Wladimir Putin_TASS

«Leonid Breschnew, achtzehn Jahre lang Generalsekretär der KPdSU und damit De-facto-Staatschef der Sowjetunion, war ein Ukrainer. Russland und die Ukraine sind ‹ein Volk›»: Russlands Staatspräsident Wladimir Putin. © TASS

Über 40 Prozent der Ukrainer stimmen Putins Ansichten zu

Christian Müller /  Viele Ukrainer möchten mit Russland ein freundschaftliches Verhältnis. Die Regierung aber will nur eines: den Beitritt zur NATO.

Am 12. Juli 2021 publizierte der russische Staatspräsident Wladimir Putin auf seiner amtlichen Website einen ausführlichen, über 40’000 Zeichen langen Artikel zur Geschichte Russlands, Weissrusslands und der Ukraine. Dabei scheute er sich nicht, etliche Jahrhunderte zurückzuschauen. Besonderes Augenmerk aber schenkte er naturgemäss den letzten sieben Jahrzehnten seit Stalins Tod 1953. Und er erinnerte dabei an gern verdrängte Fakts, so etwa auch daran, dass Leonid Iljitsch Breschnew, der von 1964 bis zu seinem Tode 1982, zuerst als Erster Sekretär, später als Generalsekretär der KPdSU, als De-facto-Staatschef die Sowjetunion präsidierte – also länger als jeder andere nach Stalin –, ein in der Ukraine geborener Ukrainer war. Putins Schlussfolgerung und Kernaussage seines Artikels: Russen und Ukrainer haben eine «gemeinsame Geschichte» und sind «ein Volk».  

Putins Argumentation kam im Westen – wenig überraschend – nicht gut an. Stellvertretend für die in Bezug auf Russland mittlerweile ziemlich gleichgeschaltete Presse im deutschen Sprachraum ein Zitat dazu aus der NZZ: Der Artikel Putins «ist überschrieben mit ‹Über die historische Einheit der Russen und Ukrainer› und liest sich wie eine Mischung aus Seminararbeit und politischem Pamphlet. Aber es ist mehr als der geschichtswissenschaftlich misslungene Versuch eines Hobbyhistorikers. Das Werk gibt Einblick in Putins Denken und in Szenarien künftiger russischer Politik. Es rechtfertigt territoriale Ansprüche ebenso wie ein Eingreifen jeglicher Art – stets vorgeblich zugunsten der Ukrainer, die es als eigenständiges Volk gar nicht gebe.»

Und was sagen die Ukrainer zu Putins «Seminararbeit»? Das ukrainische Meinungsforschungsinstitut «Rating Group» machte sofort eine Umfrage und publizierte am 27. Juli das – für die NZZ & Co. wohl eher überraschende – Resultat: 41 Prozent der Ukrainer stimmen der Meinung Putins zu. 55 Prozent lehnen sie ab. Wobei man wissen muss: Gut zehn Prozent der Ukrainer, die über vier Millionen betont russlandfreundlichen Einwohner der Bürgerkriegsgebiete im Donbass sind in die Befragung nicht einbezogen worden. Sie hätten den Anteil der Putin zustimmenden Ukrainer noch um etliche Prozent erhöht, während der Prozentsatz der Putin-Ablehnenden wegen des höheren Totals rechnerisch um einige Prozent kleiner ausgefallen wäre. 

Die Versuche der auf ukrainischen Nationalismus getrimmten Kiever Politkreise, das Resultat der Meinungsumfrage des anerkannten Forschungsinstituts «Rating Group» in Frage zu stellen, fielen eher bescheiden aus. Die «Kyiv Post» zum Beispiel mit ihrem US-amerikanischen Chefredaktor stellte die These auf, wenn die beiden Punkte «gemeinsame Geschichte mit Russland» und «gleiches Volk» separat befragt worden wären, wäre das Resultat für «gleiches Volk» anders ausgefallen. 

Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba reagierte auf Putins Artikel anders. Die über 40-prozentige Zustimmung seiner Staatsbürger zu Putins Kernaussage «gemeinsame Geschichte» und «ein Volk» interessieren ihn nicht. Im Gegenteil: Er publizierte am 2. August in der US-amerikanischen Zeitschrift «Foreign Affairs» einen eigenen Artikel, in dem er dafür plädierte, die Geschichte des post-sowjetischen Raums endlich vergessen zu machen. Der Ausdruck «postsowjetischer Raum» sei immer schon problematisch gewesen und müsse endlich verschwinden. Die Ukraine sei ein «Teil des Westens». «In der Ukraine und anderswo wird der Abbau der Beziehungen zu Moskau weitergehen, ganz gleich, was Putin oder sein Gefolge dazu zu sagen haben. Die USA und ihre westlichen Partner haben daher die Möglichkeit, eine ehrgeizige Strategie in der Region zu entwickeln, die auf die Gegebenheiten der einzelnen Länder und Blöcke zugeschnitten ist. Im Falle der Ukraine und Georgiens sollten Fortschritte bei der NATO-Mitgliedschaft oberste Priorität haben.» An Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, der 1908 als 14-Jähriger aus Russland in die Ukraine kam und dank seiner ukrainischen Hausmacht 1953 Nachfolger von Stalin als Generalsekretär der KPdSU wurde, und an Breschnew, der sogar ein gebürtiger Ukrainer war und die Sowjetunion von 1964 bis 1982, also bis neun Jahre vor derem totalen Zusammenbruch, dirigierte, mochte Kuleba in seinem «Foreign Affairs»-Artikel natürlich nicht erinnern. Lasst die Geschichte – oder konkreter: die üble Rolle der Ukraine im Zweiten Weltkrieg und danach – doch endlich vergessen …

Der Begriff des «postsowjetischen Raumes» sollte endlich verschwinden. Erste Priorität ist die Aufnahme der Ukraine in die NATO: Dmytro Kuleba, ukrainischer Aussenminister © UNIAN

Nicht aus der Geschichte lernen dürfen?

Beobachter der gegenwärtig äusserst angespannten geopolitischen Lage machen mit gutem Grund darauf aufmerksam, dass man aus der traurigen Geschichte des letzten Jahrhunderts mit seinen vielen Kriegen doch endlich lernen sollte, um neue Kriege zu vermeiden. Wie unvermittelt kam es doch zum Beispiel nach dem Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajewo im Juni 1914 zum Ersten Weltkrieg! Zwei Jahre davor hätte das noch niemand für möglich gehalten. 

Eine hilfreichere Interpretation des Putin-Artikels als der Hohn-triefende Kommentar der NZZ, was Wladimir Putin mit seinem geschichtlichen Text sagen wollte und will, lieferte Chefredaktor Fyodor A. Lukyanov auf «Russia in Global Affairs». Er hat Infosperber erlaubt, seinen Kommentar ins Deutsche zu übersetzen und ungekürzt zu veröffentlichen.

Putins Text vom 12. Juli: Eine Sicherung für die Zukunft

Von Fyodor A. Lukyanov

Fyodor A. Lukyanov

Die vergangene Zeit hat eines deutlich gemacht: Die Annahme, es sei möglich, den postsowjetischen Raum so zu gestalten, dass er den russischen Interessen widerspricht, ist eine Illusion. Diese Erkenntnis mag gut oder schlecht ankommen, aber sie ist eine Realität.

Wladimir Putins Artikel «Über die historische Einheit von Russen und Ukrainern» rief eine Vielzahl von Reaktionen hervor, was durchaus verständlich ist. Der Autor hat ein heikles Thema angesprochen, das mit Identität und Identitätsfindung von Menschen zu tun hat, die heute auf dem Territorium eines einst vereinten Landes leben. Der damalige Staat existiert nicht mehr, aber es ist naiv zu glauben, dass die neuen Staaten in diesem riesigen Raum bereits ihre endgültige Form angenommen haben. Erstens hat es kein Jahrhundert in der Geschichte gegeben, in dem sich die Grenzen in Europa und Eurasien nicht dramatisch und mehrmals verschoben haben. Es ist deshalb seltsam zu glauben, das 21. Jahrhundert werde in dieser Hinsicht eine Ausnahme sein. Und zweitens ist der Prozess der Staatsbildung in den Ländern, die an die Stelle der UdSSR getreten sind, noch lange nicht abgeschlossen. Sie treten im Gegenteil, wenn man die stürmischen Ereignisse betrachtet, die sich fast überall gerade abspielen, jetzt in eine wohl entscheidende Phase ein.

Russland bildet da keine Ausnahme. Es liegt auf der Hand, dass sowohl die Gründung des Staates als auch das Potenzial Russlands unvergleichlich gewichtiger waren und sind als die Gründung und das Potenzial jeder der einzelnen ehemaligen Sowjetrepubliken. Dieses Ungleichgewicht bietet Russland natürlich weitaus mehr Möglichkeiten, bringt aber auch ein anderes Mass an Verantwortung mit sich – nicht nur und nicht einmal so sehr für die anderen, sondern vor allem auch für sich selbst. Es ist einsehbar, dass dreissig Jahre getrennter politischer Existenz die vielfältigen Verflechtungen auf allen Ebenen zwischen den Regionen noch nicht vollständig zerstört haben, auch wenn vieles sich heute anders manifestiert als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Der Prozess der Schaffung einer neuen Realität ist noch immer in vollem Gange.

