Kommentar

Krieg ist Krieg. Es gibt nichts Schlimmeres!

Christian Müller © zvg

Christian Müller /  Wo geschossen wird, entsteht immer menschliches Elend. Der Angriff auf die Ukraine hätte verhindert werden können – und müssen.

Zur kurzen Erinnerung: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 wurde der Warschauer Pakt aufgelöst und die Sowjets bzw. dann die russischen Truppen wurden aus Ostdeutschland vollständig abgezogen. Die NATO aber blieb bestehen und die USA unterhalten in Deutschland bis heute bestausgerüstete Militärbasen inkl. modernster Atombomben. 1991 herrschte unter den politischen Führungsleuten von Deutschland, Russland, Grossbritannien und den USA Konsens, dass die NATO nicht nach Osten erweitert werden darf.

Die Entwicklung nach 1991 verlief dann sehr einseitig. Die NATO blieb nicht nur erhalten, sie wurde sogar nach Osten erweitert, an einigen Stellen, etwa in den baltischen Staaten, bis an die Grenzen Russlands. Die NATO baute dort neue militärische Basen auf und führte, vor allem in den letzten Jahren, gigantische Manöver durch, inklusive Soldaten und Panzer aus den USA. Truppen aus westlichen Ländern auf fremdem Boden! All das sollte Russland das Fürchten lehren – und es tat es das auch.

Im Dezember 2021 verlangte deshalb Russland von den USA und von der NATO Sicherheitsgarantien und den Stopp der NATO-Osterweiterung. Sowohl die USA wie auch die NATO lehnten diese Forderungen mündlich und schliesslich auch schriftlich vollständig ab und – das ist enorm wichtig! – sie verstärkten sogar ihre Lieferungen von Waffen an die Ukraine massiv und entsandten zusätzliche Truppen in osteuropäische Länder. Und dies, obwohl in den Forderungen von Russland klar geschrieben stand, Russland werde sonst eine «militär-technische» Antwort geben müssen.

Für den aufmerksamen Beobachter ist der gestrige Angriff Russlands auf die Ukraine deshalb keine totale Überraschung. Der Bürgerkrieg im Donbass dauerte nun schon acht Jahre, länger als der Zweite Weltkrieg! Sieben Jahre lang hoffte auch Russland, dass die ukrainische Regierung die von ihr (noch unter Poroschenko) unterschriebenen Vereinbarungen von Minsk II angehen würde. Aber es gab keine Anzeichen aus Kiev zur Bereitschaft, schon nur mit den Separatisten im Donbass ins Gespräch zu kommen. Als der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Wiederwahlrede am 13. Februar 2022 – in hässlicher Verleugnung seiner früheren Aktivitäten auf dem Euromaidan 2014 und bei den Minsk II-Vereinbarungen – sagte, an der jetzigen Krise sei Russland alleinverantwortlich, erhielt er aus der Versammlung der Abgeordneten tosenden Beifall (Siehe die Rede und dort speziell ab Minute 3). Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde an der Münchner Sicherheitskonferenz ebenfalls tosender Beifall gespendet. Viele, fast alle westlichen Medien hetzten gegen Russland. Einzig der französische Präsident Emmanuel Macron versuchte – in bewährter Fortsetzung der Politik von Charles de Gaulle, der vor dem Allein-Weltbeherrschungs-Anspruch der USA immer gewarnt hatte – mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ernsthaft ins Gespräch zu kommen. 

Man kann den Angriff Russlands auf die Ukraine nicht gutheissen – wer täte das schon, er ist grauenhaft –, aber erstaunt darf man nicht sein, wenn Putin nun – zum Leidwesen von Millionen von Menschen – die Nerven verloren und die Reissleine gezogen hat. 

Die Reaktionen der westlichen Regierungen und der meisten westlichen Medien auf den Angriff erstaunen ebenfalls nicht. Mit ihrer Hetze gegen Russland insbesondere in den letzten Monaten, Wochen und Tagen haben sie – wie von mir prognostiziert – dafür gesorgt, dass an der jetzigen Situation, an diesem Krieg in der Ukraine, Russland allein die Schuld zugeschrieben wird. Es wird auch hier, wie damals in Georgien, Monate oder Jahre dauern, bis man einigermassen klar sieht, wie die letzten Tage im Donbass abgelaufen sind, wer mit grossem Kaliber zu schiessen begonnen hat.

Es ist eine unermessliche Tragödie, dass Putin sich von den westlichen Mächten und Medien hat provozieren lassen. Im Moment kann man nur hoffen, dass die Zahl der zivilen Kriegsopfer verhältnismässig klein bleibt. Die Offerte Russlands, die Ukraine in Ruhe zu lassen, wenn sie sich zum neutralen Staat erklärt, sollte immerhin ernst genommen werden.

Krieg ist Krieg. Es gibt nichts Schlimmeres.

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Zum Autor Christian Müller deutsch und englisch.
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47 Meinungen

  • am 26.02.2022 um 11:25 Uhr
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    Diesen Krieg hat eindeutig nur Putin und sein Gefolge zu verantworten. Er wurde jahrelang gekränkt vom Westen und dies lässt dein Ego nicht zu. Die Osterweiterung wäre Nato wäre ohne Zustimmung der baltischen Staaten gar nicht möglich, aber vermutlich wissen diese Staaten seit langem dass der russischen Regierung nicht zu trauen ist. Auch der wirtschaftliche Aufschwung dieser Staaten ist dem Beitritt zur EU zu verdanken. Die Ukraine wird sich weiterhin dem Westen zu wenden, früher oder später. Wenn man die Interpretationen von Putin anhört so ist doch der grösste Teil an den Haaren herbei gezogen und dient allein der Erklärung im eigenen Volk, strotz von Unwahrheiten und dient der Erhaltung seiner Position im Land. Äussern dazu darf sich niemand wenn er nicht unbedingt im Gefängnis landen will. D.h. er unterdrückt das eigene Volk. So etwas wird sich immer rächen auch wenn es einige Zeit dauert. Das russische Volk ist nicht dumm sie haben aber Angst

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    • am 1.03.2022 um 00:45 Uhr
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      Wessen Ego lässt denn eine jahrelange Kränkung zu? Als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Westen Siegermentalität herrschte und anlässlich der deutschen Wiedervereinigung Russland von James Baker und Helmut Kohl versprochen wurde, die NATO nicht einen Centimeter nach Osten zu erweitern und Bush sen. sich aber weigerte, das in einem Dokument schriftlich festzuhalten, und sich die NATO ab da
      in einem fort immer weiter nach Osten ausbreitete, dann soll man sich nicht gekränkt fühlen? Und wenn Putin nach seiner Rede an der Münchner-Sicherheitskonferenz 2007 von Cheney und Rumsfeld ins Gesicht gelacht wurde – diese Arroganz! Wer fühlte sich da nicht gekränkt und verraten? Und wenn der Nachbar vom Westen hochgerüstet wird??

