Corona: Wissenschaftler ritten uns in den Lockdown
Beginnen wir mit den Stimmen, die damals den Ton setzten:
«Ich wäre sehr froh, wenn ich und all die anderen Experten total falsch liegen würden. Die Wahrscheinlichkeit ist aber leider sehr klein.» Das sagte der Berner Epidemiologe Christian Althaus Ende Februar 2020 der «NZZ».
Althaus proklamierte, dass «die Sterblichkeit [an Covid-19] bei rund einem Prozent liegt». Ohne Gegenmassnahmen hätte dies für die Schweiz demnach bedeuten können: rund 30’000 Corona-Tote innerhalb von Monaten. «Ein solches Worst-Case-Szenario ist nicht ausgeschlossen», sagte Althaus.
«Dieses Szenario ist so unwahrscheinlich, dass man es nicht einfach so in den Raum stellen kann. Öffentlich von möglichen 30’000 Toten zu sprechen, halte ich für verantwortungslos», erwiderte drei Tage später der Präventivmediziner und FDP-Politiker Felix Gutzwiller im «Blick».
Christian Althaus, der in der Schweiz als einer der Ersten davor warnte, dass Sars-CoV-2 zu einer weltweiten Pandemie führen könne, «wenn nicht starke Kontrollmassnahmen getroffen werden», war indes noch weiter gegangen: Zusammen mit zwei Kollegen und einer Kollegin hatte er an den damaligen Gesundheitsminister Alain Berset geschrieben. Denn die vier Wissenschaftler bezweifelten, dass das Bundesamt für Gesundheit das Risiko, das von Sars-CoV-2 ausging, richtig einschätzte. Drei der Verfasser wurden kurz danach zu Beratern der Schweizer Regierung.
Unrealistische Berechnungen
Althaus und seine Mitstreiter stehen auch stellvertretend für viele andere, die sich auf eine Modellierungsstudie beriefen – also eine Schätzung, die auf verschiedenen Annahmen beruht. Diese Modellierung stammte vom Team um den britischen Wissenschaftler Neil Ferguson. Ferguson schätzte, dass ein Prozent aller Sars-CoV-2-Infizierten – inklusive derjenigen ohne Symptome – sterben werde.
Schon zu Zeiten der Schweinegrippe hatte Ferguson, der die WHO beriet, für Aufregung gesorgt – und damals daneben gelegen. Anno 2009 prognostizierte er, dass ein Drittel der Menschheit in den folgenden neun Monaten am Schweinegrippe-Virus erkranken werde.
Doch was er aufgrund von mathematischen Modellierungen heraufziehen sah, «traf nie ein». Obwohl Fergusons Team in der Vergangenheit mehrmals falsch lag, «hat man scheinbar nichts daraus gelernt. Niemand schien sich daran zu erinnern», sagt die Investigativ-Journalistin Serena Tinari. Für die «SRF»-Rundschau recherchierte sie 2010 einen Beitrag zum «Geschäft mit der Schweinegrippe».
«Wir hielten es für nicht sehr realistisch»
«Man hätte eigentlich wissen können: Die liegen systematisch um den Faktor 10 oder 100 daneben. Dass man trotzdem den Berechnungen […] so ein grosses Gewicht gibt, das fand ich dann schon bald mal sehr komisch», ergänzt der Luzerner Gesundheitsökonom Konstantin Beck.
«Wir schauten uns das Modell [von Ferguson] an und hielten es für nicht sehr realistisch», sagt Anders Tegnell, Schwedens früherer Staatsepidemiologe. «Gemäss dem Modell hätten wir im ersten Frühling fast 100’000 Erkrankungsfälle haben sollen. Nach diesem Frühling hatten wir etwa 3000 Fälle. Das zeigte, wie falsch das Modell war.» Was die Übersterblichkeit betrifft, kam das anfangs in Schweizer Medien kritisierte Schweden besser durch die Pandemie als Länder mit strengeren Regeln.
