Kommentar

«Patrick Fischer ist ein Held.» Wirklich?

Marco Diener © zvg

Marco Diener /  Infosperber-Leser haben die Artikel über den entlassenen Hockeytrainer Patrick Fischer eifrig kommentiert. Ein paar Gedanken dazu.

Selten werden Artikel auf Infosperber so ausgiebig kommentiert, wie diejenigen über den vor einer Woche entlassenen Trainer der Eishockey-Nationalmannschaft, Patrick Fischer. Zuerst schrieb mein Kollege Daniel Ryser über die Empörung, die Fischers Urkundenfälschung ausgelöst hatte. Dann verfasste ich eine Entgegnung. Und schliesslich beleuchtete Ryser die Rolle des Fernsehens SRF.

Wo bleiben Gelassenheit und Sachlichkeit?

Überrascht hat mich die Fülle der Zuschriften nicht. Ich habe auch kein Problem damit, dass ich als «Bünzli» und als «Tüpflischisser» bezeichnet werde. Mehr Mühe macht mir, dass wir die Dinge auch sechs Jahre nach Ausbruch der Pandemie nicht mit einer gewissen Gelassenheit und Sachlichkeit diskutieren können. Aufgefallen sind mir in den Kommentaren drei Dinge:

  • dass Gesetze, Vorschriften und Regeln nur gelten sollen, falls wir sie als sinnvoll erachten,
  • dass Fischers Trainer-Qualitäten bei der Beurteilung eine Rolle spielen sollen
  • und dass die Fehler von Berset, des BAG und von SRF etwas damit zu tun haben sollen.

Eigenwillige Rechtsauffassung

Beginnen wir von vorne: Manche Leser feiern Fischer für seine Urkundenfälschung. «Nationaltrainer Patrick Fischer ist ein Held», lautete ein Kommentar. Er habe für «einen guten Zweck» gehandelt. Einfach «getan, was getan werden musste». Er habe «in einer Notsituation eine einfache und praktische Lösung realisiert».

Zwischen den Zeilen ist da schon eine eigenwillige Rechtsauffassung herauszulesen. Zwei Kommentarschreiber liefern dazu dann auch noch den Klartext: «Wer sich legal oder scheinbar illegal wehrt, verdient Respekt.» Und: «Wer sich an Regeln hält, weil sie existieren, ist ein Untertan.»

Ist Trump ein Held?

Ist das so? Ich glaube nicht. Nehmen wir einmal an, ich wäre ein Steuerhinterzieher. Wäre ich auch ein Held? Ich könnte gute Gründe dafür nennen, dass ich es nicht sinnvoll fände, meine Steuern in vollem Umfang abzuliefern. Ich habe beispielsweise gegen die Kampfjet-Beschaffung gestimmt. Und inzwischen hat sich auch noch herausgestellt, dass der F-35 keine gute Wahl ist. Bin ich nun «ein Untertan», weil ich die Steuern trotzdem bezahle?

Oder nehmen wir Donald Trump. Er sieht den Sinn des Völkerrechts nicht ein. Er findet es sinnvoll, den Iran zu bombardieren. Sei es, weil er die Iraner am Bau einer Atombombe hindern will, sei es, weil er an ihr Öl möchte, sei es, dass er einen Regierungswechsel anstrebt. Trump tritt also das Völkerrecht mit Füssen. Ist er deswegen ein Held?

Ist einer ein Held, wenn er sich nicht an Geschwindigkeitsvorschriften hält, weil er sie nicht einsieht? Wenn er ins Hallenbad brunzt, weil ihm danach ist? Wenn er seinen Abfall im Wald entsorgt, weil ihn das Geld für den Gebührensack reut?

Die Beispiele zeigen deutlich: Wenn wir uns nur noch an diejenigen Regeln halten, die wir sinnvoll finden, dann brauchen wir gar keine mehr.

Erfolgreich und sympathisch

Irritiert hat mich auch, dass Fischers Verdienste ums Schweizer Eishockey bei der Beurteilung der Urkundenfälschung eine Rolle spielen sollen. «Fischer scheint ein sehr guter Trainer zu sein», steht in einem Kommentar, «die erreichten Resultate sprechen für sich.» In einem anderen heisst es: «Wir verdanken Patrick Fischer sehr viel auf höchstem Niveau. Zudem ist er sehr sympathisch.»

snapshot
Sein letzter grosser Auftritt: Patrick Fischer an den Olympischen Spielen 2026 in Italien.