Zu Beginn der Reise herrschte die Vorstellung, das Entscheidende dieses Prozesses bestehe darin, wie schnell westliche Institutionen ihren Einfluss in der einen oder anderen Form ausweiten und das sowjetische Erbe verdrängen könnten. Dies ist aus vielen Gründen nicht mehr der Fall. Der Westen hat seine früheren Möglichkeiten verloren und damit auch einen Grossteil seines Ehrgeizes. Dafür sind andere Akteure auf den Plan getreten, die mehr Möglichkeiten und eigene Ambitionen haben (man denke etwa an China und die Türkei).

Diese Tatsache mag gut oder schlecht sein, aber man kann nichts dagegen tun. Dementsprechend ist jeder Ansatz, der von einem schrittweisen Zurückdrängen der russischen Interessen im Osten (oder in manchen Fällen im Norden) ausgeht, nicht praktikabel. Im Allgemeinen wird dies von denjenigen anerkannt, die in der Vergangenheit solche Ansätze verfolgten. Ausserdem haben sie selbst dringendere Probleme mit etwas, das keinen schnellen Erfolg garantiert, und ihr Begehren hat sich abgeschwächt.

Die neue Situation hat Russland gezwungen, nach eigenen Antworten zu suchen, auch nach neuen. Beziehungen zu pflegen, die ihre Wurzeln in der Vergangenheit haben, bedeutet keine Rückkehr in diese Vergangenheit. Sie sind lediglich die Voraussetzung für eine gemeinsame Zukunft. Was diese Zukunft bringen wird, ist noch keineswegs klar. Die Zukunft ist vor allem auch deshalb nicht klar, weil in Bezug auf die ehemalige Peripherie auch Russland selbst sich im Prozess der Selbstbestimmung befindet. Oder mit anderen Worten: Die Kontinuität des gemeinsamen Raums wurde offensichtlich erst dann in Frage gestellt, als die Instanz, die diese Kontinuität aufrechterhalten hatte, Russland, selber eine Phase des Nachdenkens einleitete und den Nutzen der Aufrechterhaltung abzuwägen begann. Ist es notwendig, an seiner universellen Stärkung zu arbeiten, oder ist im Gegenteil die Zeit für eine überlegte Bestandsaufnahme gekommen?

Fast überall finden stürmische Prozesse statt. An einigen Orten sind sie in erster Linie mit der internen Entwicklung verbunden (Belarus, Armenien, Moldawien), die von äusseren Einflüssen aber überlagert wird. An anderen wiederum sind es äussere Umstände, die interne Veränderungen vorantreiben (Zentralasien, Ukraine). Unabhängig von der Ursache der Veränderungen ist es unmöglich, den Status quo jetzt zu zementieren. Und dieser Zustand ist nicht auf einen kurzfristigen Zeitraum beschränkt, er wird höchstwahrscheinlich für die absehbare Zukunft bestehen bleiben. Schliesslich dürfen wir nicht vergessen, dass auch der postsowjetische Raum in ständiger Bewegung ist. Die Welt wird im Eiltempo umgestaltet.

Der Artikel von Wladimir Putin ist der Ukraine und den Beziehungen zwischen Russen und Ukrainern gewidmet, sollte aber in einem grösseren Zusammenhang gesehen werden: als ein Element von Russlands Suche nach einem neuen Platz für sich selbst in der Umgebung seiner Grenzen. Die Hauptaussage des Artikels kann sowohl als Vorschlag wie auch als Warnung verstanden werden. Der Vorschlag besagt, dass Moskau die heutige Realität anerkennt und nicht beabsichtigt, Verlorenes zurückzuerhalten oder Tatsachen zu bestreiten, wie immer vermutet wird. Die Warnung aber lautet, dass der Vorschlag nur dann gilt, wenn die Realität von allen interessierten Parteien verstanden und er nicht missbraucht wird. 

Was der Autor als «antirussisch» bezeichnet, ist eine Allegorie für ein bestimmtes politisches Verhalten: für den Versuch, die Nähe eines Landes zu Russland zu nutzen, um einen Vorposten zu schaffen, mit dem Russland eingedämmt werden kann. Dies wäre Putins Artikel zufolge jener – falsche – Weg, der zur Kollision führt und der sich für ein solches Land als fatal erweisen würde. Gerade wegen der erwähnten Nähe wird Russland immer bessere Möglichkeiten haben, derartige Aktivitäten zu unterbinden.

