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Alice Weidel © Hessischer Rundfunk

Alice Weidel will die Ukraine zur Kasse bitten

Jürg Müller-Muralt /  Die AfD will nicht nur die Unterstützung der Ukraine einstellen, sondern «erhebliche Rückforderungen» stellen. 

Die AfD-Co-Chefin Alice Weidel ist keine Freundin der Ukraine; das ist nicht neu. Bekannt ist auch, dass sie und ihre Partei die Finanz- und Militärhilfe an das von Russland überfallene Land streichen wollen. Wie radikal sie dabei vorgehen will, hat Weidel vor wenigen Tagen einmal mehr in einem Interview mit dem umstrittenen österreichischen Online-Sender «Auf 1» unterstrichen. 

«Erhebliche Rückforderungen» 

Die Partei lehnt nicht nur eine weitere Finanzierung der Ukraine ab. Sie stellt sich vielmehr auf den Standpunkt, Deutschland müsse die bereits für die Ukraine ausgegebenen Gelder zurückverlangen. Das Interview ist derzeit auf dem Sender «Auf 1» nicht mehr auffindbar, aber auf dem pro-russischen Telegram-Kanal «Russländer & Friends» dokumentiert. Ein kurzer Ausschnitt aus dem Weidel-Interview ist auch auf dem Online-Kulturmagazin «Perlentaucher» vom 14. September 2026 zu finden. Die Kernaussage: «Wir werden die Zahlungen an die Ukraine und jede militärische Unterstützung einstellen und zudem erhebliche Rückforderungen an die Ukraine stellen.» 

«Ärger mit der Buchhaltung»

Man muss sich diese unglaubliche Aussage auf der Zunge zergehen lassen: Einer deutschen Spitzenpolitikerin mit intakten Chancen, dereinst ins Bundeskanzleramt einzuziehen, kommt im Zusammenhang mit einem ums Überleben kämpfenden Land bloss in den Sinn, diesem Land eine Rechnung in Aussicht zu stellen. Auf diesen blanken Zynismus kann der Journalisten-Blog «Ruhrbarone» nur mit ebenso blankem Sarkasmus reagieren: «Wer sich die Unverschämtheit erlaubt, noch nicht kapituliert zu haben, bekommt bei der AfD offenbar Ärger mit der Buchhaltung.» 

«Liebesgrüsse aus Moskau»

Russland verfolgt die Entwicklungen in Deutschland mit Wohlgefallen. Denn bereits am 9. Septbember 2026, kurz nach dem überwältigenden AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt, erhält die AfD «Liebesgrüsse aus Moskau». Putins Mann fürs Geschäft, der Sondergesandte für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew, will ein russisch-deutsch-amerikanisches Wirtschaftsforum für 2027 unter Beteiligung der AfD vorschlagen. 

Noch ist dieses Forum nicht in trockenen Tüchern. Aber Weidels Stossrichtung im Umgang mit der Ukraine ist für Putin schon mal eine erfreuliche Geschäftsgrundlage. Die «Ruhrbarone» finden: «Die Ukraine bekäme weniger Unterstützung und zusätzliche Forderungen. Er (Putin) müsste dafür nicht einmal mit Weidel verhandeln. Sie bietet es schon öffentlich an. Man muss der AfD lassen: Sie findet selbst bei einem überfallenen Land noch etwa zu holen.»


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