      1
    • am 1.03.2022 um 12:40 Uhr
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      Danke Frau Obrist für ihren Weitblick. Ich lese bei den Blogs hier viele Texte welche Zorn beinhalten und wenig Analyse des Grossen und Ganzen. Nationales Mobbing, Wortbrüchigkeit, Arroganz, Kurzsichtigkeit, vieles bleibt ausgeblendet. Ich hätte andere Lösungswege allen Betroffenen gewünscht als Gewalt. Die Ohnmacht bewegt viele Gemüter dazu, in ihren Leserbriefen eine Seite zu heilligen und die andere Seite zu verurteilen. Was es auslösen kann in einem Menschen, wenn er eingekreist wird, haben wir im Antigewalt-training an Klienten trainiert, welche versuchen mussten, umringt von Provokateuren, dies aus zu halten. Auch wir Trainer selbst mussten dies über sich ergehen lassen, als Vorbilder. Die Kränkung kommt immer ab einem gewissen Punkt. Ich erinnere mich an Herr Putins Worte: Wir sind eingekreist, wohin sollen wir gehen? (Kanal Russian Today, RT-de) Ich hoffe, dass diese Situation nicht noch zu einem grösseren Krieg führt, und die Nato ihre Anteile an diesem Desaster einsieht und korrigiert.

      3
  • am 26.02.2022 um 11:30 Uhr
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    Sie haben nie aufgehört Putin zu provozieren und wollten genau das erreichen was jetzt stattfindet.
    Putin ist nicht der Aggressor. Der Aggressor ist die Nato u.s.w.

    15
  • am 26.02.2022 um 11:54 Uhr
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    Danke Herr Müller, ich empfinde Ihren Kommentar als sehr wichtig aber auch mutig in diesen traurigen, unübersichtlichen Tagen des Entsetzens.
    Danke auch für die klare Position, die in der Überschrift als Wichtigstes zum Ausdruck kommt: Krieg ist entsetzlich – egal wo, von wem „begonnen“ und aus welchem Grund. Die Menschheit sollte schon lange darüber hinweg sein.
    Es müsste vorrangig ALLES getan werden, um schnellstmöglich alle Kampfhandlungen zu stoppen – stattdessen wird weiter wie irr Öl ins Feuer gegossen. Die Eskalationsspirale ist noch nicht zu Ende gedreht, mir scheint, viele Menschen haben keine Vorstellung mehr von dem noch Möglichen. Dass jetzt überwiegend von Politik und Medien weiter eskaliert wird anstatt – gerade jetzt – ALLES auf Kommunikation, Deeskalation und Beendigung des Krieges zu setzen, ist in meinen Augen die entsetzlichste Katastrophe. Einige wenige Gegenbeispiele gibt es ja Gott sei Dank.
    Und schließlich danke Ihnen ausdrücklich für die unermüdlichen Bemühungen in der Vergangenheit, die vollständige Geschichte aufzuzeigen – und damit zu Verstehen und Verständigung beizutragen. Und ich halte es jetzt für besonders wichtig, damit weiter zu machen!
    Wir Menschen müssten gerade jetzt zeigen, dass wir Frieden wollen, für FRIEDEN (nicht „Stop Putin“ – das heizt doch die Konfrontation und Dämonisierung nur weiter an) in die Öffentlichkeit gehen. Und dazu kann Verstehen beitragen.

    10
    • am 27.02.2022 um 13:42 Uhr
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      Im Moment heisst «Frieden» nur eines: Stopp Putin! Er will an Russlands Grenzen keine freiheitlich-demokratischen Staaten, um sein eigenes autokratisches Machtsystem nicht gefährdet zu sehen. Und um als Förderer des alten imperialen Russlands Geschichte zu schreiben. So einfach ist das. Besser würde ich der Mann um das Wohl seiner Bevölkerung kümmern. Aber das ist ihm offensichtlich egal.

      13
  • am 26.02.2022 um 12:36 Uhr
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    Der «Westen» hintergeht Putin seit Jahren. Seiner Rede vor dem Bundestag 2001 glaube ich auch heute noch. Erschreckenderweise richtet nun dieser Putin in der Ukraine ein Blutbad an. Das ist durch nichts zu rechtfertigen. Ist er heute nun ein Irrer geworden? Hoffentlich findet sich in Russland jemand, der ihn absetzt.

    9
  • am 26.02.2022 um 12:45 Uhr
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    «Die Reaktionen der westlichen Regierungen und der meisten westlichen Medien auf den Angriff erstaunen ebenfalls nicht. Mit ihrer Hetze gegen Russland insbesondere in den letzten Monaten, Wochen und Tagen haben sie – wie von mir prognostiziert – dafür gesorgt, dass an der jetzigen Situation, an diesem Krieg in der Ukraine, Russland allein die Schuld zugeschrieben wird.» – Im Ernst, Herr Müller? Das heisst also, dass auch der Westsen Schuld hat am Überfall Russlands auf die Ukraine? Ich bin sprachlos.

    22
  • am 26.02.2022 um 12:49 Uhr
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    Sehr geehrter Herr Müller,
    ich habe wirklich sehr gehofft, dass Sie sich bald wieder auf dieser Plattform melden würden. Zu Ihren Aussagen gibt es wirklich nichts weiter zu bemerken: Sie haben schon vor langer Zeit die Situation kritisch, menschlich vorausgeahnt, immer objektiv und nachvollziehbar informiert und – leider – die Situation richtig eingeschätzt. Wenn es doch mehr solche fähigen Journalisten und weniger Papageien in den Medien gäbe. Ganz herzlichen Dank und alles Gute.

    10
  • am 26.02.2022 um 13:48 Uhr
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    Herr Müller
    Ich stimme Ihnen in einem Punkt zu – Krieg ist entsetzlich und führt zu viel menschlischem Leid auf allen Seiten. Vor allem aber wird er zu weiterer Eskalation führen.