Putin ruft nicht dazu auf, einen bestimmten Status quo zu fixieren. Der russische Präsident ist mit den internationalen Beziehungen seit langem vertraut und weiss, dass es unmöglich ist, jetzt irgend etwas festzuschreiben. Es geht nur darum, eine Art Sicherung in die turbulenten Prozesse zu legen: nämlich klar zu machen, was man auf keinen Fall tun sollte, um keine Kettenreaktion auszulösen. Wer dazu sein Einverständnis gibt, mit dem kann vieles weiterdiskutiert werden.

Und noch etwas: Die meisten Kommentatoren vertraten die Meinung, Putins Botschaft sei an den Westen gerichtet, etwa: Versucht nicht, euch wieder einzumischen, hier ist für euch eine «rote Linie». Wir (gemeint ist Lukyanov, Red.) gehen davon aus, dass der Adressat des Artikels ein anderer ist: die Nachbarn selbst. Sie, die Nachbarn, sind eingeladen, gemeinsam über neue Formen des Zusammenlebens nachzudenken, denn der Erfolg dieser Überlegungen ist für sie, die Nachbarn, und für Russland lebenswichtig. Und nicht für sonst jemanden.

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PS: Für jene Kommentar-Schreiber, die zur Beschönigung der Ukraine nicht wahrhaben wollen, dass Breschnew ein Ukrainer war, hier sein Pass:


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Zum Autor Christian Müller deutsch und englisch.
Zu Fyodor A. Lukyanov: Chefredaktor von «Russia in Global Affairs», Vorsitzender des Präsidiums des Rates für Aussen- und Verteidigungspolitik und Forschungsdirektor des «Valdai Discussion Club». Forschungsprofessor, Fakultät für Weltwirtschaft und internationale Angelegenheiten, Nationale Forschungsuniversität «Higher School of Economic», Moskau.
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Nato1

Nato: Sicherheit oder Machtpolitik?

Das Militärbündnis soll vor Angriffen schützen, doch Russland oder China fühlen sich von ihm bedroht.

SchReibender Feder.Dossier

Verleugnete Geschichte

Am einen Ort totgeschwiegen, am anderen umgeschrieben. Die geschichtliche Realität ist nicht immer angenehm.

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15 Meinungen

  • am 8.08.2021 um 12:38 Uhr
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    Hallo Christian
    Man muss aufpassen, wenn man die Zahl von 40% der Ukrainer in die Luft wirft, denn der westliche Teil der Ukraine, der früher ein Teil der K&K_Monarchie war, lehnt die Putintheorie kategorisch ab.
    Bleibt der Osten, der mehrheitlich Russisch spricht. Bei dem sind die 40% anzusiedeln. Die Einwohner von Charkiw und Mariupol verjagten die Separatisten, trotzdem dass dort viele ethnische Russen leben. Dort wird mehrheitlich Russisch gesprochen.
    Pauschalkennzahlen zu nennen ist gefährlich.
    Übrigens will die UA nicht nur in die NATO (Schutzbedarf), sondern auch in die EU aufgenommen werden. Putin hat mit den beiden Separatistengebieten dem EU-Beitritt einen Rigel vorgeschoben, ausser die UA trennt sich von diesen Gebieten. Da ist aber bereits zu viel ukrainisches Blut geflossen und dann sind da noch die Hardliner in der UA, die diese Gebiete nicht freigeben wollen.. Die RF hat aber eben so viele Hardliner, die gleich den Ostteil der UA annektieren würden. An 1. Stelle Wladimir Schirinowski , Vorsitzender der Liberal-Demokratischen Partei Russlands (LDPR). Geboren als Wolf Eidelstein.
    Diese Art von Menschen in der RF stirbt auch langsam aus wie der Vorsitzende der kommunistischen Partei Gennadi Sjuganow.
    Zum Glück ist die Gegenwartsgeschichte nicht in Stein gemeisselt. Da kann sich in nächster Zeit noch viel verändern, nur weiss ich nicht ob ich das noch erleben werde.

    3
  • am 8.08.2021 um 17:04 Uhr
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    Putin ist ein Hobbyhistoriker wie Christoph Blocher. Er zimmert sich seine Weltsicht «holzschnittartig» zurecht. In diesem Fall ist sie imperial. Zu Breschnew: Seine Eltern stammten aus Breschnewo (Bezirk Kursky, Gebiet Kursk, Russland) und zogen in ein Industriegebiet am Dnepr, in der Ukraine, in dem der Nationalismus damals vermutlich keine grosse Rolle spielte. Den Holodomor (ukrainische Hungersnot 1932-1933) überstand er als Städter wohl unbeschadet – schliesslich war er ein Mann des Systems. Mit dem Zerfall der Sowjetunion erlangte die Ukraine im Dezember 1991 nach einem Referendum mit 90,3 % Zustimmung ihre staatliche Unabhängigkeit. Der Wille zu einer Abgrenzung könnte sich kaum deutlicher manifestieren. Das muss doch nicht gleich Feindschaft, Faschismus oder Konflikt heissen. Leider verstärkt sich auch nach diesem Beitrag der Eindruck, dass die russische Regierung Länder wie die Ukraine als Vassallenstaaten sieht, über deren politische Entscheide sie jederzeit ein Vetorecht hat. Die Hinneigung zur NATO von solchen Ländern kann man nicht anders als Angst vor Russland interpretieren.
    Gibt es eigentlich etwas Neues zum Attentatsversuch gegen Lukaschenko? Was sagen die Verhafteten?

