Kommentar

Zürcher Herzklinik-Skandal: Behandlungsresultate nicht erfasst

Urs P. Gasche © Peter Mosimann

Urs P. Gasche /  Würde systematisch erhoben, wie es Patienten nach Operationen ergeht ... Doch FDP-Regierungsrat Thomas Heiniger wollte nicht.

Anders als etwa in den Niederlanden, in Grossbritannien oder vielen US-Bundesstaaten wurden die Resultate gängiger Operationen in der Schweiz lange nicht systematisch erfasst: Keine standardisierten Befragungen der Operierten, kein Nachfassen, keine vergleichbare Statistik darüber, wie häufig es in Spitälern zu Komplikationen kommt. Unterdessen gibt es einige Fortschritte.

Der Zürcher FDP-Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger hatte es bei der kantonalen Spitalplanung im Jahr 2012 ausdrücklich abgelehnt, die Behandlungsresultate der Herzchirurgie zu erfassen (Outcome-Qualität). Seine Begründung: Bei anderen Operationen könne man die Resultate auch nicht erfassen, so dass die Herzchirurgie «ein Ausreisser» wäre.

Heiniger war von 2007 bis April 2019 Gesundheitsdirektor. Chirurg Francesco Maisano operierte am Zürcher Universitätsspital von 2016 bis 2019 und war dort Leiter der Herzchirurgie.

Das Universitätsspital und die Gesundheitsdirektion konnten bis vor kurzem abstreiten, dass es zu Behandlungsfehlern mit Todesfällen kam. Das wäre kaum möglich gewesen, wenn die Behandlungsresultate nach den Austritten aus dem Spital systematisch erfasst worden wären. 

Im Jahr 2021 kam das Anwaltsbüro Umbricht Rechtsanwälte in einem Auftragsgutachten des Universitätsspitals zum Schluss, bei Maisano habe es zwar Interessenkonflikte gegeben. Doch von Schäden an Patienten hat Autor Rechtsanwalt Markus Rüssli das Spital offensichtlich entlastet. Allerdings hat das Universitätsspital seinen Bericht nie veröffentlicht.


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5 Meinungen

  • am 11.05.2026 um 09:59 Uhr
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    Und jetzt soll eine Puk Licht bringen ? Hat noch nie geklappt. Laut dem Aufdecker haben die meisten Verantwortlichen ihre bisherigen Posten immer noch inne. Omerta und Protektion setzt sich fort.

  • am 11.05.2026 um 11:24 Uhr
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    Wirklich ein schlagendes Argument: Wenn die andern unevaluiert arbeiten dürfen, dann kann man doch bei Herzoperationen keine Ausnahme machen. Regeln werden gemacht und gebrochen, wie es gerade passt. Bei den Covid Impfungen hat man laufend Ausnahmen (bei der Zulassung, Haftung, Vorgehen) gemacht und angeordnet. Korruption wird ermöglicht wenn Organisationen resp. Personen nicht laufend überprüft (evaluiert) werden! Vor allem ist Prüfung ‚oben‘ wichtig, weil da kann es sich richtig lohnen.

  • am 11.05.2026 um 15:16 Uhr
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    Ich würde noch weiter gehen!

    Die Basis der Wahrung der Patientensicherheit ist die transparente medizinisch Risiko-adjustierte Indikationsqualität. Fehlt diese, ist Tür & Tor leider für reputations- & wirtschaftlichkeitsfördernde Eingriffe, Forschung & Entwicklung sehr weit weit offen, was eben zu den bekannten Ausmassen in der Zürcher Herzchirurgie – USZ, Triemli & KISPI – in der Zeitspanne 2012 bis 2020 (vor Klinikübernahme und entsprechender Risiko-adjustierter Q-Sicherung von Indikation & Outcome mit für die Schweiz adaptierter NSQIP unter Prof. Vogt mit dessen Klinikstellvertreter Prof. Carrel) führte!

    Wir müssen deswegen den aktuell noch immer politisch verteidigten ökonomischen gewinn- & profitfördernden Pseudowettbewerb mit dessen med. unzweckmässigen Mengenausweitung durch einen med. Qualitätswettbewerb mit adäquater Q-Sicherung ersetzen!

    Erst dann haben wir eine Chance, langfristig Patientensicherheit und Kosteneffizienz im Schweizer Gesundheitssystem absichern zu können.

    • am 13.05.2026 um 12:43 Uhr
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      Solange sich in der Gesundheitsindustrie mit Mauscheleien und Beschiss so viel Geld verdienen lässt, wird sich nicht viel ändern.

  • am 11.05.2026 um 19:15 Uhr
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    Auf die Ära Heiniger geht noch so einiges zurück… auf mich machte er den Eindruck eines Selbstdarstellers…

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