Menschen Schutz U-Bahn-Stationen.RND

In einige Städten der Ukraine suchen Menschen Schutz in U-Bahn-Stationen. © RND

Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt den Angriffskrieg

Urs P. Gasche /  Kein Versäumnis und kein Fehler des Westens und keine Oligarchen oder Faschistengruppen in der Ukraine sind Gründe für einen Krieg.

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Urs P. Gasche

Es stand kein Angriff auf Russland bevor. Russland befand sich in keiner Notlage. Russland musste sich nicht militärisch verteidigen. Deshalb ist Russlands Angriffskrieg ohne Wenn und Aber zu verurteilen.

Die Fernsehbilder vom Krieg und den Flüchtenden in der Ukraine erinnern auf schreckliche Weise an die verheerenden Kriege in Jemen, Afghanistan, Libyen, Syrien, Irak und Tschetschenien, an denen Grossmächte beteiligt waren.

Die Folgen von Krieg sind Zerstörungen von Infrastruktur und Wohnhäusern, Tote, Verletzte, Vertriebene, Existenzvernichtungen, Elend und jahrelange Rachegefühle.

Für die meisten Menschen ist es weniger schlimm, unter einer Diktatur zu leben, als unter den Folgen eines Krieges zu leiden.  

Es gibt nichts, was diesen Krieg rechtfertigt

Die Nato wollte keine Garantie abgeben, dass sie die Ukraine nicht ins westliche Militärbündnis aufnimmt. Eine solche Garantie wäre der von Russland verlangten Sicherheit entgegengekommen.
Doch das ist kein Grund für einen Angriffskrieg.

Der Westen wollte der Ukraine keinen entmilitarisierten, neutralen Status vorschlagen, der die Westorientierung der Ukraine ermöglicht, aber Russland nicht provoziert hätte.
Doch das ist kein Grund für einen Angriffskrieg.

Die USA haben Milliarden ausgegeben, um der westlich orientierten Opposition in der Ukraine im Jahr 2014 an die Macht zu verhelfen.
Doch das ist kein Grund für einen Angriffskrieg.

Die Ukraine unter Präsident Selensky hat es jahrelang versäumt, den russisch-sprechenden Gebieten Donezk und Luhansk einen Autonomie-Status vorzuschlagen und zu gewähren, wie es mit «Minsk II» vertraglich vereinbart war.
Doch das ist kein Grund für einen Angriffskrieg.

Deutschland und Frankreich als Garanten des Abkommens «Minsk II» (neben Russland) machten zu wenig Druck auf Selensky, damit die Ukraine das Abkommen einhalte.
Doch das ist kein Grund für einen Angriffskrieg.

Die Ukraine unter Präsident Selensky schreibt auch in russischsprachigen Gebieten der Ukraine in Schulen ab der 5. Klasse, allen Beamten, überregionalen Zeitungen, Supermärkten, Apotheken und Banken vor, Kunden und Schüler auf ukrainisch anzusprechen. Ausländische Filme am Fernsehen müssen auf ukrainisch synchronisiert werden.
Doch das ist kein Grund für einen Angriffskrieg.

Die ukrainische Regierung liess und lässt auch faschistische Gruppierungen gewähren.
Doch das ist kein Grund für einen Angriffskrieg.

Der Krieg in der Ukraine ist nicht der erste Angriffskrieg in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, wie die deutsche Regierung erklärte. Der Nato-Krieg gegen Jugoslawien im Jahr 1999 und die Sezession des Kosovo waren ebenfalls völkerrechtswidrig.
Doch das ist kein Grund für einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.


Über alle diese – hier einseitig aufgezählten, aber oft kleingeredeten – Tatsachen hat Infosperber immer wieder berichtet. Aus russischer Sicht wird manches als jahrelanger Affront empfunden. Trotzdem rechtfertigen alle diese Tatsachen nie und nimmer einen Angriffskrieg.


Angriffskriege sollten Sanktionen nach sich ziehen

Die USA führten gegen Irak einen Angriffskrieg, der zu einer halben Million Todesopfern führen sollte. Trotzdem ergriff die EU keine Sanktionen gegen die USA.
Doch das ist kein Grund, jetzt keine Sanktionen gegen Russland zu beschliessen.

Die Nato unter Führung der USA führten gegen Afghanistan einen Angriffskrieg, der ebenfalls eine halbe Million Todesopfer forderte. Trotzdem verhängten weder die Nato-Staaten gegenseitig noch Russland oder China Sanktionen gegen die Nato-Staaten.
Doch das ist kein Grund, jetzt keine Sanktionen gegen Russland zu beschliessen

Die Türkei hat in Nordsyrien ein etwas kleineres Gebiet als die Krim, das von Kurden bewohnt war, militärisch besetzt, annektiert und die dortige Bevölkerung in die Flucht getrieben. Weder die EU noch die USA haben gegen die Türkei Sanktionen erlassen.
Trotzdem ist es gerechtfertigt, dass die EU und die USA gegen Russland jetzt Sanktionen ergreifen.

Mit «Whataboutism» haben relevante Vergleiche nichts zu tun. Sie sind wichtig, um Geschehnisse einzuordnen. Aber sie rechtfertigen oder entschuldigen in keiner Weise einen militärischen Angriffskrieg wie jetzt denjenigen von Russland gegen die Ukraine.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine. Der Autor hat Studien der Internationalen Beziehungen am IUHEI in Genf mit dem Master abgeschlossen.
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Kalter_Krieg

Der Kalte Krieg bricht wieder aus

Die Grossmächte setzen bei ihrer Machtpolitik vermehrt wieder aufs Militär und gegenseitige Verleumdungen.

Jemen

Der Krieg in Jemen

Die von den USA unterstützte saudische Koalition hat gezielt die Infrastruktur des armen Landes zerstört.

BasharalAssad

Der Krieg in Syrien

Das Ausland mischt kräftig mit: Russland, Iran, USA, Türkei, Saudi-Arabien. Waffen liefern noch weitere.

Ukraine_Sprachen

Die Ukraine zwischen Ost und West: Jetzt von Russland angegriffen

Die Ukraine wird Opfer geopolitischer Interessen. Die Nato wollte näher an Russland. Seit dem 24.2.2022 führt Russland einen Angriffskrieg.

afghanistan

Nach dem Nato-Krieg in Afghanistan

Von 2001 bis 2021 führte die Nato unter Führung der USA in Afghanistan einen «Krieg gegen den Terror».

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50 Meinungen

  • am 26.02.2022 um 11:25 Uhr
    Permalink

    Herzlichen Dank für diese übersichtliche und klare Stellungnahme. Darauf habe ich lange gewartet.

    4
    • am 27.02.2022 um 19:11 Uhr
      Permalink

      Dieser Artikel überrascht. Weniger durch seinen Positionsbezug als vielmehr durch das völlige Fehlen jeder Argumentation.
      Es werden Sachverhalte aufgelistet, die als Belege dafür gelten können, daß „der Westen“ seit Jahren auf allen möglichen Ebenen eine Politik der „Landnahme“ unmittelbar vor der russischen Haustür betreibt, daß er nicht an der Durchsetzung von Vereinbarungen interessiert ist, die westliche Staaten mit großem propagandistischen Aufwand geschlossen haben usf.

