Ukraine_Holocaust_HNN_gross

In Galizien im heutigen Nordwesten der Ukraine hat sich die Zivilbevölkerung an den Pogromen gegen die Juden aktiv beteiligt. (Photo: Unknown author -  "Invasion pogrom". Yad Vashem. "Jewish woman chased by Ukrainian crowd during the pogrom.")

So hat meine Grossmutter den Holocaust in der Ukraine überlebt

Nadya Williams /  Im Zweiten Weltkrieg haben nicht nur die deutschen Nazis die Juden verfolgt. Die osteuropäischen Länder haben fleissig mitgemacht.

(Red./cm) Seit ein paar Jahren wird in mehreren Ländern versucht, die Geschichte umzuschreiben. Dabei sind zwei Trends festzustellen, die sich teilweise sogar widersprechen: Am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sei nicht nur Deutschland schuld, sondern auch die Sowjetunion, und, vor allem in Osteuropa, nur die deutschen Nazis hätten die Juden verfolgt und umgebracht, die eigene einheimische Bevölkerung sei daran nicht beteiligt gewesen. Nicht zuletzt die Ukraine und Polen versuchen sich weisszuwaschen. Die Ukraine ist heute daran, Strassen oder auch Sportstadien auf die Namen von ukrainischen «Helden» umzutaufen, die gegen Russland kämpften. Dass diese gemeinsam mit den Nazis auch Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung organisiert haben, wird dabei «übersehen». Jetzt hat die US-amerikanische Historikerin Nadya Williams die Lebensgeschichte ihrer Grossmutter veröffentlicht. Sie hat Infosperber erlaubt, ihren Artikel auf HNN zu übersetzen und zu übernehmen.


Zurück aus dem Waisenhaus in Sibirien – und alle Verwandten waren weg

«Jedes Jahr am 9. Mai begeht mein Geburtsland Russland den Tag des Sieges, um das Ende des Grossen Vaterländischen Krieges, auch bekannt als Zweiter Weltkrieg, zu feiern. Sie kennen diesen Feiertag vielleicht als 8. Mai, aber es war nach Mitternacht in Moskau, als Deutschland kapitulierte. Aber obwohl diese besonderen Daten historische Ereignisse sind, sind sie für die vorliegende Geschichte weniger wichtig. Alles, was zählt, ist, dass irgendwann in den Monaten nach der Kapitulation eine junge jüdische Frau aus einem Waisenhaus in Sibirien, wo sie den Krieg verbracht hatte, in einen Zug stieg und in die Ukraine zurückkehrte. Diese Frau war meine Grossmutter. Geschichten wie ihre erinnern uns daran, dass der Holocaust nicht ganz so fest in der Vergangenheit liegt, da seine Auswirkungen auf die Nachkommen der Überlebenden weiterhin nachhallen. Für mich als professionelle Historikerin, die sich mit Traumata in einer anderen historischen Periode beschäftigt, war das augenöffnend.

Meine Grossmutter war die ältere von zwei Schwestern, deren Mutter ein paar Jahre vor dem Krieg an einem Gehirntumor gestorben war. Als die deutsche Armee im Sommer 1941 ihren rücksichtslosen Einmarsch in die Westukraine begann, beschloss die Grossfamilie, dass es für den Vater das Beste wäre, mit der gebrechlichen jüngeren Schwester zu Hause zu bleiben, die ältere aber wegzuschicken. Der Zug mit den Kindern schaffte es aus der Ukraine heraus, aber nur knapp – wie durch ein Wunder blieb der Zug bei den deutschen Bombenangriffen unversehrt. Vier Jahre lang lebte sie dann in einem Waisenhaus. Man kann sich kaum vorstellen, wie das für ein stilles und schüchternes Mädchen im Teenageralter war, das so abrupt und dramatisch von zu Hause entwurzelt und in einen isolierten und verarmten Teil der Sowjetunion geschickt wurde, eine Region, die vor allem dafür bekannt war, als Verbannungsort für politische Verbrecher zu dienen. Der einzige Hinweis auf ihre Erfahrungen dort hat mit einem der grundlegendsten menschlichen Bedürfnisse zu tun: Nahrung. Sie erinnerte sich gegenüber ihrer Tochter, meiner Mutter, dass die beste Mahlzeit, die sie im Waisenhaus je bekam, an dem Tag aufgetischt wurde, als das Pferd des Direktors starb …