Das klingt dann so, als wäre ein Delikt gleich weniger schlimm, wenn einer erfolgreich und sympathisch ist. Klassenjustiz nennt man das.

Wo ist der Zusammenhang?

Und dann ist da noch die Sache mit den Vergleichen. In einem Kommentar steht: «Die Empörung über Fischer ist verlogen. Der grosse Skandal ist, dass in der Schweiz die Coronakrise nach wie vor nicht aufgearbeitet wird.» Oder: «SRF weigert sich immer noch, die RKI-Protokolle zu erwähnen.» Und: «Alain Berset hat die Öffentlichkeit viel gravierender angelogen, als Fischer es je gemacht hat.»

Natürlich ist es ein Skandal, dass die Coronakrise nicht aufgearbeitet wird. Natürlich hätte SRF längst über die RKI-Protokolle berichten sollen. Und natürlich war Alain Bersets Rolle mehr als fragwürdig.

Aber was hat das mit Patrick Fischers Urkundenfälschung zu tun? Ist diese in Ordnung, weil das BAG die Coronakrise nicht aufgearbeitet hat und weil SRF nicht über die RKI-Protokolle berichtet? Wo ist da der Zusammenhang?


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32 Meinungen

  • am 22.04.2026 um 11:39 Uhr
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    Auf den Punkt gebracht – Danke, Herr Diener.
    Zitat: «Wenn wir uns nur noch an diejenigen Regeln halten, die wir sinnvoll finden, dann brauchen wir gar keine mehr.»
    Genau das ist der zentrale Punkt. In der Schweiz haben wir ja diverse Möglichkeiten, demokratisch auf die Regeln Einfluss zu nehmen. Wir haben z.B. dreimal abgestimmt, mit klaren Mehrheiten.
    Das ist von allen zu respektieren.

  • am 22.04.2026 um 11:49 Uhr
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    Amüsant zu sehen, wie M. Diener strampelt um seinen Kopf aus der selbst erzeugten argumentativen Schlinge zu ziehen. Dabei wird er selber unsachlich, was nicht verwundert. Niemand im Forum hat je gesagt, dass Gesetze u Vorschriften nur dann beachtet werden sollen, wenn man sie sinnvoll findet. Niemand hier hat sich selber zum Mass der Dinge erklärt. Wenn jedoch Vorschriften/Gesetze ganz offensichtlich menschenrechtswidrig sind (Recht auf Unversehrtheit des Körpers), gleichzeitig auch noch unsinnig und wirkungslos, dann darf, ja soll man diese Vorschriften missachten. Und wenn man darüber auch heute noch nicht gelassen sprechen kann ist das ein positives Zeichen, dass man diese staatlichen Verfehlungen nicht vergisst. Historische Anschlussfrage an den Autor: Hätten Sie auch Paul Grüninger für sein vorschriftswidriges Handeln verurteilt?

    • Portrait Marco Diener.1 Kopie
      am 22.04.2026 um 17:26 Uhr
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      Besten Dank für Ihren Kommentar, Herr Gstrein. Sie schreiben ja gerade selber, man dürfe, ja man solle Vorschriften missachten, wenn sie unsinnig und wirkungslos seien.
      Der Vergleich mit Paul Grüninger hinkt: Grüninger hat in einer Notlage gehandelt. Er hat Leben gerettet.
      Fischer ist 164 statt 120 km/h gefahren. Damit hat er nicht Leben gerettet, sondern gefährdet.
      Und er hatte, wenn er sich nicht impfen lassen wollte, die Wahl, nicht nach China zu reisen oder dort in Quarantäne zu gehen. Beides wollte er nicht. Er hat aus Eigennutz gehandelt und obendrein riskiert, dass seine Mannschaft oder gar die ganze Schweizer Delegation nach Hause geschickt wird.