      Darauf folgt jeweils rituell die Floskel „Doch das ist kein Grund für einen Angriffskrieg“.

      Warum das jeweils kein Grund ist/ sein soll, wird nicht gesagt.Es ist für den Verfasser wohl evident.
      Das ist für ein Medium wie INFOSPERBER ungewöhnlich. Solche Gewissheit, die keiner Begründung mehr bedarf , gibt es in politischen Streitfällen von einiger Komplexität kaum.

      Man kennt diese haltungssichere Überzeugung eher aus anderen Kontexten. So z.B. aus Lessings Drama“Nathan der Weise“: Als dort der christliche Patriarch entdeckt, daß der Jude ein Christenmädchen in Not bei sich aufnahm und nicht rechtgläubig erzog,will er ihn an Leib und Leben strafen. Ein Tempelherr macht Einwände. Darauf tönt es ihm dreimal entgegen:
      „Tut nichts, der Jude wird verbrannt.“
      Man wundert sich, wohin und in welche Genossenschaft die Zeitläufte so manches irgendwie linkes Medium gerade so treiben.

      2
    • am 28.02.2022 um 23:53 Uhr
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      Die Vielfalt an durchaus fundierten Meinungsäusserungen ist erfrischend, danke dass Sie dies angestossen haben, Herr Gasche.

      Die Frage nach der Ursache dieser Eskalation wurde noch nicht gestellt.

      Entscheidend dürfte nämlich die Tatsache sein, dass Russland – neben Saudi Arabien über die grössten Erdöl-, Erdgas und über grosse Mengen von andere Rohstoffvorkommen verfügen.

      Den korrupten Saudis wird trotz der Ermordung Kashoggis und Provokation/ Finanzierung des 9/11 Angriffs weiterhin hofiert, während durch westliche Medien fast unisono die russische Regierung als bösartige Kriegstreiber dargestellt werden.

      Hinter dem irrationalen und absurden Verhalten des Westens steht wohl die versteckte Gier nach den letzten Rohstoffen.

      Eine weitere Eskalation des Konfliktes zwischen Russland und dem Westen ist brandgefährlich und muss unbedingt verhindert werden.

      Hier würde man sich eine Koalition und einen Durchbruch der radikalen Pazifismus- und Klimajugend-Bewegungen wünschen!!! Könnte Russland auf Vermittlung durch eine solche Bewegung zählen?

      1
  • am 26.02.2022 um 12:11 Uhr
    Permalink

    Lieber Urs Gasche, danke viel Mal für diesen sehr guten Text. Heidi Zingg Knöpfli

    4
  • am 26.02.2022 um 12:38 Uhr
    Permalink

    Ein interessanter Artikel. Jedes Mal zeilenweise prorussische Argumente, und dann «das ist kein Grund…». Man lese zwischen den Zeilen: Dieser Angriffskrieg hätte abgewendet werden können, wenn der Westen… Hätte er nicht. Wer glaubt im Ernst daran, dass Russland auch bei einem «entmilitarisierte, neutralen Status» eine «Westorientierung» der Ukraine hingenommen hätte? Also bitte, Herr Gasche. Es geht Putin nicht um die Abwendung einer nicht existierenden Bedrohung Russlands durch die Ukraine, sondern er hat Angst, dass demokratische Bewegungen in der Nachbarschaft auch auf Russland übeschwappen könnten. Das ist sein zentrales Motiv für den Einmarsch in die Ukraine.

    24
    • am 26.02.2022 um 23:09 Uhr
      Permalink

      @Peter Eberhard: Niemand behauptet, Russland sei von der Ukraine bedroht, das wäre der Fall, wenn die Ukraine die Wahlfreiheit hätte, der Nato beizutreten!

      4
    • am 27.02.2022 um 11:24 Uhr
      Permalink

      Selbst wenn die Ukraine der NATO beigetreten wäre, wäre das noch kein Kriegsgrund gewesen. Russland liefert aktuell den Beweis dafür, warum es für osteuropäische Staaten ein sehr legitimer Wunsch war, der NATO beizutreten. Es war elementarer Selbstschutz.

      11
    • am 27.02.2022 um 11:55 Uhr
      Permalink

      @Beda Düggelin
      hat die Ukraine denn nicht die Wahlfreiheit, der NATO beizutreten?

      1. Die NATO erteilte auf ihrem Gipfel in Bukarest 2008 der Ukraine und Georgien folgende Beitrittsperspektive: «Wir haben uns heute geeinigt, dass diese beiden Staaten NATO-Mitglieder werden sollen.» Die Ukraine ist das einzige Nicht-Mitglied, das an drei von der NATO geführten Militäroperationen (ISAF, KFOR und OAE) teilnimmt, und als erster Partner-Staat an einer NATO Response Force beteiligt war.
      2. Im Februar 2019 verankerte das Parlament mit deutlicher Mehrheit die «Orientierung der Ukraine zum vollständigen Beitritt zur EU und NATO» in der ukrainischen Verfassung.

      Im übrigen geht die Bedrohung der russischen Sicherheit von ukrainischem Boden aus (falls man diese Bedrohung anerkennt) nicht nur von der NATO-Mitgliedschaft allein aus. Bereits in Polen und Rumänien stehen Raketen, die gegen Russland gerichtet sind. Die Ukrainie bildet wegen ihrer extremen Russland-Feindschaft und NATO-EU-Affinität (die viele durchaus verständlich finden) eine ideale Plattform für massive NATO- und US-Rüstungsstationierungen, auch ohne NATO-Mitglied zu sein. Vor allem jetzt, da der NATO-Russland-Grundakte von 1997 mit ihrer Rüstungsbeschränktheit praktisch Makulatur geworden ist, könnte die Ukraine auch US- und NATO-Atomwaffen stationieren (wie es Deutschland tut). Dann läge die Vorwarnzeit für die Bedrohung russischer Städte im Minutenbereich.

      5
    • am 28.02.2022 um 09:49 Uhr
      Permalink

      Das entscheide nicht ich, ich bin ein Schweizer Hauptmann und Einheitskdt aD und ein freier Schweizer. Eine Analogie: die Schweiz hat die Wahlfreiheit der EU und der Nato nicht beizutreten und die Schweiz wird hoffentliche nie und nimmer weder der EU noch der Nato beitreten! Damit würde sie ihre Neutralität verlieren, sie gehörte dann zum Westen und wäre in alle möglichen Kriege, welche auf dieser Welt noch geschehen werden, eingebunden!
      Bei der Ukraine sieht das anders aus! Die Entwicklung in der Ukraine ist ferngesteuert, dass sieht doch jeder, der Unabhängigkeit und Selbstständigkeit als das höchste Prinzip eines Staates betrachtet.
      Es geht um Weltherrschaft, die USA war die Weltnation Nr. 1, wird dies aber nicht mehr lange bleiben. Warum braucht es eine Nato, wenn es keinen WAPA mehr gibt? Sorry, für mich ist die Nato längst kein Verteidigungsbündnis mehr!

