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Etwas weniger warm dank Wärmepumpe © ID672054076/Depositphotos

Die meisten Wärmepumpen können Häuser auch kühlen

upg. /  Wärmepumpen senken die Innentemperatur um 3 bis 6 Grad – mit Photovoltaik betrieben sogar kostenlos. Warum nicht überall?

Ob Wärmepumpen mit Luft, Wasser oder Erdsonden betrieben werden, ist egal. Im Sommer können oder könnten die meisten auch kühlen. Einzige Bedingung: Das Haus oder die Wohnungen sollten eine Bodenheizung haben und keine Radiatoren.

Schliesslich sind Wärmepumpen auch für Kühlschränke im Einsatz. In beiden Fällen wird mit Hilfe von Strom Wärme aus einem Bereich entzogen und in einen anderen Bereich abgegeben. Beim Kühlschrank wird Wärme mit einem Kompressor aus dem Innern entzogen und über die Rückseite an die Küche abgegeben. Die Küche wird also minimal erwärmt, während es im Kühlschrank kalt bleibt. 

Umgekehrt nimmt eine Haus-Wärmepumpe Wärme aus der Umgebung auf (Luft, Erdreich oder Wasser) und pumpt sie ins Haus, sodass es im Haus warm wird und die Umgebung minimal abgekühlt wird.


Passive und aktive Kühlung

Man unterscheidet zwischen einer aktiven und einer passiven Kühlung. 

Bei der aktiven Kühlung funktioniert die Anlage mit der Wärmepumpe wie ein Kühlschrank. Sie führt die warme, verbrauchte Luft von innen nach aussen und holt mit der Flüssigkeit in den Rohren kältere Temperaturen ins Haus. Bereits mit wenig Stromverbrauch kann man die Innentemperatur um 3 bis 6 Grad senken. 

Für eine aktive Kühlung braucht eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus etwa 2 bis 6 Kilowattstunden Strom pro Tag, je nach Gebäude, Wetter und gewünschter Temperaturabsenkung. Luft/Wasser-Wärmepumpen brauchen bei hohen Aussentemperaturen mehr Strom als Grundwasser-Wärmepumpen.

Doch Sommerstrom für den Eigenverbrauch produziert eine eigene Photovoltaik-Anlage praktisch gratis. Die Elektrizitätsunternehmen zahlen für die Einspeisung von Tagesstrom im Sommer fast nichts mehr.

Bei der passiven Kühlung läuft die Wärmepumpe selber nicht, sondern nur die Umwälzpumpe. Deshalb ist der Energieverbrauch deutlich geringer. Die Pumpe hält lediglich den Kreislauf der Rohrflüssigkeit mit dem Erdreich oder dem Grund-, Fluss- oder Seewasser in Gang. Dort gibt die Flüssigkeit Wärme aus dem Haus ab und kommt etwas kühler zurück. Allerdings ist die passive Kühlung weniger effizient als die aktive.


Aufpreis zwischen 0 und 3000 Franken

Die Wärmepumpen zum aktiven Heizen im Sommer müssen lediglich über eine Umkehrfunktion verfügen. «Eine Wärmepumpe heizt primär, ein Klimagerät kühlt primär. Aber das zugrunde liegende Prinzip ist das gleiche. Deswegen kann man, – wenn man den Kältekreislauf umkehrt –, mit einer Wärmepumpe kühlen», erklärte Tim Gessler, Redakteur der Fachzeitschrift «SBZ Sanitär.Heizung.Klima». Wärme wird der Innenluft des Hauses oder der Wohnung entzogen und nach aussen geleitet. Die Wärmepumpe funktioniert quasi wie eine Klimaanlage.

Der Aufpreis für eine reversible Wärmepumpe ist gering, wenn sie mit Luft oder Wasser läuft. Das Haustechnik-Unternehmen Meier-Tobler erklärte Infosperber, für neue Wärmepumpenmodelle mit zusätzlichen Ventilen, die auch aktiv kühlen können, «keinen Aufpreis» zu verlangen. Die Doppelfunktion sei heute Standard. 

Nur reversible Anlagen mit Erdsonden würden etwa 3000 Franken mehr kosten, weil es einen zusätzlichen Plattenwärmetauscher und eine zusätzliche Pumpe brauche. Dafür geben diese im Sommer Wärme ins Erdreich ab, die dann im Winter nützlich ist.

Auch eine Nachrüstung bestehender Wärmepumpen ist möglich. Man kann bestehende Heizungsanlagen hydraulisch und regelungstechnisch so anpassen, dass ein Kühlbetrieb möglich ist.


Nachholbedarf bei bestehenden Häusern

Das Grosshandels-Unternehmen Meier-Tobler installiert Wärmepumpen nicht selbst. Nach seinen Angaben werden heute nur noch wenige Modelle von Wärmepumpen verkauft, die nicht auch aktiv kühlen können – egal, ob es sich um Neubauten oder bestehende Häuser mit Fussbodenheizung handelt. 

Etwas andere Angaben macht das Solothurner Unternehmen Helion Energy, das Wärmepumpen vor allem in bestehenden Häusern selber installiert: Im Jahr 2025 waren es mehr als 400 Anlagen, davon 90 Prozent in Einfamilienhäusern und nur rund 10 Prozent in Mehrfamilienhäusern mit Wohnungen. In allen diesen Häusern und Wohnungen mit Fussbodenheizung hat Helion Energy nach eigenen Angaben Wärmepumpen-Anlagen installiert, von denen nur eine von zehn auch aktiv kühlen kann.

