The World of Hate

«The World of Hate» – eine Grafik von «EU East StratCom Task Force» vom 3. Juni 2021. Die Grafik war allerdings nicht vorgesehen als Illustration westlicher Polit-Propaganda, aber zum hier folgenden Text passt sie ausgezeichnet. © EU East StratCom

So wird der Hass auf Russland produziert

Christian Müller /  Dass Russland in westlichen Medien schlecht gemacht wird, hat System. «swissinfo.ch» hilft mit, den Hass auf Russland zu fördern.

Am 14. Juni trifft US-Präsident Jo Biden in Brüssel die Staats- bzw. Regierungschefs der NATO-Staaten und am 16. Juni in Genf Russlands Staatspräsident Wladimir Putin. An Empfehlungen, was da in Brüssel beschlossen werden soll, fehlt es deshalb nicht.

Beispiel 1: Der internationale «Berater» hinter den Kulissen

Er ist einer der prominentesten politischen «Berater» der westlichen Welt. Er war US-Botschafter bei der NATO. Er war US-Sonderberater in der Ukraine. Er war Gründungsdirektor des «McCain Institute for International Leadership». Er ist Gründer und Präsident der «Alliance Strategic Advisors». Und natürlich mischt er auch im Bereich von Lobbying und im Finanzbereich auf höchster Ebene mit. Sein Name: Kurt Volker. (Für die Details seiner politischen Beziehungen siehe die Box unten.)

Kurt Volker empfiehlt der NATO, endlich einen härteren Kurs gegen Russland zu fahren. Russland bezeichnet er als aggressiv und scheut sich nicht, dazu auch die Geschichte zu fälschen. So etwa behauptet er, Russland habe 2008 Georgien angegriffen, obwohl es dazu im Auftrag der EU und unter der Leitung der Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini eine umfangreiche Untersuchung gab, die klar zum Schluss kam: Es war Präsident Micheil Saakaschwili, der am 8. August 2008 den Angriff befahl. Volker empfiehlt der NATO, die Ukraine und Georgien als Vollmitglieder aufzunehmen, und er wünscht sich einen erneuerten deutsch-amerikanischen Schulterschluss als «Chance zu einem neuen, mutigen Kurs zur Sicherung der Zukunft Europas» – gegen Russland.

Zu Kurt Volkers ausführlichen Empfehlungen an die NATO, hier anklicken (in Englisch).

Beispiel 2: Das britisch-königliche Institut Chatham

«Chatham House, das Königliche Institut für Internationale Angelegenheiten, ist ein weltweit führendes politisches Institut mit Sitz in London. Unsere Aufgabe ist es, Regierungen und Gesellschaften beim Aufbau einer nachhaltig sicheren, wohlhabenden und gerechten Welt zu helfen.» So der Text auf der Website des Instituts. («Chatham House, the Royal Institute of International Affairs, is a world-leading policy institute based in London. Our mission is to help governments and societies build a sustainably secure, prosperous and just world.»)

Tönt ganz vernünftig. Und was ist die Realität? Vor einigen Wochen hat Chatham ein über hundert Seiten starkes Papier veröffentlicht, in dem die 16 wichtigsten «Mythen» zu Russland analysiert und widerlegt werden. Mythe Nr. 1: «Russland und der Westen sind genauso ‹böse› wie der jeweils andere.» Mythe Nr. 2: «Russland und der Westen wollen das Gleiche.» Mythe Nr. 3: «Russland wurde versprochen, dass die NATO nicht erweitert wird.» Und so weiter. Mythe Nr. 12: «Die Krim war immer russisch.» Mythe Nr. 14: «Sanktionen sind der falsche Weg.»

Das Königliche Institut hat 16 Punkte gefunden, warum Russland prinzipiell schlecht und gefährlich ist. 16 mal wird aufgezeigt, dass das, was die Leute zu wissen glauben, falsch ist, und vor allem natürlich, was stattdessen wahr ist. Und im Nachwort wird darauf hingewiesen, dass es noch viele weitere Punkte gäbe, die man anführen könnte. 113 Seiten umfasst das Papier, wer es nachlesen möchte – in englischer Sprache – einfach hier anklicken. Wer’s lieber hört als liest: hier anklicken.

Das Papier des Königlichen Instituts in London, das «den Staaten beim Aufbau einer gerechten Welt zu helfen» verspricht, weiss es: Nur wer Russland hasst, hat die richtige Einstellung.

Beispiel 3: Die staatliche Plattform «swissinfo.ch» der neutralen Schweiz

Unter den Autoren des Königlichen Chatham House figuriert auch eine Dr Lilia Shevtsova. Aber Lilia Shevtsova findet man nicht nur unter Chatham House, sondern auch unter SWI swissinfo.ch. Swissinfo.ch, was ist denn das?

«SWI swissinfo.ch ist der internationale Dienst der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR. Er bietet unabhängige Berichterstattung über die Schweiz.» Und weiter: «Im Rahmen seiner Leistungsvereinbarung mit dem Bundesrat bietet SWI swissinfo.ch unabhängige Berichterstattung über Schweizer Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft. Zusätzlich berichtet die Online-Plattform über Themen, die besonders für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer relevant sind, um mit ihnen in Dialog zu treten und sie bei der Ausübung ihrer politischen Rechte in der Schweiz zu unterstützen.» Finanziert wird swissinfo.ch zur Hälfte von der gebührenfinanzierten SRG und zur Hälfte direkt aus Bundesgeldern, verwaltet durch das Bundesamt für Kommunikation BAKOM.