«Weit weg von der Realität», fand die Modellierungsstudie auch John Ioannidis, ein weltweit bekannter Epidemiologe, dessen eigene Schätzungen viel niedriger ausfielen als jene von Ferguson und der massiv angefeindet wurde, auch von Wissenschaftskollegen. Um das Sterberisiko verständlicher zu machen, verglich Ioannidis es mit demjenigen im Strassenverkehr. An Covid zu sterben, war für die Unter-65-Jährigen in der Schweiz während der ersten Pandemiewelle demnach genauso wahrscheinlich, als hätten sie in dieser Zeit täglich 37 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt und wären tödlich verunfallt.
Ioannidis, Tegnell, Tinari und Beck sind vier von über einem Dutzend Personen, die der Berner Filmemacher Mike Wyniger in seinem Film «Der Hype» zu Wort kommen lässt.
Wyniger konzentriert sich in dem Dokumentarfilm auf das erste Pandemiejahr: Der WHO-Mitarbeiter Bruce Aylward sei zu Beginn der Pandemie begeistert von einer Reise nach China zurückgekehrt. Er behauptete, dass es das Land dank der starken Gegenmassnahmen geschafft habe, die Corona-Welle zu bodigen. Das bedeutete: Lockdown auch im Westen. Dabei waren die Erkrankungszahlen in der Schweiz einige Tage vor dem ersten Lockdown im März 2020 schon zurückgegangen, wie die spätere Taskforce-Leiterin Tanja Stadler im April 2020 ermittelte.

«Weit entfernt von den Horrorvorhersagen der Modellierer»
Im Nachbarland Österreich lief es ähnlich: Dort «haben Mathematiker dem Kanzler zu Beginn der Pandemie eingeredet, dass in wenigen Monaten 100’000 Menschen tot sein werden. Tatsächlich sind in der ersten Welle 2000 Menschen mehr gestorben als im Winter 2016/2017», erinnerte sich Franz Allerberger, früherer Leiter des Bereichs Öffentliche Gesundheit der staatlichen österreichischen Gesundheitsagentur AGES, im Interview mit Infosperber. Allerberger gehörte zur Coronavirus-Taskforce des österreichischen Gesundheitsministeriums und war Mitglied des Fachbeirats der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC.
Er sprach von «Angstmache zum Quadrat»: In Österreich seien im ersten Jahr der Pandemie 6000 Menschen mehr verstorben als sonst. «Das entsprach dem, was wir fürs erste Pandemiejahr im Voraus geschätzt hatten. Es war weit entfernt von den Horrorvorhersagen der Modellierer. Vier Jahre vor der Pandemie hatten wir im Winter in Österreich eine Übersterblichkeit von 4000 Menschen – da hat damals kein Hahn danach gekräht.»
Die WHO schürte die Angst noch
Auch die WHO jazzte Corona hoch: 3,4 Prozent, also einer von 30 Corona-Kranken weltweit sei gestorben, verkündete der WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus im März 2020. Wyniger zeigt die Szene in seinem Film.
Doch die im Mai 2020 publizierte «Heinsberg-Studie» des Bonner Virologen Hendrik Streeck kam zu anderen Schlüssen.
«Teilweise voreilige Bewertungen»
Streecks Team zählte sowohl die offenkundigen als auch die etwa fünfmal so häufigen unerkannten Corona-Infektionen, um ein Gesamtbild zu erhalten – und kam auf eine Sterberate von etwa 0,35 Prozent. Zum Vergleich: Bei der saisonalen Grippe beträgt diese Rate etwa 0,1 Prozent. In strengen Grippewintern kommen Schweizer Spitäler punktuell an den Anschlag.
In der Altersgruppe der ab 65-Jährigen lag die Covid-Infektions-Sterberate laut Streeck mit schätzungsweise 1,93 Prozent deutlich höher – aber noch immer unter der vom WHO-Direktor genannten Zahl.
«Zu Beginn der Pandemie kam es zu teilweise voreiligen Bewertungen hinsichtlich der Gefahrenlage durch das damals neue Virus», gestand 2025 die deutsche Gesellschaft für Virologie ein.
Die Mutter stirbt allein
Der Preis, den Kinder, Jugendliche, Familien und alte Menschen für die Lockdowns zahlten und noch zahlen, schien beim Entscheid für den Lockdown keine Rolle zu spielen.
