Immer mehr Schrottteile aus dem Weltall stürzen auf die Erde
Im Jahr 2024 stürzte ein feuriges Stück Metall in der Nähe eines Dorfes in Kenia in einen Acker. Es war ein riesiger, schwerer und glühend heisser Ring. Nachdem er sich abgekühlt hatte, war klar: Es war ein Ring, der einst Teile einer Rakete miteinander verbunden hatte.
Das Risiko, dass menschlicher Müll aus dem Weltall auf der Erde einschlägt, nimmt zu. Riesige Schrott-Objekte mit einem Gewicht einer Tonne oder mehr gelangen ungefähr einmal wöchentlich in die Erdatmosphäre, erklärt der polnische Experte für Weltraumsicherheit Mariusz Slonina. «Kleinere Abstürze in die Atmosphäre finden sogar jeden Tag statt.» Allerdings verglüht der meiste Müll in der Atmosphäre.
Das Verglühen von Weltall-Müll belastet die Atmosphäre
Forscher haben beim Wiedereintritt einer Rakete in die Atmosphäre, welche die Erde vor gefährlicher kosmischer Strahlung schützt, zum ersten Mal erhebliche Lithiumanreicherungen nachgewiesen. Die Folgen für die Atmosphäre sind noch offen. Bisher hatte man sich auf verglühendes Alumnium konzentriert. Der «Standard» meldet: «Bereits etwa zehn Prozent der Schwefelsäurepartikel in der Stratosphäre enthalten Aluminium und andere Metalle, die aus verglühten Satelliten und Raketenstufen stammen. Bei der Reaktion des Aluminiums mit Sauerstoff entsteht Aluminiumoxid, von dem seit Jahrzehnten bekannt ist, dass es den Ozonabbau beschleunigt.»
Noch ist die Wahrscheinlichkeit, von Weltraummüll erschlagen zu werden, viel kleiner als von einem Blitz getroffen zu werden. Einige Abstürze, die es bis auf die Erdoberfläche schafften, wurden bekannt.
Im Jahr 2024 stürzte ausrangierte Hardware der Internationalen Raumstation auf ein Haus in Florida.
Anfang letzten Jahres landeten Teile einer SpaceX-Rakete in der Nähe eines Einkaufszentrums und eines Flughafens im Westen Polens.
Monate später bedrohte ein ausgedienter chinesischer Satellit die kanarische Insel Teneriffa. Der drei Tonnen schwere Satellit versetzte die Region in Schrecken, bevor er zerbrach und noch in der Luft verglühte.
Im Januar 2026 durchdrang ein glühender Feuerball die Atmosphäre über Europa. Es handelte sich um die obere Stufe einer chinesischen Rakete, die seit ihrem Start im Vormonat ausser Kontrolle geraten war.
Vier Tage lang beobachteten die Weltraumbehörden besorgt das etwa elf Tonnen schwere Raketenteil. Sie glaubten nicht, dass es in der Atmosphäre verglühen würde. Nach Angaben von Mariusz Slonina wurde der Wiedereintritt der chinesischen Raketenstufe visuell nicht dokumentiert. Wahrscheinlich seien Trümmer in den Indischen Ozean gefallen.
Allein Elon Musk stellte den Antrag für eine Million Satelliten
Je mehr Objekte die Menschen ins All schicken, desto mehr Weltraummüll stürzt in die Atmosphäre ab. Immer mehr Teile erreichen dann auch die Erde.
Im vergangenen Jahr wurden mehr als 300 Raketen in den Weltraum gestartet – fast viermal so viele wie noch vor zehn Jahren. Bis heute wurden über 16’000 Satelliten in die Erdumlaufbahn geschossen – zwei Drittel davon gehören dem Unternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk. Im Januar hat Musk bei der US-Aufsichtsbehörde FCC den Antrag gestellt, bis zu einer Million solarbetriebene Satelliten als orbitale Rechenzentren ins All zu befördern.
Ende 2025 meldeten chinesische Akteure bei der Internationalen Fernmeldeunion ITU Frequenzen für mehr als 200’000 Satelliten an.
Alles endet schliesslich als Müll, der die Erde umkreist. Ein Teil des stark zunehmenden Mülls gelangt zurück in die Erdatmosphäre und stürzt ab. Immer mehr Teile schlagen auf die Erde auf.