Aber nach vier langen Jahren fern von ihrer Familie durfte sie endlich einen Zug nach Hause besteigen. Vielleicht fragte sie sich, warum sie in diesen Jahren keine Post von ihren Verwandten erhalten hatte, aber die Post war während des Krieges notorisch unzuverlässig. Es ist daher denkbar, dass sie inständig hoffte, dass es noch jemanden gab, der auf ihre Rückkehr wartete. Und so kann sie die Wahrheit nicht sicher gewusst haben, bis sie nach Hause kam. Nur, da war kein Zuhause mehr. Wie sich herausstellte, lebten ihr Vater und ihre Schwester nur noch weniger als einen Monat nach ihrer eigenen Evakuierung 1941. Die übrigen ihrer Verwandten waren ebenfalls weg, zusammen mit der jahrhundertealten jüdischen Gemeinde, zu der sie gehörten. Die Welt mag von Babyn Jar gehört haben (wo innerhalb zweier Tage über 30’000 Juden ermordet wurden, Red.), aber es gab viele solcher Massaker überall in der Ukraine. Deshalb war die Heimkehr für meine Grossmutter kein Fest. Stattdessen wurde sie mit unbeschreiblicher Trauer und Verlust konfrontiert.

Der Verlust von Familie, Gemeinschaft und einer ganzen Tradition muss schwer gewogen haben. Aber ein Verlust übertraf alles andere und blieb deshalb unerwähnt: der Verlust von Gott. Ich erinnere mich nicht an meine Grossmutter, da ihr letzter Besuch stattfand, als ich noch zu jung war, um Erinnerungen zu haben. Ich kenne ihre Geschichte nur aus den Schnipseln, die sie meiner Mutter im Laufe der Jahre widerwillig erzählte. Aber was ich weiss, ist, dass die Schtetls, in denen meine Grosseltern aufwuchsen, vor dem Krieg lebendige religiöse Gemeinschaften waren, deren Alltag sich um die Einhaltung der Rhythmen des jüdischen religiösen Kalenders drehte. Und doch hörte meine Mutter sie in all den Jahren, in denen sie aufwuchs, nie von Gott sprechen. Dieses Schweigen spricht herzzerreissende Bände. Ich frage mich, was sie wohl gesagt hätten, wenn sie gewusst hätten, dass die Suche ihrer Enkelin nach dem Gott ihrer Vorfahren sie schliesslich zu Christus geführt hat. Es waren ja die christlichen Nachbarn der ukrainischen Juden gewesen, die so eifrig dabei waren, sie, die Juden, an die Nazis auszuliefern. Und es waren dieselben Nachbarn, die den trauernden und verwaisten Rest, wie meine Grossmutter, nach dem Krieg nicht wieder in ihren Gemeinden willkommen hiessen und sie noch lange danach ablehnten und verfolgten.

Meine Mutter, die in der Ukraine aufgewachsen ist, erinnert sich an eine Begebenheit, als sie, ein junger Teenager, die Strasse entlangging. Ein Passant schaute auf ihr eindeutig jüdisches Aussehen, beschimpfte sie und spuckte ihr ins Gesicht. Jahre später ging ihr Vater abends kurz spazieren und kam nicht mehr zurück. Ein betrunkener Motorradfahrer fuhr versehentlich über den Bürgersteig und tötete ihn. Als die Identität meines Grossvaters als Jude vor Gericht erwähnt wurde, wurde das Verfahren gegen den Motorradfahrer eingestellt. Das war im Jahr 1981!

Ich kann über diese Geschichten nachdenken, über das familiäre Erbe des generationenübergreifenden Traumas, des Holocausts und des strukturellen Antisemitismus, und das aus einer Position der Sicherheit und des Privilegs als weisse amerikanische Bürgerin der Mittelklasse, die obendrein zum Christentum konvertiert ist. Aber meine Mutter hat meinen Kindern im Laufe der Jahre zahlreiche Bücher geschickt. Sie alle handeln vom Holocaust. Als Militärhistorikerin der antiken Welt studiere ich die Auswirkungen des Kriegstraumas auf Menschen, die in vielen Fällen schon seit über zweitausend Jahren tot sind. Aber in diesen Krümeln der Familiengeschichte, die meine Mutter im Laufe der Jahre fallen gelassen hat, sehe ich, wie das Trauma in realen menschlichen Beziehungen ausgelebt wird. Der Holocaust ist kein einmaliges Ereignis, und mit den Generationen, die sein Erbe weitertragen, wirkt er sich auch heute noch auf das reale Leben realer Menschen aus. Als Historiker können wir manchmal vergessen, wie persönlich die Tragödien, die wir untersuchen, einst waren – und vielleicht immer noch sind. Aber als Historiker haben wir auch die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Welt nicht vergisst. 