      • am 23.04.2026 um 14:54 Uhr
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        Herr Diener, Sie lassen das wichtigste meiner Aussage einfach weg (menschenrechtswidrig) und beschränken sich auf das daran angefügte «unsinnig und wirkunglos». Solche Argumentationstricks sind leicht durchschaubar. Und was die Bemerkung zur Geschwindigkeitsübertretung soll, ist mir schleierhaft. Sicher ist, dass Fischer mit seinem Zertifikat niemanden gefährdet hat. Natürlich war er in einer Notlage. Dass er nicht zuhause bleiben konnte oder wochenlang in Quarantäne, hat ein anderer Leserbriefschreiber schon begründet. Und noch einmal zum Mitschreiben: Niemand hier hat gesagt dass man immer nur nach dem eigenen Gutdünken Gesetze beachten soll. Aber ich bin beruhigt, dass Sie immerhin P. Grüninger sein vorschriftswidriges Handeln nachsehen.

        • Portrait Marco Diener.1 Kopie
          am 23.04.2026 um 17:33 Uhr
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          Herr Gstrein, gegen welches Menschenrecht verstösst ein Staat (in diesem Fall China), wenn er Menschen nur unter bestimmten Bedingungen (in diesem Fall geimpft oder nach einer Quarantäne) einreisen lässt?

  • am 22.04.2026 um 12:24 Uhr
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    Herr Diener, wenn alle Sportler nach Ihren Vorstellungen behandelt werden «wenn er sich nicht an Geschwindigkeitsvorschriften hält, wenn er ins Hallenbad brunzt, wenn er seinen Abfall im Wald entsorgt «, dann wird die schweizer Sportszene massiv ausgedünnt, zumal man ihre Liste noch beliebig ausdehnen kann.
    Ihr Titel «Fischer hatte drei Möglichkeiten» ist falsch!
    «Er hätte auf die Reise nach Peking verzichten können» – Nein. Der Nationaltrainer kann nicht zuhause bleiben!
    «Er hätte drei Wochen in Quarantäne gehen können» – Nein, ein Nationaltrainer kann nicht drei Wochen im Hotelzimmer bleiben!
    «Er hätte sich impfen lassen können» – Das war für ihn die einzige legale Möglichkeit. Dass er diese nicht wählte, kann ich, nach all den Hinweisen zum Thema COVID, gut verstehen.

    Herr Diener, ich finde es schön, dass Sie ein absolut ehrlichkeitsbesessener Mensch sind. Aber Sie sollten auch akzeptieren, dass nicht alle Menschen Ihrem persönlichen, makellosen Ehrlichkeitsprofil entsprechen.

  • am 22.04.2026 um 12:46 Uhr
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    Es scheint mir, dass der von mir sehr geschätzte Herr Diener absichtlich mißversteht. Natürlich kann nicht jeder machen was er will; so sind die Zuschriften auch nicht gemeint. Aber jeder hat das Widerstandrecht gegen Diskriminierung, Willkür, Absurditäten, Wegnahme seiner bürgerlichen Rechte. In der DDR konnte man in den Knast kommen, wenn man mit Soldaten in Streit geriet. Böswillig wurde dies – wenn auch sehr selten – als Verunglimpfung des Ansehens der Nationalen Volksarmee bestraft. In Deutschland werden mittlerweile Meinungsäußerungen mit den «Majestätsbeleidigung»-Paragraphen 185 und 188 durch spezialisierte Kanzleien abgemahnt, was ihren Klienten viele Millionen einbringt. Den us-amerikanischen Imperialismus unter Trump mit Corona-Widerständlern gleichzusetzen, ist schon ein starkes Stück: gerade diese halten es m.A. nicht mit Trump, brunzen nicht in den Wald oder werfen den Abfallsack in die Wiese. Sie traten und treten für Menschenrechte und Rechtsstaat ein.

  • am 22.04.2026 um 13:35 Uhr
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    Nein, als Held würde ich ihn nicht bezeichnen aber er hat mein vollstes Verständnis – vielleicht hätte ich ebenso gehandelt an seiner Stelle. Und ja, es gibt einen Zusammenhang: Wo staatliche Willkür herrscht („Pandemie der Ungeimpften“, was ja völliger Schwachsinn war) ist es legitim dass sich das Individuum dagegen, auch mit ungesetzlichen friedlichen Mitteln, wehrt.