    Ich lese Ihre Kommentare regelmässig, nehme Sie aber weder als ehrlichen noch neutralen Makler wahr. Die teils einseitge Berichterstattung vieler schweizer und deutscher Medien kann und muss kritisiert werden. Ihre Korrekturen nehme ich als ebenso einseitig wahr.

    Vor allem aber lässt sich der russische Angriff – und nichts anderes ist dies – weder durch Völkerrechtsbrüche anderer Staaten (wer hat die meisten Völkerrechtsbrüche!?), noch enttäuschter Erwartungen bzw. verbaler Zusagen zur Osterweiterung oder Geschichtsrevisionismus (Krim als unrechtmässiges Geschenk) oder Protektionismus w/ angeblicher Russizide rechtfertigen.
    An anderer Stelle im Infosperber wurde die Aussage getroffen, dass selbst Nato an der russischen Westgrenze die Nukleare-Abschreckung nicht gefährden würde. Es stehen also andere Gründe hinter dem russischen Vorgehen – auch wenn ich persönlich kein Szenario erkenne das der russischen Bevölkerung dient.

    Wenn Sie Partei für den Frieden und die Völkerverständigung nehmen wollen, bitte ich Sie nicht die gleiche Einseitigkeit an den Tag zu legen die Sie kritisieren.
    Als Nebenbemerkung – ich bin überrascht wie viele Kollegen (hauptsächlich Westeuropa, USA) über die mündlichen Zusagen zur Osterweiterung informiert sind und die Bündnispolitik kritisch sehen.

    12
  • am 26.02.2022 um 14:02 Uhr
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    Nun, der Beitrag vertritt den Standpunkt, dass der Krieg die Reaktion auf eine Provokation ist. Russland trägt demnach keine Verantwortung für die Ereignisse der vergangenen acht bis zehn Jahre, es sah sich immer gezwungen zu kontern. Wie sich aus dieser Interpretation die Berechtigung eines Grossmachtsanspruchs ergeben kann, bleibt mir schleierhaft. Der Konflikt im Donbass ist eine Art Hors-Sol-Bürgerkrieg, in dem (wohl im Gegensatz zum Kaukasus) lokale Kräfte oder irgend eine Art von ortsgebundenem «Patriotismus» eine untergeordnete Rolle spielen. Ohne Anstiftung durch Russland hätte es diese bewaffnete Auseinandersetzung nie gegeben. Hier muss man Putin direkt für alle Toten verantwortlich machen. Aber eben, das ist Schnee von gestern, jetzt wird mit grösserer Kelle angerichtet und auch schon mal düster auf das Atomwaffenarsenal hingewiesen.

    19
  • am 26.02.2022 um 14:58 Uhr
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    „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.“ Mit dem kalten Krieg war ich nie einverstanden. Aber schon gleich nach seinem Ende, zeigte der „siegreiche“ Westen, dass er den kalten Krieg sozusagen als Staatsräson braucht. Für die Zustimmung zum Verbleib des wiedervereinigten Deutschlands in der NATO stellte US-Außenminister Baker am 9. Februar 1990 in Aussicht, die NATO würde sich „keinen Inch“ über die Elbe hinausbewegen. Wie dieses Versprechen dann umgangen wurde, kann man hier nachlesen: https://www.focus.de/politik/ausland/afdjkasdf_id_55569882.html.
    Statt die NATO gleichzeitig mit dem Warschauer Freundschaftsvertrag 1991 aufzulösen, wurde sie in 5 Schritten von 16 Mitgliedstaaten auf 30 erweitert und 1999 mit dem Krieg gegen Jugoslawien zum Interventions- bzw. Angriffsbündnis. Europa hat bis heute nicht verstanden, dass es mit der NATO seine Sicherheit aufs Spiel setzt und vor allem die von der UNO-Charta garantierten Werte missachtet: Souveränität und Sicherheit eines jeden Staates als Grundlage des Weltfriedens. Den barbarischen Akten auf dem Maidan 2014, in Odessa, Mariupol und vielen anderen Orten in der Ukraine und schließlich dem Krieg gegen die eigenen Bürger im Donbass schaute der Westen schweigend zu, geahndet wurden diese Verbrechen nicht, hingegen gab es für die betroffenen Seite Sanktionen, Drohungen, Ultimaten. Die aktuelle Situation war absehbar und gerade deshalb vermeidbar. Unverhohlen eskalierte der Westen weiter bis zum Schlimmsten: Krieg.

    8
  • am 26.02.2022 um 15:26 Uhr
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    Danke, Sie sprechen mir aus der Seele. War der Krieg nicht schon vorher da, schwielte im Hintergrund, erzeugte Angst und Elend, wurde jahrelang bewirtschaftet, und jetzt erhob er sich in die Stufe des sichtbaren Waffengebrauchs? Ich sehe in jedem Konflikt die grössere Verantwortung bei der Gruppe welche mächtiger ist, und dies wäre doch die Nato, welche eigentlich mal als Friedensinstrument gegründet wurde, aber wohl eher zu einem Waffenbündnis erweitert wurde. Ist es nicht wahr, was Russian Today und China News in ihren Nachrichten erklärten, nämlich das dieser Einsatz dazu diene, den 8 jährigen Krieg in diesem Gebiet zu beenden? Das Elend wird nicht weniger, egal welchen Blickwinkel ich einnehme. Meine Eltern waren Kriegskinder, ihre Angst nichts zu Essen zu haben und ihre Existenzangst, begleitete sie ein Leben lang. Einer meiner Grossväter starb während des Krieges, weil es zuwenig Medikamente gab, der andere musste seinen Bauernhof vernachlässigen, um die Grenze zu schützen vor den deutschen Soldaten, während seine Ehefrau, meine Grossmutter, seelisch zerbrach und ihre Kinder misshandelte, welche bis auf einen, diese Gewalt an ihre Kinder und Ehefrauen zum Teil weiter gaben. Krieg hinterlässt Wunden über Generationen, sprach mein Grenzschützer-Grossvater, als ich 5 Jahre alt war, während Andere sich daran Bereichern, den die Bank wollte ihm den nun verarmten Hof wegnehmen.

    7
  • am 26.02.2022 um 15:28 Uhr
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    Christian Müller hat absolut Recht.
    Es ist eine Wohltat, wie ruhig und sachlich er seine Sicht darlegt.

