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Schliesst am 18. Juli: die Poststelle in der Thuner Länggasse. © Bildschirmfoto Google Street View

Die Post macht Witze

Marco Diener /  Die Post beschönigt den Poststellen-Abbau seit Jahren. Nun setzt sie noch einen drauf.

«Subingen: Postangebote neu in der Bäckerei Flury.» «L’offre postale de Saint-Léonard bientôt disponible au sein de l’Edelweiss Market.» «Mezzovico: dall’autunno l’offerta postale sarà disponibile presso la Casa Anziani Alto Vedeggio.»

Das klingt gut. Vor allem wenn die Post auch noch von «veränderten Nutzungsgewohnheiten», von «passenden Lösungen» und «längeren Öffnungszeiten» schreibt. Im Schnitt zwei Mal pro Woche veröffentlicht die Post unter dem Titel «Die Post in den Regionen» solche Meldungen. Doch sie verheissen nichts Gutes.

Häufig bedeuten sie nämlich: Die Post schliesst wieder einmal eine Poststelle. Von einst 4000 Poststellen gibt es mittlerweile noch rund 700. Gemeinden wie Subingen SO, Saint-Léonard VS oder Mezzovico TI können von Glück reden, dass sie wenigstens eine Postagentur in einer Bäckerei, einem Lebensmittelladen oder einem Altersheim erhalten.

In diesen Zeiten des Abbaus hat es die Post-Medienstelle beim Schönreden des Kahlschlags zu einer gewissen Meisterschaft gebracht. Doch nun hat sie sich selber übertroffen.

Sie schreibt: «Thun: Postangebot Länggasse wird auf umliegende Standorte verteilt.»

Wer das liest, fragt sich: Macht die Post eigentlich Witze? Haben sich die Angestellten der Medienstelle schlappgelacht, als ihnen diese Formulierung eingefallen ist?

Denn die Post verteilt gar nichts. Sie schliesst ganz einfach die Filiale in der Länggasse 56A. Ersatzlos.

Die Post unternimmt also nichts für die Kunden und die Kundinnen. Vielmehr sind diese selber gefordert. Sie müssen für Postgeschäfte eine andere Filiale aufsuchen.

Die Post behauptet zwar: «Dank der gut erreichbaren Zugangspunkte – insbesondere der Filiale Thun-Aarezentrum – bleibt für das Quartier der nahe Zugang zu einer bedienten Poststelle gewährleistet.» Zudem empfiehlt sie auch die Poststelle Strättligen-Markt sowie die Postagenturen Allmendingen und Lerchenfeld.

Doch zu Fuss sind die vier Alternativen von der heutigen Poststelle aus 20 bis 40 Minuten entfernt. Aber das nur nebenbei.

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