      1
  • am 26.02.2022 um 13:10 Uhr
    Permalink

    Seit 2014 rüsten die USA die Ukraine kontinuierlich militärisch auf. Instruktoren aus dem Westen, NATO-Personal und private Söldner-Armeen sind längst ein fester Bestandteil der ukrainischen Armee. Gemeinsame Übungen mit NATO-Soldaten auf ukrainischem Territorium haben schon des öfteren stattgefunden. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann die Ukraine der NATO beitreten würde. Russland hat vor dieser Entwicklung immer wieder gewarnt und unmissverständlich klar gemacht, dass es einen solchen Schritt nie akzeptieren würde. Denn Russland will keine USA vor der Haustüre haben.
    Natürlich war es ein Angriffskrieg Russlands, aber es war ein ganz klar von den USA provozierter Angriffskrieg.
    Die russische Regierung hat weise gehandelt und die von den USA aufgebaute militärische Infrastruktur der Ukraine, die einzig und allein gegen Russland gerichtet war, zunichte gemacht. Wäre die Ukraine ein NATO-Mitglied, hätte Russland dies nicht tun können. Deshalb hat man sich für das das kleinere Übel entschieden; lieber einen kleinen schnellen als ein grossen langen verlustreichen (atomaren) Krieg führen.

    8
    • am 27.02.2022 um 11:11 Uhr
      Permalink

      Den Satz «Die russische Regierung hat weise gehandelt und die von den USA aufgebaute militärische Infrastruktur der Ukraine, die einzig und allein gegen Russland gerichtet war, zunichte gemacht» meinen Sie doch nicht ernst, lieber Namensvetter! Und die bisher acht «Likenden» haben wohl nicht bis zu diesem Satz gelesen!
      Dass die andern Grossmächte ebenfalls Kriegsverbrechen begehen und dazu überall «zünseln» heisst nicht, dass man *dieses* Kriegsverbrechen gutheissen sollte.

      11
    • am 28.02.2022 um 20:51 Uhr
      Permalink

      @Theo Schmidt
      Kaum jemand hier heisst das vorgehen der Russen gut.
      Welche Rolle die USA und ihre Verbündeten beim Entstehen dieses Konfliktes gespielt hat muss ebenfalls Thematisiert werden. So blütenrein wie das Jürg Müller-Muralt in seinem Kommentar darstellt ist die Weste der USA bei weitem nicht.

      0
  • am 26.02.2022 um 13:54 Uhr
    Permalink

    «Für die meisten Menschen ist es weniger schlimm, unter einer Diktatur zu leben, als unter den Folgen eines Krieges zu leiden.» Da bin ich mit Urs Gasche zu 100 Prozent einverstanden, allerdings unterscheidet sich dieser Infosperberkommentar zu 100 Prozent von den bisherigen Beiträgen zum Ukraine-Konflikt! Auch die bisherigen Kommentare der Leser zeigen genau in die entgegengerichtete Richtung, das «schleckt keine Geiss weg»! So muss auch Infosperber Farbe bekennen, auch wenn dies Infosperber schwerfallen dürfte! Ich war aufgrund der bisherigen Kommentare und Berichte überrascht, ich hätte mir dies nie geträumt, das sagt schon alles! Nun kommt auch für Infosperber die Stunde der Wahrheit!
    Es ist doch klar, die Linken sitzen in der Falle, ich habe damit nicht gesagt, dass Infosperber links ist!!
    Vielleicht erinnern wir uns an den «Kalten Krieg»: «Lieber rot als tot», eine tolle und passende Devise!
    Wenn ich den heutigen Kommentar von Infosperber lese, so muss ich sagen, vielleicht dürfen wir Schweizer dank der GSoA, welche die Armee ganz abschaffen will, alsbald diese Devise auch für uns Schweizer in Anspruch nehmen müssen…. wenn man dem heutigen Kommentar von Infosperber folgt….!
    Jeder Krieg ist abscheulich, aber aus Notwehr kann ein Krieg immer gerechtfertigt sein und die Notwehr kann auch von der Gegenseite provoziert werden! Darum die berechtigte Frage: Wer ist eigentlich hier überhaupt der Angreifer?

    10
  • am 26.02.2022 um 14:01 Uhr
    Permalink

    Was Sie, Herr Gasche, nicht für einen Grund für einen Angriffskrieg halten, interessiert aber nicht diejenigen, die die militärische Macht haben und sie einsetzen im Sinne geostrategischer Realpolitik. Sie zeigen auch nicht auf, wie es für alle schadensminimierend weitergehen könnte, nachdem Rußland sein Kriegsziel, also mind. Neutralität der Ukraine, erreicht haben wird. Ihre Sanktionsvorschläge sind für Schadensminimierung untauglich. Warum Sanktionen gegen Rußland jetzt gerechtfertigt sein sollen, während sie gegen die NATO und die USA nicht stattgefunden haben, begründen Sie nicht. Sanktionen und Drohungen damit haben den Angriff nicht verhindert, werden nichts verhindern, wenn es um vitale Sicherheitsinteressen geht. Wenn Sanktionen die russische Staatsordnung wirklich gefährdeten, könnten sie m. E. einen präventiven Atomkrieg auslösen. Zur Erinnerung, wg. Platzmangels nur eine kleine Auswahl:

    Realismus: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Realismus_(Internationale_Beziehungen)

    Suschentsow A. „In den Weltbeziehungen bricht eine neue Ära an“ http://www.russland.news/in-den-weltbeziehungen-bricht-eine-neue-aera-an-russischer-politologe-andrej-suschentsow/

    Mearsheimer JJ. Bound to Fail: The Rise and Fall of the Liberal International Order. International Security. 2019;43(4):7-50. doi:10.1162/isec_a_00342, https://direct.mit.edu/isec/article/43/4/7/12221/Bound-to-Fail-The-Rise-and-Fall-of-the-Liberal

    Mit freundlichen Grüßen

    M. L.

    4
  • am 26.02.2022 um 14:11 Uhr
    Permalink

    «Es gibt nichs, was diesen Krieg rechtfertigt.»

    Kognitiv muß ich dieser Aussage mit den ihren überzeugend formulierten «Doch das ist kein Grund»-Argumenten Recht geben, auch wenn es mir affektiv schwer fällt. Noch erwähnen hätte man die US/NATO-Raketen in Rumänien und Polen sollen, welche (angeblich) kurzzeitig zum Angriff auf Russland umgerüstet werden können, und dann wohl eine gewisse Bedrohung darstellen.

    Bleibt für mich immer noch die Frage: wenn man alle acht Nicht-Gründe plus diese Raketen zusammenschaut: ergibt das dann insgesamt immer noch keinen Grund für einen Angriffskrieg – auch wenn dieser nach der Zerstörung militärischer Strukturen in einen anschließenden Rückzug mündet? So wie es Israel immer wieder, fast schon routinemäßig, im Iran und in Syrien macht?
    Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht.