Und was schreibt Lilia Shevtsova am 4. Juni 2021 auf swissinfo.ch? Man lese den ersten Abschnitt:

«Der russische Präsident hat höllisch viel Glück gehabt. An allen Fronten, im In- und im Ausland. Im eignen Land hat seine Regierung eine politische Sahara geschaffen. Selbst kleinste Wasserpfützen wurden trockengelegt. Und es scheint, dass dies aus reinem Vergnügen geschieht. Die russischen Administratoren trainieren sich im Sadismus, die Menschen zu erniedrigen und zu Handlangern zu machen. Sie schiessen wild um sich mit gesetzgeberischer Repression. Und der Sieg des Kremls nach aussen ist nicht weniger beeindruckend. Der Westen ist auf dem Rückzug. Statt gegen Russland zurückzuschlagen, begnügen sich die westlichen Staaten mit Abwarten oder gar mit Wohlwollen gegenüber Russland.»

Den Rest des von swissinfo.ch publizierten Artikels in russischer Sprache kann man sich denken – oder ihn hier nachlesen. Auch Lilia Shevtsova verliert kein gutes Wort über Russland und fordert die westliche Welt auf, endlich gemeinsam gegen Russland vorzugehen.

Und dies auf swissinfo.ch, einer Infoplattform eines neutralen Staates? Eine Nachfrage bei der Redaktion in Bern wird freundlich beantwortet: Da sich Joe Biden und Wladimir Putin in Genf treffen werden, sei das auch ein Schweizer Thema. Es würden auch andere Artikel zu diesem Thema auf swissinfo.ch veröffentlicht. Was stimmt. Zum Beispiel am 7. Juni, also drei Tage später, von einem Viktor Jerofejew. Im Vorspann dieses Artikels steht dann der Satz: «Biden reist nach Genf, um die Welt stabiler zu machen. Putin geht zum Gipfel, um Russland stärker zu machen.»

Womit sich der Kreis wieder schliesst. US-Aussenminister Antony Blinkens Busenfreund Robert Kagan, Victoria ‹Fuck the EU› Nulands Ehemann, hat in der US-Zeitschrift «Foreign Affairs» im April 2021 dargelegt, dass die Welt nur stabil sein kann, wenn sie von den USA allein dirigiert wird.

Alles klar?

Kurt Volkers Positionen nach eigenen Angaben

«Botschafter Kurt Volker ist ein führender Experte in der US-Außen- und nationalen Sicherheitspolitik mit rund 30 Jahren Erfahrung in einer Vielzahl von Regierungs-, akademischen und privatwirtschaftlichen Funktionen. Er diente als US-Sonderbeauftragter für die Ukraine-Verhandlungen von 2017 bis 2019 und als US-Botschafter bei der NATO von 2008-2009. Botschafter Volker ist derzeit Managing Director, International, und Co-Vorsitzender des Beirats der BGR Group, die Regierungsbeziehungen, Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmensberatung für eine Vielzahl von Kunden anbietet. Er ist außerdem Präsident und Gründer von Alliance Strategic Advisors, LLC, und war zuvor als Direktor von CG Funds Trust und dem Wall Street Fund tätig.Von 2012-2019 war Botschafter Volker der Gründungsdirektor des McCain Institute for International Leadership, einer Einrichtung der Arizona State University in Washington, D.C. Er ist weiterhin Senior Advisor beim Atlantic Council, Treuhänder des American College of the Mediterranean in Aix-en-Provence, Frankreich, Treuhänder der Hungary Initiatives Foundation, Mitglied des GLOBSEC International Advisory Board und Mitglied des International Advisory Board des U.S. Institute for Peace. Er hat transatlantische Beziehungen an der Elliott School of International Affairs der George Washington University gelehrt und ist Mitglied des Beirats dieser Schule.» (Zum Original auf CEPA hier anklicken.)

Auf Wikipedia ist zusätzlich erwähnt, dass Kurt Volker von 1986 bis 1988 für die CIA arbeitete.

Kleine Fussnote: Der auf swissinfo.ch publizierte Artikel von Lilia Shevtsova wurde von der russischen Plattform inoSMI übernommen. InoSMI ist die Plattform, auf der die Russen und Russinnen sehen können, was ausländische Medien über Russland schreiben (siehe auch hier). Klickt man dort den Namen Lilia Shevtsova an, steht geschrieben, sie sei eine «führende Forscherin» des «Carnegie Moscow Center» und freie Mitarbeiterin der Brookings Institution. Ersteres ist falsch. Eine Rückfrage in Moskau hat ergeben, dass Lilia Shevtsova das «Carnegie Moscow Center» schon 2014 verlassen hat und dass das «Carnegie Moscow Center» sich von diesem ihrem Text auf swissinfo.ch distanziert. – Unklar ist, wer den Artikel von Lilia Shevtsova finanziert. Die Redaktion von swissinfo.ch beantwortete die Frage, was für diesen Artikel bezahlt worden sei, es sei nichts bezahlt worden.