  • am 22.04.2026 um 15:34 Uhr
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    – Es hat viel mit SRF zu tun. SRF hat die ganze Kampagne losgetreten.
    – Es hat wenig mit Rechtsauffassung zu tun. Juristisch ist die Angelegenheit gegessen. Es geht nur noch um die Frage, ob nach der gerichtlichen Strafe eine mediale Hetzkampagne angemessen ist.
    – Es hat viel mit der fehlenden Aufarbeitung zu tun. Leute, die Fischers Absetzung begrüssen, argumentieren meist, er habe mit seinem Verhalten andere gefährdet. Das hat er nicht. Viel eher muss man annehmen, dass das Covid-Zertifikat Menschen gefährdet hat, weil es den Inhabern das falsche Gefühl vermittelte, nicht ansteckend zu sein.

  • am 22.04.2026 um 15:45 Uhr
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    Arzt: Jeder Arzt weiss, dass Impfungen gegen Atemwegs-Viren keinen Fremdschutz bieten. Viele Leute gingen mit einem Pandemie-Zertifikat weit weg in die Ferien, wurden dort unbewusst angesteckt und brachten neue Virenmutanten in die CH. Waren diese Zertifikate nicht staatlich verordnete Urkundenfälschungen? Kann man gefälschte Urkunden fälschen? Entsprachen diese Zertifikate ethischen Anforderungen? Muss man alles befolgen, was die staatliche Führung verordnet? Die Beantwortung solcher Fragen und die daraus folgenden Handlungen sind nicht einfach. Wenn ein Staat seine Bürger in den Krieg schickt, dürfen sie meiner Meinung nach desertieren, weil die Aufgabe eindeutig ist. Wenn über die «C-Impfung» korrekt informiert worden wäre, hätte sie nicht eingesetzt werden können. Egal, wie ein einzelner Bürger damit umgeht, seine Entscheidung hat negative Folgen. Das System hat Patrick Fischer keinen sinnvollen Spielraum gelassen. Deshalb: Ein Moratorium für alle Verantwortlichen.

  • am 22.04.2026 um 17:09 Uhr
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    Ich bezahle die Löhne der SRF Mitarbeierinnen und der Bundesnitarbeiterinnen. Folglich könnte man erwarten das diese effizient damit umgehend. Wenn Sie selbstgebastelte Krisen falsch interpretieren, falsche Beschlüsse erlassen, und über die SRF Medien an den Steuerzahler verbreiten, dann darf ich Bünzli genug sein, zu sagen das ich das nicht akzeptiere. Aktuell läuft eine SRF Aktion, wo es darum geht, andere Meinungen zu denunzieren. Immer zum «richtigen Zeitpunkt» hauen sie einen raus. Alles gut getimed , bezahlt mit unsern Steuergeldern, oh sorry serafe Gebühren. Die Aufgabe des SRF ist es nicht Private Leute bloszustellen, sondern uns NEUTRAL zu Informieren.

  • am 22.04.2026 um 17:14 Uhr
    Permalink

    Michael Scharenberg: Zu Marco Diener, 22.4.: «Ist Patrick Fischer ein Held?» Mir scheint, diese Wortwahl gleist das Thema nicht erhellend auf. Ich meine, das Nicht-Einhalten von Auflagen der Corona-Politik thematisiert das komplexe Problem des Widerstands im Rechtsstaat, undzwar wegen der Dimension dieser Politik: massivste Einschränkungen des öffentlichen Lebens, Verängstigung der Bevölkerung, massivster Druck, die Massnahmen zu befolgen, bis hin zur Spritze. Aber: alles ohne medizinische Evidenz, alles von der Politik so gewollt. Mit schlimmsten, auch medizinischen, Folgen. Alles sehr früh erkennbar, durch Experten, die nicht gehört werden durften. Alain Bersets: » Die Impfung ist sicher und wirksam!» – FALSCH! Was er damals wusste! Oder wissen konnte und musste. Siehe die jetzt freigeklagten Kaufverträge! Daraus könnte man durchaus ein Recht auf Nicht-Befolgung ableiten: Niemand ist verpflichtet, sich eine «Impfung» verabreichen zu lassen, die weder sicher noch wirksam ist.