    3
  • am 26.02.2022 um 14:47 Uhr
    Permalink

    Mich wundert es, dass Putin trotz aller Provokationen nicht schon früher stärker reagiert hat.
    Er sagte «Die Stationierung von NATO-Truppen und -Waffensystemen in unmittelbarer Nähe zur russischen Grenze würden Moskau große Sorgen bereiten. Ihre Raketensysteme werden in der Ukraine stationiert werden. Vier, fünf Minuten Flugzeit nach Moskau. Wohin sollen wir denn? Sie haben uns an den Punkt gebracht, an dem wir sagen müssen: Stopp!»

    https://de.rt.com/russland/129036-putin-nato-osterweiterung-rote-linien-russland-notwendig/

    Die Frage dich ich mir auch stelle, wie wäre die Lage, wenn Trump immer noch Präsident der USA wäre?
    Hätte der Westen mehr Entgegenkommen gezeigt, hätten wir diesen Krieg jetzt nicht.
    Dann zu den Fernsehbildern vom Krieg. Ich weiss nicht, ob die Bilder identisch wie die von der Bild Zeitung waren. Dort wurden Aufnahmen von Fallschirmspringern und einer grossen Explosion etc. gezeigt was aber Fake Videos waren, wie Bild später sogar zugab:

    https://de.rt.com/inland/132575-fake-news-bild-mit-falschen-video-zum-ukraine-krieg/

    Verdiente, erfahrene Politiker hatten schon vor Jahren gewarnt. So sagte alt Kanzler Helmut Schmidt:
    «Das ist Größenwahn, wir haben dort nichts zu suchen.Sie stellen die Ukraine vor die scheinbare Wahl, sich zwischen West und Ost entscheiden zu müssen.Ich halte nichts davon, einen dritten Weltkrieg herbeizureden»

    https://www.heise.de/tp/features/Osterweiterung-Fehler-von-historischem-Ausmass-4002177.html?seite=all

    1
  • am 26.02.2022 um 15:20 Uhr
    Permalink

    JEDER Angriffskrieg ist falsch! Im Donbasskrieg sei laut OSZE die ukrainische Armee Urheberin von 75% der zivilen Opfer.
    «Aber sie (Whataboutism) rechtfertigen oder entschuldigen in keiner Weise einen militärischen Angriffskrieg wie jetzt denjenigen von Russland gegen die Ukraine.» – Selektive Sichtweise.
    Aber sie rechtfertigt oder entschuldigt alle Angriffskriege der NATO / USA und denjenigen der Ukraine auf den Donbass.
    JEDER Angriffskrieg ist falsch! Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, Krieg ist keine Lösung!

    4
  • am 26.02.2022 um 15:33 Uhr
    Permalink

    Auch Ihnen, Herr Gasche, der Dank eines Lesers für diese eindeutige Einordnung der fürchterlichen Gewalt – aber auch ihrer Vorgeschichte.
    Wie bei so unendlich vielen Menschen auf dieser Erde ist meine eigene Familiengeschichte, die meiner Eltern, Großeltern und zT. auch Urgroßeltern von zwei Weltkriegen tiefgehend beeinflusst. Alle haben ihre Heimat und viel mehr verloren. Auch deshalb empfinde ich nicht nur Angriffskriege, sondern Krieg per se als antizivilisatorisch, unmenschlich und einfach furchtbar.
    Verstehen und Verständnis können helfen, Kriege zu verhindern. Info-Sperber hat in den vergangenen Monaten und Jahren meines Erachtens wesentlich zu mehr Verstehen beigetragen. Auch dafür danke ich besonders und hoffe, dass Sie dies auch in Zukunft leisten können.
    Kriege sollten für die Aggressoren nie folgenlos bleiben. Leider ist die Realität, wie Sie selbst an einigen Beispielen aufzeigen, eine andere. Die Gründe sind meistens ähnlich.
    Im Moment sollte aber, wie ich finde, alle Energie in Bemühungen um die schnellstmögliche Beendigung der Kämpfe, die Fürsorge für die betroffenen Menschen und eine zumindest kurzfristige Perspektive, wie es weitergehen kann, fließen.
    Ob dabei Sanktionen hilfreich sind, bezweifle ich. Ganz offensichtlich spielen auch viele Emotionen und nicht nur kühles Kalkül im Sinne einer Kosten-Nutzen-Rechnung wesentliche Rollen in diesem Krieg. Können Sanktionen unter diesem Aspekt deeskalierend wirken? Ich befürchte eher das Gegenteil.

    3
  • am 26.02.2022 um 15:45 Uhr
    Permalink

    Unglaublich gute Zusammenstellung!

    5
  • am 26.02.2022 um 16:07 Uhr
    Permalink

    Ich lehne jede Form von Gewalt, welche jenseits von angemessener Notwehr liegt, strikte ab. Für mich beginnt der Krieg, die Gewalt, nicht mit dem ersten Gewehrschuss, sondern er beginnt im Denken am Schreibtisch der Propagandisten, er beginnt im Wort und den Entscheidungen der Strategen, er beginnt mit dem belügen und manipulieren ganzer Völker, er wird fortgesetzt durch Geschichtsfälschung. Quo bonum, wem nützt es? Wenn wir die Gewalt nicht widerholt haben möchten, müssen wir die richtigen Fragen stellen. Wer war alles beteiligt am bewirtschaften und profitieren der letzten 8 Jahre Gewalt in den betroffenen Gebieten? Wer profitiert nun nicht mehr, wenn das wahr ist, was Russian Today und China News schrieb, nämlich dass die russische gewalttätige Intervention dazu diene, die jahrzehnte lange Gewalt im betroffenen Gebiet zu beenden? Wer war bisher das Vorbild der Welt, wenn es darum ging, einen Angriff (Auch Unterwanderung durch Söldner gehören dazu) als Befreiungsschlag zu verkaufen? Ab wann ist eine Intervention ein Angriffskrieg und ab wann ein Befreiungsschlag? Ich bin dumm, und werde durch die Leitmedien dumm gehalten, wenn ich mich nicht aufmache viele Quellen zu sichten, wobei ich mich hier beim Infosperber am wohlsten fühle. Alles was wir tun und unterlassen, formt nicht nur unsere eigene Zukunft mit, sondern auch die vieler Anderer. Darum will ich eine Situation nicht vorschnell bewerten. Doch die Frage: Quo bonum… scheint mir sehr wichtig zu sein.

    0
  • am 26.02.2022 um 17:35 Uhr
    Permalink

    Sie haben vollkommen recht, Herr Gasche, Ihre Aufzählungen rechtfertigen keinen Krieg, aber sie führen und haben zu ihm geführt. Keiner von uns ist ein Heiliger, und der müsste man sein, um Ihre Aufzählungen widerstandslos zu akzeptieren. Falls Sie aber einen Weg kennen, um künftige Kriege zu vermeiden, dann teilen Sie uns den doch bitte mit.

    0
    • am 27.02.2022 um 09:18 Uhr
      Permalink

      Ich kann sie verstehen. Auch wenn Russland sich nicht in einer Notwehrsituation, aber sich in einer propagandistischen und politischen Not befand, und betreffend der Anzahl der Angriffskriege im Vergleich zur Nato-Usa noch weit hinten liegt, und eingekreist ist von unzähligen US-Atomraketenbasen, und in diese Situation mitunter getrieben wurde, und jetzt auch das tut was der Westen und die von der Usa missbrauchte Nato schon öfters tat, so bleibt doch jede Form der Gewalt jenseits von Notwehr falsch. Dies gilt auch für die 8 Jahre Krieg vor der Haustüre Russlands in der Ukraine, mitbewirtschaftet vom Westen, sowie für alle als angebliche Hilfe getarnten militärischen Interventionen der Usa/Nato. Was für Russland falsch ist, ist auch für alle Anderen rückblickend falsch. Gewalt jenseits von Notwehr ist immer falsch und bleibt es auch, diese Tugend muss immer über dem persönlichen Empfinden stehen, sonst entmenschlichen wir uns.

