, werden davon krank bis sehr krank und ihre Lebenswerwartung ist verkürzt.
    Kleinbauern werden in den Ruin getrieben, wegen der immensen Kosten und Verschuldung, die sie durch diese Samen mit Beigaben getrieben werden.
    Wieviel braucht es noch, bis man endlich den Mut hat, denen den Hahn zuzudrehen.
    Fast hab ich noch was vergessen: Sie wollen ja die Regierungen so weit bringen, dass sie alles patentieren können, sodass andere kleine Samenhersteller der Hahn zugedreht wird. Das alles ist sehr gefährlich und torpediert die Vielfältigkeit unserer Nahrungspflanzen.
    Ich hoffe, dass dieser Beitrag durchgeht. Ich bin wirklich wütend. Ich liebe die Natur. Ich liebe das Gärtnern. Ich liebe das Kochen mit wirklich geschmackvollen Pflanzen.

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