  • am 22.04.2026 um 18:01 Uhr
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    Natürlich ist Fischer kein Held.
    Als Held könnte man in ansehen, wenn er zu seiner Überzeugung gestanden wäre und die Konsequenzen getragen hätte.
    Statt dessen hat er den einfachsten Weg gewählt und wurde dabei auch noch erwischt.

  • am 22.04.2026 um 20:07 Uhr
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    Der Zeitpunkt war schlicht pure Geldgier und dabei eine erfolgreiche Karriere (am Abschluss) zu zerstören ist alles andere als Verhältnismäßig.

  • am 22.04.2026 um 21:15 Uhr
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    Der eigentliche Skandal ist das Zertifikat, nicht die Fälschung eben jenes. Es gab und gibt nie Belege, dass die C-Impfung die Verbreitung des Coronavirus dämmt. Im Gegenteil, es gibt Belege, dass dem nicht so ist. Wenn Staaten nun wilkürlich Zertifizierungen fordern können, ohne Belege, hat das mit rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun und sollte uns Sorgen bereiten. Wie man soetwas mit einer Geschwindigkeitsübertretung und ähnlichem vergleichen kann, ist für mich absolut schleierhaft. Das einzige was dieser Artikel belegt ist, dass Ideologien Denkschranken setzen.

  • am 22.04.2026 um 21:23 Uhr
    Permalink

    Ich bin überrascht, wie viele Journalisten überrascht sind, dass auch vier Jahre nach Ende des Corona-Regimes noch nicht gelassen über die Coronazeit diskutiert werden kann. Für viele Menschen war der staatliche Machtmissbrauch, begleitet von einer medialen Hetze gegen alle, die auch nur leise Kritik am Umgang mit der Pandemie äusserten, eine traumatische Erfahrung. Manche haben ihren Job verloren, mussten nächste Angehörige einsam sterben lassen, Freundschaften zerbrachen, Familien wurden zerrissen durch Massnahmen, bei denen man sich keinerlei Gedanken darüber gemacht hat, was sie gesellschaftlich auslösen und die geradezu darauf angelegt waren, die Gesellschaft zu spalten und Menschen gegeneinander aufzubringen. Es trifft auch nicht zu, dass einfach zwei Lager da waren, die sich nun ja wieder versöhnen können. Denn das eine Lager hatte die ganze staatliche Macht und die mediale Stimmungsmache hinter sich, das andere Lager war machtlos. Das sind Wunden, die nicht so schnell heilen.

  • am 22.04.2026 um 23:48 Uhr
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    „Ist mal Gras über die Sache gewachsen, kommt sicher ein Kamel daher und frisst es wieder weg“. Die Sensationslüsternheit des SRF-Journi Schmitz hat sich, wie man nun weiss, als Eigengoal erwiesen. Jetzt steht er, mit seiner Vergangenheit, plötzlich selber im Rampenlicht. Was von der „Recherche“ (eine Lüge) und dem Profilierungsgehabe des Journi zurückbleibt, sind persönliche und institutionelle Schäden aller damit Involvierten. Und bis sich der aufgewühlte (Corona-)Dreck im Teich wieder gesetzt hat, wird es dauern.
    Wohin kämen wir, wenn ein gesühntes Delikt, Jahre später ein zweites Mal verurteilt und bestraft wird? Daher: Herr Diener, gehen Sie nochmals über die Bücher.

    • Portrait Marco Diener.1 Kopie
      am 23.04.2026 um 14:06 Uhr
      Permalink

      Es geht nicht darum, dass Fischer ein zweites Mal verurteilt werden soll.
      Es geht darum, dass er gegenüber seinem Arbeitgeber illoyal war, sich auch nicht an dessen Verhaltensregeln gehalten hat und öffentlich gelogen hat. Dem «Blick» sagte er im Oktober 2021: «Ich liebe meinen Job und würde nie etwas tun oder lassen, was diesen Job gefährden könnte. Also werde ich mich impfen lassen.» Dem «Tages-Anzeiger» sagte er einen Monat später: «Ich werde am 12. Dezember vollständig geimpft sein. Denn zwei Wochen später, am 26., fliege ich nach Edmonton an die U-20-WM.»
      Sein Arbeitgeber konnte in dieser Situation gar nicht anders, als ihn zu entlassen.