    15
  • am 26.02.2022 um 15:38 Uhr
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    Ein hilfloser Versuch von Herr Müller, am Schluss doch irgendwie recht behalten zu wollen und sich Einsichten zu verweigern.
    Gewiss stimmt einiges an seiner Argumentation, da ist von Seitens des sogenannten Westens vieles vorsätzlich schief und falsch gelaufen, aber dies rechtfertigt unter gar keinen Umständen einen Angriffskrieg mit pervers hanebüchenen Begründungen (Genozid, Naziclique mit einem Selenskyj, n.B. einem Juden als Führer). «Die Reissleine ziehen» ist eine obendrein merkwürdige Formulierung, denn wenn Putin eines nicht gelungen ist, dann seine eigene Rettung und die jener, die zu retten er vorgibt. Das Resultat dieser «Aktion» ist die Verwandlung von einem Autokraten in einen Verbrecher.

    11
  • am 26.02.2022 um 16:42 Uhr
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    Der Krieg ist für die Bevölkerung der Ukraine, Russlands und ganz Europas auch eine wirtschaftliche Katastrophe.
    Die einzigen, die hier «profitieren» (ökonomisch), sind die USA.
    . Präsident Biden ruft die Ukrainer im fernen Europa aus seinem sicheren Amtssitz dazu auf, weiter zu kämpfen und liefert noch mehr Waffen – auch an die baltischen Republiken – Oel ins Feuer
    . Die USA sind von den Sanktionen gegen Russland kaum betroffen, da der Handel zwischen Russland und den USA gering ist; dementsprechend sind die Börsenkurse der USA nach Kriegsausbruch schnell gestiegen
    . Europa ist dagegen wirtschaftlich sehr stark betroffen – die Bevölkerung muss es bezahlen
    . Die USA werden nun viel mehr teures Oel und Gas (LNG-Flüssiggas), das mit dem extrem umweltschädlichen Fracking gewonnen wird, nach Europa liefern – mit umweltschädlichen Containerschiffen und neu zu erstellenden Containerhäfen – das wird den Ausstieg aus der fossilen Energie leider nicht beschleunigen, aber zu noch mehr Umweltbelastungen führen
    Kriege werden immer von den Völkern finanziert; eigentlich hätten wir es ja wissen müssen und dafür sorgen sollen, dass Europa neutral, blockfrei und unabhägig von andern Mächten bleibt.

    4
  • am 26.02.2022 um 18:13 Uhr
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    Si NUNC tacuisses, philosophus mansisses!

    7
    • am 27.02.2022 um 15:02 Uhr
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      Sich es etwas einfach machen?

      1
  • am 26.02.2022 um 18:25 Uhr
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    Der Warschauer Pakt wurde mit Gewalt (Ungarn, Tschechoslowakei) und der Drohung von Gewalt zusammengehalten. Da war man nicht freiwillig dabei.
    Nach 1989 hatten dann die Länder Osteuropas die Wahl. Und die meisten wollten weg von der Sowjetunion respektive Russland.
    Zu ihrer eigenen Sicherheit suchten viele osteuropäischen Staaten eine NATO-Mitgliedschaft. Was jetzt in der Ukraine geschieht, beweist, wie berechtigt das war.

    12
    • am 27.02.2022 um 15:56 Uhr
      Permalink

      War die Gründung der Nato wirklich frei von Zwängen; immerhin waren die Gründungsstaaten von den Amerikanern befreit (besetzt))?
      War der Warschauer Pakt nicht die Antwort auf die Gründung der Nato und der Stationierung von Atomwaffen?
      Hatten nicht einige Oststaaten autokratische Regierungen die der damaligen Sowjetunion sehr Verbunden waren und daher dem Warschauer Pakt beigetreten sind?
      Gab es nicht auch die Blockfreien die mit der UDSSR eng verbunden waren und dem Warschauer Pakt nicht beigetreten sind?
      War es wirklich so, dass die Oststaaten nur wegen der Unterdrückung durch die UDSSR weg von Russland wollten, oder spielte die Erwartung durch die Annäherung an die USA auf einen höheren wirtschaftlichen Standart am Ende doch die Hauptrolle?

      Fragen, die relativ einfach mit einem Blick in die Geschichtsbücher beantwortet werden können.

      3
  • am 26.02.2022 um 18:51 Uhr
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    Bei gründlicher Nachforschung und Berücksichtigung vieler Zeugen (z. B. der Schweizerin Heidi Tavigliani, die moderierend bei der Ausarbeitung von Minsk 2 dabei war, oder dem Schweizer Alexander Hug, der vier Jahre stellvertretender Leiter der OSZE-Mission war) ergibt sich eindeutig, dass nicht Kiev allein die Umsetzung des Abkommens verhindert hat. Diese russische Behauptung kann noch so oft wiederholt werden – sie lässt sich durch die zugänglichen Quellen widerlegen. Kaum war der Vertrag unterschrieben, wurde er auch von Separatistenseite mehrfach gebrochen (mit dem Sturm auf Debalzewe; mit nicht OSZE-konformen Wahlen, mit der Verweigerung einer Überwachung der Grenze zwischen Russland und den Volksrepubliken). Die dem Vertrag zugrunde gelegte Annahme, Russland sei nicht mit Truppen beteiligt, war gut dokumentiert eine Lüge, und darauf ein wirksames Vertragswerk zu bauen, konnte kaum gelingen. Die Behauptung, dass in den letzten Monaten allein die ukrainische Seite zunehmend das Feuer eröffnet hat, scheint mir bis jetzt nicht verifizierbar, auf jeden Fall nicht durch die OSZE-Protokolle. Vielleicht kann Christian Müller Beweise, die nicht aus der russischen Staatspropaganda stammen, vorlegen? Es wäre natürlich wünschenswert, darüber Klarheit aus unabhängigen Quellen zu haben.

    7
  • am 26.02.2022 um 19:18 Uhr
    Permalink

    …. geboren und nichts dazu gelernt.

    5
  • am 26.02.2022 um 20:44 Uhr
    Permalink

    Die Ostblockstaaten wollten möglichst schnell in die Nato, um sich vor russischer Unterdrückung zu schützen, die sie 45 Jahre lang erdulden mussten. Sie trauten auch dem «neuen» Russland nicht. Jetzt sieht man, wie Recht sie hatten.

