SRF-Korrespondent Pascal Weber: «Wir sollten [mit der Beurteilung] sehr vorsichtig sein» © srf

Öltanker-Story: Will Iran etwa einen Angriff der USA riskieren?

Helmut Scheben / 18. Jun 2019 - Wer die Schiffe angriff, bleibt ungeklärt. Aber die Fixierung der USA auf Iran als grössten Feind hat eine lange Geschichte.

John Bolton hatte bereits im März 2015 dazu aufgerufen, den Iran zu bombardieren: «To stop Iran’s Bomb, bomb Iran» lautete der Titel seines Artikel in der «New York Times» vom 26. März 2015. Bolton ist bekannt dafür, dass er sich nicht lange mit diplomatische Gepflogenheiten aufhält. Die Absicht, nach den Kriegen im Irak, in Afghanistan, Libyen und Syrien einen weiteren Krieg im Nahen und Mittleren Osten anzufangen, wird unverhüllt hinaustrompetet.

Bolton ging es damals offensichlich darum, den Atom-Deal mit dem Iran zu verhindern, der im Juli 2015 abgeschlossen wurde. Dass der Iran Atombomben baut, stellte Bolton als erwiesen dar, obwohl er selbst einräumte, es gäbe keine materiellen Beweise für seine Behauptung: «Even absent palpable proof, like a nuclear test, Iran’s steady progress toward nuclear weapons has long been evident.» Die Argumentation folgt also, um es lapidar zu formulieren, der Logik: Beweise hin oder her, wir müssen bombardieren.

Beweise waren im Übrigen nie ein Problem. Die Vorwände, die es braucht, um vor dem amerikanischen Volk und dem Rest der Welt einen Krieg zu rechtfertigen, konnten in den vergangenen Jahrzehnten noch stets «on time» geliefert werden. Sei es

  • die angebliche Verwicklung der Taliban in 9/11,
  • die angebliche Atombombe des Saddam Hussein,
  • die angebliche Zusammenarbeit des Iran mit Al Kaida,
  • die angebliche Gefahr eines Massenmordes im libyschen Benghazi,
  • die Giftgas-Attacken der syrischen Regierung. Letztere werden von renommierten Waffen-Experten und ehemaligen hochrangigen US-Geheimdienstleuten in den meisten Fällen den gegen Assad kämpfenden Dschihadisten zugeschrieben, die damit ein Eingreifen der USA erreichen wollten.

Bolton malt den Teufel an die Wand und leitet daraus im Tonfall eines Sektenpredigers die Prophezeiung ab, im Nahen Osten sei nun ein nuklearer Rüstungswettlauf zu erwarten. Saudiarabien, Ägypten und die Türkei würden ebenfalls Atomwaffen erwerben, Pakistan könne die Technologie liefern. Nordkorea werde für gutes Geld ebenfalls hinter dem Rücken seiner iranischen Freunde liefern: «For the right price, North Korea might sell behind the backs of its Iranian friends.» Das alles würde man also verhindern, so Bolton 2015, wenn man rechtzeitig Teheran bombardierte. [Neustens helfen die USA Saudiarabien, eine Atombombe zu bauen, wie in der «New York Times» zu lesen war.]

Im März 2015 konnte man die Sprüche eines John Bolton noch schulterzuckend zur Kenntnis nehmen. Man durfte davon ausgehen, die Zeiten dieses kalten Kriegers seien vorbei. Wer konnte ahnen, dass der Mann Sicherheitsberater von Donald Trump und damit momentan einer der wichtigste Strippenzieher in der US-Aussenpolitik werden würde. Nun ist er einer der grossen Autoren des Drehbuchs Eskalation am Persischen Golf.

George W. Bush und die «iranische Bombe»

Im November 2007 hatten die US-Geheimdienste in einem sogenannten «National Intelligence Estimate» übereinstimmend festgestellt, der Iran habe sein Nuklearwaffenprogramm im Herbst 2003 gestoppt. Die Geheimdienste desavouierten damit in gewissem Grad Präsident George W. Bush, der landauf landab verkündete, es drohe ein Dritter Weltkrieg, wenn man Teheran nicht daran hindere, die Bombe zu bauen.