      • am 23.04.2026 um 18:00 Uhr
        Permalink

        Sein Arbeitgeber stellte sich hinter ihn bis der öffentliche Druck, und wohl vorallem der hinter den Kulissen, zu gross wurde. Sie stellen die Sache nicht im Gesamtkontext dar.

        Ihm blieb in seiner Situation gar nichts anderes übrig als zu lügen. Den Job zu riskieren oder sich impfen zu lassen ist keine Wahl, sondern Nötigung. Auch das stellen Sie nicht im Gesamtkontext dar.

        • Portrait Marco Diener.1 Kopie
          am 23.04.2026 um 18:07 Uhr
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          Zuhause bleiben und die Assistenten machen lassen, wäre ein Möglichkeit gewesen.
          In Quarantäne gehen, wie das andere Sportler auch gemacht haben, wäre eine weitere Möglichkeit gewesen. Zumal es vor Olympischen Spielen – im Gegensatz zu Weltmeisterschaften – nur eine ganz kurze Vorbereitungsphase für die Eishockeyaner gibt.

        • am 23.04.2026 um 23:40 Uhr
          Permalink

          Nein, wäre es eben nicht. So kurz vor den Spielen als Trainer in Quarantäne zu gehen und die Mannschaft zu verlassen liegt sicherlich nicht drin. Es wäre eine ernsthafte Bedrohung seines Jons gewesen.

          Insbesonders in dieser Zeit als die mediale und politische Hetze gegen Ungeimpfte auf dem Höhepunkt war. Fischer wäre zerrissen worden. Er wäre fertig gemacht worden. Aber mal ganz ehrlich Herr Diener: Diesen Fakt der Hetze gegen Ungeimpfte können Sie nicht wirklich anerkennen, nicht wahr? Um Ihr Weltbild aufrecht zu erhalten, kommen Sie nicht drum herum so zu tun, als ob ein ungeimpfter Nationaltrainer in Quarantäne tatsächlich akzeptiert worden wäre und somit eine ernsthafte Möglichkeit für Fischer war.

  • am 23.04.2026 um 01:27 Uhr
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    Ja Herr Diener scheint absichtlich falsch verstehen zu wollen und weicht wohl daher auf Gemeinplätze aus. Herr Diener, mit «einer gewissen Gelassenheit und Sachlichkeit» ist so ziemlich der heftigste Gemeinplatz. Die Kommentare waren voller Sachlichkeit und kamen ganz gelassen ohne wüste Beschimpfungen aus; aber die Menschen sehen die «Sache» eben anders. Thema und Kommentare können auch aus der Perspektive des Perspektivismus betrachtet werden. Denn die Sichtweisen und Argumente sind eben unterschiedlich und jeder hat auf seine Art recht. Und ich freue mich ehrlich für Sie, wenn Sie noch nie im Dilemma waren: «Gehorche ich nun contrecoeur den Mächtigen oder breche ich verantwortungsvoll – und ohne jemandem zu schaden – ganz bewusst das willkürliche Gesetz?» Letzteres hat Fischer in seiner persönlichen Notlage getan – wie auch andere Olympioniken.

    „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht». Jeder auf seine Weise.

  • am 23.04.2026 um 08:32 Uhr
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    «Der grosse Skandal ist, dass in der Schweiz die Coronakrise nach wie vor nicht aufgearbeitet wird.»

    Ich stimme dieser Aussage eines Kommentators vollkommen zu. All die Behördenfehler aufzuarbeiten und für eine künftige Pandemie möglichst nicht zu wiederholen, wäre extrem wichtig.

    Die Aussage von Herr Diener, dass unabhängig davon auch ein Vergehen von Herr Fischer gegen die damaligen Pflichten untersucht gehört, ist richtig. Das wurde aber auch bereits gemacht und Herr Fischer wurde rechtskräftig zu einer Busse verurteilt. Der ganze SRF Aufbausch und Entlassung von Fischer war absolut unverhältnismässig. Ich bin da komplett im «Team Ryser», nicht im «Team Diener».