Sachor Al tischkach  – Erinnere dich, und vergiss nie!

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Dieser Artikel ist unter dem Titel «Reflections on Russia’s ‹Victory Day›» zuerst auf der US-amerikanischen Plattform «History News Network HNN» erschienen.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Nadya Williams ist Professorin an der University of West Georgia mit Schwerpunkt Römisches und Griechisches Altertum.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Ukraine_Sprachen

Die Ukraine zwischen Ost und West

Die Ukraine ist sprachlich und kulturell ein geteiltes Land. Die Interessen klaffen weit auseinander.

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14 Meinungen

  • am 15.05.2021 um 11:26 Uhr
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    Vielleicht wäre zu ergänzen, dass SERBIEN (1941) nach schrecklichen Pogromen als erstes europäisches Land «Judenfrei» meldete.
    Heute spielt sich das Land, welches noch jüngst Genozide verübte – an Kroaten (zB Vukovar), Bosniern (zB Srebrenica) und Albanern im Kosovo – als Hort des Antirassismus im 2. WK auf. So geht erfolgreiche Geschichtsklitterung. Teilweise unter dem aktiven Schutz linker westlicher Journalisten.

    https://www.cambridge.org/core/journals/slavic-review/article/abs/serbien-ist-judenfrei-militarische-besatzungspolitik-und-judenvernichtung-in-serbien-194142-by-walter-manoschek-beitrage-zur-militargeschichte-munich-r-oldenbourg-1993-210-pp-hard-bound/27BDD144ECA86157AD59346BAD241ED6#

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  • am 15.05.2021 um 11:55 Uhr
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    Dieser Hass auf die Juden existierte nicht nur in Osteuropa.
    In Frankreich, Belgien, der Schweiz war nicht anders.
    War es Neid auf die Vermögenden? Dass die Juden es geschafft haben vermögend zu werden haben wir unseren Vorfahren im Mittelalter zu verdanken. Damals wurde ihnen verboten einen Handwerksberuf zu erlernen. Was blieb ihnen so nur möglich, das war der Handel. So bauten sie sich mit der Zeit viele kleine Imperien auf. Das wird in vielen Diskussionen vergessen.
    Der J im Pass erfolgte auf eine CH-Empfehlung um die Juden an der Grenze besser identifizieren zu können.
    Man muss nicht glauben, dass der von den Nazi eingeführten gelben Stern von ihnen erfunden wurde: Es ist die Wiederholung von Geschehnissen des mittelalterlichen Europas , in dem christliche Fürsten das Tragen eines Gelben Flecks anordneten, um die Juden für die Christen kenntlich zu machen.
    Als Christ verurteile ich die Machenschaften unserer Vorfahren und der heutigen Judenhasser.
    Ich finde es schade, dass das jüdische Israel aus ihrer Geschichte nicht viel gelernt hat und jetzt die Palästinenser (spreche nicht von der Hamas, sondern von der normalen palästinischen Bevölkerung Israels) genau so erniedrigt wie ihre Vorfahren hauptsächlich in Europa erniedrigt wurden.
    Zeichen, dass der Mensch nichts aus der Geschichte gelernt hat. Das stimmt traurig und verheisst nichts Gutes für die Zukunft.
    .

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  • am 15.05.2021 um 13:27 Uhr
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    Der Historiker Götz Aly hat zu den unterschiedlichen Mordziffern an Juden im europäischen Vergleich einen Vortrag gehalten und dabei auf die Beteiligung lokaler Behörden und der Bevölkerung abgehoben:

    Europa gegen die Juden 1880-1945 (Vortrag am 11.12.2017)

    «Deutsche stellten die technischen Mittel bereit und einen erheblichen Teil des Personals. Sie stützten ihre Politik der Ausgrenzung und Vernichtung auf die starken und in den zurückliegenden Jahrzehnten immer stärker gewordenen Wünsche, die Juden irgendwie loszuwerden. Ohne die vielen arbeitsteilig helfenden Einheimischen in den von Deutschland besetzten und mit Deutschland verbündeten Ländern, ohne die dort mitwirkenden Verwaltungsbeamten, Polizisten, Journalisten und Politiker hätte sich das Projekt „Endlösung“ nicht mit atemberaubender Geschwindigkeit verwirklichen lassen.»