    5
  • am 8.08.2021 um 21:50 Uhr
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    Ich kann Ljukanov zustimmen: Er stellt Tatsachen fest, «gegen die man nichts tun kann, ob sie nun gut oder schlecht sind». Die Tatsache kann man direkter benennen: Es ist das Recht jeder Grossmacht, die benachbarten Kleinstaaten ihrem sog. Sicherheitsinteresse unterzuordnen. Das ist in der Karibik so, im Chinesischen Meer, in der Nachbarschaft des sich als Grossmacht neu erfindenden Russlands. Mit Völkerrecht, vor dem jeder Staat ungeachtet seines militärischen Drohpotentials gleich ist, hat das nichts zu tun. Das hat auch die Schweiz klugerweise damals eingesehen, als ihr übermächtiger Nachbar klar machte, dass sich ein neutraler Kleinstaat gegenüber einer Grossmacht auf kein Recht berufen kann. Diesen Realismus darf ein Schweizer Journalist heute den schwachen Nachbarn Russlands empfehlen, so nüchtern wie Lukjanov: An den Interessen einer Grossmacht kommt niemand vorbei mit Phrasen wie «Selbstbestimmungsrecht».
    Dass Politiker mit historischen Erzählungen keinen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da sie Absichten haben, ist klar. Dass es sich bei Putins Aufsatz um Manipulation handelt, muss man schon beim Kernsatz annehmen, wenn im 21.Jh. noch mit dem Begriff «Volk» operiert wird. Die Behauptung, Russen und Ukrainer seien 1 Volk ist genauso unhaltbar wie die Behauptung, es seien 2 Völker. Unabhängiger Journalismus könnte den Missbrauch des populären Worts demontieren, auch in der Schweiz, in Ungarn oder den USA. Sinnlos ist auch die Einordnung Breshnevs als «Ukrainer».

    4
  • am 9.08.2021 um 12:00 Uhr
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    Die Sorge um Sicherheit Russlands an seiner eigenen Grenze gilt als inakzeptabel, während die Einkreisung Russlands mit Militärbasen selbstverständlich akzeptiert wird. Die Ukraine ist kein souveräner Staat mehr, sie ist wie Somalia, Libyen, Simbabwe, Syrien, Libanon, Afghanistan, Jemen u.a. ein „failed state“ und dient nackten imperialistischen Interessen.
    Von Februar bis Mai 2014 fanden drei Massaker an ethnisch/kulturell russischen ukrainischen Bürgern statt:
    In Cherson nördlich der Krim wurde ein Bus auf dem Heimweg auf die Krim, von einer Nazi-Miliz des «Rechten Sektors» mit Nazi-Abzeichen aus dem Zweiten Weltkrieg aufgehalten und mehrere Insassen zu Tode geprügelt;
    In Mariupol in der Provinz Donezk tötete eine ähnliche Miliz Polizei- und Armeerekruten, die als zu russlandfreundlich galten;
    In Odessa wurden über 45 Menschen, die gegen den Putsch protestiert hatten, im Gewerkschaftshaus, in dem sie Zuflucht vor derselben Miliz und einem Mob aus der Westukraine suchten, erschlagen und verbrannt.
    Auch die Habsburger Monarchie war ein multiethnischer Staat, wie die Sowjetunion. Russland und die Ukraine sind es nach wie vor. Ethnische Differenzierung ist ein durchsichtiges Mittel von Imperialisten, um für eigene geopolitische Interessen Gesellschaften zu spalten: „Divide et impera!“ Sie brauchen ein Feindbild. Russland eignet sich seit 1945 als Feindprojektion. Da wird dann auch ein Georgier, der erst mit neun Jahren Russisch gelernt hat, ganz schnell zum „Russen“.