Nach dem Bericht seiner Geheimdienste reiste Bush in den Nahen Osten, um die Verbündeten zu beruhigen: Eine Entspannung mit dem Iran komme nicht in Frage. Dem saudischen König Abdullah versicherte Bush, er sei verärgert über die Entwarnung seiner Geheimdienste: «I am as angry about it as you are.»

In der Essenz sagte dort also der Präsident der USA, er sei wütend, weil man ihm den Vorwand für einen Krieg gegen den Iran wegnähme. Die Szene könnte man für die Performance eines Stand-up Comedian halten, sie war aber – so unglaublich es scheint – aussenpolitische Wirklichkeit. Sie ist in den Memoiren von George W. Bush auf Seite 419 nachzulesen (George W. Bush, Decision Points, 2011).

Die Fixierung auf den Iran als Staatsfeind

Die Fixierung auf den Iran als Staatsfeind hat in den USA eine lange Geschichte. Sie begann mit der Islamischen Revolution und dem Sturz des Schah Reza Pahlavi 1979. Vom November 1979 bis Januar 1981 wurden 52 US-Diplomaten von radikalen iranischen Studenten als Geiseln gehalten, eine Demütigung, deren psychische Langzeitwirkung in der US-Politik bis heute anhält.

In der Folge unterstützten die USA zusammen mit ihren Nato-Partnern den Diktator Saddam Hussein in seinem acht Jahre dauernden Krieg gegen den Iran. Die Allianz des schiitischen Iran mit der libanesischen Hisbollah sorgt seit Jahrzehnten für Empörung in Tel Aviv und Washington. Und schliesslich haben iranische Truppen dazu beigetragen, dass Assad sich in Syrien an der Macht halten konnte. Das Projekt der USA, in Syrien einen Regime Change nach dem Modell Irak und Libyen zu erreichen, ist gescheitert. Man sollte nicht unterschätzen, in welch hohem Mass dieses Scheitern von den Falken in Washington als eine weitere demütigende Niederlage empfunden wird.

Die Aggressivität gegen den Iran hat somit eine zwingende Logik. Man musste kein Hellseher sein, um zu ahnen, was kommen würde. Im vergangenen Februar beschuldigte US-Vicepräsident Mike Pence auf der Münchener Sicherheitskonferenz den Iran, «einen neuen Holocaust vorzubereiten».

Das Wording ist unverändert seit 2007. Damals hielt George W. Bush eine Rede, in der er warnte, der Iran könne den Nahen Osten «unter den Schatten eines nuklearen Holocausts» stellen.

Die Öltanker-Story

Nun werden uns also erneut «Beweise» vorgelegt, die auf Erkenntnissen der «Intelligence» beruhen. Und diese Erkenntnisse sind notorisch geheim, weil sie von Geheimdiensten stammen. Das Video, das Aussenminister Mike Pompeo am 13. Juni 2019 zeigte, erinnert an die trüben Satelliten-Fotos, die schon so oft herhalten mussten, wenn es darum ging, der Welt Schurkenstaaten und ihre Monster vorzuführen. Pompeo sagte: «Der Iran hat der Welt gedroht, den Ölfluss in der Strasse von Hormus zu unterbrechen, und nun tut er es.»

Man muss sich die Erzählung Pompeos mal in aller Ruhe vor Augen führen.

Teil eins: Da wird behauptet, der Iran habe erneut Öltanker im Golf von Oman angegriffen. Das wäre so ziemlich das Absurdeste, was die iranische Regierung momentan machen könnte. Was sollte Teheran damit bezwecken? Die internationale Öffentlichkeit gegen den Iran mobilisieren? Mit der Supermacht USA einen Krieg provozieren, den der Iran verlieren wird?

Teil zwei der Erzählung: Als «Beweis» führt der US-Aussenminister ein Video vor, welches ein Boot der iranischen Revolutionsgarden zeigen soll, das sich dem brennenden Tanker nähert, um angeblich eine nicht explodierte Haftmine zu entfernen.

Dieser Darstellung der USA zufolge setzt also der Iran zuerst Öltanker in Brand, behauptet aber, er sei es nicht gewesen. Anschliessend schickt er – nach dem Anschlag! – auch noch ein Marineschiff an den Tatort, als wollte er demonstrieren: Wir waren es aber doch!