PS vom 10. Juni 2021: Der heutige Artikel des Genfer Journalisten und Politikers Guy Mettan auf swissinfo.ch zum Verhältnis Biden/Putin ist wesentlich fairer und korrekter. So ist swissinfo.ch lesenswert.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Zum Autor Christian Müller deutsch und englisch.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Weiterführende Informationen

Zum Infosperber-Dossier:

Putin_FlorisLooijesteijn_DSC01202_cc

Der Umgang mit Putins Russland

Russland zwischen Europa, USA und China. Berechtigte Kritik und viele Vorurteile.

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25 Meinungen

  • am 9.06.2021 um 12:07 Uhr
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    Lieber Christian
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass Du etwas blind auf einem Auge bist.
    Fakt: Präsident Saakaschwili hat den Angriff befohlen. Das stimmt.
    Leider lässt Du den Grund weg: Südossetien und Abchasien hatten sich abgespalten, waren aber georgisches Staatsgebiet. Russland hatte die Abspaltung unterstützt, da dort mehrheitlich Russisch gesprochen wird.
    Ähnliche Parallele Ukraine mit der Abspaltung der ostukrainischen Oblasten Donezk und Luhansk. Auch hier holte sich die Ukraine eine blutige Nase, da die Russische Föderation massiv eingriff. Bevor die RF einschritt waren die Milizen auf dem Rückzug. Auch hier wird Russisch gesprochen.

    Ich habe die Aussage Putins nicht vergessen: Überall wo Russisch gesprochen wird ist Russland. Aus diesem Grund haben einige baltischen Staaten Angst, dass dort das Gleiche geschehen könnte wie in Georgien und in der Ukraine.
    Diese starke russische Volksvertretung ist Stalin zu verdanken. Auch auf der Krim.

    Zur Hetze: Du beanstandest zu Recht, was da im Westen über Russland geschrieben wird, ist nicht korrekt. Damit lässt sich kein Vertrauen aufbauen.
    Was Du auch hier unterlässt: Auch in der RF wird gegen Westeuropa und die USA gehetzt. Ich würde da nicht die Hand umdrehen wollen. Beide Lager haben ihre Scharfmacher.
    Es bleiben aber immer noch die ungesühnten Morde Oppositioneller im Westen durch den KGB und seiner Nachfolgeorganisationen. Angefangen mit Bandera in München. Das haben bis jetzt nur die russ Regierungen befohlen!

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  • am 9.06.2021 um 13:20 Uhr
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    «Chatham House, das Königliche Institut für Internationale Angelegenheiten, ist ein weltweit führendes politisches Institut mit Sitz in London. Unsere Aufgabe ist es, Regierungen und Gesellschaften beim Aufbau einer nachhaltig sicheren, wohlhabenden und gerechten Welt zu helfen.» – Der Leistungsausweis dieser 1920 gegründeten hochkarätigen «Weltherrscher-Organisation» fällt dürftig aus. Den 2. Weltkrieg konnte sie trotz ihrer Einflussmöglichkeiten nicht verhindern. Seit der Hochkonjunktur geht es auf der Welt trotz allem Fortschritt in Wissenschaft und Technologie in beschleunigtem Tempo bergab. Die moralische Bewertung von Ost und West ist im geschichtlichen Kontext vorzunehmen. Hochmut und Selbstgerechtigkeit des Westens ist fehl am Platze. – Gegen den Aufbau einer «gerechten Welt» ist nichts einzuwenden aber jeder Krieg wird unter dem selben Slogan geführt. – Wer eine «gerechte Weltordnung» propagiert, sollte im Lichte von Psalm 2 auf den Boden der Realität zurückgeholt werden. – Auch aus geschichtlicher Erfahrung.

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  • am 9.06.2021 um 13:42 Uhr
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    „Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“ (Brecht) Es tut so gut, dass der Infosperber und seine Autoren sich der ungeheuerlichen Mühe unterziehen, Licht ins Dunkel zu bringen: Schon seit dem 1. Weltkrieg, als England ja noch in der Triple Entente mit Russland verbündet war, hat sein Geheimdienst MI6 in Russland mitgemischt, u.a. beim Attentat auf Rasputin, der gegen den Eintritt Russlands in den Krieg war. Das einfache Mittel, selbst als die „Guten“ dazustehen, indem die eigenen hinterhältigen Handlungen auf den „Feind“ projiziert und Hass erzeugt wird, ist leider bis heute erfolgreich. Ein kaum mehr zu überschauendes Netz von NGOs, Stiftungen, Denkfabriken, Kultureinrichtungen, Medien, Presseorganen, Verlagen, Justiz, Politik, Parteien, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Militär, Geheimdiensten, seit über 100 Jahren aufgebaut und immer weiter verfeinert, arbeitet zum größten Teil im Dunkeln. Es ist auch nicht zu entwirren, was England (z.B. Chatham House) oder die USA (Council on Foreign Relation oder RAND-Corporation u.v.m.) aushecken und über Medien und nicht zuletzt die Unterhaltungsindustrie, dafür sorgen, dass das gezeichnete Selbstbild in seinem scharfen Kontrast zum Feindbild dazu dient, die gefährliche Ideologie zu befördern, wonach die militärische Vormachtstellung der USA/ NATO mit ihren Atombomben, Drohnen und Biowaffen grundsätzlich zu begrüßen ist, da sie uns vor dem Phantom-Feind, Russland, und anderen projizierten Feinden „rettet“.