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  • am 9.08.2021 um 14:15 Uhr
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    Sehr interessante Gesichtspunkte. Besser als durch das Pamphlet der NZZ könnte nicht aufgezeigt werden, dass die der CIA und Murdoch hörige Mainstream-Presse der Schweiz, genauso wie die übrigen westlichen Tages-Zeitungen, im Verein mit den NATO-Generälen und der sie steuernden US-Waffenindustrie unbedingt den Kalten Krieg wieder aktivieren will, und dazu gehört seit je unabdingbar die Verteufelung Russlands.
    Nachdem die russischen Truppen – wie von Gorbatchov versprochen – sich kampflos und freiwillig aus der DDR zurückgezogen hatten, wollte eben dieser grosse Politiker ( US-Präsident Clinton war dagegen ein Hampelmann, und die westeurop. Staatschefs nicht viel besser) ein Zeitalter der Zusammenarbeit und des Friedens – besonders in Europa – einläuten. Clinton hatte ja – wie die NATO-Führung, versprochen, dieses Aggressionsbündnis (sie geben diese Tatache natürlich nicht zu, und nennen es ein «westliches Verteidigungsbündnis») nicht weiter zur russische Grenze hin zu verschieben. Aber die US-Präsidenten sind sich ja seit der Bildung der USA gewohnt, alle Verträge, vor allem die mit den wahren Besitzern des Landes, den wenigen Überlebenden jenes Genozids, zu brechen, wenn es ihnen diente.
    Dass die von der CIA gekauften und dank Milliardenspritzen gewählten ukrainischen, nun tonangebenden Politiker jenes Landes das fiese Spiel mitmachen, kann doch keinen erstaunen, der über die geschichtlichen Tatsachen einigermassen (auch dank Infosperber-Journalisten) informiert ist.

    2
  • am 9.08.2021 um 19:56 Uhr
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    Seltsam, die grundlegende Argumentationslinie des Artikels. Wieso so viel Verständnis für russische Machtpolitik auf Kosten eines Nachbars – mit vielen Toten & wirtschaftlicher Not!
    1. Putins Russland hält (völker-)widerrechtlich den nordöstlichen Teil der Ukraine besetzt – von der Krim sprechen wir gar nicht.
    2. Wenn Persönlichkeiten Russlands aus der Ukraine stammen bedeutet das nicht, dass das ukrainische & russische Volk ein seien & zudem noch einen Staat bilden wollten.
    3 Die Ukraine, ein selbstständiger Staat, hat die freie Wahl, mit wem sie paktieren oder/und zusammenarbeiten will!

    6
  • am 9.08.2021 um 22:54 Uhr
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    Gut, dass nicht alle Leser diese Putinschen Verdrehungen schlucken. Breschnew soll nun also ein echter Ukrainer gewesen sein! Seine Eltern waren aber aus dem russischen Kursk ins ukrainische Kamenskoje eingewandert und die ganze Familie wanderte später wieder nach Kursk zurück. Seine Muttersprache war Russisch, nicht Ukrainisch. Lesen Sie die Breschnew-Biographie von Susanne Schattenberg, Böhlau-Verlag Köln, 2017

    5
  • am 9.08.2021 um 22:59 Uhr
    Permalink

    @ Brigitte
    Das alles ist zu vereinfacht dargestellt.
    Nicht erwähnt wurden die Scharmützel zwischen prorussischen Protestierenden und den Proukrainern nach einem Fussballmatch..
    Wenn das Haus brannte, so nur deswegen weil die Verschanzten Benzin im Gewerkschaftshaus gelagert hatten. Kam dazu die sowjetische Bauweise des Gebäudes ohne Brandschutz.
    Die UdSSR war kein Land des Friedens. Nicht zu vergessen der Aufmarsch der Roten Armee in Berlin und die darauffolgende Blockade der Stadt.
    Ich vergesse auch nicht die blutige Niederschlagung der Proteste in Ungarn, in der DDR und in der Tschechoslowakei. Die UdSSR war kein Unschuldslamm wie Du das vermitteln möchtest.
    Habe auch nicht die Ermordung Banderas in München durch einen KGB-Agenten vergessen.
    Die RF ist bekannt für die Tötung von Dissidenten in GB und die Ermordung des Georgiers in Berlin.
    Auch in der Ukraine trieben russ. Geheimagenten ihr Unwesen. Sie stachelten die Anwohner von Lugansk und Donezk auf gegen Kiev zu rebellieren und schlussendlich griff die RF mit Freiheitskämpfern und regulären Truppen ein und schuf so ein Defacto.
    Auch nicht vergessen der Abschuss von MH17.
    Dann folgte die Annektion der Krim mit einer fadenscheinigen Volksbefragung.
    Anschliessend der Aufmarsch der RF-Truppen auf der Krim und im Norden der UA.
    Darum kommt es nicht von ungefähr, dass die Russische Föderation unter Putin genau beobachtet wird.
    Bitte nicht polemisieren, denn man könnte die russ. Propaganda dahinter vermuten.

