Maria Machado

Venezuelas Oppositionsführerin María Corina Machado erhielt im Oktober 2025 den Friedensnobelpreis. © WDR

Sie schenkte Trump den Nobelpreis – jetzt lässt er sie sitzen

upg. /  María Machado will nach Venezuela zurück. Doch der US-Präsident gibt ihr keinen Schutz. Für seine Geschäfte braucht er sie nicht.

Mit Venezuelas neuer autokratischer Interim-Präsidentin Delcy Rodríguez kann die Trump-Regierung lukrative Geschäftsdeals abschliessen. Der US-Präsident sorgte insbesondere dafür, dass bei der Ausbeutung des Öls praktisch ausschliesslich US-Konzerne zum Zug kommen.

Da steht die Exponentin der venezuelanischen Opposition, María Corina Machado, nur im Weg. Präsident Donald Trump hat ihr jeglichen Schutz verweigert, falls sie auf eigene Faust nach Venezuela zurückkehrt. Nach dem Erdbeben bat sie die US-Regierung vergeblich, ihre Sicherheit bei einer Rückkehr zu garantieren. Sie wandte sich nach Informationen der «New York Times» ans Aussenministerium und an Kongressmitglieder mit der Bitte, ihre Rückkehr nach Venezuela zu unterstützen.

Vergeblich hatte Machado ihren Nobelpreis – gegen den Willen des Nobelpreiskomitees – Präsident Trump geschenkt. Trump lässt sie fallen. Die USA könnten ihre Sicherheit nicht garantieren.

Die «New York Times» kommentiert: «Es ist eines der krassesten Beispiele, wie Trump die internationale Position der USA durcheinanderbringt, ehemalige Gegner stärkt, Verbündete im Stich lässt und Geschäftsabschlüssen Vorrang einräumt.»

Nach Angaben der Zeitung besitzt Machado keinen gültigen venezuelanischen Pass mehr und hält sich mehrheitlich in Panama auf. Vor einer Woche wollte sie in die niederländische Karibikinsel Curaçao reisen, die nur 65 Kilometer von Venezuela entfernt liegt. Doch die Niederlande, die für die Aussenbeziehungen der Insel zuständig sind, lehnten eine Einreise ab, nachdem die USA für ihre Reise nicht hatten bürgen wollen. 


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
➔ Solche Artikel sind nur dank Ihren SPENDEN möglich. Spenden an unsere Stiftung können Sie bei den Steuern abziehen.

Mit Twint oder Bank-App auch gleich hier:



_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Bildschirmfoto20170115um09_51_27

US-Politik unter Donald Trump

Weichenstellungen: An seinen Entscheiden ist Trump zu messen, nicht an seinen widersprüchlichen Aussagen.

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

Direkt mit Twint oder Bank-App



Spenden



Die Redaktion schliesst den Meinungsaustausch automatisch nach drei Tagen oder hat ihn für diesen Artikel gar nicht ermöglicht.

6 Meinungen

  • am 4.07.2026 um 12:30 Uhr
    Permalink

    Trump hat offenbar auch den bestochenen Sicherheitsleuten von Maduro den Lohn nicht ausbezahlt. Das ist einerseits mies und vielleicht typisch Trump, andererseits haben es die verräterischen Sicherheitsleute und Machado nicht besser verdient.

  • am 4.07.2026 um 13:14 Uhr
    Permalink

    María Corina Machado funktioniert wie heute viele Politiker (für * Politikerinnen): grossen Ruhm suchen (Nobelpreis weitergeben). Das wars dann. Die hat leider keine blasse Ahnung davon, wie Trump denkt und handelt. Mitleid mit Ihr?

  • am 4.07.2026 um 15:13 Uhr
    Permalink

    amerika21 Hans Weber 24.01.2026: «Washington. Die US-Regierung hat zum ersten Mal seit der Festnahme von Nicolás Maduro venezolanisches Öl an die Firma Vitol verkauft. Der Deal hatte ein Volumen von rund 250 Millionen US-Dollar. Das in Genf ansässige Handelsunternehmen… und einer seiner leitenden Händler, John Addison, spendete laut Medienberichten sechs Millionen US-Dollar an die Wahlkampagne von Donald Trump im Jahr 2024. Die US-Senatoren der Demokraten Chris Murphy und Cory Booker kritisierten das Geschäft als Korruption und Machtmissbrauch,..»

    Könnte wohl theoretisch in Betracht bezogen werden, dass durch die etwas seltsamen Trump-Geschäftsmethoden in den USA eine Filzokratie entstanden sein könnte und in Venezuela gleichgesinnte gefunden haben für blühende Geschäfte. Darum wohl die Erkenntnis im Artikel: «.. Doch der US-Präsident gibt ihr keinen Schutz. Für seine Geschäfte braucht er sie nicht.» The FCPA (15 U.S.C. §§ 78dd-1, et seq.)
    Gunther Kropp, Basel

  • am 4.07.2026 um 20:56 Uhr
    Permalink

    Machado kann den Nobelpreis nicht weiter geben, höchstens die Urkunde, mit der ihr der Nobelpreis als Person vergeben wurde.

    Im übrigen: Jemanden, der mit Rechtsextremisten packelt und sogar Angriffe auf das eigene Land gut heisst, wenn dadurch die Regierung, die vermutlich durch Wahlbetrug an der Macht ist, mit Gewalt gestürzt wird (wie viele Tote, Verwundete, Witwen und Waisen dürfens denn sein, Frau Machado?), einen Friedensnobelpreis zu verleihen, das ist schon sehr abenteuerlich und eine Schande für das Nobelpreiskomitee!

  • am 4.07.2026 um 21:31 Uhr
    Permalink

    Eine US-Marionette wird nicht mehr benötigt, weil der Wind sich gedreht hat; schon hundertmal passiert: Die USA wollten 1963 ihren südvietnamesischen Statthalter Ngo Dinh Diem loswerden, der allzu korrupt geworden war. Das ganze endete in einem Debakel, einem blutigen Militärputsch, bei dem Diem ermordet wurde. Saddam Hussein war 1979 – 1989 herzlich willkommen – bei den Geschicken seiner Baath-Partei hatte wohl auch die CIA die Hand im Spiel – und endete auf Betreiben der USA 2006 am Galgen. Von Kissinger stammt der Ausspruch: «Es ist gefährlich, die USA zum Feind zu haben. Sie jedoch zum Freund zu haben, ist tödlich.»

  • am 5.07.2026 um 06:20 Uhr
    Permalink

    Wer die USA auffordert sein Land zu bombardieren, muss sich vorher überlegen ob sie je wieder zurück nach Venezuela will….

Comments are closed.

Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...