Müll im Weltall.SciTechDaily,com

Müll im Weltall: Künstlich hergestellte Illustration © SciTechDaily.com

Immer mehr Schrottteile aus dem Weltall stürzen auf die Erde 

Urs P. Gasche /  Die meisten Teile verglühen in der Atmosphäre. Doch immer mehr schlagen auf der Erde auf – glühend und teilweise tonnenschwer.

Im Jahr 2024 stürzte ein feuriges Stück Metall in der Nähe eines Dorfes in Kenia in einen Acker. Es war ein riesiger, schwerer und glühend heisser Ring. Nachdem er sich abgekühlt hatte, war klar: Es war ein Ring, der einst Teile einer Rakete miteinander verbunden hatte.

Das Risiko, dass menschlicher Müll aus dem Weltall auf der Erde einschlägt, nimmt zu. Riesige Schrott-Objekte mit einem Gewicht einer Tonne oder mehr gelangen ungefähr einmal wöchentlich in die Erdatmosphäre, erklärt der polnische Experte für Weltraumsicherheit Mariusz Slonina. «Kleinere Abstürze in die Atmosphäre finden sogar jeden Tag statt.» Allerdings verglüht der meiste Müll in der Atmosphäre. Noch ist die Wahrscheinlichkeit, von Weltraummüll erschlagen zu werden, viel kleiner als von einem Blitz getroffen zu werden. 

Einige Abstürze, die es bis auf die Erdoberfläche schafften, wurden bekannt.

Im Jahr 2024 stürzte ausrangierte Hardware der Internationalen Raumstation auf ein Haus in Florida. 

Anfang letzten Jahres landeten Teile einer SpaceX-Rakete in der Nähe eines Einkaufszentrums und eines Flughafens im Westen Polens.

Monate später bedrohte ein ausgedienter chinesischer Satellit die kanarische Insel Teneriffa. Der drei Tonnen schwere Satellit versetzte die Region in Schrecken, bevor er zerbrach und noch in der Luft verglühte.

Im Januar 2026 durchdrang ein glühender Feuerball die Atmosphäre über Europa. Es handelte sich um die obere Stufe einer chinesischen Rakete, die seit ihrem Start im Vormonat ausser Kontrolle geraten war.

Vier Tage lang beobachteten die Weltraumbehörden besorgt das etwa elf Tonnen schwere Raketenteil. Sie glaubten nicht, dass es in der Atmosphäre verglühen würde. Nach Angaben von Mariusz Slonina wurde der Wiedereintritt der chinesischen Raketenstufe visuell nicht dokumentiert. Wahrscheinlich seien Trümmer in den Indischen Ozean gefallen.


Allein Elon Musk stellte den Antrag für eine Million Satelliten

Je mehr Objekte die Menschen ins All schicken, desto mehr Weltraummüll stürzt in die Atmosphäre ab. Immer mehr Teile erreichen dann auch die Erde. 

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 300 Raketen in den Weltraum gestartet – fast viermal so viele wie noch vor zehn Jahren. Bis heute wurden über 16’000 Satelliten in die Erdumlaufbahn geschossen – zwei Drittel davon gehören dem Unternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk. Im Januar hat Musk bei der US-Aufsichtsbehörde FCC den Antrag gestellt, bis zu einer Million solarbetriebene Satelliten als orbitale Rechenzentren ins All zu befördern. 

Ende 2025 meldeten chinesische Akteure bei der Internationalen Fernmeldeunion ITU Frequenzen für mehr als 200’000 Satelliten an. 

Alles endet schliesslich als Müll, der die Erde umkreist. Ein Teil des stark zunehmenden Mülls gelangt zurück in die Erdatmosphäre und stürzt ab. Immer mehr Teile schlagen auf die Erde auf.

Vierzehn vergiftete Geschenke an unsere Kinder

Der jungen Generation überlassen wir eine Reihe gefährlicher Zeitzünder. Der Müll im Weltall ist nur eines von vierzehn vergifteten Geschenken.

Urs P. Gasche über den Zustand unserer Erde


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