«Sicher kein Beweis, dass Iran angriff»

upg.«Wir wissen nicht, ob es eine Inszenierung nach dem Muster des Tonkin-Zwischenfalls war, der US-Präsident Johnson 1964 als Vorwand diente, in den Vietnamkrieg militärisch einzugreifen», erklärte Bellingcat-Gründer Eliot Higgins. «Wir wissen aber sicher, dass es nicht evident ist, was einige behaupten», nämlich ein Angriff der Iraner.

Das britische Recherchenetzwerk Bellingcat hatte die mutmasslichen Täter im Fall Skripal identifiziert und die Angaben zu den russischen Satellitenbildern vom Absturz der Passagiermaschine MHJ-17 in der Ostukraine als falsch entlarvt.

Für die Recherchen zu den angegriffenen Öltankern hat Bellingcat akribisch präzise Satellitenbilder sowie die von den USA verbreiteten Videos und Bilder ausgewertet. Daraus geht hervor, dass ein iranisches Patrouillenboot an der Aussenseite des Tankers «Kokuka Courageous» etwas – aufgrund der schlechten Videoaufnahmen –nicht Identifizierbares entfernte. Der Kapitän des Schiffs, Yukata Katadal, versicherte jedoch, dass der Tanker von einem «fliegenden Objekt» angegriffen wurde: «Ich glaube nicht, dass es eine Zeitbombe oder ein Objekt war, das an der Seitenwand des Schiffs befestigt war.»

(Quelle: New York Times, 14. Juni 2019)

Wie damals im Irakkrieg: Medien lassen sich über den Tisch ziehen

Ich habe in der vergangenen Woche weder in den grossen Printmedien noch in den News-Sendungen des Fernsehens eine Stellungnahme gelesen oder gehört, die klar und deutlich auf die oben genannten Absurditäten hingewiesen hätte. Ich habe auch in den grossen Medien keinen Korrespondenten gehört, der es gewagt hätte, auf den Tisch zu hauen und die kritischen Fragen zu stellen, die der Fall zwingend nahelegt. Nur sehr versteckt wurde hier und da angemerkt, dass sowohl Mike Pompeo als auch John Bolton einen langen «record» von Kriegspropaganda gegen den Iran vorzuweisen haben, die zum Teil auf Unwahrheiten beruht.

In der SRF-Tagesschau vom 14. Juni hebt zwar Washington-Korrespondent Thomas von Grünigen hervor, das Weisse Haus habe ein Glaubwürdigkeitsproblem. Doch «die meisten Experten» würden es für «realistisch halten, dass das Video echt sein könnte.»

Korrespondent Pascal Weber aus Beirut sagt aber auf die Frage, ob der Iran die Schiffe angegriffen habe:

«Wenn der Iran sagt, er sei es nicht gewesen, dann heisst das noch lange nicht, dass er es tatsächlich nicht gewesen ist. Der Iran hat immer wieder, wie viele andern Staaten, Dinge getan, von denen er später sagte, er habe sie nicht getan. Er hat aber, anders als die meisten anderen Staaten, eine ganze Militärdoktrin darauf aufgebaut, Dinge nachher abstreiten zu können.»

Ein ziemlich gewundenes Statement. Immerhin fügte Weber an: «Gleichzeitig sind die angeblichen Beweise wahrlich keine abschliessenden Beweise. Wir wissen einfach noch zu wenig und sollten sehr vorsichtig sein.»

Die Strategie der permanenten Kriegsdrohung

Vielleicht stimmt es, dass Trump – wie manche Experten glauben – letztlich vor einem weiteren Nahostkrieg zurückschreckt. Seine Generäle können nicht so dumm sein, den Flächenbrand zu ignorieren, den ein Krieg gegen den Iran auslösen würde. Es geht indessen wohl eher darum, den Druck auf den Iran und Syrien permanent aufrecht und die gesamte Region in einer Art schwelender Dauerkrise zu halten.

Auf diese Art lässt sich eine fortdauernde militärische Präsenz der US-Truppen im Irak und in Syrien begründen. Das Budget dafür muss das Pentagon ja schliesslich durch den Kongress bringen. Gleichzeitig soll der Iran durch die Sanktionspolitik und die permanente Kriegsdrohung politisch und wirtschaftlich ruiniert werden. Als willkommener Nebeneffekt lenkt die «Iran-Krise» derzeit wirksam ab von innenpolitischen Problemen Trumps und Netanyahus. Und nicht zuletzt sabotiert man auf diese Weise das Projekt der Chinesen. Ein Zweig ihrer Seidenstrasse mündet am Mittelmeer, aber in einer Kriegsregion werden sie kaum investieren.

