Welche Frauen kommen ins «Paradiesli»?
Im «Paradiesli» ging es gar nicht paradiesisch zu und her, am 28. Juni dieses Jahres. Im Frauen-FKK-Abteil des Berner Marzilibads war ein wüster Streit entbrannt. Weil sich eine Transfrau dort niedergelassen hatte. Zur Erläuterung: Eine Transfrau ist ein Mann, der findet, er sei eine Frau.
Doch zurück zu jenem Sonntag vor zweieinhalb Monaten. Mehrere Besucherinnen fühlten sich gestört. Andere solidarisierten sich mit der Transfrau. Es kam zum erwähnten Streit, den auch die Angestellten des alternativen Sicherheitsdiensts «Taktvoll» nicht schlichten konnten.
Sie darf
Deshalb rief die Leitung des Marzilibads die Polizei zu Hilfe. Doch auch die sechs Polizeiangestellten konnten die Anwesenden nicht beruhigen. Schliesslich führten sie die Transfrau in Handschellen ab. Beim Handgemenge wurde eine Polizistin leicht verletzt.
Und am Schluss stand die Frage im Raum: Darf eine Transfrau ins «Paradiesli»? Die Antwort in der Kurzfassung: Sie darf.
Die Antwort in der Langfassung ist komplizierter. In einem Leitfaden für das Personal steht laut der Stadt Bern, «dass im Härtefall das in einem Ausweis festgehaltene amtliche Geschlecht gilt».
Beim Vorfall vom 28. Juni, als zuerst der Sicherheitsdienst und anschliessend auch noch die Polizei zum Einsatz kamen, handelte es sich zweifellos um einen solchen «Härtefall». Die Polizei verlangte daher einen Ausweis. Die Transfrau weigerte sich.
Obwohl das Personal des Marzilibads, der Sicherheitsdienst und die Polizei ganz offensichtlich gemäss den Vorgaben gehandelt hatten, fiel ihnen die zuständige Gemeinderätin (Regierung) Ursina Anderegg in den Rücken. Im Interview mit der «Berner Zeitung» sprach sie gleich drei Mal von einem «Fehlentscheid» des Personals.
«Als Frau gilt, wer sich als Frau fühlt»
Die Stadt schaltete nach dem Vorfall auf ihrer Website ein Merkblatt auf. Von einer Ausweispflicht ist plötzlich nicht mehr die Rede. Und gegenüber der «Berner Zeitung» fasste Ursina Anderegg den Inhalt des neuen Merkblatts in einer Kurzformel zusammen: «Als Frau gilt, wer sich als Frau fühlt.»

Der Kolumnistin Kaltërina Latifi ist das zu einfach. Kürzlich kritisierte sie im «Magazin», dass «die eigentliche Frage, was denn eine Frau überhaupt ist, partout vermieden wird».
Deshalb die Frage: Was ist eigentlich eine Frau? Bisher galt ja landläufig: Eine Frau ist ein Mensch mit zwei X-Chromosomen. Eine Frau ist ein Mensch, der eine Vagina, Eierstöcke und eine Gebärmutter besitzt.
Oder umgekehrt: Wer einen Penis hat, ist keine Frau, sondern ein Mann.
Wie lebt eine Frau?
Wenn diese harten Kriterien nicht mehr gelten, dann müssen weiche Kriterien her. Dann landen wir aber ganz tief in Klischees, die wir längst überwunden glaubten: dass Frauen gepflegt sind, dass sie sich gerne schön kleiden, dass sie gut riechen möchten, dass sie Manieren haben, dass sie gerne Schmuck tragen. So tönt es auch im Queer-Lexikon.
In einer Medienmitteilung formuliert Andereggs Direktion für Bildung, Soziales und Sport auch noch eine andere Voraussetzung für den Zugang zum «Paradiesli». Nämlich: «Alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben». Womit wir bei den nächsten Fragen wären: Wie lebt eine Frau?