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  • am 9.06.2021 um 16:00 Uhr
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    Und wieder wird offenbar eine Front von «Russlandhasser*innen» aufgedeckt. Ich las den Beitrag bis zu «Kurt Volker … scheut sich nicht, … auch die Geschichte zu fälschen. So etwa behauptet er, Russland habe 2008 Georgien angegriffen, obwohl es dazu im Auftrag der EU und unter der Leitung der Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini eine umfangreiche Untersuchung gab, die klar zum Schluss kam: Es war Präsident Micheil Saakaschwili, der am 8. August 2008 den Angriff befahl.» Dazu gibt es einen Link zum 44seitigen Report, den ich mal angeklickt habe. Sein Titel: «Independent International Fact-Finding Mission on the Conflict in Georgia». Es handelt sich offenbar um einen Konflikt, der ausschliesslich auf dem Territorium des souveränen, völkerrechtlich anerkannten Staates Georgien ausgetragen wurde. Was hat Russland da zu suchen? Mit wessen Mandat? In der Tat hat die Regierung Georgiens mit den Kriegshandlungen begonnen. Auf Seite 11 heisst es dann in Frau Tagliavinis Bericht: «In a counter-movement, Russian armed forces, covered by air strikes and by elements of its Black Sea fleet, penetrated deep into Georgia …» Das tönt für mich definitiv aggressiv und nicht nach Deeskalation oder Schutzmassnahmen für eine gefährdete Minderheit.
    Der Vorwurf an Herrn Volker, die Geschichte zu fälschen wirkt nach dieser (vom Autor angeregten) Lektüre reichlich konstruiert. Viel interessanter wäre es, von alternativen Vorschlägen im Verhalten gegenüber der Regierung Russlands zu lesen.

    8
  • am 9.06.2021 um 16:25 Uhr
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    Ich bin empört über diese Schmierenkomödie. Ich habe soeben der Generaldirektion der SRG einige Fragen gestellt und bin gespannt auf die Antworten. Das dürfen wir uns als Gebührenzahlende doch einfach nicht bieten lassen. Zum Glück gibt es noch einen sprachgewandten Fachmann, der diese undurchsichtige, ferngesteuerte Szenerie mit Sperberaugen beobachtet und uns immer wieder informiert. Vielen DanK!

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  • am 9.06.2021 um 16:58 Uhr
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    Der antirussische Wahn, mit historischen Wurzeln schon im 15. Jahrhundert, hatte im Laufe des 19. Jahrhunderts zur Kreierung des „Russophobie“-Begriffes geführt. Russophobie steht für die bewusste Schürung irrationaler Russland-Ängste und für Übertreibungen einer von Russland ausgehenden Gefahr. Also in etwa genau so irrational und idiotisch wie antisemitisches Gedankengut. Genauso wie der Antisemitismus im Dritten Reich (und nicht nur da), hat sich die Russophobie in den Köpfen breiter Kreisen eingenistet und wird uns von einem Militär- und Polizeiapparat (damals NAZI heute NATO) über die gleichgeschalteten Systemmedien immer wieder aufs Neue eingetrichtert. Leute, die nicht glauben, dass die fortwährende Eskalation gegen Russland zu einem Atomkrieg führen könnte, haben einfach ihr Gehirn abgeschaltet und weigern sich, alle Möglichkeiten vollständig abzuwägen. Sie tun dies aus intellektueller Feigheit und abgrundtiefer Ignoranz. Also alles wie schon einmal gehabt und keiner will am Schluss davon gewusst haben! Es wäre auch nicht so schwer sich richtig zu informieren. Menschen sind in der Lage zu überlegen und es wäre eine gottverdammte Schande, wenn wir uns selbst auslöschen würden, bevor wir merken was für ein schmutziges Spiel mit uns getrieben wird.

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  • am 9.06.2021 um 22:28 Uhr
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    Sie sind unglaublich einseitig in Ihren Aussagen, ich verstehe überhaupt nicht, wo sie irgendwas wie eine aufbauende Kraft im heutigen Russland unter Putin sehen wollen. Unkonventionelle Kriegsführung mit Propaganda und gezielter Desinformation sind ganz normale Taktiken beider Seiten. Leider hat sich das russische Volk immer noch nicht befreien können und geht wirtschaftlich in Bedeutungslosigkeit unter, Hammer und Sichel von China scheinen viel heller. Und falls Demokratie ein Merkmal der Freiheit für Sie ist, kucken Sie mal genauer hin.

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    • am 9.06.2021 um 23:18 Uhr
      Permalink

      @ Daniele Ulrich – Genau den Vorwurf der Einseitigkeit weise ich in aller Schärfe zurück. Ich war x-mal in den USA (von Florida bis Alaska, von New York bis San Francisco, x-mal in Russland (schon in den 1980er Jahren, also noch im Kalten Krieg), x-mal auch in China. In unserer Familie verstehen und sprechen wir sechs Sprachen, darunter auch Russisch. Genau das ist mein USP: Als promovierter Historiker, erfahrener und weitgereister Journalist und aufgrund finanzieller Unabhängigkeit (weil mittlerweile in Pension) kann ich mir leisten, Nachrichten, Analysen und Kommentare aus vielen verschiedenen Ländern zu lesen, aus der Schweiz, aus Deutschland, aus UK, aus den USA, aus Kanada, aus der Ukraine, aus Russland, oder auch aus Israel. Und wenn Sie mir sagen, dass die Demokratie in den USA perfekt ist, dann habe ich tatsächlich ein Problem: Ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll. So ganz «zufällig» war ich nämlich auch noch zehn Jahre lang Präsident der Schweizer Sektion der Organisation «Democracy without Borders». Da musste ich mich ziemlich intensiv mit dem Thema Demokratie beschäftigen. – Woher haben Sie Ihre Informationen? Mit Dank für Ihr Interesse an Infosperber, Christian Müller