      0
    • am 1.03.2022 um 08:30 Uhr
      Permalink

      Gewalt jenseits von Notwehr ist falsch, sagen Sie. Nun, wo beginnt Ihrer Meinung nach das Notwehrrecht Russlands, wenn mit der Ukraine der letzte Poller gegen den Westen fällt und der freie Truppendurchmarsch an die russische Grenze ermöglicht wird? Was die USA nicht akzeptieren können, sollte auch das Recht der Russen sein, nicht zu akzeptieren: (Atom-)Raketen an der eigenen Grenze!

      0
    • am 1.03.2022 um 20:05 Uhr
      Permalink

      Herr Brenni, Ihre Frage ist berechtigt. Ich bin kein politischer Sachverständiger, kein Ethnologe und kein Geschichtsgelehrter, und kein Richter. Wäre die Situation vor der Intervention nicht eine Gelegenheit gewesen für Präsident Putin, grösse zu Zeigen? Besser zu agieren als es der Westen ohnehin schon tut? Hätte er nicht eine Drittnation als Mediator zuziehen können? Ich weiss nicht, was für Möglichkeiten er hatte, um das Leiden in der Ukraine zu beenden, das nun schon 8 Jahre dauerte und womöglich einigen westlichen Kräften willkommen war. Die Einkreisung ist eine schlimme, demütigende, bedrohliche Situation, wie lange hält eine Nation so etwas aus? Ob der Angriff von Russland gegen die Militärmächte welche dieses Gebiet beherrschten aus einer Notwehrsituation entstand, kann ich nicht ausschliessen, aber auch nicht bewerten, ich kenne ja nicht alle Fakten. Das ich Gewalt jenseits von Notwehr falsch finde, soll Herrn Putins Entscheidung nicht bewerten. Man beachte die buddhistische Gleichung: Wenn sie vor der Wahl stehen durch eine Handlung welche wenig Leiden bewirkt, ein wesentlich grösseres Leiden zu verhindern, und es keinen anderen Weg gibt nach den höchsten Kriterien der Weisheit, dann obliegt dem Entscheidungsträger die Last, ein kleineres Leiden zu verursachen. Vielleicht wird mit der Zeit offenbar, wenn alle Fakten bekannt sind, ob der Angriff ein noch grösseres Leiden verhindert hat. Wenn dem so ist, wäre es ein Akt schützender Macht gewesen.

      0
  • am 26.02.2022 um 18:37 Uhr
    Permalink

    Ich bin Infosperber, Herrn Gasche, dankbar für diese sehr klare Stellungnahme. Immer wieder schienen mir Ihre Kommentare doch sehr russlandfreundlich zu sein; und dass sämtliche Fehlentwicklungen zumindest teilweise dem Westen angelastet wurden, störte mich zunehmend. Sicher wurden in den USA, der EU und in der NATO in den Beziehungen zu Russland Fehler gemacht. Aber was jetzt in der Ukraine geschieht, ist unsäglich und nur zu verurteilen und zu sanktionieren.
    Christoph Schmid

    12
    • am 27.02.2022 um 09:52 Uhr
      Permalink

      Dann müsste der Rest der Welt die Nato, sowie die Usa, für ihre Angriffskriege, ihre Beteiligungen daran, oft als Hilfe getarnt, rückwirkend für die letzten 70 Jahre Verfehlungen, ebenfalls sanktionieren. Oder wollen wir mit zweierlei Mass messen? Alle Gewalt jenseits von Notwehr ist falsch, auch die Eigene, auch solche welche als angebliche Prävention daher kommt, oder als angebliche Demokratisierung. Wenn unsere Worte und Handlungen nicht besser sind als unser kulturelles Zugehörigkeitsempfinden, treten wir in dieselbe Falle wie die, über welche wir uns beklagen. Sanktionierungen sind auch eine Form der Gewalt, und treffen immer die Schwächsten, die Kinder, die Armen und Zivilisten. Es wird Zeit das die Welt mal über das Ohrfeigen-Schiessen-Bestrafen-Foltern-Niveau hinausdenkt und diesen verfluchten Teufelskreis von Gewalt verlässt. Jeder der für wirtschaftliche Sanktionen war, welche zu Medikamentenmangel z.B. in Kuba führte, befürwortete den Tod kranker Kinder in Kuba, oft ohne ein Bewusstsein darüber zu haben. Jeder der Gewalt jenseits von Notwehr richtig findet, sollte mal die Konsequenzen, das Leid, das Elend seiner «Bestrafungslust» direkt vor Augen ansehen und empfinden müssen.

      0
    • am 28.02.2022 um 11:40 Uhr
      Permalink

      Sie haben Recht Herr Gubler, aber hier hat die Welt die fast einmalige Gelegenheit, eine Atommacht mit lediglich struktueller Gewalt (wie Sanktionen) in die Schranken zu weisen, und wir sollten das tun trotz der Doppelmoral mit zweierlei Mass (bei den USA und China macht es niemand). Endziel müsste es sein, das Vetorecht der Atommächte in der UNO zu beseitigen.

      0
    • am 27.02.2022 um 12:05 Uhr
      Permalink

      @Christoph
      Die Chinesen forder alle Seiten auf, internationales Recht zu beachten und verweisen drauf, dass man die Russen nicht an Verträge binden kann welche der Westen missachtet.
      Wenn Gesetz, dann für alle.

      0
    • am 27.02.2022 um 22:46 Uhr
      Permalink

      Sie haben recht, allerdings müsste man alles über die gleiche Leiste schlagen.
      Die USA sich kaum je an das Völkerrecht gehalten und Menschenrechte dem Profit unterstellt.
      Das hat nichts mit Russlandfreundlichkeit zu tun sondern sind schlicht Tatsachen.

      0
  • am 26.02.2022 um 18:44 Uhr
    Permalink

    Russland hat nicht die Kraft und Ressourcen, um einen Krieg zu führen gegen ganz Europa, zu dem es sich ja auch zählt, als christliches Land. (Auch nicht nach den 2 Jahren Corona- und Lieferketten-Problemen in seiner Militärindustrie.)
    Aber Russland hat Angst vor US-Atom-Raketen, die ihm dieses Jahr wieder vorgeführt wurden: «Im Schwarzen Meer und Ukraine findet bis Mitte Juli das alljährliche NATO-Manöver „Sea Breeze“ statt. 2021 ist die Übung aber größer als je zuvor. 32 Länder nehmen mit rund 5.000 Streitkräften Teil. Russland gefällt das überhaupt nicht.» (Aus WELT oder Google.)
    Putin muss strategisch reagieren und die «Zange» bei Luhansk, 180 km östlich(!) von Moskau, «abschneiden». Den einzigen Zugang zu eisfreiem Meer sichern.

