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Fifa-Präsident Sepp Blatter: «Es gibt in der FIFA keine Korruption» © Wikimedia Commons/Marcello Casal Jr. / ABr

Die Korruption bei der FIFA

Christof Moser /  Die 10 Schönheitsfehler der Schweiz (7/10): Die Machenschaften des Weltfussballverbands unter Präsident Sepp Blatter.

«Es gibt in der FIFA keine Korruption», liess sich Sepp Blatter im Dezember 2010 in einem «Weltwoche»-Interview zitieren. Geführt worden ist das Interview neben Chefredaktor Roger Köppel von Sportjournalist Walter de Gregorio, der ein Jahr nach diesem Gespräch zum FIFA-Kommunikationschef ernannt wurde. «Filz» nennt man das in der Schweiz, die vermeintlich harmlose Variante von Korruption.

Schmiergeldzahlungen sind erwiesen

Im Juli 2012 veröffentlicht die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug die Einstellungsverfügung eines Korruptionsverfahrens gegen die Sportvermarktungsfirma ISL, was die FIFA zuvor mit allen rechtlichen Mitteln zu verhindern versuchte. Darin steht: «Nicht in Frage gestellt werden kann die Feststellung, dass die FIFA Kenntnis von Schmiergeldern an Personen ihrer Organe hatte.»

Genannt wird von der Staatsanwaltschaft auch die anonymisierte Person P1, bei der es sich um Sepp Blatter handelt. Das Verfahren wurde eingestellt, nachdem die angeklagten FIFA-Funktionäre die strafrelevanten Vorwürfe akzeptiert und 5,5 Millionen Franken Wiedergutmachung bezahlt hatten – 2,5 Millionen davon die FIFA selbst. Blatter wird in den Gerichtsunterlagen «ungetreue Geschäftsbesorgung» vorgeworfen.

FIFA bezeichnet Zahlungen als «Provisionen»

Nach der Veröffentlichung der Einstellungsverfügung änderte Blatter seine Strategie und gab zu, als FIFA-Generalsekretär von der Bestechung gewusst und sie später als Präsident toleriert zu haben. Es habe sich bei den Zahlungen in der Höhe von 160 Millionen Franken an seinen Vorgänger João Havelange und dessen Schwiegersohn Ricardo Teixeira um legale «Provisionen» gehandelt, die zu dieser Zeit sogar von den Steuern abgezogen hätten werden können. «Man kann die Vergangenheit nicht mit den Massstäben von heute messen», sagte Blatter «sonst endet man bei der Moraljustiz.»

Grösster Korruptionsskandal der Schweiz

Bei den Schmiergeldzahlungen in der Höhe von 160 Millionen Franken handelt es sich übrigens um den grössten bekannten Korruptionsfall der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Wird Blatter an Medienkonferenzen darauf angesprochen, reagiert er gerne ungehalten.

Ebenfalls nicht gerne redet er darüber, was die britische «Sunday Times» im Oktober 2010 aufgedeckt hat: dass sechs FIFA-Funktionäre bereit waren, für die WM-Vergaben 2018 nach Russland und 2022 nach Katar ihre Stimme zu verkaufen.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Die Artikel-Serie «Die 10 Schönheitsfehler der Schweiz» entstand im Auftrag der Filmemacher von «Image Problem».

Zum Infosperber-Dossier:

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Die zehn Schönheitsfehler der Schweiz

Schweiz, schönes Alpenland? Oder «Herz der Finsternis», wie der «Independent» schrieb? Die Debatte ist eröffnet.

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