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  • am 10.06.2021 um 00:01 Uhr
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    Wenn ich davon ausgehen muss, dass es in Russland eine hetzerische antiwestliche Propaganda gäbe, dann müsste ich diese doch sehen, belegen und beweisen können. Würde es diese Hetze gegen den Westen geben, dann wären diese gross und übertrieben von der deutlich sichtbaren, westlichen, oft verbal gewalttätigen Propaganda, kommend vor allem aus den Usa, schon lange 24 Std am Tag in den Medien. Wo ist diese angebliche Hetze und Propaganda von Russland? Mann muss ja nicht unbedingt miteinander befreundet sein, man kann auch so mit Anstand und Würde aneinander vorbei kommen. Wer Wind sät, könnte Sturm ernten. Feindbilder lenken von den eigenen inneren Problemen ab. Das ist etwas, was viele Politiker tun. Die Usa steckt in einer schweren Krise, sozial, gesundheitlich und finanziell. Menschen leben in Zelten auf der Strasse, fanatische Bewegungen machen sich breit, die Schere Reich und Arm klafft immer mehr und mehr auseinander. Der unregulierte Kapitalismus begünstigt Korruption und Raubbau an der Basis-Bevölkerung. Alte reiche Präsidenten können diese Probleme nicht lösen, sie präsentieren zu einem grossen Teil den Willen der Hochfinanz, welche Präsidenten erschafft und fallen lässt, wie es ihr beliebt. Die Usa braucht endlich wieder einen charismatischen, mutigen, möglichst unabhängigen jungen Präsidenten und kein Altersheim im weissen Haus. Die Zukunft steht auf dem Spiel auch von Europa. Der gegenwärtige Präsident lebt im Vorgestern, träumt wohl noch von Korea und Vietnam.

    0
  • am 10.06.2021 um 09:44 Uhr
    Permalink

    Weil ein Teil der Finanzierung von Swissinfo über die serafe Gebühren zwangsfinanziert ist und es sich dabei um eine klare Verletzung des öffentlichen Auftrags zu objektiver Berichterstattung handelt, empfehle ich, die serafe Gebühren nicht mehr zu bezahlen.
    Ich will mir später nicht vorwerfen müssen, dass mit meinen Gebühren sogar in der «neutralen» Schweiz zu einem Krieg gegen Russland getrommelt wurde.
    Kann jemand echte Bemühungen des Westens inklusive Schweiz um Dialog und Deeskalation erkennen?
    Dabei wird immer das gleiche Muster angewandt: Der gutmütige und nachlässige Westen macht viel zu lange nichts, aber jetzt müssen wir endlich die Schrauben anziehen …. dabei weisen die meisten Fakten in die Gegenrichtung. Viele kennen diese Fakten einfach nicht, sie werden uns vorenthalten. Damit wird eine Völkerverständigung unmöglich.
    Den NATO-Medien kann man in Sachen Propaganda nicht das Wasser reichen – einsame Spitze.
    Lesen Sie mal ein paar Monate https://www.anti-spiegel.ru/, um sich ein Bild der Gegenseite zu machen – solange dies noch möglich ist.
    Einfach als Versuch zur Völkerverständigung.

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  • am 10.06.2021 um 16:53 Uhr
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    Wenn jemand wie dieser Kurt Volker empfiehlt, die Ukraine und Georgien in die Nato aufzunehmen, dann hat er sich bereits unglaubwürdig gemacht!

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  • am 11.06.2021 um 16:17 Uhr
    Permalink

    @ Beatus
    Ich empfehle mal den russischen Sender RT International (auf Russisch) zu öffnen (ist auf verschiedenen Kabelkanälen zu empfangen oder Sputnik auf Deutsch (https://de.rt.com/tag/Sputnik/) zu lesen.
    Die Moskauer-Deutsche Zeitung (https://mdz-moskau.eu/) schreibt recht neutral.
    Interessant ist auch das was Wikipedia über die Propaganda aus der RF schreibt: https://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda_in_der_Russischen_F%C3%B6deration.
    Dagegen jammert der russ. Botschafter über die dt. Medien: https://russische-botschaft.ru/de/2015/09/28/studie-insbesondere-deutsche-medien-mogen-russland-nicht/
    Meiner Meinung hat das auch seinen triftigen Grund, denn Druck und Desinformation erzeugt Gegendruck.
    Man darf nicht vergessen, dass fast alle Menschen, die vor 1990 20 Jahre alt waren vom Eisernen Vorhang geprägt wurden Sei es die in der UDSSR, in den Satellitenstaaten oder die in den sog. westl. Demokratien.
    Auch ich bin ein Produkt aus dieser Zeit: Erlebte die Aufstände in Ungarn, in der DDR, in der CSSR und Polen, wobei Polen dank Gen. Jaruselski nicht überrannt wurde. Dafür führte er das Kriegsrecht ein. Jedesmal flohen abertausende Menschen aus dem sog. Arbeiterparadies.
    Das Beste wäre wenn beide Blöcke das bis jetzt Erfolgte ablegen könnten und den Zähler wieder auf Null stellen könnten. Das wird es leider nicht geben solange die Generation vor 1990 am Regieren sein wird. Es braucht einen echten Neuanfang.