Als Grund für den schwachen Absatz von Wärmepumpen mit Umkehrfunktion nennt Helion Energy die Zurückhaltung der Hausbesitzer: Die Kühlung der Raumtemperatur um 2 bis 3 Grad sei vielen zu wenig: «Nicht alle sehen den Nutzen als ausreichend gross.»

Zu wenige Hausbesitzer denken offensichtlich auch an den Sommer, wenn sie eine Wärmepumpen-Anlage für den Winter kaufen. Jedenfalls wird bei Sanierungen von bestehenden Häusern mit Fussbodenheizung in der Schweiz deutlich seltener eine Wärmepumpe mit aktiver Kühlfunktion installiert als eine reine Heiz‑Wärmepumpe. Eine gesamtschweizerische Statistik dazu ist allerdings nicht verfügbar.

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7 Meinungen

  • am 7.07.2026 um 14:39 Uhr
    Permalink

    Die Ursache der Klimakrise (und damit der heutigen Hitzewellen) ist unser ungebremster Energieverbrauch. Jetzt sollen wir die erneuerbare Energie als Symptom-Bekämpfung einsetzen. Die Energie aus erneuerbaren sollten wir für den wohl steigenden Strombedarf nutzen und nicht zur Symptombekämpfung. Der Ernergieverbrauch pro Kopf muss in den Industrieländern gesenkt werden, damit das Leben auf unserem Planeten lebenswert bleibt.

  • am 7.07.2026 um 17:12 Uhr
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    Ich habe bewusst auf eine Kühlfunktion der Fussbodenheizung verzichtet:
    1. Ein kalter Fussboden für 2-3 Grad tiefere Innentemperatur ist sehr unangenehm weil ich im Sommer gerne barfuss gehe.
    2. Die Kühlfunktion führt sehr rasch zu Kondenswasserbildung im Fussboden.

  • am 8.07.2026 um 08:17 Uhr
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    Photovoltaik ist nicht kostenlos. Die Paneele werden mit erheblichen Energieaufwand hergestellt und enthalten strategische Rohstoffe, die aus zweifelhaften Quellen stammen. Die Entsorgung und das Recycling sind schwierig, obwohl es Forschungsansätze gibt. Der dazugehörige Batteriespeicher enthält ebenfalls kritische Rohstoffe, meist Lithium, das extrem umweltschädlich gewonnen wird. Derzeitige Speicher altern und müssen ebenfalls teuer entsorgt werden. Dazu kommt, dass diese Lösungen nur für kleinere Wohnanlagen funktionieren. Für ein großes Mehrparteienhaus sind die Kosten derartig hoch, dass sich eine Umstellung nicht rechnet. Bei Neubauten schaut das besser aus. Um zu starkes Aufheizen zu vermeiden, könnte schon beim Bau einiges getan werden: dickere Mauern, weniger Glasfronten, keine frz. Fenster, Kaminwirkung, Anlage von Erdkellern für Lebensmittellagerung, Fassadenbegrünung, keine Betonflächen usw.

  • am 8.07.2026 um 17:58 Uhr
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    Bei einer Erdsonde wird der Boden ausgekühlt. Bei Erdsonden mit geringer Bohrtiefe kann dies zu Problemen führen. Es macht auch von der Energiebilanz her sabsolut Sinn, den Boden im Sommer wieder aufzuwärmen, zumal die Wärme in den den obersten 100m bis 200m der Erdschicht gespeicherte Sonnenwärme und somit auch endlich ist.

  • am 8.07.2026 um 23:32 Uhr
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    Es steht zwar nichts Falsches im Artikel, aber ich finde es schade, dass nun auch der Infosperber offenbar dem Werbegeflunker der Kälteindustrie auf den Leim gegangen ist (die Mainstream-Medien schwafeln seit Monaten von der angeblichen Gratis-Kälte aus eigenem Solarstrom).
    Zur Erinnerung: Photovoltaik wollen wir für die Stromwende; idealerweise zum Eigenverbrauch und Reduzieren des Netzbezugs, und zum Schonen der Stauseen am Tag. Aber nicht, um unbedingt neue eigene Energiefresser damit zu betreiben, denn so ist keine Stromwende möglich. Und von den grossen Solarstromüberschüssen sind wir noch weit entfernt, und falls sie dann mal da sich, gibt es schlauere Anwendungen als die meist völlig unnötige Komfort-Kälte.

  • am 9.07.2026 um 13:01 Uhr
    Permalink

    Bäume (Büsche, aufhängbare Pflanzen»wände») kühlen (plus Feinstaubabsorber, Feuchtigkeitsregulator, Waldbadenluft wie Terpene und Phytonzide).
    Wird in Öffentlichen Gebieten und Privaten Bereichen viel zu wenig beherzigt (auch Landwirtschaft eher «Rodungs»-«Kultur»). Ursache Wirkung. Vergleiche Natur: Regenwälder.
    Ich plädiere für Paradiesgärten-Wettbewerb (quasi ähnlich «Plan Wahlen»): Chlorophyllfüllemaxima, Unberührtheit-Naturgärten, für Insekten und Vögel viele Beeren wie Holunder etc., Brombeeren, Schwarze Johannisbeeren, Sibirische Heckenkirsche etc.
    Hingegen Symptombekämpfung wie Wärmepumpen finde ich wegen Lärm und anderen Folgen abzulehnen.

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