Sperberauge

Kaufe Zeitungen und werde gewählt!

Christian Müller © aw

Christian Müller /  Überraschend ist es nicht, bemerkenswert schon: Tschechien wählt einen Oligarchen. Der besitzt auch Zeitungen …

Am Samstag fanden in der Tschechischen Republik Wahlen statt. Erwartungsgemäss erhielt die Partei «ANO» («Ja») mit 29,7 Prozent die meisten Stimmen. Keine andere Partei erhielt mehr als 12 Prozent der Stimmen.

Gründer und Kopf der Partei ANO ist Andrej Babiš, der zweitreichste Mann der Tschechischen Republik. Sein Vermögen wird auf vier bis fünf Milliarden Euros geschätzt. Sein Konzern Agrofert ist der viertgrösste Konzern in Tschechien und ist im Bereich Agrar-, Chemie- und Lebensmittelindustrie aktiv.

Aber nicht nur das. Babiš hat im Juni 2013, also vor vier Jahren, auch die Medien-Gruppe MAFRA gekauft, die die wichtigste und mit einer Auflage von 300’000 nach der Boulevard-Zeitung Blesk die zweitgrösste tschechische Tageszeitung Mladá fronta Dnes («heute») herausgibt, aber auch die Tageszeitung Lidové noviny (Auflage 70’000) und die Gratiszeitung Metro, zusätzlich mit Engagements auch im Radio- und TV-Bereich.

Wundert es da, wenn auch in der Schweiz ein politisch engagierter Milliardär begonnen hat, Zeitungen und Gratisblätter zusammenzukaufen?


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine. Der Autor hat in den 1990er Jahren als General Manager von Ringier CR in Prag gearbeitet.

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3 Meinungen

  • am 22.10.2017 um 12:03 Uhr
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    Kurzes Gedächtnis, Herr Müller! Bitte nicht Ursache und Wirkung vermischen! BR Blocher wurde ohne Zeitungen gewählt und abgewählt. Die Zeitungen hat er sich erst später zugelegt. Denke nicht, dass Herr Blocher beabsichtigt, in die Politik zurückzukehren.

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  • am 22.10.2017 um 12:21 Uhr
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    Herr Düggelin, man muss nicht BR oder NR sein, um in der Politik mitzumischen. Blocher nutzt «Geld regiert die Welt"!

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  • am 22.10.2017 um 13:29 Uhr
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    @Willi Herrmann: Aber es ist eben schön, immer in den Schlagzeilen zu sein, darum wählen viele Bürger die Politik! Alle Politiker verfolgen finanzpolitische Ziele, Lobbying ist das Ziel. Es gbt sehr sehr wenige Poltiker, welche sich nur dem Souverän verpflichtet fühlen.

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