Die Angehörige einer sterbenden Frau in einem kanadischen Pflegeheim erlebte es so: «Meine Mutter war so dehydriert, dass sie den Rufknopf in der Hand hatte und versuchte, aus der Klingel zu trinken. Ich wusste, dass sie im Sterben lag, und ich wusste, dass sie mich bis zu den letzten Stunden nicht reinlassen würden. Bis zu den letzten Stunden … Das Einzige, was wir tun konnten, war, an das Fenster zu klopfen.»
Dabei hatte sich beispielsweise in Frankfurt schon im Frühling 2020 gezeigt, dass Ausbrüche selbst in Altenpflegeheimen rasch in den Griff zu bekommen waren. Die Voraussetzung dafür: Geschulte Mitarbeitende, welche die Hygiene hochhielten und jeden Covid-Verdachtsfall sofort meldeten. Regelmässiges, anlassloses** Testen aller Bewohner war dafür gar nicht nötig.
Und: In Frankfurt war die Übersterblichkeit während der Grippewelle 2022 höher als in allen Corona-Wellen insgesamt.
Auch spätere Studien zeigten, dass die WHO zu hoch gegriffen hatte. Einer österreichischen Studie zufolge, an der Ioannidis beteiligt war, lag die Infektionssterberate je nach Zeitpunkt und Virusvariante während der ganzen Coronapandemie anfangs bei 0,61 Prozent und fiel im Verlauf auf 0,04 während der Omikron-Phase. (Für Menschen, die nicht im Heim lebten, habe sie anfangs 0,36 Prozent betragen und später 0,04 Prozent.) Nur ein einziges Mal, kurz vor Beginn der Impfkampagne, betrug sie demnach etwa ein Prozent.
«Ein Albtraum»
Doch war die Corona-Pandemie 2020 wirklich ein «Hype», wie Wynigers Filmtitel vorgibt?
Wer mit Menschen sprach, die damals «an der Front» waren, bekam einen anderen Eindruck: «So etwas möchte ich nicht wieder erleben», sagte beispielsweise eine Hausärztin, die sich – noch vor der Maskenpflicht – Anfang 2020 mit Sars-CoV-2 ansteckte.
«Ich war am Anschlag» bekennt ein Intensivpfleger, der auf einer Covid-Intensivstation arbeitete und anonym bleiben möchte. Er sei nicht mehr nachgekommen mit der Arbeit, im Stress seien auch Fehler passiert. «Das hat mich alles persönlich sehr belastet.»
Im Altersheim, in dem sie arbeitete, seien in der ersten Welle fast die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner gestorben. «So eine heftige Infektionswelle hatten wir vorher nie», erinnerte sich eine Pflegerin im Gespräch unter vier Augen. Unter den Verstorbenen seien etliche gewesen, von denen sie gedacht habe, sie hätten unter anderen Umständen noch ein paar Jahre leben können.
«Ein Albtraum», sagte der Chefarzt der Intensivstation des Berner Inselspitals Anfang Dezember 2021 zu «SRF». Sein Team sei ausgelaugt, es fehle an Unterstützung. «Wir müssen jetzt alle Formen von Lockdown diskutieren.»
In der zweiten Corona-Welle seien die Särge knapp geworden. Es sei schrecklich gewesen, sagte ein Bestatter. Er habe inständig gehofft, dass der Bundesrat einen weiteren Lockdown verhänge. «Als der dann kam, wusste ich: Jetzt dauert es noch etwa 14 Tage – und dann entspannt sich die Lage.»
«Alle auf der Intensivstation behandelt»
Wie passen solche Aussagen zu den Intensivbetten-Statistiken, die Wyniger in «Der Hype» abbildet? Nichts deutet dort auf eine übermässige Belegung hin. Repetitiv zeigt der Filmemacher Szenen aus einem Video, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geburtsklinik am Universitätsspital Zürich mit offensichtlicher Freude gemeinsam zu «Jerusalema» tanzen.
Es habe Zeiten gegeben, da sei es selbst auf der Corona-Intensivstation «langweilig ruhig» gewesen, sagt der Pfleger, der anonym bleiben möchte. In den stressigen Phasen dagegen seien andere Abteilungen heruntergefahren worden. Die Angestellten dort mussten dann bei den Covid-Patienten mit anpacken. Man habe keine Zeit gehabt, um sie einzuarbeiten.