  • am 23.04.2026 um 10:33 Uhr
    Permalink

    Ich kann Patrick Fischer nur beglückwünschen zu seiner damaligen Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen. So viele Menschen sind seit der Impfung an etwas Gravierendem erkrankt, seien es Autoimmunerkrankungen, sei es Krebs. Im persönlichen Umfeld scheinen die Zahlen zu explodieren. Darüber sollte viel mehr geforscht sowie recherchiert und berichtet werden, von der Wissenschaft (zusammen mit Staat und Behörden) und von den Medien. Patrick Fischer hat meine volle Sympathie. Der Umgang mit der Corona-Aufarbeitung seitens der Verantwortlichen und Medien hat sie leider nicht.

  • am 23.04.2026 um 11:52 Uhr
    Permalink

    Zur COVID-19-Situation: Wenn ein neues Virus auftritt, weiss man idR nicht viel. Alle Grössen müssen erst statistisch erhärtet werden. Was man in den ersten Wochen ziemlich sicher wusste: 1. Es ist gravierender als die herkömmliche Grippe (wie gravierend, wurde vlt überschätzt, allerdings die Langzeitfolgen?) 2. Es sind vor allem ältere Menschen betroffen. Die Aufgabe der staatlichen Behörden in einer Epidemie-Notlage: Bürger schützen und Epidemie stoppen. Die Epidemie stoppt, wenn in der Population genügend Menschen immunisiert sind. Das erreicht man durch Impfung (oder Laufenlassen). Pflicht für die Bürger: Sich schützen und Viren nicht verbreiten oder impfen. Einschränkungen auch der indiv. Bürgerrechte muss man in Kauf nehmen (hier stellt sich Frage der Verhältnismässigkeit). Wer das mitmacht, ist solidarisch. Warum wurde Fischer entlassen? Weil er seine Vorgesetzten getäuscht hat. Und nicht, weil er ein gefälschtes Papier besorgt hat. Dafür wurde er bestraft. Sache damit erledigt.

  • am 23.04.2026 um 11:59 Uhr
    Permalink

    Fischer hat vor Jahren Fehler gemacht, dafür gebüsst mit mehreren 10’000 Franken. Als BAG und die Staatsmedien täglich «bleibt zu Hause» raus posaunten ist eine Zürcher Regierungsrätin auf die Malediven geflogen, BR Berset, «bleibt zu Hause», nach Frankreich. Konsequenzen keine. Immerhin sogenannte «Vorbilder». SRF ist gut darin den Zeigefinger auf andere zu richten. Dabei gäbe es viel über Internas im Sender zu berichten, Filz, Geldverschwendung, Jöbli, Nebeneinkünfte der gut bezahlten MitarbeiterInnen! Wird das im Kassensturz, dem Club, der Rundschau, von Marco Diener thematisiert.
    Fischer hat Fehler gemacht, hat aber auch dem Schweizer Eishockey viel gegeben, eine Güterabwägung wäre angebracht gewesen!
    Christoph Mörgeli von dem ich nicht viel halte ist es zu verdanken das Schmitz jetzt auch im Fokus steht, mit seinen obszönen, beleidigenden und versteckt rassistischen Äusserungen!

  • am 23.04.2026 um 15:14 Uhr
    Permalink

    Wenn Unrecht zu Recht wird, ist Widerstand Pflicht.

  • am 24.04.2026 um 00:12 Uhr
    Permalink

    @Christoph Bopp: So unbekannt war die Covid-19-Situation nicht. In 2014 wurde eine Sicherheitverbundsübung durchgeführt mit dem U-Thema „Unbekanntes Virus aus dem asiatischen Raum“. Die Erkenntnisse und Empfehlungen daraus, wurden von den Regierungsverantwortlichen in den Wind geschlagen. Bezeichnend für das Versagen des Krisenmanagements war zu Beginn die „Beruhigung“ von BR Berset „Wir haben alles im Griff“ (eine Lüge) und das Nachdoppeln von BAG- Koch „Wir beobachten die Entwicklung“, heisst zuwarten und nichts tun! Von Sofortmassnahmen keine Spur. Das Vertrauen in die Führung war damit für viele dahin. Dann fehlten Masken und Desinfektionsmittel. Zudem, wer führte? Der Bundesrat oder die selbsternannte Taskforce? Des Weiteren der innert Kürze aus dem Ärmel gezauberte Impfstoff. Normalerweise benötigt ein neuer Impfstoff Jahre bis zur Zulassung. Man wurde zum Versuchskaninchen genötigt. Alles wenig vertrauenswürdig. Daher habe ich Verständnis für den „Notgriff“ von Patrick Fischer.