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  • am 26.02.2022 um 19:56 Uhr
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    Nichts rechtfertigt einen Angriffskrieg. Das ist keine relative sondern eine absolute Wahrheit. Deshalb rechtfertigt auch nichts diesen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es ist dringend erforderlich, den Krieg sofort zu beenden, im ersten Schritt zu einem Waffenstillstand zu kommen. Es geht darum, die Eskalationsspirale anzuhalten. Alles andere wäre nicht nur leichtsinnig, sondern unverantwortlich. Sanktionen helfen dabei jedoch nicht weiter. Vielleicht geht der ein oder andere davon aus, dass Sanktionen die Gerechtigkeit wiederherstellen. Ich glaube das nicht. Es geht vor allem darum, das Leiden und die Gefahren der Menschen in der Ukraine, in Russland und in den anderen Teilen Europas zu verringern. Nun hat es an Sanktionen und Sanktionsdrohungen gegen Russland in den letzten Wochen und Monaten nicht gefehlt. Den Krieg verhindert haben sie nicht, und einen Frieden oder einen Waffenstillstand befördern werden sie erst recht nicht. Die deutsche Nachkriegsgeschichte hat deutlich gemacht, dass es keine Alternative zu dem Weg von Verhandlungen gibt. Ernsthafte und harte Verhandlungen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Entschlossenheit. Angriffskriege sollten deshalb keine Sanktionen sondern ernsthafte Versuche der Deeskalation nach sich ziehen. Oder mit den Worten von Willy Brandt: «Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.»

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    • am 1.03.2022 um 20:21 Uhr
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      Ein mit Atombomben, Einkreisung, Sanktionen und anderen Mitteln der Gewalt erzwungener Frieden wäre nur ein Scheinfrieden, bröckelig, terrorfördernd, krankmachend. Solange jemand mit der Waffe auf einen anderen zielt, und dies tut die Nato schon seit Jahren, sind Verhandlungen unmöglich und der Widerstand wird Tag für Tag zunehmen. Alle Nationen welche diese Situation kennen, werden sich heimlich oder offiziell mit Russlands Situation identifizieren. Erst wenn alle ihre Waffen und Drohungen ablegen, und an wahrem Frieden und nicht an faulen Ausbeuterkompromissen interessiert sind, erst dann können wir davon ausgehen, das wir die Gefahr eines letzten Weltkrieges abgewendet haben. Die Usa wird womöglich nicht ihre Waffen weglegen, darum lebe ich jeden Tag, als wäre es der letzte. Spartakus sprach damals: Es ist besser tot zu sein, als der Sklave Roms. Dass die toten Sklaven damals die Initialzündung waren für Roms Untergang, da die Wirtschaft weitgehend auf diesen Sklaven beruhte, bedachten die Römer nicht bei ihrem Massenmord. Ich hoffe, dass die Geschichte sich nicht wiederholt. Wenn ich den Sittlichkeitsverfall sehe, welcher vor dem Fall Roms sich breit machte, und ihn mit dem Sittlichkeitsverfall in den Usa vergleiche, die zunehmenden Skandale, dann bekomme ich wirklich Angst.

      0
  • am 26.02.2022 um 20:14 Uhr
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    «Doch das ist kein Grund, jetzt keine Sanktionen gegen Russland zu beschliessen.»

    Allerdings nur sofern die Sanktionen die richtigen Leute treffen und zweitens von einem Gremium beschlossen werden das folgende Bedingungen erfüllt:

    – Seit mindestens 20 Jahren in keine direkten und indirekten Kriegshandlungen involviert.

    – Darf kein Angehöriger eines Staates mit Atomwaffen oder anderen Massenvernichtungswaffen sein.

    – Darf kein Rüstungexporteur sein.

    – Darf kein Angehöriger eines schwer- bzw übergewichtigen Militärbündnisses sein.

    – etc.

    Das hieße ein Musterschüler an Friedfertigkeit, Diplomatie, Ausgewogenheit beziehungsweise Neutralität. Davon können sie einmal viele die jetzt am lautesten nach Sanktionen rufen ausschließen.

    Alles andere entspräche dem Rechtsverständnis der Mafia und Drogenkartellen wo Kriminelle über andere Kriminelle als auch Unschuldige richten. Bei den Großmächten im Westen wie im Osten habe ich ohnehin zunehmend den Eindruck das sie im Grunde wie die Mafia/Drogenkartelle ticken.

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    • am 27.02.2022 um 16:36 Uhr
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      Sagen Sie das den hunderttausenden flüchtenden Ukrainern ins Gesicht…

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  • am 26.02.2022 um 20:27 Uhr
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    Der Angriffskrieg ist nicht zu rechtfertigen, ABER… (–> die NATO).
    Man betreibt selbstverständlich kein Whataboutism, ABER… (–> die NATO).
    Und natürlich darf die obligate «Irakkrieg-Keule» nicht fehlen, um den «wahren» Schuldigen zu benennen.
    Selbst jetzt, wo in Kiew Wohnquartiere beschossen werden, schaffen es gewisse Kreise offenbar nicht, den Aggressor klar zu verurteilen, ohne dabei reflexartig mit dem Finger auf «die Anderen» zu zeigen.

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  • am 26.02.2022 um 20:32 Uhr
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    „Krieg dient immer auch der Aufrechterhaltung der Macht der Eliten“.

    Der berühmte Spruch gilt wahrscheinlich auch für die Oligarchen Russlands rund um Vladimir Putin..

    Wenn aber eine zwar nicht unmittelbare aber absehbare Bedrohung – die durch fremde Beeinflussung erst geschaffen und ermöglicht wurde – klar ersichtlich ist, die Russland als Nation als Volk mit demokratisch gewählter Regierung in seinen Grundfesten bedroht———

    Wäre dies DIE Ausnahme von der Regel, Herr Gasche, ja oder nein?

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  • am 26.02.2022 um 21:25 Uhr
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    Ich muss Herrn Gasche was die völkerrechtliche Ebene betrifft, vollständig zustimmen. Russland führt keinen Verteidigungskrieg, es führt auch keine begrenzte Operation zur Verhinderung von Völkermord an russischen Ukrainern durch. Die militärische Zielsetzung und Durchführung dieser Operation – ich musste meine Meinung über den bisher erfolgreich kühl kalkulierenden Putin gründlich revidieren – ist mir schleierhaft. Einige Gedanken dazu: die russische Armee verfügt über eine erdrückende numerische Überlegenheit – warum werden nur (kolportierte) 180.000 Mann, noch dazu aufgesplittert auf sehr viele kleinere Stoßrichtungen, bei der Invasion eines riesigen fast 600.000 Quadratkilometer großen Landes mit 40 Mill. Einwohnern eingesetzt? Eine Invasion mit mindestens doppelter Truppenstärke und wenigen deutlichen Hauptstoßrichtungen (siehe Operationen der Roten Armee 43/44) wäre erfolgversprechender. Die Ukraine ist außerdem schwieriges Gelände: viele wasserreiche Flüsse, ausgedehnte Sumpfgebiete. Hier müssen aufwendig Brückenköpfe gebildet, Brücken gesichert oder Pontons gelegt werden. Städtekampf: Kiew, Charkow und Odessa sind Millionenstädte. Es gibt nichts Schmutzigeres, Brutaleres, Verlustreicheres, Leidvolleres als Städtekampf. Niemand bei Verstand geht so ein Risiko ein. Zuletzt: alle Invasionen bzw. Angriffe auf größere Länder der letzten Jahrzehnte sind letztlich schiefgegangen: Vietnam, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien. Bei deutlicher militärischer Überlegenheit.