Ein anderer sagt: «Wir haben in dieser Zeit alle schwer kranken Covid-Patienten auf die Intensivstation genommen» – auch solche, die zu anderen Zeiten aufgrund ihres hohen Alters und ihrer geringen Überlebenschancen gar nicht mehr auf die Intensivstation aufgenommen worden wären.
Mobbing unter Wissenschaftlern
Wyniger lässt in seinem Film sowohl Stimmen zu Wort kommen, die bisher öffentlich kaum gehört wurden, als auch solche, die in der «corona-kritischen Szene» bekannt sind, wie beispielsweise der St. Galler Infektiologe Pietro Vernazza (der auch für Infosperber schreibt). Stimmen aus dem Lager, das für strenge Massnahmen, für «Zero Covid» und für Lockdowns plädierte, fehlen hingegen*.
Zu den kaum Gehörten gehört der Wissenschaftler Taulant Muka, der in seinem (in englisch erschienenem) Buch «Akademisches Mundtot machen und Mobben» verarbeitet hat, was ihm am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern widerfuhr. Mukas einstige Kollegen waren Christian Althaus und der frühere Leiter der Covid-Taskforce, Matthias Egger. Wyniger bat auch Egger um ein Interview. Erfolglos.
Dabei wären gerade Eggers Argumente und Beweggründe interessant. Warum verkaufte die Taskforce unter Eggers Leitung die Bevölkerung für dumm, was das Maskentragen in der Öffentlichkeit betraf? Warum lieferte Egger später eine Studie ab, die angeblich zeigte, dass in Regionen, in denen das Covid-Gesetz abgelehnt wurde, mehr Menschen an Covid starben – obwohl es – wenn überhaupt – umgekehrt war?
«Gegen alles Totalitäre«
Mit seinem sehenswerten Film, der gestern in Bern Premiere hatte, will Wyniger einen «längst fälligen Anstoss für eine sachliche Aufarbeitung» der Corona-Pandemie geben und «Fakten liefern, die man den Leuten nicht gesagt hat». Vor allem aber solle sein Film möglichst vielen Menschen Denkanstösse geben, ob sie die anstehende Gesetzesrevision des Epidemiengesetzes wirklich wollen. Mehrmals weist der Film auf Widersprüche hin, die beispielsweise das Bundesamt für Gesundheit oder Matthias Egger betreffen.
Anders Tegnell, Schwedens ehemaliger Staatsepidemiologe, habe während der Corona-Pandemie «nie etwas anderes als Empfehlungen herausgegeben. Das ist für mich der Weg, den man gehen muss», sagt Wyniger. Die geplante Reform des Epidemiengesetz sei jedoch «der gegenteilige Weg». Er stemme sich «gegen alles Totalitäre».
Dazu zählt Wyniger auch die aus seiner Sicht teilweise «völlig irren», von oben angeordneten Massnahmen während der Corona-Pandemie – wobei er im Gespräch klarstellt, dass er beispielsweise das Maskentragen im medizinischen Rahmen für sinnvoll hielt – nicht aber unter freiem Himmel. «Der Hype» soll dazu beitragen, Ähnliches in Zukunft zu verhindern. Deshalb will Wyniger den im Verlauf von eineinhalb Jahren weitgehend mit Eigenmitteln finanzierten Film für jedermann frei zugänglich machen.
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Ab 21.5.2026 abends wird der Film unter www.der-hype.ch online zu sehen sein. Ausserdem wird er an verschiedenen Orten in Kinos gezeigt: 22.05. Herisau, 18 Uhr, Kino Cinetreff, mit Wolfgang Wodarg und Mike Wyniger / 26.05. Thun, 18 Uhr, Kino Rex, mit Nationalrat Andreas Gafner und Mike Wyniger / 02.06. Basel, 19 Uhr, Neues Kino Basel, mit Mike Wyniger / 28.05. Bern, Kino Movie, genaue Zeit bitte erfragen.
*In einer früheren Version stand hier, der Film dauere fast drei Stunden. Dies war die Angabe beim Abspielen auf dem Computer der Autorin. Der im Kino gezeigte Film dauert 115 Minuten.