    Der Aggressor Putin hat nun erreicht, dass sogar Finnland und Schweden in die Nato wollen, jetzt da diese sehen, wie man die Ukraine hängen lässt. Jetzt wo diese sehen, wie der Putin offenbar nur die Sprache des Faustrechts versteht, und selbstverständlich die Finger von den Nato-Grenzen lässt.

    Traurig, wie dieser Despot, dem es offensichtlich nur um den Erhalt seiner persönlichen Macht und Pfründe geht, das in Europa aufkeimende zarte Pflänzchen des Weltfriedens derart schnell und leicht kaputt treten konnte. Die «hirntote» Nato war nie eine echte Bedrohung für ihn oder sein Land. Mit echtem Willen zu Frieden und Demokratie könnte Russland heute längst selber Mitglied sein. Aber in einer Demokratie wäre er halt abgewählt worden und das geht natürlich gar nicht.

    Jetzt werden wir wieder in den Aufrüstungstornado gesogen. Statt Bildung und Wohlfahrt gibt’s jetzt wieder Waffen und rechtsbürgerliche Gleichschaltung. Vielen Dank nach Moskau.

    9
    • am 27.02.2022 um 16:02 Uhr
      Permalink

      Etwas sarkastisch:
      Mithilfe von Russland wird nun der Forderung der USA nach Aufrüstung nachgekommen.

      1
  • am 26.02.2022 um 21:06 Uhr
    Permalink

    Ach so, Putin konnte gar nicht anders, als die Ukraine zu überfallen, schliesslich wurde er ja von den «westlichen Mächten und Medien provoziert»? Entschuldigung, aber diese Schuldumkehr ist einfach nur zynisch, folgt aber den gängigen Gaslighting-Methoden des Kreml:

    – Framing sämtlicher Putin-kritischer Berichterstattung als «Hetze»: Wer die russische Staatspropaganda auch nur zu hinterfragen wagt, wird sogleich als «NATO-Propagandist» und «russophob» niedergeschrien. Würde Putin behaupten, die Welt sei eine Scheibe, dann wäre nach diesem Narrativ auch die Aussage, dass die Welt eben doch eine Kugel sei, «NATO-konform».
    – Das Narrativ der «Osterweiterung»: Die NATO habe die osteuropäischen Länder «einverleibt». Eine krasse Umdeutung der Tatsache, dass diese Länder von sich aus einen Schutz unter dem NATO-Schirm suchten, da sie sich von den Grossmachtansprüchen von Nachbar Russland (berechtigterweise) bedroht fühlten. Fremde Territorien «einverleibt» hat bisher nur Russland. Und was ist eigentlich mit den «Sicherheitsgarantien» der Ukraine?
    – Mit keinem Wort erwähnt der Autor die Propagandalügen eines angeblichen «Genozids» an der russischsprachigen Bevölkerung oder dass die ukrainischen Regierung «Drogenabhängige Nazis» seien, womit die Invasion begründet wurde. Dass Putin dem ukrainischen Staat wiederholt die Existenzberechtigung abgesprochen hat, fällt ebenfalls unter den Tisch.

    Solche Artikel erwarte ich eigentlich nur von RT oder Sputniknews.

    14
  • am 26.02.2022 um 21:16 Uhr
    Permalink

    Danke für Ihren Kommentar.
    Ich stimme mit Ihnen voll und ganz überein.
    Alle die heute mit dem Finger auf Russland zeigen müssen sich im klaren sein, dass die imperiale Macht die den Russen gegenübersteht jenseits des Atlantik sitzt und in einem weitaus grösseren Ausmass weltweit Kriege mit dem einhergehenden Elend zu verantworten hat.
    Die Nato war nie etwas anderes als eine militärische Organisation für das Durchsetzen der wirtschaftlichen Interessen der USA in Europa.
    Die Invasion in der Ukraine billige ich auf keinen Fall, billige aber auch die Haltung der reinen Hände nicht.

    8
  • am 26.02.2022 um 21:35 Uhr
    Permalink

    Ich komme auch immer mehr zu der Ansicht, dass Putin sich hier fatalerweise hat provozieren lassen und nun völlig unangemessen, die eigene Position enorm schwächend, reagiert hat. Nach allem was wir aus den vergangen Jahrzehnten über Invasionen wissen, ist dieser Konflikt so nicht zu gewinnen. Egal wie groß die Überlegenheit und wie groß die Erfolge der russischen Truppen vielleicht sein werden (oder auch nicht). Ein Volk von 40 Millionen, bewaffnet, beliefert und ausgebildet von NATO-Staaten, verstärkt durch Freischärler und nachrichtendienstlich durch den Westen unterstützt, kann die russischen Armee das Fürchten lehren, die hier keinen Verteidigungsbonus hat. Hoffentlich sind Putin und seine Umgebung klug genug, sich rechtzeitig zu einem taktischen Rückzug zu entschließen und sich mit der Sicherung der Sezessionsgebiete Luhansk und Donjezk zufrieden zu geben.

    2
  • am 26.02.2022 um 21:41 Uhr
    Permalink

    An alle NATO-Gegner die glauben, dass die Europäer am Desaster in der Ukraine mitschuldig sein sollen:
    Heute Abend habe ich die lange Tagesschau SRF geschaut. Mir sind die Tränen gekommen. Tränen der Wut, des Leids, Trauer, Gram aber auch der der Hoffnung, der Faszination, der Genugtuung und Freude.

    Wut über den Wahnsinn dieses Ueberfalls.
    Trauer über das Resultat eines Krieges.
    Hoffnung und Faszination für den ukrainischen Widerstand.
    Genugtuung für den Entschluss der sozialistischen Regierung DE, doch noch Waffen zu liefern.
    Freude für die weltweiten Kundgebungen der Menschen in Nord- Südamerika, Südafrika, Indien, Australien u.A.

    Gäbe es die NATO nicht, gäbe es keine freien baltischen Staaten. Möglich, dass auch Ungarn, Rumänien und Polen nicht eigenständig wären und durch den Westen wirtschaftlich und wissenschaftlich unterstützt würden.
    Wer weiss – vielleicht kann die Verrücktheit dieses Krieges Ihre Affinität zur russischen Regierung doch noch umstimmen. Vergessen Sie einfach mal Ihren Zorn gegen die USA und deren Kriegstreiber.