Vierzehn vergiftete Geschenke an unsere Kinder
Der jungen Generation überlassen wir eine Reihe gefährlicher Zeitzünder. Der Müll im Weltall ist nur eines von vierzehn vergifteten Geschenken.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.







Es ist höchste Zeit, dass diese Schrott-Produzenten einen Schrottstaubsauger entwickeln, der den Schrott einsammelt und kontrolliert zur Erde zurückbringt. Wer sich weigert bekommt keine Starterlaubnis mehr für neue Raketenstarts.
So ein Schrottstaubsauger wäre keine einfache Sache und wahrscheinlich tausendfach teurer als der ganze Schrott dort oben. Die Idee wäre nicht schlecht, aber das sofortige Ende des ganzen Wahnsinns und darum unrealistisch. Wenn aber alle Projekte von Elon Musk bis zu den Chinesen umgesetzt würden, wäre ein Aufenthalt in einer Raumstation schon in einem oder wenigen Jahren glatter Selbstmord und zivile Systeme wie GPS von häufigen Ausfällen betroffen. Das lässt uns immerhin hoffen, dass sich das Rennen um den Weltraum selbst schon bald totschlägt.
Schrottstaubsauger sind sicher nicht die Lösung.
Jeder, der was ins All schiesst, sollte verpflichtet sein, dafür zu sorgen, dass nichts dort zurück bleibt. Dem sagt man, Verantwortung für sein Handeln übernehmen.
Das ist nichts anderes als Anstand.
Alle, welche seit Jahrzehnten Erdöl aus der Erde pumpen, sollten für die Folgen haften.
All jene, welche gemäss neuestem Beispiel, mit unnützen Corona-Impfungen oder sogar schädlichen Medikamenten etc. Unsummen von Geld verdienen, müssen für die Folgekosen aufkommen.
Es geht nicht, dass man auf Kosten von Natur, Mit- und Umwelt etc. sich bereichert und die Folgekosten muss dann die Allgemeinheit berappen. Das bezeichnet man als verbrecherisches Handeln und solches muss betraft und nicht belohnt werden.
Lieber Herr Gasche, seit einigen Jahren versuchen Sie, wenigstens die Schweizer Öffentlichkeit mit Ihren fundierten Artikeln mit geballten Ladungen an Fakten aufzurütteln. Aber nichts geschieht. Wir machen wie die drei Affen nur die Bandagen um unsere Augen, Ohren, Mund immer dicker. Um uns kollektiv umzubringen, braucht es nicht einmal mehr einen Atomkrieg. Soeben habe ich in der «Republik» vom 4.8.26 den Bericht von der Verurteilung eines Klimaaktivisten gelesen: Jetzt, in diesem Hitzesommer! Titel: «Die Klimakrise ist da, der Klimaprotest das Problem.» Klar: Das Steuer jetzt wirksam herumzureissen, könnte Hunderte Millionen Arbeitslose bedeuten. Wo sind die Ökonomen, die zeigen, wie wir uns auf das wirklich Notwendige beschränken und so für alle eine lebenswerte Zukunft schaffen? Ich wage es nicht, Ihre Artikel unseren Enkeln zu lesen zu geben. Sie müssten sich erschreckt fragen: Lohnt es sich noch, mich mit Begeisterung auf mein Leben auf dieser Erde vorzubereiten?
Danke vielmals für die gute Übersicht. Auch Amazon, China und Russland planen solche Megakonstellationen wie jetzt bei Starlink schon aktiv sind.
Und diese Satelliten bestehen vielfach aus Aluminium und fliegen auf niedrigen Umlaufbahnen, d.h. nach wenigen Jahren verglühen sie schon. Dabei wird das Aluminium, wenn es nicht auf die Erde stürzt, in kleinste Aluminiumoxidpartikel «verwandelt». Was diese in den oberen Atmosphärenschichten auslösen, ist noch völlig unerforscht. Denkbar wäre eine z.B. eine Beeinflussung des Ozons, d.h. wir hätten ein «FCKW 2.0»-Problem.
Auch hier wieder: statt dass die Menscheit vorab überlegt, welche Schädigungen sie anrichten kann, wird erstmal – trotz Warnungen – etwas umgesetzt und später wird mit grossem Aufwand versucht, die Folgen zu mindern (PFAS, Asbest, Atommüll, aber auch (exotische) Cadmiumtelluridsolarzellen und unzählige andere Beispiele).