Kümmert sich eine Frau vornehmlich um Familie und Haushalt? Putzt und bügelt sie gerne? Ist sie einfühlsam, fürsorglich und gesprächig? Überlässt sie das Auto lieber ihrem Mann, weil sie nicht so gut parkieren kann?
Im Ernst: Leben Männer und Frauen 45 Jahre nach Annahme der Initiative «Gleiche Rechte für Mann und Frau» noch unterschiedlich? Wollen wir die alten Klischees tatsächlich wiederbeleben? Wollen wir Geschlechterstereotype zementieren? Wollen wir Errungenschaften der Frauenbewegung über Bord werfen?
Eine Kommentatorin brachte es auf dem Berner Nachrichtenportal hauptstadt.be auf den Punkt: «Wenn ein Transmensch mit männlichen Geschlechtsorganen provokativ einen geschützten Frauenraum betritt, ist dies schlicht respektlos und dumm. Das hat nichts mit Diskriminierung von queeren Menschen zu tun, sondern mit der Missachtung von durch Frauen über Jahrzehnte erkämpften Rechten! Ich bin schlicht empört über die Reaktion der Stadt Bern.»
Die Frauen haben den Menschen mit Penis falsch «gelesen»
Am Tag nach dem Vorfall vom 28. Juni veröffentlichte die Stadtberner Direktion für Bildung, Soziales und Sport eine Medienmitteilung. Darin tut sie sich schwer mit der Bezeichnung des Menschen, um den sich die Auseinandersetzung im Marzilibad drehte. Anfangs wird er als «trans Frau» bezeichnet, zwischendurch aber auch als «Frau».
Und zwar als «Frau», «die aufgrund einiger körperlicher Merkmale von anderen Badegästen nicht weiblich gelesen wurde». Der Fehler liegt also nicht nur beim Personal, sondern auch bei den Frauen im FKK-Abteil, die nicht in der Lage waren, den Menschen mit Penis richtig «zu lesen».
Oder anders gesagt: Sie hätten den Menschen mit Penis als Frau «lesen» müssen.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.







«Wenn ein Transmensch mit männlichen Geschlechtsorganen provokativ einen geschützten Frauenraum betritt, ist dies schlicht respektlos und dumm. Das hat nichts mit Diskriminierung von queeren Menschen zu tun.» Genau.
Endlich ist der Sachverhalt transparent geklärt. Diese Geschichte gehört für mich in das Kapitel «Revolution der Begriffe»: die Expansion oder Verkehrung aller bisherigen Begriffe. Herkömmliche Anschauungen werden ohne Rücksicht über den Haufen geworfen. Gesetzlich ist es möglich, nicht nur Namen, sondern auch Geschlecht durch einen amtlichen Eintrag zu ändern. Der Psychologe hilft: Was subjektiv gefühlt wird, ist objektive Tatsache. Nur: die individuelle Wahrnehmung kann täuschen, die Biologie jedoch nicht.
Ich diagnostiziere Geisteskrankheit in gewissen Bereichen der Berner Regierung. Die Konservativen, Rechten und Rechtsextremen werden solchen geistesschwachen Schabernack für sich zu nutzen wissen.
Penis = Mann. So einfach. Jeder der was anderes Behauptet, verletzt mein Recht, meiner Wahrnehmung zu vertrauen.
Aber auch ernsthaft: Unsere Sprache definiert, was wir sehen, nicht was das Gesehene fühlt. Ein Baum ist ein Baum, egal ob er sich als Katze fühlt. Um es mit Zhuangzi zu sagen: wie willst du wissen, dass ich nicht weiss, was die Fische im Wasser wollen?