    14
    • am 27.02.2022 um 14:41 Uhr
      Permalink

      Das ist eine doch sehr verkürzte Darstellung und blendet so manches aus. Die Zusammenhänge sind etwas komplexer als sie behaupten.
      Es geht um das durchsetzten imperialer Ansprüche (im jetzigen Beispiel auf dem Rücken der Ukraine). Den einen zu heiligen und den andern zu verteufeln greift zu kurz.
      Haben sie ebenfalls Tränen in den Augen, wenn sie sehen was im nahen Osten in den letzten Jahren durch die USA angerichtet wurde und immer noch wird?
      Ich schon.

      1
    • am 28.02.2022 um 14:33 Uhr
      Permalink

      @ Christoph Speiser
      Ihr Zitat (Copy Paste): Die Zusammenhänge sind etwas komplexer als sie behaupten.
      Es geht um das durchsetzten imperialer Ansprüche (im jetzigen Beispiel auf dem Rücken der Ukraine).

      Schön, dass Sie auch weinen müssen, wenn Sie ganz schlimme Dinge zu sehen bekommen und das auch zuzugeben vermögen

      Wenn Sie meine Statements auf dieser Plattform über die Ukraine-Tragödie lesen, stellen Sie fest, dass ich mit der Donald Rumsfeld, Dick Cheney, GW Bush, Donald Trump-Clique nichts am Hut habe – auch nicht mit Köppel. Nur, in diesem Blog geht es explizit um die Ukraine und nicht um den Nahen Osten.
      Ein Szenario: Trump und Putin wollen die Grenzen abschaffen. Regieren wollen beide. Gewinnen kann nur einer. Das ist das Surreale an der ganzen Sache – totale Machtpolitik.

      Aber wenn Sie meine Kenntnis in dieser Sache schon in Zweifel stellen, erlaube ich mir, Ihnen einige wissenswerte Details zu eröffnen.

      Dok-Sendung Gestern Abend auf SRF1 «Putin – Die Rückkehr des russischen Bären»
      Geschäftsbeziehung Trump / Putin: Gugeln Sie den Gangster «Felix Sater»
      Lesen Sie das Buch «Der Weg in die Unfreiheit» von Geschichts Prof. Timothy Snyder an der Yale Uni.

      Wenn Sie sich fragen, weshalb es, ausser in Südafrika, nur sehr wenige Demonstrationen zur Ukraine gibt, gibt die SFR1-Dok-Sendung Auskunft hierüber.

      Und noch etwas, Herr Speiser.
      Mir geht es hier nicht um Amerikaner und nicht um Russen.
      Mir geht es um böse Menschen mit einem Namen.

      0
    • am 28.02.2022 um 05:30 Uhr
      Permalink

      Lieber Herr Hofer
      Vergossen Sie wegen dem Beschuss des Donbass durch die Ukraine seit 2014 auch Tränen?
      Aha, keine.

      Wieviele Tränen vergossen Sie wegen dem Jemenkrieg seit 2015? (Operation Decisive Storm).
      Aha, keine.

      usw. usf.etc. pp.

      Sind den das alles keine Menschen da im Dombass, dem Jemen, Libyen usw?

      1
    • am 28.02.2022 um 18:53 Uhr
      Permalink

      Das Thema ist die Ukraine.
      Weder Jemen noch usw. usf.etc. pp. wie Sie es nennen.

      Sie glauben es vielleicht nicht, aber die jungen Russen, die in der Ukraine verbluten, tun mir ebenso leid. Wenn sie sterben ist’s halt vorbei, aber sie haben ja auch Angehörige. Oder sie könnten invalid werden. Den Rest ihres Lebens gezeichnet sein.

      Sie können sich zudem nach meiner Antwort an @Speiser orientieren.

      Einen schönen Batzen für eine Spende z.B. bei der Glückkette zu Gunsten der Kriegsgeschädigten würde Ihnen sicher gut anstehen. Das ist ja leider das Einzige, was wir tun können – ausser ein paar mehr oder weniger gescheite Texte oder giftig-verächtliche Kommentare tippen, wie Sie es belieben.

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  • am 27.02.2022 um 10:10 Uhr
    Permalink

    Also, wenn es nicht immer wieder ein paar Narzisten gäbe, die sich ein Denkmal auf jedem Platz wünschen, hätten wir kein Problem in der Ukraine. Die meisten Konflikte könnten friedlich gelöst werden, leider können sich immer wider Heilsbringer durchsetzen, die mit ihren Versprechungen die Leute radikalisieren. Wenn man die Führer in solchen abtrünnigen Regionen mal direkt unter die Lupe nehmen würde, hätte jeder Polizeipsychologe seine helle Freude. Da sind haufenweise Psychopathen und sonstige Waffenliebhaber dabei, die sich einen Deut um das Volk kümmern.

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  • am 27.02.2022 um 10:14 Uhr
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    Leider hat Christian Müller mit seinem Kommentar Recht….leider. Was ich aber nicht so schön finde ist, wenn ein Zitat von Christian Müller (Die westlichen Medien haben „Hetze gegen Putin“ betrieben und der hat die „Reißleine“ gezogen) auf Twitter von einem deutschen Infosperper Journalist als peinlichen Schwachsinn betitelt wird. Zu dem schreibt er auf Twitter es sei ein Problem, dass die Plattform den schreibenden zu viel Freiheit gebe. Am liebsten hätte er wohl wenn nur noch Agenturmeldungen aus der Transatlantikecke zu lesen wären und nicht noch gar eine Meinung die nicht genau dieser entspricht. Ich hoffe ich muss wenigstens nicht mehr sein MS Zeug hier lesen.

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    • am 28.02.2022 um 05:37 Uhr
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      Hundert Prozent einverstanden mit Ihnen, sehr geehrter Herr Balli: Es lebe – wenigstens noch in einer ganz kleinen Ecke – die Freiheit, das zu sagen, was einem bedrängt, ganz speziell dann, wenn es nicht der grossen Mehrheit entspricht! Denn das ist seit über 10 Jahren die Existenzgrundlage und -berechtigung des «Infosperbers».

      Heute herrscht weltweit wieder ein fürchterlicher Einheitsmeinungsbrei, verteidigt durch unzählige Schreiber, selbstverständlich unter dem Applaus von den Mächtigen der heutigen Mainstreampresseproduktion.