** dieses Wort wurde nachträglich zur Präzisierung ergänzt
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.










Danke für den Text!
Für mich waren die politischen Fehlleistungen im Jahr 2021 noch wesentlich gravierender als jene im Jahr 2020. Da konnte man definitv nicht mehr behaupten, man sei überrumpelt gewesen und habe keine Zeit zum Nachdenken gehabt.
Die beschriebenen Fälle von Überlastung und Stress in Spitälern gab es zweifellos. Aus solchen herausgepickten Einzelfällen ein Gesamtbild zu montieren ist jedoch Claas-Relotius-Stil in reinster Form. Auch gilt es zu bedenken, dass die Spitalüberlastungen in erheblichem Ausmass selbstverschuldet waren (z.B. die beschriebene Intensivbehandlung von aussichtslosen Fällen, der unsinnige Einsatz von Beatmungsmaschinen, übertriebene Vorschriften für Schutzanzüge, …)
Hoffentlich wird der Film von vielen Menschen angeschaut! Die Bereitschaft zu einer ernsthaften Aufarbeitung ist jedenfalls in der Politik noch nicht da.
Danke für Ihre Ergänzung Herr Heierli. Dass man ganz am Anfang 2020 mit extrem grossen ‚Unbekannten‘ zuerst mal auf die ‚vorsichtige‘ Seite tendiert, ist für mich nachvollziehbar, vermutlich sogar richtig. Ab 2021 dann aber haben die entscheidenden Politiker (und teils auch Wissenschafter) den Rückweg nicht mehr gefunden oder finden wollen.
Wissenschaftler, Politiker und Mediziener die sich gegen die Etablierten Angstmacher stellten wurden denuziert. Es waren einzelne Politiker und vorallem Private Medien gemeinsam die Masslos davon Profitierten.
Ich hoffe, dass diejenigen, die die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-Epidemie untersuchen, AUCH diejenigen befragen, denen diese Maßnahmen keine allzu großen Unannehmlichkeiten bereitet haben und die es nicht als dramatisch empfanden, sechs Wochen lang zu Hause zu bleiben. Vielleicht haben sie an all jene gedacht, die man ohne mit der Wimper zu zucken für viele Jahre ins Gefängnis schickt. Man sollte sich mit den wenigen typischen Profilen derjenigen befassen, die einen sehr ausgeprägten kritischen Geist bewiesen haben. Im Vergleich dazu hat sich die Schweiz viel besser um die gefährdeten Teile ihrer Bevölkerung gekümmert als Schweden, das eine höhere Sterblichkeitsrate hatte. Mehr Argumente brauche ich eigentlich nicht, auch wenn sicherlich Fehler gemacht wurden.
Liebe Frau Plattner, Schweden hatte eben insgesamt eine geringere Übersterblichkeit als die Schweiz… das ist ja der springende Punkt. Dafür wurden in der Schweiz 2020/2021 laut BAG ein Prozent der jugendlichen Mädchen in psychiatrische Kliniken eingeliefert… absoluter Rekordwert… mehr muss man tatsächlich nicht wissen…
Lieber Herr Hubacher,
Wenn Jugendliche eine psychiatrische Behandlung benötigen, weil sie ihre Freunde sechs Wochen lang nicht persönlich treffen konnten, obwohl sie sich ungehindert mit ihnen unterhalten konnten, dann liegt ihr Problem nicht in einem so kurzzeitigen Lockdown. Was Schweden betrifft, so liegen die Statistiken für diesen Zeitraum vor. Natürlich kann man sie anzweifeln, wenn sie einem nicht gefallen. Die von Wikipedia angegebenen Zahlen belaufen sich auf 1611 Todesfälle pro Einwohner für die Schweiz, gegenüber 2811 für Schweden (https://fr.wikipedia.org/wiki/Pand%C3%A9mie_de_Covid-19_par_pays_et_territoire). Dieser Unterschied ist nicht unerheblich. Außerdem hat Schweden eine Entscheidung getroffen, die ethisch fragwürdig ist. Denn keine Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, ist für gefährdete Personen riskanter als für andere.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Ihre Zahlen zu den bestätigten an oder mit Corona verstorbenen Personen ist zwar richtig (z.B. gemäss Our World in Data), nur sind diese Zahlen ziemlich nutzlos, um festzustellen, wie es einem Land während der Coronajahre bzgl. Gesamtmortalität ergangen ist. Erstens nützt es niemandem was, nicht an einer bestimmten Ursache gestorben zu sein, nur um dann an etwas anderem zu sterben. Zweitens sind Testergebnisse von Land zu Land nicht vergleichbar: Testqualität, Testhäufigkeit, Testpopulation etc. sind alles Gründe für mangelnde Vergleichbarkeit. Drittens hatte Schweden zwar zu Beginn der Pandemie eine recht hohe Fallsterblichkeit, konnte diese aber eindämmen.
