US-Einmischung entschied wohl die Präsidentenwahl in Kolumbien
An der Wahl nahmen rund 25 Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer teil. Hätten nur 130’000 von ihnen anders gestimmt, wäre der neue Präsident der linke Senator Iván Cepeda.
Die im Ausland abgegebenen Stimmen waren entscheidend: In den USA nahmen 179’841 kolumbanische Stimmberechtigte an der Wahl teil. Nach Angaben der «New York Times» stimmten rund 144’000 oder 80 Prozent von ihnen für den Wahlsieger de la Espriella.
Insgesamt nahmen im Ausland 590’000 Kolumbianerinnen und Kolumbianer an der Abstimmung teil. Zwei Drittel von ihnen stimmten für den rechtskonservativen Kandidaten.
Daraus geht hervor, dass die Ausland-Kolumbianer das Zünglein an der Waage spielten.
In den USA warb Präsident Donald Trump für de la Espriella: Er unterstütze ihn «vollständig und total». Zusätzlich mischten sich republikanische Kongressmitglieder ein und riefen die Kolumbianer in den USA ebenfalls dazu auf, für ihn zu stimmen.
Die «New York Times» zitiert Alexander Main, Direktor für internationale Politik am «Center for Economic and Policy Research» in Washington: «Selbst in einer Zeit, in der Einmischungen in ausländische Wahlen immer häufiger vorkommen, war das jüngste Eingreifen der Trump-Regierung und ihrer Verbündeten in die Wahlen in Kolumbien besonders übergriffig.»
USA verhafteten linken Wahlkämpfer
Einige Tage vor der Wahl in Kolumbien verhaftete die US-Immigrationsbehörde den kolumbianischen Aktivisten Beto Coral, der sich in den USA für die Wahl des linken Iván Cepeda einsetzte. Eingemischt hatte sich offensichtlich US-Aussenminister Marco Rubio. Er unterzeichnete ein Memo, das der «New York Times» vorliegt. Darin wirft er Coral vor, in den USA für den bisherigen Präsidenten Gustavo Petro politisch aktiv gewesen zu sein und die Kandidatur des linken Senators zu unterstützen.
Einbürgerungseid in den USA abgelegt
Der gewählte Präsident Abelardo de la Espriella lebte mehr als zehn Jahre in Miami und hat dort die US-Staatsbürgerschaft erhalten. Neben dem US- und dem kolumbianischen Pass verfügt er auch über die italienische.
Ein Verfasssungsjurist und mehrere frühere Regierungsmagistraten hatten vor der Wahl gewarnt, der von de la Espriella bei der US-Einbürgerung abgelegte Eid zur US-Einbürgerung könne einen «Loyalitätskonflikt» schaffen. Die Eignung als Präsident sei deshalb verfassungsrechtlich problematisch.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.








In den Nullerjahren waren viele Lateinamerikanische Regierungen links gerichtet. Könnte gut sein,dass diese schlicht schlechte Arbeit abgeliefert haben und deshalb das Pendel wieder in die andere Richtung schwingt. Argentinien als Beispiel.
Dass es fremde Einmischungen in die Politik anderer Länder gibt,ist unterdessen usus. Erstaunlicherweise ist nur dann ein Problem, wenns von den «Anderen» praktiziert wird. Was die EU in Rumänien abzog, zurzeit in Moldau und Georgien, könnte auch angeprangert werden. Einige deutsche Politiker, haben aktiv in den US Wahlkampf eingegriffen und offen für Harris geweibelt. Ein Aufschrei ergab sich aber nur, als Musk sich für die Afd aussprach. Wenn wir weiter in diesem Freund/Feind oder auch Rechts/Links Schema gefangen bleiben, wird sich wohl wenig zum besseren ändern. Regeln sollten für alle gleich gelten und nicht der opportunen Haltung angepasst werden.
DW Suzanne Cords 13.01.2026: «Es war die «New York Post», die die von Trump reaktivierte Monroe-Doktrin erstmals als «Donroe-Doktrin» titulierte, bezugnehmend auf den Vornamen des Präsidenten, Donald. «Der Begriff Donroe-Doktrin klingt ja schon nach Don Corleone, nach Mafia-Art», so der Politikwissenschaftler und Amerikanist Bernd Greiner gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». «Und genauso betreibt Trump seine Politik. Die Unberechenbarkeit ist seine Hauptwährung mit Erpressung, Einschüchterung, wie bei Mafiabanden.»
Das könnte wohl heissen, die USA sind auf dem Weg eine Kakistokratie zu werden, weil ein Kakistokrat die Befehlsgewalt über die stärkste Armee der Welt hat und so können Wahlen beinflusst werden.
Gunther Kropp, Basel
Ich fordere Monroe-Doktrin zugunsten Russland, China, Iran, etc. Gleichberechtigung.
Dass die Masse der Europäer nicht begreifen will – dass sich Ukraine und Kuba praktisch entsprechen, und die (frühere) Schweizer Neutralität in der Ukraine verwirklicht (Kuba wäre froh, die USA würden nur das durchsetzen) genügen würde für Frieden – sondern offensichtlich den 3WK vorzieht, wie ist das psychologisch, pathologisch, phänomenologisch, unlogisch, erklärbar?
«Hätten nur 130’000 anders gestimmt», diese verorte ich aber in Kolumbien selbst. Ich denke, dort waren, wie stets, USAgenten am Werk. Dass ein US-Bürger Präsident eines anderen Landes wird, nun, haben die USA nicht weltweit (meist «inoffiziell», undercover) ihre «Statthalter» (ich nenne es Hochverrat)? In Ukraine nach dem Putsch 2014 «direkt» US-Amerikanerin Natalie Jaresko. In Deutschland etwa Atlantikbrücke und BlackRock-Kanzler Merz, über den Weltwoche titelte (VOR der Wahl): «Wer Merz wählt, wählt den Krieg». Schweizer Regierung unterstützt USA Kuba-Blockade. In Chile 1973 den lupenrein demokratisch gewählten Dr. med. Allende «ersetzt» durch US-Menschenrechtsexperten Pinochet.
Sind wir nicht alle eine Schafherde vor der Schlachthoftür und schauen selbstvergessen, tatenlos zu, wie einer nach dem anderen von den USA . . . dem Land mit der längsten Blutspur (Bloodiest History) metastasierend. Meine Hymne: Manic Street Preachers: «If You Tolerate This YOU [r Children] Will Be Next».