Es ging bei Trans darum, die Links-Rechts Koalition der Arbeiterschicht bei Occupy Wall Street zu brechen. Ein Gruppe pro Trans, eine gegen Trans, jetzt streiten die Arbeiter wieder schön brav gegeneinander, und oben wird weiter gefeiert. Schade das gerade Linke darauf reinfielen, wo doch kein einiges kommunistisch regiertes Land jemals fühlte, Identität sei die Wurzel der Ungleichheit.
Zu Stereotypen kann ich übrigens nur zustimmen. Das Frauenbild der Trans-Szene ist abscheulich und furchterregend. 100 Jahre Feminismus werden so zerstört, von angeblich linken Kreisen.
Guter Artikel! Was sagt die Forschung, die «Wissenschaft» dazu: die Ausprägung der Geschlechtsunterschiede beginnen bereits im Mutterleib auf physischer und hormoneller Ebene; sie betreffen nicht nur Athletik – hier ist der größte messbare Unterschied zwischen Männern und Frauen erkennbar – sondern auch Hirnentwicklung. Mädchen wachsen phasenweise schneller als Buben, weisen schnellere Hirnreife auf und treten eher in die Pubertät ein. Das Längenwachstum wird ca. 3 – 4 Jahre früher abgeschlossen. Dafür sind Greif- und Wurfkräfte schwächer ausgeprägt. Frauen sind kleiner, haben einen höheren Körperfettanteil, geringeres Lungenvolumen, überstehen Hungersnöte besser und können – für Männer wäre das tödlich – in der Schwangerschaft gefahrlos die Herzgröße verändern und den Uterus komplett rückbilden. Ein Wunder! All dies ist wissenschaftlich in unzähligen Messreihen nachgewiesen. Ein Mann kann keine Frau sein, eine Frau kein Mann! Die Natur hat hier einen ehernen Riegel vorgeschoben.
@Paul Schön: Sie haben gerade zusammengefasst, weshalb der Transhumanismus daran so interessiert ist. Früher nannte die Wissenschaft es einfach Genetik…
Einst war ich erstaunt, dass so viel Wissen in der Geschichte der Menschheit verloren ging.
Jetzt staune ich über unsere Regierenden, die ihr Wissen über Frau und Mann verloren haben…. *zwinkersmiley*
Das «Paradiesli» wurde als geschützter Raum für Frauen geschaffen. Dort geht es nicht um eine abstrakte Definition von Geschlecht, sondern um Intimsphäre und körperliche Grenzen. Deshalb sollte eine einfache Regel gelten: Wer diesen Frauenraum betritt, muss die körperlichen Voraussetzungen für diesen geschützten Raum erfüllen.
Eine Person mit männlichen Geschlechtsorganen darf sich als Frau identifizieren. Sie darf deshalb aber nicht automatisch verlangen, dass andere Frauen ihre Grenzen aufgeben. Wenn sie den geschützten FKK-Frauenbereich nutzen möchte, muss sie akzeptieren, dass dies erst nach einer geschlechtsangleichenden Operation möglich ist.
Das mag hart klingen. Aber auch die anderen Frauen haben Rechte. Von ihnen zu verlangen, ihre Intimsphäre zugunsten einer Selbstdefinition aufzugeben, ist ebenfalls diskriminierend.
Toleranz bedeutet nicht, dass eine Person immer und überall Zugang erhält. Toleranz bedeutet auch, die Grenzen anderer zu respektieren – Punkt.
Mir persönlich wurde dieser, ich möchte es eigentlich Kult nennen, suspekt, als es den Organisatoren des Frauenstreiks plötzlich wichtiger war, dass Männer im Röckli da teilnehmen, als Frauen die bürgerlich oder konservativ Denken und wählen.
Spätestens da wurde offensichtlich, dass sich diese Szene definitiv nicht mehr den Frauen verpflichtet fühlt, sondern ihre eigene politische Agenda umgesetzt sehen will. Auch wenn das zu Lasten der biologischen Frauen geschieht.
Wenn diese «Penisträgerin» vom Marzili Vorfall nur ein kleines bisschen Respekt und Ehrgefühl gehabt hätte, wäre sie freiwillig gegangen, als sich Frauen gegen ihren Aufenthalt ausgesprochen haben.