Viertens stimmt es nicht, dass Schweden keine Vorsichtsmassnahmen ergriffen hätte. Schweden hat aber im Gegensatz zu (fast) allen anderen Ländern weitestgehend ohne Zwang agiert und ist damit sehr gut gefahren. Ihr abfälliger Kommentar zu den Jugendlichen ist im Übrigen unterste Schublade.
Um es ungefähr mit Alain Bersets Worten zu sagen, eine Pandemie ist ein Marathon und kein Sprint. Sprich am Ende stand Schweden in dee Übersterblichkeit deutlich besser da, als die Meisten, die das volle Programm durchzogen. Deutschland zum Beispiel, hat die Maßnahmen rund 1 Jahr länger praktiziert als die Schweiz, mit 2G und allem. In diesen 10 Monaten ist jedoch gar nichts passiert hier. Das spricht dafür, dass man viele Sachen gemacht hat,die wenig Einfluss auf das Geschehen hatten. Die Bevölkerung, insbesondere die Jugendlichen hat viel länger unter Maßnahmen gelitten, als nur die 6 Wochen Lockdown. Die Hysterie, nenn ichs mal,dauerte über 2 Jahre hierzulande. Unteraderem das Zertifikat und die ganzen Diffamierungen der Menschen,die mehr Augenmaß einforderten.
Wie viele Menschen, welche eigenverantwortlich handeln wollten, wurden als Schwurbler, Verschwörungstheoretiker und mit anderen Schimpfwörtern diffamiert.
Das ist das Unschöne an der Sache.
Mir sind während der ganzen Geschichte – ich erwähne das Wort Pandemie NIE – viele Ungeimpfte begegnet, welche z.B. wegen des Alters zu irrwitzigen Massnahmen gezwungen wurden. Dabei haben sie sich rein schon aus Selbstschutz freiwillig völlig richtig verhalten und niemanden angesteckt.
Was ich befürchte ist, wenn die ganze Angelegenheit nicht von Grund auf untersucht und auch diskutiert wird, dass für die Zukunft keine fundierten / gerechtfertigten Beschlüsse gefasst werden können.
Dann werden weiterhin diejenigen, welche sich am besten verkaufen, zufällige Politiker, welche gerade an der Macht sind, das Sagen haben, und vor allem auch finanzielle Interessen das Vorgehen steuern.
Wir LERNEN doch vor allem aus Fehlern, die wir selber – jedoch welche auch andere machen.
Wie Sie vielleicht wissen sind diese Statistiken komplett unbrauchbar. Warum? Das hat sogar der Bundesrat gesagt: Jeder/Jede Tote Unfall, Mehrfach- Kranke, Krebskranke im Endstadium u.s.w. die einen positiveS PCR Resultat hatten (der wie man inzwischen weiss ebenfalls unbrauchbar war) wurden als CORONATOTE in die Statistik aufgenommen. Was mich aber am meisten beeindruckt ist die Tatsache dass Schweden auf Selbstverantwortung gesetzt hat und nicht in Panik verfallen war. Nicht Verbote – nur Empfehlungen, wie man es von einer Zivilgesellschaft und Demokratie erwartet.
Werter Herr Brunner, wie die damalige niederländische Gesundheitsministerin Fleur Agema im Parlament bestätigte, ist das Corona-Konzept weitgehende durch die NATO vorgegebenen gewesen. Da Schweden damals nicht NATO-Mitglied war, konnte sich das Land einen freieren und den tatsächlichen Umständen entsprechenden Umgang erlauben. Und aus den RKI-Protokollen entnehmen Sie, dass auch in Deutschland ranghohe Offiziere bei der Entscheidungsfindung mitspielten. In der Schweiz wurde ein Impfstoffkaufvertrag damals u.a. von Thomas Süssli unterzeichnet.