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  • am 11.06.2021 um 19:59 Uhr
    Permalink

    Tatsächlich liegt das Problem noch viel tiefer. Desinformation ist allenthalb zu einer Normalität der heutigen Zeit geworden. Vielleicht liegt es an der unüberschaubaren Menge an verfügbarer Information, dass es den meisten Leuten scheinbar immer schwerer fällt Dinge richtig einordnen zu können.
    Die Philosophin Hannah Arendt schrieb dazu: „Die größte Gefahr der Moderne geht nicht von der Anziehungskraft nationalistischer und rassistischer Ideologien aus, sondern von dem Verlust an Wirklichkeit. Wenn der Widerstand durch Wirklichkeit fehlt, dann wird prinzipiell alles möglich.“
    Das Problem dabei ist, was ist «Wirklichkeit»? Wer ist in der Lage sie zu erkennen, oder zumindest erahnen zu können, was es eben nicht ist? Nun da ist sicher zumindest ein gerütteltes Mass an Medienkompetenz Voraussetzung und die ist nur durch einen langwierigen Prozess zu erlangen, der über die schnelllebige Oberflächlichkeit unserer Medien hinausgeht und auch komplexere Zusammenhänge durchdringt. Schon die alten Griechen, sind zu ihrer Zeit auf ähnliche Probleme gestossen. Sie wagten sich noch, ein geistiges Werkzeug zu entwickeln und anzuwenden, das man damals wie heute als „Skepsis“ bezeichnet. Dahin sollte unser Weg führen und nicht in eine fatale Abhängigkeit von Publikationen und Institutionen, die uns vom „Selberdenken“ befreien möchten. Denn da fragt sich doch jeder Skeptiker als Erstes: Warum wohl?

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  • am 12.06.2021 um 02:30 Uhr
    Permalink

    @Christian Müller , dass Sie den Vorwurf der Einseitigkeit unter diesem Bericht zurückweisen, spricht für sich. Sie dürfen mir gerne auch nur eine Stelle aus dem Text zitieren, der gegenüber Russland kritisch wäre. Und selbstverständlich ist die Demokratie in den USA gerade jetzt in einem bedenklichen Zustand, aber wenigstens kann man zwischen der roten und blauen Pille wählen. In Russland ist jede nennenswerte Opposition zerschlagen worden und die Verfassung wurde für den Zarejewitsch extra angepasst – etwas, was sich auch Trump für sich wünschte.

    Ich bin jedesmal irritiert, wie Sie hier einen Fanclub von Putin-Verstehern mit frischem Futter versorgen. Ich erwarte echt mehr von Ihnen, vor allem, wenn Sie nicht einseitig sein wollen.

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  • am 14.06.2021 um 21:17 Uhr
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    @Jean-Claude Weber, Zinal am 9.06.2021 um 12:07 Uhr

    «Auch in der RF wird gegen Westeuropa und die USA gehetzt. »
    Es ist immer wieder interessant, derartiges zu lesen. Es wäre jedoch hilfreich, nicht nur zu behaupten, sondern zu belegen.

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  • am 15.06.2021 um 11:30 Uhr
    Permalink

    @Daniele Ulrich
    Endlich einmal eine Replik auf die konstante eineitige Hetzkampagne gegen Russland, untermauert mit dem Verschweigen oder Relativieren der Verbrechen der Gegenseite. Eine solche Replik kann nur «einseitig» sein. Herr Ullrich, wenn sie schon von der Ukraine sprechen, warum gehen sie nicht auf den Ursprung, den gewaltsamen von den USA finanzierten und organisierten Umsturz zurück?

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  • am 15.06.2021 um 22:20 Uhr
    Permalink

    @xavier keller : Christian Müller hat Wert darauf gelegt, dass dieser sein Artikel nicht einseitig sei. Aber danke dafür, dass Sie mir recht geben.

    Es gibt keine Belege dafür, dass die USA den Umsturz in der Ukraine aktiv vorangetrieben hat. Dafür gibt es heute einen Beleg, der recht erstaunlich war:

    https://twitter.com/ZelenskyyUa/status/1404512788966514689

    Zelensky behauptet hier etwas, was gar nicht offiziell abgesprochen war. Gut, Sie können ihn als Statthalter von Biden bezeichnen, nachdem er Trump nicht zu seiner Freude gedient hat. Und Sie können den Fakt, dass ein Comedian die Wahlen gegen den – gemäss Ihnen wohl auch eingesetzten – Oligarchen gewonnen hat, nun irgendwie passend in Ihr Weltbild basteln. Überzeugend fände ich das aber nicht wirklich.

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  • am 16.06.2021 um 00:53 Uhr
    Permalink

    @René-Burkhard Zittlau
    Ich habe Ihnen in meinem Bericht vom 11.06.2021 ein paar Links zur Verfügung gestellt.
    Zu meiner Person: Ich war bis Corona rund 2x/Jahr während ca. 2 Monaten in Russland und das bereits seit mehreren Jahren. Während dieser Zeit habe ich vieles gesehen und mit Bekannten gesprochen.
    Alle waren neidisch auf die Freiheiten, die wir im Westen und speziell in der Schweiz geniessen dürfen.
    Wenn die Pandemie vorüber sein wird, so werde ich wieder in die Russ. Föderation reisen.
    Man darf den Russen als Bürger nicht mit der russ. Regierung gleichsetzen.