  • am 24.04.2026 um 04:58 Uhr
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    Marco Diener ist nun wirklich auch kein Held, jedenfalls nicht was sein Denkvermögen betrifft, er bringt gehörig vieles durcheinander und gibt sich gar keine Mühe, zwischen Verkehrsregeln, Urkunden und diesen Notverordnungen mit dem Covid-Zertifikat zu unterscheiden.
    Verordnungen aufgrund eines willkürlich ausgerufenen Notstands, der niemals bestanden hat und nur auf die Expertise einiger weniger Pharma-höriger Wissenschaftler beruhte, und viele andere Stimmen aus der Wissenschaft ignorierte, diskreditierte, diffamierte, suspendierte…..
    und die grundlegenden Menschenrechte der Meinungsfreiheit und der körperlichen Unversehrtheit ausser Kraft setzte.
    Ein fragwürdiges Zertifikat, das mit einem Druck durchgedrückt wurde, der unzählige Menschen wie Patrick Fischer nötigte, zwischen Impfverweigerung und beruflichem Auftrag oder Job zu entscheiden, was existentiell bedrängend sein konnte, so etwas, als ein betrügerisches Experiment, sollte NIE WIEDER passieren. gemäss Nürnberger Kodex, .

    • am 24.04.2026 um 20:56 Uhr
      Permalink

      Herr Listl, bitte hören Sie auf, anderen mangelndes Denkvermögen vorzuwerfen uns selbst wirres (sog,) «Gedankengut» in die welt zusetzen. in einer Pandemiesituation versuchen die staatlichen Behörden einen Krankheitserreger zu stoppen. Das kann nur gelingen, wenn die Mitglieder der Gesellschaft zusammen arbeiten und sich solidarisch verhalten. Woher, Herr Listl, haben sie dieses überlegene Wissen, es sei alles Humbug? SInd Sie Molekularbiologe, SARS-Experte oder welche Expertise habe Sie zu Viren und virale Infektionen? Also, dann bitte schweigen. Eine Epidemie stoppen die Immunen. Ob geimpft oder genesen. Jetzt wollen Staaten, nicht nur der eigene, dass sich möglichst viele impfen lassen. Ob das ok ist oder nicht, entscheiden nicht wir. Menschenrechte wurden nicht tangiert. Der Trick mit den Zertifikaten beschränkte allenfalls die Versammlungsfreiheit oder Bewegungsfreiheit. Solidarisches Verhalten heisst, auch Dinge schlucken, die einem nicht passen. NS- Vergleiche sind deplatziert.

  • am 24.04.2026 um 07:23 Uhr
    Permalink

    Natürlich hat Marco Diener recht, wenn man die rechtliche Situation ansieht. Man muss aber auch sehen, dass diese Kampagne von Medien gefahren wird, welche ihre Glaubwürdigkeit in der Coronazeit an die Wand gefahren haben und seither nicht die kleinste Anstrengung unternommen haben, diese wieder zu erlangen. Und schliesslich konnte man bei Herrn Gasche schon bevor das Zertifikat in Kraft trat nachlesen, dass es nicht hält was es verspricht und somit reine Willkür war. Vor diesem Hintergrund ist es für mich nicht nachvollziehbar, wenn der Angeklagte auch Jahre hinterher noch die Maximalstrafe erhält. Da gab es mildernde Umstände und wenn man die ausser Acht lässt, fehlt halt nicht nur auf der einen Seite die geforderte Gelassenheit, Herr Diener.

  • am 24.04.2026 um 07:44 Uhr
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    «dass Gesetze, Vorschriften und Regeln nur gelten sollen, falls wir sie als sinnvoll erachten,»
    Dazu meinte Hannah Arendt: „Niemand hat das Recht zu gehorchen“.

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