    6
    • am 10.08.2021 um 10:51 Uhr
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      Viele Kommentare hier lesen sich wie eine konzertierte Aktion zu russophobem Framing. Sie richten sich gegen Artikel, die zu Russland informieren. Dieses wunderschöne Land mit seinen wunderbaren Menschen und ihrer tief menschlichen Kultur verfügt seit diesem Jahrhundert auch über weitblickende Politiker, die nicht nur die Sicherheit Russlands, sondern die der ganzen Welt im Auge haben. Solche Kommentare folgen der Botschaft von James-Bond-Romanen. Ihr Held rettet die Welt u.a. vor dem Einsatz von ABC-Waffen, der dem Gegner, meist die Sowjetunion, unterstellt wird. Tatsache ist, dass der anglo-amerikanische Westen ABC-Waffen de facto eingesetzt hat (Gruinard Island, Japan, Korea und Vietnam u.a.). Von Fleming erfahren wir, dass die USA 1944 die japanische Reisernte vernichten wollten, was ein Veto Roosevelts verhindert haben soll. Da über die Unterhaltungsindustrie Massen am effektivsten mit Propaganda erreicht werden, wirken CIA, FBI, Pentagon und State Department seit den 40er Jahren in Hollywood mit. Über Stiftungen „fördern“ sie auch Künstler in Literatur, Musik und Malerei, um den kulturellen Rückstand gegenüber Europa samt Russland nicht nur aufzuholen, sondern vor allem, um dahinter ihre imperialistische Propaganda im kalten Krieg hinter vorgegebenen Werten wie „freedom and democracy“ zu verbergen. (F.S. Saunders: „Who paid the piper“). Zur verdrängten Geschichte: https://www.counterpunch.org/2021/08/06/mythmaking-and-the-atomic-destruction-of-hiroshima-and-nagasaki/

      2
  • am 10.08.2021 um 12:48 Uhr
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    Nachtrag nach gründlicher Lektüre von Putins Aufsatz: Die Tragödie im Verhältnis dieser zwei Staaten mit stark verflochtener Geschichte liegt durch Putins Darstellung auf der Hand. Zwischen einem Staat, der sich auf ethnischen Nationalismus gründen will, und einem Staat, der seine imperiale Ideologie eines russischen Grossraums immer selbstbewusster geltend macht, ist es kaum möglich, ein friedliches Verhältnis zu finden. Man darf anerkennen, dass Putin zurecht die historische Verflechtung betont und seinen Finger auf tragische Entwicklungen in der Innenpolitik und im aussenpolitischen Konzept der heutigen Ukraine legt, während er alles beschönigt, was das Bild eines von Moskau aus zum Segen der slawischen Völker gelenkten, historisch legitimierten Russischen Reiches trüben könnte. Charakteristisch und unglaublich: Mit keinem Wort wird Stalin erwähnt; die «Verbrechen des Sowjetregimes» sind vom Ausland gepflegte Gerüchte. Einem Schweizer müssten die Alarmglocken ertönen, wenn ein Reichs- oder Bundeskanzler aus der gemeinsamen Geschichte und Kultur der Deutschen und der Schweizer ableiten würde, dass wir 1 Volk sind und dass die Schweiz auf Kosten des historischen Deutschlands geschaffen wurde.
    Es wäre erfreulich, wenn Chr. Müller von Putin lernen würde, dass die ethnische Unterscheidung von Ukrainern (kämpften mit den Nazis) und Russen (kämpften gegen die Nazis) Unsinn ist. Und nicht einmal Putin behauptet, Breshnev sei Ukrainer, das glaubt nur Chr. Müller gelesen zu haben.

    4
  • am 10.08.2021 um 22:35 Uhr
    Permalink

    Liebe Brigitte
    Der Artikel lautet: «Über 40 Prozent der Ukrainer stimmen Putins Ansichten zu» und nicht über die möglichen oder unmöglichen Untaten der USA.
    Dass die USA 2 Atombomben auf Japan abgeworfen haben weiss jeder und wir wissen auch, dass sie dies taten um Japan in die Knie zu zwingen. Nicht die USA haben den Krieg gegen Japan begonnen, sondern umgekehrt als die Japaner ohne Vorwarnung Pearl Harbor angriffen und einen Grossteil der US-Pazifikflotte samt Besatzung versenkten.