    https://www.youtube.com/watch?v=40HUB68x6Kg

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  • am 15.05.2021 um 13:47 Uhr
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    Der Antisemitismus ist Ausdruck eines aus der Tierwelt übernommenen Instinkts, Andersausehende, anders Verhaltende oder – im Menschen – anders Denkende als eine potentielle Gefahr wahrzunehmen und abzulehnen. Das spielt sich heute vor unseren Augen zum Beispiel bei der Ablehnung von Moslems und Islam ab,.Wenn sich zu dieser Ablehnung auch noch der Machtausdruck der Schwächeren hinzu gesellt, die sich nur stark fühlen, wenn sie andere quälen oder vernichten können, dann haben wir Progromme, Apartheid und/oder Vernichtungslager, wie jüngst in Ruanda oder in Bosnien. Das wird sich erst ändern, wenn wir unsere Kinder auf diese Tendenzen aufmerksam machen und ihnen erklären, dass wir mit solchen anti-kooperativen Einstellungen nie unsere globalen Probleme lösen können.

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  • am 15.05.2021 um 14:35 Uhr
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    Ich halte die Zuordnung dieses Artikels unter «Gesellschaft-Ethnien-Religionen»

    https://www.infosperber.ch/gesellschaft/ethnien-religionen/so-hat-meine-grossmutter-den-holocaust-in-der-ukraine-ueberlebt/?unapproved=130515&moderation-hash=5c06340008c920bedf482baab595965e#comment-130515

    für falsch.

    Der Futterneid-Antisemitismus in ganz Europa im Zuge der europäischen Modernisierung ab 1840 konnte gerade im II. WK zu seinem Gipfel gelangen. Wie schön, wenn die deutschen Besatzer das Eigentum der deportierten bzw. an Ort und Stelle erschlagenen Juden an die lokale Bevölkerung verteilten. So entstanden Komplizenschaften, die auch den ukrainischen Juden zum Verhängnis wurden, und die den deutschen Besatzern das Leben ungemein erleichterten.

    Das ist es, was ich aus dem Aly-Vortrag gelernt habe.

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  • am 15.05.2021 um 15:25 Uhr
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    Hallo

    Ich bin mir nicht 100%ig sicher, meine aber das Bild zu dem Artikel schon einmal in einem Artikel über Vergewaltigungen Berliner Frauen durch Soldaten der russische Armee nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands gesehen zu haben. Es kann also sein, daß hier ein Bild verwendet wurde, welches nicht zum Thema des Artikels passt. Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn Sie das nochmal überprüfen.

    Falls ich mich irre, möchte ich mich bei Ihnen für die entstandene Mühe schon jetzt entschuldigen.

    Vielen Dank

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    • am 15.05.2021 um 18:24 Uhr
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      Die Quelle des Bildes ist jetzt in der Bildunterschrift erwähnt und verlinkt. Danke für den Hinweis. Mit freundlichem Gruss, Christian Müller

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  • am 15.05.2021 um 22:44 Uhr
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    Soweit ich sehe, beruhte der Hass auf die Juden vor allem darauf, dass man in ihnen Nutznießer und Kollaborateure der verhassten bolschewistischen Regierung sah. Das mag richtig sein oder nicht – aber jedenfalls wäre es etwas, was gegenwärtige einschlägige Historiker einmal anhand der Quellen zu überprüfen und aufzuklären hätten anstatt ständig bloß die abgedroschenen Narrative über «einheimische Nazi-Kollaborateure» wiederzukäuen.

