KI-Unternehmen im Konflikt mit dem US-Kriegsministerium
Das KI-Unternehmen Anthropic will verhindern, dass die US-Regierung mit seinem System die ganze Bevölkerung überwacht oder es in voll autonomen Waffensystemen ohne menschliche Kontrolle einsetzt.
CEO Dario Amodei begründete im Januar 2026 auf seiner Webseite ausführlich, warum er den «Einsatz von KI zur Massenüberwachung und Massenpropaganda im Inland als klare rote Linie und als völlig unzulässig» sieht. Es bestehe das Risiko, dass demokratische Regierungen die KI gegen die eigene Bevölkerung richten.
Darauf drohte das Pentagon nach Angaben der «New York Times», Anthropic wegen dessen restriktiver KI-Nutzungsregeln als «Risiko für die Lieferkette» einzustufen. Damit würde Anthropic Aufträge für sensible Militärprojekte verlieren. Sonst würden fast nur Unternehmen als «supply chain risk» eingestuft, die mit China Geschäfte treiben. Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte, das Verhältnis zu Anthropic werde «überprüft»: «Unsere Nation verlangt, dass unsere Partner bereit sind, unseren Kriegern zu helfen, in jedem Kampf zu gewinnen.»
Das «Wall Street Journal» berichtete, der KI-Chatbot Claude von Anthropic sei im Januar 2026 bei der Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro über eine Palantir‑Integration eingesetzt worden, obwohl die internen Richtlinien von Anthropic den Einsatz zur Förderung von rechtswidriger Gewalt untersagen. Palantir wollte dazu nicht Stellung nehmen.
Anthropic-CEO Dario Amodei hatte schon 2023 in einem Podcast die Wahrscheinlichkeit auf 10 bis 25 Prozent geschätzt, dass KI die Menschheit zerstören könnte. Deshalb verankerte er intern strenge Richtlinien gegen die Nutzung der Technologie zur Anwendung von Gewalt.
Laut «New York Times» setzten das Pentagon und Anthropic die Verhandlungen trotz der Eskalation in der letzten Woche fort. Das deute darauf hin, dass beide Seiten noch an einer Lösung interessiert seien.
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