Dass sie berner Statdregierung so schlecht darauf reagiert hat,war eigentlich zu erwarten und steht sinnbildlich für den Zustand linker Politik.
Aus meiner Sicht war das Ganze eine geplante Provokation einer kleinen Splittergruppe. Nach verschiedenen Aussagen trug «die Transfrau» sowohl einen Bart als auch eine starke, dunkle Körperbehaarung. Das führte wohl auch zur deutlichen Reaktion der Polizei mit den Handschellen, weil sie schlicht das «Märchen» nicht glaubten. Unmittelbar danach seien dem Thema entsprechende Sprayereien im Umkreis des Marzilibades aufgetaucht. Wohl eine willkommende Story zur Zeit des medialen Sommerlochs.
Also- eine subjektive Behauptung soll als objektive Wahrheit akzeptiert werden, obwohl sie der nachvollziehbaren Erfahrung widerspricht. Spinnt man diesen Faden weiter, so gibt es am Ende keine gemeinsame Sprache mehr
Der Penisträger darf sich meinetwegen gerne als Frau fühlen, aber objektiv bleibt er ein Mann und hat deshalb in einem Ort wie das Paradiesli nichts verloren. Er könnte ja auch an einen gemischten FKK-Strand gehen, da kräht kein Hahn danach ob er sich nun als Mann oder Frau fühlt
EINLASS nur unter Vorbedingung:
► Gemeinderätin Ursina Anderegg (Grüne, Gleichstellungsexpertin), in der Stadtberner Regierung für die Bäder zuständig, erklärt, in die Frauen-Badi «Paradiesli» (Schild-Aufschrift: Auch in Begleitung von Erwachsenen haben Kinder keinen Zutritt) im Berner Marzilibad HINEIN dürfen alle, die sich so fühlen: «Als Frau gilt, wer sich als Frau fühlt.» Zusatzfrage: Dürfen alle in die Stadtregierung, die sich als Gemeinderat in Bern «fühlen»? Ja? Ich komme.
►Terence Hill (Vier Fäuste für ein Halleluja), in Begleitung von Bud Spencer, wurde vom Türsteher des Speise-Salo(o)ns gefragt: «Ich darf Sie nur HINEINLASSEN, wenn Sie Mitglied sind.» – «Wir sind Mitglied. Ohne hätten wir eine zu hohe Stimme.»
Warum dürfen Kinder nicht rein? Die fühlen sich manchmal durchaus auch schon als (weibliche) Erwachsene.
Aber: selber schuld, wer so eine Ursina Anderegg mit solchen Ansichten wählt.
Dass gemäss Art. 30b ZGB eine Person seit dem 01.01.2022 durch einfache Erklärung das im Zivilstandsregister eingetragene Geschlechtg ändern kann, dient ausdrücklich dem Schutz der Presönlichkeit; die einzige gesetzliche Voraussetzung dafür, dass nämlich diese Person innerlich fest überzeugt ist von der Unrichtigkeit der gegebenen Eintragung, ist faktisch unüberprüfbar. Es kann nicht Aufgabe des ZGB sein, die dadurch entstehenden Konflikte, wie eben den hier verhandelten Fall, selbst zu regeln.- Ursina Anderegg verkennt den Handlungsspielraum der Stadt, ohne Verletzung des verfassungsmässigen Diskriminierungsverbotes die Benutzung durch Transfrauen mit objektiv männlichem Aussehen auszuschliessen.
Die fraglicheTransfrau hat der Akzeptanz der transgeschlechtlichen Menschen wohl massiv geschadet. Dabei haben diese weiterhin unter unzulässiger Diskriminerung bis zu Hassattacken zu leiden, zumal in der Schweiz ein allgemeines, gesetzliches Diskriminierungsverbot auf sich warten lässt.