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  • am 16.05.2021 um 10:03 Uhr
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    Wie Traumata weiter wirken, wird in den Büchern von Sabine Bode beschrieben, u. a. ‹Kriegskinder›. Zeitlose Mechanismen, die ich nicht nur in der eigenen Familie beobachtet habe:
    aus der Perspektive der Mitläufer, aber auch der Flüchtlinge: auf der einen Seite Verdrängung und Abschwächung, auf der anderen Seite Schweigen und übermäßige Anpassung. Gleichaltrige (jetzt Mittfünfziger) berichteten noch von Hänseleien durch Lehrer in der Grundschule wegen der schlesisch/ostpreußischer Nachnamen: ‹die ganze Reihe mit den -itzes›!
    Leider findet eine echte Aufarbeitung kaum statt, in keiner mir bekannten Region. Von der Bevölkerung erwartet man, daß sie wieder aufbaut, funktioniert und alles sei wieder gut. Daß es nicht so ist, sieht man u. a. in Osteuropa aber auch in anderen Regionen/Ländern. Politik wird immer nur für das 1% gemacht, der Rest soll sehen, wie sie klar kommen, gerade mit den Folgen von Entwurzelung, Verlusten von Familie, Gemeinschaft, Hab und Gut, Armut. Egal auf welcher Seite. Dann braucht man sich wirklich nicht über die Langzeitfolgen wundern.

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    • am 17.05.2021 um 13:50 Uhr
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      Das Thema «Flucht und Vertreibung» sollte nicht in diesem Zusammenhang aufgegriffen werden, da es dazu zu große Unterschiede gibt, Viele Juden hatten keine Mödlichkeit zu fliehen, denn damals wie heute ist Flucht immer auch mit Geld verbunden, Geld was die Schleuser bekamen.

      Flucht und Vertreibung jedoch war insbesondere der vorherigen Geschichte verbunden. So wurden zur Kriegsvorbereitung des Dritten Reichs, insbesondere im Ausland lebende DEUTSCHE instrumentalisiert, wurden als Verfolgte und Bedrohte verwendet, so wie heute in fast jedem Staat, insbesondere denen die der USA nicht besonders gesonnen sind, bedrohte Völkkerschaften und verfolgte «Demokraten» zu finden sind. Das isz Aufgabe der Propaganda, die eigene Bevölkerung für einen Krieg reif zu machen. Als dann die Rote Armme, den Vormarsch zum Stoppen brachte, als der Rückzug begann, setze diese Propagande erneut ein und erzeugte eine Todesangst unter der Bevölkerung in den östlichen Gebieten. Sie ergriffen in der Mehrzahl lange vor dem Beschluß der Umsiedlung, die Flucht vor den «Horden» der Roten Armee – verwenden aber heute, dass sie einzig vertrieben wurden.

      Diese Aussiedlung wurde NUR vorgenommen, damit eine neuer deutscher Staat sich nicht wieder auf die «Befreiung der deutschstämmigen Bürger im Ostern» beziehen, und somit einen Kriegsgrund vortäuschen konnte.

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  • am 16.05.2021 um 15:41 Uhr
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    Den Kommentar von Lahor Jakrlin kann man so nicht stehen lassen.
    Nicht Serbien hat sich «Judenfrei» gemeldet, sondern die deutschen Besatzer haben das getan. Im Gegensatz zum kroatischen Gebiet Jugoslawiens, zu Polen oder der Ukraine, haben sich nicht lokale Kollaborateure an den Massakern maßgeblich beteiligt, sondern diese waren das Werk von deutschen und verbündeten Einheiten.
    Ich empfehle, um die geschichtlichen Fakten nicht völlig zu verdrehen, zumindest den Wikipediaartikel «Balkankrieg (1941)» zu lesen.

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  • am 16.05.2021 um 19:12 Uhr
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    Schon zu Zeiten des Bürgerkrieges nach der Oktoberrevolution starben Zehntausende Juden in Pogromen und Massakern auf ukrainischem Territorium, durchgeführt von der ukrainischen und der Weißen Armee. Vielleicht besteht ja ein «roter Faden» zu den relativ einfach durchführbaren Deportationen von Juden unter deutscher Besatzung in der Ukraine.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Russland#Russischer_B%C3%BCrgerkrieg

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  • am 17.05.2021 um 09:58 Uhr
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    Zu erwähnen wären hier auch die faschistische Ustascha und ihre Eliteeinheit die Schwarze Legion in Kroatien. Diese verübten zahlreiche Massaker und Kriegsverbrechen an Zivilisten, regimefeindlichen Kroaten, Serben, Juden und anderen Minderheiten.

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  • am 17.05.2021 um 13:02 Uhr
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    @ Heinz Hattinger, Wien, am 16.05.2021 um 15:41 Uhr
    Danke, Herr Hattinger für die Klarstellung. Ich wollte mich gerade ebenfalls in Ihrem Sinne äußern.
    Beste Grüße.

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