    Das was Du betreibst ist Verschleierungstaktik um vom Hauptthema abzulenken.
    Bleibe bitte bei der Ukraine und den Gedanken Putins zu diesem Thema.
    Dein Artikel könnte sehr gut aus der Feder des russischen Desinfomationsministeriums stammen, sofern es so eines gibt. 😉

    3
    • am 11.08.2021 um 21:22 Uhr
      Permalink

      Ja, zwei Behauptungen von Herrn Weber stimmen nach neusten Forschungsergebnissen nicht (mehr): 1. Japan war vor den A-Bombenabwürfen schon eindeutig besiegt und auch bereit für ein Ende des Krieges. Aber die USA wollten unbedingt noch zweimal die Wirkung der neuen Bombe ausprobieren, man nahm bewusst diese Riesenmenge von toten «Gelbnasen» in Kauf, so quais zu «Forschungs-zwecken».
      2. Die USA waren genaustens im Voraus über den bevorstehenden japan. Angriff auf Pearl Harbour informiert. Man brauchte aber einen für alle einsichtigen Grund für den Kriegseintritt der USA, da sehr viele dagegen waren.
      Und nun zur Ukraine: Das Entscheidende in meinen Augen ist nicht die Herkunft von dem und dem Politiker, sondern entscheidend ist die heutige, von den USA provozierte Kriegssituation: Die Russen wehren sich aus verständlichen Gründen gegen die totale Einkreisung ihres Gebietes durch die aufrüstende NATO. Putin hat den Chefs im Weissen Haus zu lange vertraut und ihre fiese Überrum-pelungstaktik ja auch nicht voraussehen können. Und das Feindbild Russland muss mit allen Mitteln aufrecht erhalten werden, damit die amerikan. Rüstungsindustrie weiterhin auf Teufel komm raus produzieren kann. Wann erfolgt wohl der nächste Überfall, nach dem Irak und Afghanistan wäre doch schon wieder mal so ein schöner Krieg wünschenswert, oder!?

      1
  • am 11.08.2021 um 00:03 Uhr
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    Leonid Iljitsch Breschnew wurde am 19. Dezember 1906 in Kamenskoje (Ukraine, UdSSR) geboren.
    Sofern man den Geburtsort als Nationalität ableitet, so war er Ukrainer.
    Er war ein Freund des ersten Parteisekretär der Ukraine, Nikita Chruschtschow, das beschleunigte in den folgenden Jahren seinen politischen Aufstieg.
    Eine kurzfristige Mitgliedschaft im ZK der KPdSU und die Leitung der Politischen Verwaltung der Flotte verlor Breschnew infolge von Josif W. Stalins Tod 1953.
    Dank der Protektion von Nikita Chruschtschow gelang ihm der Wiedereinstieg in die Parteikarriere.
    Der plötzliche Sturz Chruschtschows markierte am 14. Oktober 1964 den endgültigen Aufstieg seines Schützlings, weil er vermutlich selbst am Fall Chruschtschows mitgewirkt hatte.

    Als Generalsekretär der KPdSU machte er die Reformen Chruschtschow wieder rückgängig und umgab sich mit ihm ergebenen Weggefährten, was in den kommunistischen Regimen üblich war, denn er war kein vom Volk demokratisch gewählter Generalsekretär.
    Er schuf durch die Verfolgung von Intellektuellen, insbesondere des Literatur-Nobelpreisträgers Aleksandr Solschenizyn, ein repressives Klima im Innern.
    Er rehabilitierte teilweise Stalin.
    Unter seiner Regierungszeit fällt die sowjetischen Militärintervention in der CSSR vom 21. August 1968.
    Mit dem Viermächte-Vereinbarung über Berlin entspannte sich das Verhältnis zu Westeuropa.
    Leonid Breschnew starb am 10. November 1982 in Moskau.
    Damit habe verm. ich das Wichtigste über Breschnew geschrieben

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    • am 11.08.2021 um 10:49 Uhr
      Permalink

      Wie aus der oben abgebildeten Passkopie hervorgeht, ist Breschnew in der Stadt Dneprodzerzhinsk in der Region Dnepropetrowsk geboren. Laut Pass ist seine Nationalität Ukrainer.

      1
  • am 11.08.2021 um 10:12 Uhr
    Permalink

    Lieber Christian Müller,
    ich habe mich nachlesbar gar nicht darauf eingelassen, eine Meinung zu haben über die im Pass bescheinigte formelle Nationalität Breschnevs. Ich halte sie auch für belanglos, wie ich schon oft dargestellt habe im Bezug auf sinnlose ethnische Zuordnungen im ostslawischen Raum. Ich habe nur unbestreitbar festgestellt, dass Putin das nicht behauptet, sondern dass das Ihre ihm unterschobene Aussage ist. Putin denkt eben nicht in ethnischen Kategorien, weil er imperial denkt. Er erwähnt nur, dass Breschnev einen wesentlichen Teil seiner Parteikarriere in der Ukraine vollzogen hat. Ich bleibe dabei, dass solche Flüchtigkeiten unseriös sind. Was meine Richtigstellung mit Beschönigung zugunsten der Ukraine zu tun hat, möchte ich gerne nachgewiesen sehen.

    3

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