      0
  • am 27.02.2022 um 10:20 Uhr
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    ergänzend zu meinem ersten Kommentar aufgrund der aktuellen Entwicklung:
    DIE DEUTSCHE REGIERUNG LIEFERT WAFFEN IN DEN KRIEG!
    Es ist einfach unfassbar. Waffen in einen Krieg zweier europäischer Nachbarn, die beide durch Deutschland Millionen Tote – und zweifellos bis heute schwere Traumatisierungen bei vielen Menschen, auch heutigen Generationen – erlitten haben.
    Nicht nur, dass unser Deutschland einer der größten Waffenexporteure weltweit ist und damit unweigerlich und ständig zu Krieg und Leid in der Welt beiträgt; nicht nur, dass Deutsches Geld in Konfliktgebieten Waffenkäufe fördert, statt Not zu lindern und eine lebensförderliche Entwicklung in der Bevölkerung zu unterstützen.
    Jetzt giesst die Deutsche Regierung Öl ins lichterloh brennende Feuer mitten in Europa, wo auch die Lunte zu noch größerem Leid und Schrecken schon Feuer fängt. Anders ist es nicht zu beschreiben.
    Ich schäme mich für meine Regierung, es ist unerträglich.
    Mangelnde Liebe den Mitmenschen gegenüber, die andere Ziele und Wünsche haben als wir selbst, mangelnder Respekt, Beharren auf eigenen Standpunkten, Unverständnis für das Gegenüber, Dämonisierung, Druck, Sanktionen, Drohungen, Waffenstationierungen (auf allen Seiten) waren nicht unbeteiligt an der Katastrophe – aber unfassbar ist, dass sich all dieser irre Wahnsinn nun noch weiter beschleunigt!!! … statt alles auf die Karten Deeskalation, Lindern des Leids, Beenden der Kämpfe und wenigstens den Versuch, sich gegenseitig zu verstehen zu setzen.

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    • am 27.02.2022 um 21:53 Uhr
      Permalink

      Wie um Gottes Willen, Herr Langhammer, wollen Sie den Putin stopen?
      Der lacht Sie aus, wenn Sie ihm diese Bitte vortragen.
      Warten, wie das Kaninchen vor der Schlange?
      Kennen Sie eine brauchbare Alternative?
      Beten hat noch nie geholfen.

      7
    • am 1.03.2022 um 02:11 Uhr
      Permalink

      @ueli hofer: «… Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen russischen Kollegen Wladimir Putin anlässlich der Friedensgespräche mit der Ukraine dazu aufgefordert, insbesondere Offensiven gegen Zivilisten zu beenden. Jegliche Angriffe auf Privatpersonen und Wohnorte sollten eingestellt, die zivile Infrastruktur gewahrt werden, … Putin habe sich gewillt gezeigt, an den Punkten zu arbeiten, hieß es aus Paris.
      … „Es wurde festgestellt, dass die russische Seite für Verhandlungen mit Vertretern der Ukraine offen ist.“ …»
      Diese Zitate aus dem gestrigen Tagesspiegel zeigen doch einen möglichen Weg – jedenfalls besser, als mit zusätzlichen Waffen (finanziert übrigens aus einem „Friedensfond“!) noch mehr Tote und mehr Leid und weitere Eskalation zu verursachen. Den Versuch, wieder miteinander zu sprechen, die vitalen Bedürfnisse des Gegenüber ernst zu nehmen, ehrlich zu verstehen versuchen, sich gegenseitig zu respektieren, statt zu dämonisieren und zu demütigen, wesentliche Zusagen und Vereinbarungen nicht zu brechen …
      Ich habe nie geschrieben, dass ich “den Putin stoppen“ sondern „alles auf Deeskalation“ setzen würde. Das ist etwas anderes. Auch ein Verschließen der Augen vor den möglichen Ursachen und der Dynamik von Gewalt trägt wohl nicht zu Frieden bei. Ebenso wenig wie 100 Milliarden € ZUSÄTZLICHE Rüstungsgelder alleine für Deutschland! Cui bono? Rheinmetallaktien haben heute gleich um 25% zugelegt. Eine Friedensdividende wird ausbleiben …

      0
    • am 28.02.2022 um 00:16 Uhr
      Permalink

      Für das Verhalten der neuen deutschen Regierung und für die Waffenlieferungen in die Ukraine habe ich absolut kein Verständnis. Dieses Spiel von Biedermann und Brandstifter könnte sich einmal rächen.
      Leider gibt es auch in der Schweiz Parteien die jetzt lauthals nach Boykott von Russland schreien. Das trifft in jedem Fall die Falschen auf allen Seiten (ausgenommen die USA). Rachsüchtige Massnahmen machen die Neutralität langfristig unglaubwürdig und schaden der Schweiz.

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    • am 28.02.2022 um 11:56 Uhr
      Permalink

      Putin erachte ich jetzt dermassen durchgeknallt und ich traue ihm zu Europa anzugreifen. Ich stelle mich deshalb jetzt um: Gegen den und seine Entourage muss alles unternommen werden, wirklich alles.

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  • am 27.02.2022 um 11:36 Uhr
    Permalink

    Der Artikel ist OK, aber ich mache mir ernsthaft Sorgen wegen vieler der Krieg-befürwortenden Kommentare hier, welche sich gegen den Titel des Artikels wenden!

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  • am 27.02.2022 um 13:19 Uhr
    Permalink

    Grüezi Herr Müller
    Es bringt aus meiner Sicht wenig über die Hintergründe dieser Tragödie zu sprechen.
    Gestalten können wir nur die Zukunft, mit den Erfahrungen der Vergangenheit.
    Die wirklich grosse Gefahr sehe ich, dass es in europa zu einer lang andauernden Strommangellage kommt, das grösste Risiko der Schweiz gemäss Bundesamt für Bevölkerungschutz.
    Es genügt, wenn die Stromproduktion mittels Gas in Deutschland ausfällt. Dann haben wir schlagartig eine noch nie gekannte Form von Krieg – ein Blackout.
    Ein Krieg entstanden durch Verdrängen der Probleme und der Gier nach immer mehr Energie.