    Das russ. Volk wurde seit jeher als Sklave der Macht missbraucht und das ist heute noch so. Solange es in der vorgegebenen Richtung mitläuft, hat es wenig zu befürchten. Das nennt sich aber nicht Freiheit wie wir sie hier kennen und geniessen dürfen.
    Der Russe, der nicht mit der Macht einverstanden ist, hat nur die eine Möglichkeit: Das heisst auswandern. Mit einem Uni-Abschluss ist das kein zu grosses Problem, denn diese Art Fachkräfte sind in Westeuropa oder in den USA, wie auch in Kanada gesucht.
    Das ist der Preis für die Freiheit, den man bezahlen muss, wie mir ein guter Freund sagte, der jetzt in den USA lebt.

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  • am 18.06.2021 um 11:32 Uhr
    Permalink

    @ Jean-Claude Weber, Zinal,am 16.06.2021 um 00:53 Uhr
    Herr Weber, bei allem Respekt, doch Links konnte ich in Ihrem Beitrag nicht finden. Sie postulieren, dass in der RF gegen den Westen gehetzt wird. Und dafür bat ich Sie um Belege, die Sie auch in Ihrer Reaktion darauf nicht lieferten. Das wollte ich einfach nicht so stehen lassen.

    Ja, der Westen wird in den russischen Medien hart kritisiert. Der Ton ist bestimmt, jedoch nicht aggressiv. In den West-Medien ist jedoch kaum Konstruktivität zu spüren. Es geht ausschließlich um Stärke, Sanktionen, Negativberichterstattung. Schauen Sie sich die Auftritte eines Stoltenberg, einer von der Leyen oder insbesondere auch baltischer Politiker an, von ukrainischen Politikern als Vasallen von Washington und Berlin mal gar nicht erst zu reden.
    Und so wird der gemeine Bürger Stück für Stück indoktriniert, zumal Argumente sowieso keine Rolle spielen.

    Sie sprechen von Freiheit.Ja, ein großes Thema. Sie schreiben:
    «Solange es (das Volk meinten Sie…) in der vorgegebenen Richtung mitläuft, hat es wenig zu befürchten. Das nennt sich aber nicht Freiheit wie wir sie hier kennen und geniessen dürfen.»
    Wenn man Ihre Zitat losgelöst betrachtet, es könnte problemlos auch auf z.B. Deutschland angewendet werden, oder?

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  • am 18.06.2021 um 23:53 Uhr
    Permalink

    @R-B Zittlau
    Ich lebe in der Schweiz und nicht in D.
    Sie kommen aus Cottbus einer Stadt in der ehemaligen DDR. Versuchen Sie mal in einer russ. Stadt so zu demonstrieren wie es letzthin im Osten geschah, dann würden Sie schnell auf die Welt kommen.
    https://de.rt.com/tag/Sputnik/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda_in_der_Russischen_F%C3%B6deration
    https://russische-botschaft.ru/de/2015/09/28/studie-insbesondere-deutsche-medien-mogen-russland-nicht/ Sind das keine Links?
    Auf RT gibt es eine Sendung, die 60Min heisst ..
    Als Biden auf der Treppe stolperte zeigen sie xmal diese kleine Szene und machten sich über ihn lustig oder gerade jetzt nach dem Treffen mit Putin in Genf. Biden unfähig auf Fragen zu antworten, aber Putin weiss alles. Am Abend gibt’s eine Sendung vielfach mit Schirinowski, der brachte eines Abends eine Torte in der Form der Ukraine. Es schnitt sie sich an und sagte der grosse Teil den nehmen wir und den kleinen Teil kann der Westen haben oder dann die Sonntagsnachrichten mit dem Chefberater Putins.
    Es würde den Rahmen sprengen um alles zu schreiben.
    Ich lebe ich in einem kleinen Land mit einer direkten Demokratie.
    Ich messe alles durch meine Brille, es gibt Menschen die das Vorgesetzte unkritisch akzeptieren oder sogar dazu applaudieren. Denen sage ich geht mal in die RF leben und betätigt euch politisch in einer Vereinigung die nicht den Leitlinien entspricht, dann werdet ihr mit Wehmut an das alte Leben zurückdenken. Ich beende damit meine Beiträge

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  • am 7.07.2021 um 23:25 Uhr
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    @Daniele Ulrich, So wie ich den Artikel verstanden habe, hat Herr Müller nie behauptet, dass Putin «eine aufbauende Kraft im heutigen Russland» wäre. Und ich selber würde das auch nie sagen. Er hat über die Hetze gegen Russland geschrieben. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Teilweise fast täglich konnte (jetzt etwas weniger) man über Nawlny lesen, hören, usw. Auch bei SRF gab es vor dem Treffen Biden/Putin Sendungen mit sehr einseitiger US-/Nato – Sicht, in der Nawlany und die Menschenrechte in Russland im Zentrum standen. Aber man hört nichts zu den massiven Menschenrechtsverletzungen der USA: Julian Assange, Mumia Abu-Jamal, Leonard Peltier, ana Belen Montes, die Annektion von Puerto Rico, das völkerrechtswidrige Gefangenenlager auf dem besetzten Guantanamo, die totale, völkerrechtswidrige Wirtschaftsblockade gegen Cuba, der massive Rassimus, die permanenten Menschenrechtsverletzungen gegen die indianische Urbevölkerung, usw. Wieso hört man davon nie etwas, aber immer von den Menschenrechtsverletzungen durch Russland?