Das ist Geopolitik in der Zeit eines erneuten Kalten Krieges.

Ergänzende Informationen

Red. Besonders in geopolitischen Auseinandersetzungen versuchen alle Konfliktparteien, ihre eigenen Absichten zu vertuschen, die Gegenseite zu diskreditieren, falsche Fährten zu legen und die Medien zu instrumentalisieren.
Als Zweitmedium gehen wir davon aus, dass unsere Leserschaft die von grossen Medien verbreiteten Informationen bereits kennt. Deshalb fokussiert Infosperber auf vernachlässigte Fakten, Zusammenhänge und Interessenlagen. Das kann als einseitig erscheinen, soll aber die grossen Medien ergänzen.
Immer mehr Bürgerinnen und Bürger schätzen unsere Zusatzinformationen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

12 Meinungen

Eine kleine wirtschafts-politische Macht-Elite der westlichen Welt mit ihren Geheimdiensten und Medien versucht, sich mit allen Mitteln an der Macht zu halten, auch wenn dabei ein grosser Krieg und unsere Zukunft (Klima, Umwelt und das Leben sehr vieler Menschen) offensichtlich auf dem Spiel steht. Diese Politik zerstört unsere Gesellschaften, unsere menschlichen Werte.
Es geht dabei primär um ein Geldsystem, welches die Plutokratie massiv begünstigt und alle anderen vergisst . Schon bald wird unser Papiergeld wertlos sein -> Vgl. dazu:
https://www.goldseiten.de/artikel/417212--Gold-Maginot-Linie-durchbrochen-Absicherung-jetzt-kaufen.html
Immer mehr Menschen erkennen die ungeheuerliche Wahrheit. Das sieht man z.B. auch in den Kommentaren von 20 Minuten zum Thema deutlich.

Was es jetzt bräuchte sind Grossdemonstrationen gegen einen möglichen Iran-Krieg mit seinen furchtbaren Folgen und die Erkenntnis, dass man die Macht-Eliten blossstellen muss und aus ihrem System wo immer möglich aussteigen sollte.

Es darf nicht sein, dass Kriege geführt werden müssen, um die westlichen Industrien am laufen zu halten - denn dann gibt es wenig Hoffnung für uns alle.
Die beste Alternative zur Rüstungsindustrie ist die dringend erforderliche Energiewende.

Ich sehe keine Alternative zur Selbstermächtigung jedes Einzelnen und zu einer gewaltlosen, wachsenden Friedensbewegung.
Es braucht viele Tropfen für einen Fluss!