    Mit nachhaltigen Grüssen
    Urs Anton Löpfe

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  • am 27.02.2022 um 13:19 Uhr
    Permalink

    Krieg ist die schlimmste Geisel der Menschheit,. damit ist nur Leid, Schmerz und Tod verbunden.
    Doch er ist wieder in Europa aktuell geworden.Ich habe den Beitrag und die Kommentare dazu gelesen und würde Vielen empfehlen die Frage zu stellen, wem nützt er! Kriege brechen nicht so einfach aus, sie werden vorbereitet Die einseitige Darstellung von Putin als den Agressor ist doch nur die halbe Wahrheit.In Wirklichkeit geht es um Geo-politik, mit dem Ziel, das die USA gestärkt und Europa sowie Russland geschwächt werden.
    Die USA und ihre sogenannten europäischen Verbündeten, hatten und haben die erforderliche ökonomische und politische Kraft diese Katastrophe zu beenden. Schon 2013 habe ich versucht meinem ukrainischen Freund davon zu überzeugen, dass die Menschen der Ukraine – ob im Osten oder Weaten, nicht zählen, sondern Spielball – vorallem der USA – sind und es bleiben.
    Empfehlenswert wäre für viele Kommentatoren, sich nochmals mit den Vorgängen auf dem Maidan 2013 und den daraus resultierenden politischen Entscheidungen und Entwicklungen in der Ukraine zu befassen. Zudem wäre die Lektüre des § 6 des Völkerstraffgesetzbuches dringend notwendig, um bestimmte Begriffe und Äußerungen besser zu verstehen.

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  • am 27.02.2022 um 14:29 Uhr
    Permalink

    Man hat leider die Gräuel des zweiten Weltkriegs nach ein-zwei Generationen vergessen, aber niemals wirklich verarbeitet. Wie hätte man auch gekonnt? Denn alsbald wurde der kalte Krieg «erfunden», der die Widersprüche menschlichen Handelns zugedeckt und in den Hintergrund geschoben hat. Im Westen mit dem Puderzucker des US-Dollars, im Osten mit Knute und kommunistischen Weltmachtsphantasien. Nach Zusammenbruch des Sovietreichs, hat der Westen nicht etwa eine Friedensdividende eingefahren. Nein, die USA und ihre NATO-Vasallen haben in der folge im Jugoslawien-Krieg diese schwärende Wunde mutwillig aufgebrochen und die Büchse der Pandora erneut geöffnet. Mit bekannten Folgen. Ähnliches passiert nun in der Ukraine. Es geht nicht um Moral, Demokratie, die arme Bevölkerung, oder der Kampf für das «Gute». Es geht dabei immer und nur um Intressen.

    3
  • am 27.02.2022 um 15:58 Uhr
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    «aber erstaunt darf man nicht sein, wenn Putin nun – zum Leidwesen von Millionen von Menschen – die Nerven verloren und die Reissleine gezogen hat» Unerträglich, was Christian Müller hier von sich gibt. Das entspricht dem Niveau der Logik «wenn junge Frauen kurze Röcke tragen, sind sie am Übergriff selber schuld. Und «Krieg ist Krieg», das muss dann wohl noch erwähnt werden, dass man nicht all zu schlecht da steht. Aber selber Schuld soll die Ukraine und der Westen dann halt schon sein… Unglaublich. Die Beiträge hier sind an Einseitigkeit kaum zu übertreffen. Und das soll nun unabhängiger Journalismus sein? Na dann bravo.

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  • am 28.02.2022 um 18:16 Uhr
    Permalink

    Ja, selbstverständlich, Putin gehört auf die Fahndungsliste für Kriegsverbrecher! Gemeinsam mit Israels Netanjahu und Saudi Arabiens Salman Saud, nebenbei bemerkt. Schön wäre, Putin und seine Entourage würden ihr Russland nie mehr verlassen können ohne verhaftet und vor ein Gericht gestellt zu werden. Sämtliche Flugzeuge und Schiffe, die sich ausserhalb Russlands befinden würden beschlagnahmt, sämtliche Häfen, Pipelines, Handelswege gekappt alle Kommunikationskanäle und Geldflüsse blockiert. Je schneller, umso weniger schmerzvoll für die russische Bevölkerung.
    Das Problem ist nur, dass dieses Konzept, den Interessen der grossen Geldanleger entgegen steht. Es wird wohl eher der militärischen Aufrüstung Vorzug gegeben wird wo gigantische Profite locken. Und, weil Putins Geldgeber sich längst eine zweite Staatsangehörigkeit erkauft haben, und damit ihr Privatbesitz absolut geschützt ist, wird auch da keine grosse Wirkung zu erwarten sein.
    Wetten, dass sich Putin mit diesem Krieg, das eigene Grab geschaufelt hat?

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  • am 1.03.2022 um 12:45 Uhr
    Permalink

    Krieg ist immer falsch. Wir wissen, was herauskommt, wenn ein Volk sich gegen Besatzer zu Wehr setzt. Kürzlich in Afghanistan. Wir wissen, dass von aussen aufoktroyierte Lösungen keinen Frieden bringen, so gut es auch «gemeint» sein könnte (Israel). Aus dem 2.WK, welcher möglicherweise auf dem Unrecht des Versailler-Vertrages entstanden ist (gemeint ist: alleinige Kriegsschuld der Deutschen+Reparationszahlungen, also ohne diesen Versailler-Vertrag hätte es keinen Hitler, damit keinen WK2gegeben?). Aus dem Jugoslawien-Krieg der Europäer (Joschka.Fischer, Grüne: «Ich habe gesagt nie wieder Krieg, aber auch, nie wieder Ausschwizt» – seit heute ist nichts davon belegt, alle Behauptungen welche damals vom Westen aufgetischt wurden sind auch heute nicht bewiesen). Nicht nur das: Mir fällt auf, dass wenn der Westen Krieg führt, jubelt vom Blick bis NZZ jeder und frohlockt, dass die Schurken endlich ausgebombt werden.
    Ein Beitrag 2015 Kronen-Zeitung PRAHLT MIT TOTEN Scharfschützin: «Habe schon 24 Ukrainer getötet». Kürzlich wird die Scharfschützin mit Video und Text in der britischen The Sun als Heldin gefeiert. Sie tötet Frauen, Kinder, Alte. Der Westen sieht beim Morden der naziähnlichen Nationalisten im Donbass zu, verschweigt Fakten. Die gesamte Presse versagt in diesem Konflikt. Jeder betet alleine sein Narrativ herunter. Das passt doch hinten und vorne nie zusammen. Nun sind dem Putin seine Sicherungen durchgebrannt. Im Donbass herrscht seit 2015 Krieg. Dem Westen wars egal?

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