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  • am 27.02.2022 um 06:01 Uhr
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    Es sind weder Russland, noch «der Westen» oder irgend ein Land, die für all die aufgezählten Konflikte und den aktuellen katastrophalen Krieg verantwortlich sind. Es sind die verantwortlichen Regierungschefs, Regierungen und die Mehrheiten in Parlamenten demokratischer Staaten, für die von Urs Gasche aufgezählten Taten und Fehler «von uns im Westen» verantwortlich sind. Täter ist jetzt Putin und seine Entourage! Ein Mann, der für seinen Machterhalt vor nichts zurückschreckt, im eigenen Land Andersdenkende unterdrückt und ermorden lässt. Der die demokratischen Strukturen aushölt und zerstört. Wieso wird solches Handeln mit «die andern haben angefangen» mitbegründet?
    Es gibt noch andere Ursachen für Putins Handeln. Er hat wahrscheinlich ein tragisches Kindheits-Trauma. Er kam 7 Jahre nach Ende des 2. Weltkieges in Leningrad zur Welt. Das frühere und heutige St. Petersburg, wurde vor 80 Jahren während 900 Tagen belagert. Rund eine Million Menschen verhungerten und erfroren in dieser Zeit. Eines der ganz grossen Gräuel jenes Krieges. Es ist wahrscheinlich, dass diese Vergangenheit auch ihn noch zu tiefst prägt.
    Aber darf dies heute allenfalls als Mitbegründung seines Rachefeldzuges in die Ukraine dienen? Ähnliches müsste auch bei allen anderen Despoten ins Feld geführt werden.
    Wie können Menschen wie Putin von der Macht ferngehalten werden? Wenn wir das wissen, können die Nato und alle Armeen abgeschafft werden.

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  • am 27.02.2022 um 06:55 Uhr
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    Meine Einschätzung ist, dass dieser Krieg leider unvermeidlich war. Ab einem gewissen Punkt war die Frage nicht mehr «ob» sondern nur noch «wann».

    Ich war die längste Zeit meines Lebens zu 100% überzeugter Pazifist und habe jede Form insbesondere militärischer Gewalt abgelehnt und verurteilt. Diese Haltung habe ich spätestens während dem «Syrien-Konflikt»revidiert. Wenn der Leidensdruck zu gross wird, dann kommt der Punkt, wo es heisst unterzugehen oder zurückzuschlagen.

    Hätte sich Russland nur auf die Regionen Donetzk und Lugansk beschränkt, dann könnte man von einem Befreiungsschlag sprechen. Die Russische Offensive ist aber wesentlich umfangreicher.

    Das Ziel der Russischen Operation ist gemäss Putin die Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine. Der erste Punkt wurde faktisch bereits erreicht. Den zweiten Punkt wird die grosse Mehrheit des Westens leider nie begreifen, oder erst wenn es zu spät ist. Eine Mehrheit des Westens hat eine imho ziemliche schräge Vorstellung davon, wer die Faschisten des 21. Jahrhunderts sind!

    Die «obligaten» Sanktionen gegen Russland werden einmal mehr primär West-Europa – allen voran Deutschland – treffen. Europa wird leiden, falls der Gasfluss von billigem Gas aus RU endgültig gestoppt wird.

    Der Militärische Industrielle Komplex hat sein Ziel – Krieg! – erreicht. In Europa wird es kalt und düster werden.
    Es stimmt mich zutiefst traurig, dass es soweit gekommen ist. Und ich fürchte mich davor, wie es weiter gehen wird.

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  • am 27.02.2022 um 08:16 Uhr
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    Vielen Dank für den Artikel! Er ist wirklich wichtig, genau in dieser Art. Ich mache bei meiner Arbeit (im Speziellen im Fall von häuslicher Gewalt) jeden Tag die Erfahrung, dass jeder in die Gewalt Involvierte (und damit meine ich auch «die Zuschauer und fachlichen Beurteiler»), zur Beurteilung der Lage, sich immer den Zeitpunkt im Konflikt herauspickt, der ihm am Besten in sein Denken passt. So wird dann anhand vom Zeitpunkt X beurteilt, wer der Agressor und wer das Opfer ist. Keiner will die Konflikt- und Gewalt-Dynamik mit berücksichtigen.
    So sollten wir in der Reaktion jetzt nicht wegschauen, weil wir auch vorher weggeschaut haben, sondern jetzt hinschauen und auch dort noch einmal neu hinschauen, wo wir vorher weggeschaut haben. Das wäre ein Weg in Richtung Befriedung.

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  • am 27.02.2022 um 09:48 Uhr
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    Und alle, alle sind sie ehrenswerte Leut.

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  • am 27.02.2022 um 10:07 Uhr
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    Im Prinzip voll einverstanden mit diesem Standpunkt. Dieser Krieg zeigt einmal mehr, dass Völkerrecht nur für diejenigen verpflichtend ist, die nicht die Macht haben, sich darüber hinwegzusetzen.-
    Was die Sanktionen anbelangt: Wer jetzt Russland sanktioniert, aber z.B. zur Türkei (Idlib), Israel und den US (Militär in Syrien) heute nichts zu sagen hat, zeigt Einäugigkeit und heuchlerische Doppelmoral. Damit wird in keiner Weise das russiche Vorgehen gerechtfertigt- allerdings ist es unendlich schwieriger, einen gangbaren Ausweg zu finden mit dieser Haltung.
    Zum Artikel selbst: Die Ukraine hat es nicht «versäumt», die Minsker Abkommen umzusetzen, sie hat sich schlicht geweigert. Und dies mit voller Rückendeckung durch Deutschland- man denke an die Pressekonferenz wo der ukrainische Aussenminister seine Weigerung noch einmal klar ausgesprochen hat, im Beisein von Frau Baerbock, welche dazu keinerlei Widerspruch hat verlauten lassen.

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  • am 27.02.2022 um 11:57 Uhr
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    Sehr geehrter Herr Gasche
    wenn Sie unglücklicherweise mit einem Menschen in Konflikt geraten und dieser Gegenüber dann ein Messer zieht, würde ich Ihnen raten auf eine Sicherheitsabstand zu beharren und nicht zu warten bis das Messer an Ihrem Hals liegt.
    Ob die Ukraine in der NATO ist ist egal, die NATO ist schon in der Ukraine.
    Ich bin auch gegen Krieg, aber die Osterweiterung führt unweigerlich zum Krieg.