Herzlichen Dank für die Vorankündigung und Zusammenfassung zu diesem längst fälligen Dokumentarfilm. Dass die Corona-Massnahmen ein Desaster waren, hat sich durch die Veröffentlichung der ungeschwärzten RKI-Protokolle bestätigt: wir waren u.a. die Versuchskaninchen für einen neuen ungenügend getesteten Impfstoff.
https://www.youtube.com/watch?v=K7BX2DqyZLs
Ich hoffe, dass diese wirtschaftlich, wissenschaftlich und seelisch für viele Menschen schwer belastende Zeit, mit dem Instrument einer «Parlamentarischen Untersuchungskommission» akribisch untersucht wird.
Entscheidend sind statistisch ermittelbare Kenngrößen wie allgemeine und kohortenbasierte Sterblichkeit, Schwere und Dauer der Erkrankung und Spätfolgen. Es gibt viel Hörensagen um leere Abteilungen während des 1. Lockdowns, tausende verschobene bzw. abgesagte Operationen und die spätere extreme Belastung des Personals, das auch durch die übertriebenen Schutzmaßnahmen (Masken, Schutzanzüge usw.) in die Überforderung getrieben wurde. Von Anfang an gab es in Ö besonnene Fachleute wie Allersberger, Sönnichsen, Haditsch und andere gestandene Ärzte; es war die Politik, die sich entschied, auf die Paniknudeln zu hören. In Ö tat sich die Ärztekammer als Scharfmacher hervor – hier sei auf besonders auf den damaligen Präsidenten Thomas Szekeres verwiesen, der Ärzten bereits bei blosser COVID-Kritik Disziplinarstrafen androhte; ein schwerer Angriff auf Behandlungs- und Meinungsfreiheit, der bis heute nicht geahndet wurde.
Der artikel zum Lockdown in den Anfängen der Covid-Epidemie mündet in eine Wissenschafter-Schelte, die in der Schärfe nicht gerechtfertigt ist. Ich habe das rasche Handeln der Regierung begrüsst. Auch ihren engen Kontakt zu Sachverständigen und den Willen sich weder von Panik noch von esoterischen Ratschlägen leiten zu lassen. Erstaunt war ich, wie rasch die Spitalbetten mit Beatmungsgeräten und geschultem Pflegepersonal, welches auch Inkubieren konnte, ausgelastet waren! Keine Spur von Vorsorge! – Inzwischen kehren die Wohlhabenden der Welt wieder zum Lebensstil zurück, der unseren Planeten strapaziert. Es wird geflogen, Oel und Gas für Industrie, Mobilität und Wärme verbrannt. Umweltgifte, Stress und Hektik schinden die gesundheitliche Resilienz von Jung und Alt. Viren und Bakterien überwinden mit den Weltenbummlern und den Lieferketten jede geografische Grenze. Da liegen die Ursachen des Versagens, nicht bei wissenschaftlichen Prognosen, über die man nachträglich streiten kann.
Die Kritik an der Panikfraktion aus dem Wissenschaftsbetrieb ist gerechtfertigt. Klar, in den ersten Wochen war die Informationsgrundlage noch etwas dünn. Bedenklich finde ich allerdings, wie ein Grossteil derer, welche damals die Gefährlichkeit des Virus überschätzten, bis jetzt nicht bereit sind, die heute bekannten Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen. So etwas ist keine Wissenschaft mehr. Wissenschaft lebt davon, dass man Behauptungen hinterfragen und korrigieren kann. Wissensdhaft lebt davon, dass man andere Meinungen ernsthaft prüft und nicht deren Urheber als Aluhüte beschimpft.