https://www.friedenskraft.ch/verein
Dr. med. Paul Steinmann, am 18. Juni 2019 um 10:46 Uhr
einer der sabotierten Tanker war von der (weltgrössten) Reederei FRONTLINE, deren norwegischer Besitzer Frederiksen sich nicht um die US-Sanktionen kümmert und weiterhin mit Iran Geschäfte macht. Frage: wieso sollte Iran ausgerechnet einen der wenigen Verbündeten sabotieren? Absurd!
Bruno Stocker , am 18. Juni 2019 um 12:13 Uhr
seit dem Herbst 2018 kann man - bisher undementiert - nachlesen, wie und durch wen in den USA ein Präsident erfolgreich konstruiert und installiert werden kann, wenn Geld und Zeit kein Hindernis sind. Da kann es eigentlich nicht wundern, wenn aktuell von dort die altbewährten Strategien immer wieder greifen, egal ob und wieviel Tote drohen/entstehen, von den Vermögensverlusten ganz zu schweigen. Das spielt für die «Schöpfer» keine Rolle, sie gewinnen immer. Peinlich ist allerdings nach wie vor die Unterstützung durch die vorgeblich intellektuellen - wohl eher morallosen - Mitläufer als Folge ihrer Passivität. Sie können risikolos und ebenso erfolgreich auf Pilatus verweisen.
Holger Jeltsch, am 18. Juni 2019 um 12:31 Uhr
Wer Fakt von Fake unterscheiden möchte sieht sich am besten sowohl den amerikanischen CNN wie den russischen RT Sender an – die Wahrheit befindet sich irgendwo dazwischen. Letztgenannter Sender hat z.B. die Frage gestellt, warum die Iraner den japanische Tanker angreifen sollten, just wo der japanische Premierminister Teheran besucht? Und warum den norwegischen, wo die Beziehungen zwischen Norwegen und dem Iran recht gut sind? Die europäischen Fernsehen-Medien (inkl. SRF) sind in diesen Fragen recht nutzlos, da sie der amerikanischen Vorgabe folgen. Man muss sich aber wirklich fragen, ob sie von allen guten Geistern verlassen sind: in einer Krisenregion wie dem Nahen Osten zu zündeln ist das Verrückteste, was man machen kann, denn das Erste, was bei einem Krieg passieren wird, wird das in Brand setzen der Ölfelder sein. Bereiten wir uns auf einen kalten Winter und mehr Umweltverschmutzung vor, während die Ölförderer in den anderen Regionen reiche Gewinne machen!
Michel Mortier, am 18. Juni 2019 um 14:05 Uhr
Die USA hatte wohl noch nie eine so schlechte 'Administration'. Was die Trump-Equipe bisher zustande brachte, das untertrifft so ungefähr jede US-Administration vor ihr bei weitem.
- Nun gibt es doch so einige US-Amerikaner:Innen, welche sowas einfach nicht erkennen.
- Nur: Es gibt auch so einige US-Amerikaner:Innen, welche genug haben von soviel Schindluderei im Namen des US-amerikanischen Volkes. Das gibt Hoffnung ...
Konrad Staudacher, am 18. Juni 2019 um 15:27 Uhr
In dieser aufgeheizten Konfliktlage zwischen Iran und Saudi Arabien (und den jeweiligen Alliierten) ist nicht auszuschliessen, dass tatsächlich eine rivalisierende Fraktion im Iran die Anschläge ausgeführt hat, um die Regierung des Irans unter Druck zu setzen. Zumindest sind heftige Machtkämpfe innerhalb des Machtgefüges Irans bekannt. Die wirtschaftliche Grundlage eines Grossteils der Bevölkerung ist existentiell gefährdet, die Devisenreserven werden knapp. Dies ist eine machtpolitisch labile Situation, die zu internem taktischen Powerplay führt. Da kann auch das Provozieren eines Krieges ein willkommener Hebel sein.
Dies wäre auch noch zu bedenken und nicht nur anti-amerikanische Muster zu stricken. Tragisch wäre allerdings, wenn sich die USA mit einer kriegerischen Handlung gegen Iran für den internen Machtkampf instrumentalisieren lassen würde. Oder, vielleicht ist dies sogar Element der Taktik der USA?
Ignaz Heim, am 18. Juni 2019 um 17:06 Uhr
"Die Fixierung auf den Iran als Staatsfeind hat in den USA eine lange Geschichte. Sie begann mit der Islamischen Revolution und dem Sturz des Schah Reza Pahlavi 1979. «

Nein, es begann doch schon mit der Operation Ajax 1953 (https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Ajax), nachdem 1949 der CIA schon in Syrien einen Putsch inszenierte (https://de.wikipedia.org/wiki/Syrische_Republik#Erster_Staatsstreich).
Stephan Klee, am 18. Juni 2019 um 17:55 Uhr
Helmut Scheben schreibt: «Beweise waren im Übrigen nie ein Problem. Die Vorwände, die es braucht, um vor dem amerikanischen Volk und dem Rest der Welt einen Krieg zu rechtfertigen, konnten in den vergangenen Jahrzehnten noch stets «on time» geliefert werden. Sei es die angebliche Verwicklung der Taliban in 9/11» usw.