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  • am 8.07.2021 um 11:25 Uhr
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    Ein hervorragender Beitrag. Eine journalistische Glanzleistung. Ich kann wahrnehmen, das der Beitrag nicht von einer Person geschrieben wurde, welche der Propaganda irgend einer Seite aufsitzt. Die Massenmedien schreiben derweil unter einander ab, und immer so, das es Big Brother gefällt. Wir leben in einer Zeit, in welcher die Vorherrschaft der Usa, auch über die Schweiz, am zerbröckeln ist. Eine Welt welche immer noch von Gewalt regiert wird. Raubtierkapitalismus schuf einen Elitärismus und einen Kapitalfaschismus. Peitsche, Zuckerbrot und Kontrolle anstelle eines Weltethos unter Nutzung aller Möglichkeiten welche wir heute dank Menschen wie Marshall Rosenberg und der besten verfügbaren Werte dank grossartiger Philosophen, Politologen, Denker und Historiker hätten. Wenn ich den Präsidenten der Usa und Russland zuhöre, dann bekomme ich den Eindruck vermittelt, das Herr Putin in die Zukunft schaut, in eine Welt in welcher ausgewogene Machtverhältnisse unter einander kooperierend neue Wege finden könnten, bei Herr Biden höre ich einen drohenden Stellvertreter einer reichen Wallstreet-Elite, welche die bisherige Hegemonie mit Gewalt weiter inne haben möchte. Wer andere isoliert, muss damit rechnen, das diese daran wachsen und eines Tages als potente Konkurrenten vor der Türe stehen. Wenn die Usa keine echte Friedenspolitik findet, jenseits von Sanktionsgewalt, wird es der Usa ergehen wie dem römischen Reich, und sie werden ihre «Hörigen» opfern und mitreissen in das Elend.

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    • am 19.09.2021 um 21:24 Uhr
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      Volle Zustimmung meinerseits, sehr geehrter Herr Gubler:

      Wie sehr Hochnäsigkeit plus deppert-bösartige Beschuldigungen «nach hinten losgehen können», zeigt sich klar am Verweigerungs-Beispiel

      Deutschland/EU «gegen» Türkei.

      Der wirtschaftliche Schaden für die Türkei ist immens – ABER:

      1. Die EU muss nun teures «bitte-bitte» machen, dass Flüchtlinge in der Türkei «zurück-gehalten» werden
      2. Die so depperte wie gelogene ans-Bein-Pipi des deutschen Parlaments —> die Türkei habe Völkermord begangen<— kam als Bumerang zurück – und Deutschland hat sich
      -in die eigene Fallgrube für die Türkei plumpsend-
      selbst zum "teurem" zweiten Völkermord bekennen müssen.
      3. Deutsche und EU-Diplomaten werden in Amerika wie auch in Russland teils verächtlich behandelt – während der türkische Präsident grossen Respekt geniesst.

      UNSRE DiploMaten, meine ich, sind 1. , 2. – und 3. "Karrier- risten" –
      und orientieren sich wohl erst 4. daran, ihrem Volk gegenüber etwas zu leisten,
      "was im Zusammenhang mit ihrem AmtsEid gesehen werden könnte" !

      Kürzlich sah ich mir die Verleihung der "goldenen Henne" an. DA waren -meiner Meinung nach- zig mal mehr "ehrbare Leistungsträger" zu sehen als im kompletten deutschen (oder EU-) Parlament ! ! !

      Wolfgang Gerlach
      scheinbar.org

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  • am 8.07.2021 um 12:50 Uhr
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    Jean-Claude Weber, Zinal, am 18.06.2021 um 23:53 Uhr

    «Sie kommen aus Cottbus einer Stadt in der ehemaligen DDR. Versuchen Sie mal in einer russ. Stadt so zu demonstrieren wie es letzthin im Osten geschah, dann würden Sie schnell auf die Welt kommen.»

    Herr Weber, gerade weil ich aus der DDR stamme und zwei Systeme sehr bewusst erlebt habe, kann ich mir sehr wohl eine fundierte Meinung bilden zu dem, was der Westen gegen Russland auffährt.

    Ihr von mir zitierter Satz zeigt, dass Sie auf keiner der Anti-Corona-Demos in D waren. Denn die dort demonstrierte Polizei-Gewalt hat mich erschüttert. Was ich dort an gezielter Gewalt gegen insbesondere Wehrlose (Rentner, Behinderte, Frauen..) erlebte, braucht keinen schlechten Vergleich zu scheuen, um es mal sarkastisch zu sagen, insbesondere auch nicht mit Russland.
    Der ganz offensichtlche Haß aus dem «Off» der Medien und NGO´s gegen Menschen mit einem anderen als dem «Regierungsglauben» ist in der deutschen – ja wohl auch der europäischen – Geschichte seit 1945 beispiellos und tut ein Übriges…
    Wenn das in der Schweiz anders sein sollte, dann freue ich mich für Sie.

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