Handelsblatt Siegfried Hofmann 22.02.2022 – 04:00: «100 Milliarden Dollar Zusatzumsatz: Corona-Boom beschert Pharmabranche Rekordwachstum Die 20 größten Unternehmen der Branche erleben den stärksten Umsatzsprung seit Jahrzehnten. Doch ein Ende des Covid-Booms zeichnet sich ab…»
Abgeordneten Watch Tania Röttger, 02.09.2022: Im Februar 2021: » .., wenige Wochen nach Zulassung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer, meldete sich ein Vertreter des US-Pharmakonzerns Pfizer beim damaligen Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). In seinem Schreiben trug er dem Minister vor, dass geistiges Eigentum «ein entscheidender Bestandteil für das Entstehen von Innovationen» sei. Was folgte, war eine Lobbyoffensive der Pharmawirtschaft….Bestimmte Entwicklungsländer können Zwangslizenzen einführen und Impfstoff herstellen. Das war zwar weniger, als sich die Mehrheit der nicht-westlichen Länder gewünscht hatte..»
Der Lockdown dank Lobbyismus könnte eine Frage sein.
Gunther Kropp, Basel
In meiner beruflichen Tätigkeit als Ingenieur habe ich mich auch mit der Simulation von Vorgängen in der realen Welt befasst, mit Fragestellungen, die um Grössenordnungen einfacher und begrenzt waren als eine Epidemie. Und dabei auch feststellen konnte, wie schwer es sein kann, belastbare Voraussagen zu machen, trotz umfangreicher experimenteller Daten zur «Kalibrierung» der Simulation.
Vor diesem Hintergrund: Wenn numerische Epidemiologen wie Althaus mit dem Anspruch antreten, Gesundheitspolitik zu steuern («Die Politik muss der Wissenschaft endlich auf Augenhöhe begegnen» oder so ähnlich), so fehlt ihnen jegliche kritische Distanz zu ihrer Tätigkeit, zu den Möglichkeiten und Grenzen ihrer Simulationen. Wenn hundert Epidemiologen mit den gleichen Datensätzen gleiche Ergebnisse kriegen, beweist das noch lange nicht dass diese einen Bezug zur Realität haben.
Wolfgang Wodarg, der massgeblich an der Aufdeckung des Schweinegrippe-Skandals beteiligt war, hat von Anfang an, schon in den ersten Monaten 2020 immer wieder öffentlich geschrieben und gesagt: «Bleiben Sie vernünftig, keine Panik». Die Fernsehsendung im dt. öffentlichen TV, an der seine Meinung bekundete, wurde innert Tagen unter Entschuldigungen abgesetzt und er fortan deffamiert, von Transparency suspendiert, mit Morddrohungen belästigt etc.. Im Frühjahr 2020 wurde in Marseille die erste renommierte Studie zu Covid veröffentlicht, die ergab, dass das neue C-Virus nicht wesentlich gefährlicher sei als die schon bekannten. Man hat es also schon früh gewusst. Auf die Schweiz bezogen, der K-Tipp hat einmal aufgelistet, welche Verbindungen die Task-Force-Mitglieder zur Pharmaindustrie hatten. Mehr musste man nicht wissen. Die Beziehungen zw. Berset und den Medien ergeben ein übriges.
«’Ein solches Worst-Case-Szenario ist nicht ausgeschlossen’, sagte Althaus.» Vieles ist nicht ausgeschlossen, auch dass Althaus und Co. Pseudowissenschaftler sind. Sicher ist jedenfalls, dass wenn man sich die Mühe macht, die Menge der haarsträubenden Falschprognosen eines Neil Ferguson zu recherchieren, man nicht um die Vermutung herumkommt, dass nicht Drosten, sondern Ferguson der gegenwärtige Wissenschaftscharlatan Nr. 1 ist. Jedenfalls war’s äussertst unterhaltsam, als John Ioannidis in einem Interview zuerst sagte, Ferguson mache einen guten Job, um dann gleich nachzuschieben, er selbst habe dessen Modell auch gerechnet, sei aber auf ganz andere Zahlen gekommen.
Es ist seltsam, dass Sie erwähnen, es kämen keine Stimmen aus dem Zero Covid Lager zu Wort – wenn doch diese den Intervieweinladungen nicht gefolgt sind. Und zudem kamen diese Stimmen nun wirklich genügend zu Wort – in den PKs, den öffentlichen Medien etc etc. Die anderen Stimmen wurden ja gecancelt, und denen gibt Mike Wyniger nun endlich Raum.