Positiv in den USA ist, dass es dort doch recht viele Publizisten und Fachleute gibt, auch Leute der Armee und der Geheimdienste, die Fakten zu Kriegsentscheiden kritisch hinterfragen. So untersucht eine Gruppe von Architekten und Ingenieuren den «Angriff auf Amerika» der 19 islamischen Terroristen am 11. September 2001. Mit 9/11 wurde der weltweite Krieg gegen den Terror Wochen gerechtfertigt.

https://www.ae911truth.org/

Auch ein Rechtsanwaltskomitee in den USA, hat im April 2018 beim Staatsanwalt des Süd-Distrikt von New York eine 52 Seiten lange Petition mit 57 Beweisstücken zu 9/11 eingereicht . Die Anwälte vom „Lawyers’ Committee for 9/11 Inquiry“ streben an, dass die vorliegenden Beweise, die auf eine Sprengung der drei World Trade-Gebäude am 11. September 2001 hindeuten, einer Grand Jury, also einem Geschworenengericht zur Untersuchung vorgelegt werden.

https://www.lawyerscommitteefor9-11inquiry.org/

Die Staatsanwaltschaft hat die Unterlagen überprüft und in ihrer Antwort vom 7. November 2018 dem Antrag des Lawyers Committee stattgeben. Das Schreiben der Staatsanwaltschaft enthält keine terminliche Angaben zu den Schritten die nun folgen werden.
Heinrich Frei, am 18. Juni 2019 um 19:35 Uhr
Diskussionsunwürdig, welches Theater da abgeht und wie stark die Mainstreammedien auf NATO Kurs gebracht wurden aber genau zu dem Zweck dürfte ja Hr. Pompeo seine Europa Reise angetreten haben.
Ich bin gespannt ob diesmal die Öffentlichkeit die schon lange entlarvten Lügner (USA) zusammen mit Ihren Handlangern (mehrheitlich den aktuell an der Macht sitzenden Politikern westlicher Länder) gewähren lässt, oder ob längst überfällige Bereinigungen im System angestoßen werden.
Aktuelle Wählen oder Ereignisse wie in Österreich lassen zumindest hoffen, dass die Wirtschaftsmächtigen mit Ihren politischen Handlangern nicht mehr einfach dreist mit allem durchkommen.
Marc Mingard, am 18. Juni 2019 um 20:39 Uhr
Die USA sind immer «fixiert» auf Länder, die nicht nach ihrer (oft auch derjenigen Israels) Brutalo-Rapp tanzen …. Alles Andere ist die übliche Propaganda auf allen Seiten .
bernhard sartorius, am 19. Juni 2019 um 09:46 Uhr
Herr Steinmann gebe ich vollkommen recht. Wo bleibt die Jugend, um gegen diesen Wahnsinn zu demonstrieren. Hat die USA und die NATO nicht schon genug angerichtet mit ihren Kriegen im Nahen Osten. Massenhaftes Morden, Millionen Flüchtlinge sind auf der Flucht, jahrtausendealte Kulturstätten wurden zerstört, eine gigantische Umweltzerstörung angerichtet. Die Waffenindustrie sollte endlich Dinge produzieren, die dem Frieden dienen. Und das Militär sollte als das angesehen werden, was es ist. Bezahlte Mörder (Brecht). Die jungen Soldaten werden zum Töten ausgebildet. Und das im 21. Jahrhundert!!!
Gerhard Hampel, am 20. Juni 2019 um 16:38 Uhr
Selber bin ich jetzt schon 3x im Iran gewesen und einmal nur mit IranerInnen gearbeitet. Eines haben mir reihenweise Einheimische gesagt, vergiss Trump, matchentscheidend ist das Wasser!
Unterdessen weiss ich, dass Aussenpolitik und Innenpolitik zwei sehr unterschiedliche Schuhe im Iran sind. Im Winter 2017/18 hat es in Isfahan nie geregnet! Normalerweise ist dann die Regenzeit. Das Wasser wird in dieser 3-Millionenstadt regelmässig abgestellt. Und der längste, auch bibilische Fluss, der Karun, ist letztes Jahr erstmalig seit Menschengedenken ausgetrocknet! Unterdessen sprengen Bauer die Wasserversorung von Isfahan nach Yasd, weil sie um ihre Ernten kämpfen. Es gibt fast täglich Demos! Und diesen Winter gab es gigantische Überschwemmungen, gepaart mit Misswirtschaft. Es lodert in der Bevölkerung, die Saktionen haben alles noch verschlimmert.
Nach all diesen Gesprächen halte ich es für durchaus möglich, dass ein paar Mullas (die geistliche Elite mit dem Turban, die die Politik dominiert) mal durchdrehen. Die lenken wie die Amerikaner bei innenpolitischen Versagen aussenpolitisch ab...
Michael Wittmer, am 23. Juni 2019 um 16:29 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.