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  • am 27.02.2022 um 13:03 Uhr
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    Grüezi Herr Gasche
    Als ich 14 Jahre alt war nahm mich mein Cousin, viel später Leiter der Geschäftsstelle der SP Aargau, mit in einen Kriegsfilm.
    Ich erinnere mich, dass es um die Eroberung einer Festung in den italienischen Alpen ging. Die Festung wurde schliesslich eingenommen. Die Eroberer haben jedoch den Krieg verloren.
    Geblieben ist mir fürs Leben, Krieg generiert immer nur Verliererer und es braucht mindestens zwei Parteien. Das heisst es gibt immer auch mindestens zwei Verlierer.
    Geblieben ist mir auch, es gibt immer eine Zeit während dem Krieg und eine Zeit nach dem Krieg.
    Während des Krieges gibt es für mich nur die Flucht, nach dem Motto wie wäre es, wenn Krieg herrscht und niemand geht hin.
    Die aktuelle Frage ist, was ist wenn ich nicht fliehen kann vor den Folgen?
    Was passiert, wenn versehentlich eine Explosion die Gasversorgung Europas unterbricht. Was passiert, wenn Russland aus dem Zahlungsverkehr SWIFT ausgeschlossen wird. Es gäbe kaum noch einen Grund, Gas nach Europa zu liefern. Deutschland ist jedoch zwingend auf Gas für die Stromproduktion angewiesen. Fällt die Stromproduktion mittels Gaskraftwerken in Deutschland aus, ist mit grösster Wahrscheinlichkeit mit einem europäischen Stromblackout zu rechnen. Dafür ist die Schweiz in keiner Art und weise vorbereitet. Wir sind nicht einmal in der Lage die ausgefallen Stromversorgung in der Schweiz wieder hoch zu fahren. Es gilt bei uns zu handeln und aufzuhören zu jammern über verpasste Chancen.

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  • am 27.02.2022 um 16:52 Uhr
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    Mit der gleichen „Begründung“, die Putin letzte Woche für seinen militärischen Angriff auf die Ukraine vorgeschoben hat, könnte er auch die baltischen Staaten, Moldawien, ja sogar Finnland angreifen (und Deutschland könnte, mutatis mutandis, die 1945 verlorenen Gebiete wieder zu besetzen versuchen); auch die Schweiz würde in extremis in Putins Kategorie von „nicht echter Staatlichkeit“ fallen.

    Wenn völkerrechtlich anerkannte Staatsgrenzen nicht respektiert werden, gilt nur noch das Recht des Stärkeren. Das muss mit aller Kraft vermieden werden (und, hier gebe ich U.P. Gasche Recht, nicht nur im Falle von Russland/Ukraine).

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  • am 27.02.2022 um 21:37 Uhr
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    Sehr geehrter Herr Gasche
    Es gibt keine Rechtfertigung für gewalttätige Interventionen. Dem kann ich mich nur anschliessen. Ebenso verhält es sich mit Sanktionen.
    Trotzdem sollte man sich fragen, warum Jemand die Faust als geeignetes Mittel zur Kommunikation erachtet. Weniger um zum Schluss zu kommen, dass wir im Grunde alle «lieb» sind, sondern um das eigene Tun und lassen zu überdenken.
    Dieser Aspekt fehlt mir in Ihrem Beitrag.

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  • am 28.02.2022 um 09:40 Uhr
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    Ja, Herr Gasche, keine Tatsache rechtfertigt einen solchen Krieg, da haben Sie moralisch völlig recht. ABER in unserer Welt wird knallharte Machtpolitik betrieben – völlig jenseits von Moral – und zwar von allen! USA/Russland/China/Frankreich/Deutschland/England/Iran/Arabien etc etc. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass Sie Realist genug sind dies zu wissen. Das Imperium USA und die Vasallen-NATO-Mitgliedsstaaten gehen dabei global seit Jahrzehnten sehr brutal (Vietnam/Serbien/Lybien etc.), hinterhältig (zahllose erfolgreiche und gescheiterte Regime-Changes Irak/Lybien/Ukraine/Kasachstan etc.) und aggressiv (NATO-Osterweiterung) vor. Dass sich Russland nun nach 30 Jahren NATO-Osterweiterung sich der NATO agressiv entgegenstellt (es befinden sich bereits jetzt sehr viele NATO-Waffen, Militärberater und militärische Ausbildner der NATO in der Ukraine), ist moralisch verwerflich aber geostrategisch/machtpolitisch sehr verständlich. Ja, dieser Krieg muss sofort gestoppt werden! Aber die Forderungen von Russland, dass in Weissrussland und der Ukraine keine NATO-Truppen platziert und Waffensysteme installiert werden, muss ebenfalls international akzeptiert werden. Ausserdem bräuchte es eine öffentliche Entschuldigung der NATO bez. des mehrfachen Wortbruches die NATO nicht nach Osten zu erweitern.

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  • am 28.02.2022 um 13:18 Uhr
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    Von einem Standpunkt der Vernunft und der Menschlichkeit aus haben Sie recht: es gibt nichts, was diesen Krieg rechtfertig. Es ist aber scheinheilig, zu glauben, der Westen/die USA hätten nichts mit diesem Krieg zu tun. Vielleicht wäre der Krieg ja wirklich zu verhindern gewesen, wenn die USA auf den ständigen Ausbau ihrer Einflusszone verzichtet hätte. Natoosterweiterung: Führt nicht die Aufrüstung auf der einen Seite zum selben Effekt auf der anderen Seite? Und was ist mit der Gier des Westens nach Rohstoffen, auch nach jenen von Russland? Wenn’s so weitergeht, auch im Westen, werden wir die Erde bald unbewohnbar gemacht haben.

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  • am 2.03.2022 um 07:40 Uhr
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    Es gibt in zwischen einen Nato-Untersuchungsausschuss, der bereits zum dritten Mal tagte: https://www.youtube.com/watch?v=Y6KBiQtmGeU . Ich kann es aus verschiedenen Gründen nicht länger ertragen, dass mit ungleichen Längen gemessen wird.

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  • am 2.03.2022 um 11:31 Uhr
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    Ja – nichts rechtfertigt Krieg – UND es ist, ich wiederhole mich, wichtig, auch seine Geschichte und Dynamik zu betrachten, wenn man ihn verhindern, beenden oder gar wirklichen Frieden erreichen möchte (alternativ theoretisch eine bedingungslose Liebe und Bereitschaft zu Verstehen und Verzeihen gegenüber allen Mitmenschen, wovon wir wohl weiter entfernt scheinen denn je).
    Um nach vorne zu schauen, möchte ich deshalb ergänzend zu meinen Gedanken hier und beim Kommentar von Christian Müller und ergänzend zu einigen guten Ansätzen hier aus Redaktion und Leserschaft noch auf 2 Texte hinweisen.
    Gestern habe ich ein Papier zur FRIEDENSLOGIK bekommen, das viel schlüssiger auch viele meiner Gedanken zum Ausdruck bringt als ich das selbst vermöchte, das zwar nicht mehr ganz aktuell aber sehr konkret und bedenkenswert scheint und mit dem sich unsere Regierungen dringend befassen sollten, wenn sie wirklich an Frieden und nicht an geostrategischen Zielen interessiert sind: https://pzkb.de/wp-content/uploads/2022/02/Stellungnahme_Fu%CC%88r-konsequent-friedenslogisches-Handeln_Ukraine.pdf
    Hinweisen möchte ich auch noch auf einen aktuellen Artikel von Craig Murray, der gestern in den NDS übersetzt worden ist: https://www.nachdenkseiten.de/?p=81356
    Ich denke, es ist jetzt nicht die Zeit für Urteile, noch weniger für Eskalation (auch durch Beschleunigen der Sanktionsspirale), sondern kurzfristig für Deeskalation und Beendigung der Kämpfe und darüber hinaus für Bemühungen um ECHTEN Frieden.

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