«Sonntags-Blick» bald am Samstag?
Der «Sonntags-Blick» gehört zur Schweiz wie der helle Zopf. Auf dem Tisch, zum Genuss. Doch jetzt soll das Blatt schon am Samstag ins Haus flattern. Eine hochkarätige Arbeitsgruppe von Herausgeberin Ringier prüft die Umstellung.
Grund ist das Geld. Die Zeitung kostet zu viel. Und sie bringt zu wenig. Noch um die Jahrtausendwende lag die verkaufte Auflage bei 335’000 Exemplaren. Heute sind es nur noch gut 70’000. Das ist nicht einmal mehr ein Viertel.
Erstmals soll der «Sonntags-Blick» in die roten Zahlen gefallen sein, sagt ein Insider. Am Samstag ist alles günstiger. Es gäbe einen dicken «Blick»: «Blick» vom Samstag kombiniert mit dem «Sonntags-Blick».
Das hat CH-Media, die vierte Macht im Zeitungsland, vor Jahren vorgemacht. Aus deren «Schweiz am Sonntag» wurde die «Schweiz am Wochenende».
«Die Branchengerüchte rund um den ‹So-Bli› sind mir bekannt», sagt eine Ringier-Sprecherin auf Anfrage. Aber: «Ankündigungen machen wir dann, wenn es etwas anzukündigen gibt.»
Ein Dementi klingt anders.
Auch im Hause Tamedia, der Konkurrenz auf der anderen Seite der Zürcher Innenstadt an der Sihl, soll wieder gespart werden. So lauten die Gerüchte. Die nächste Abbau-Runde sei für Herbst geplant, so ein Insider. «Aktuell sind keine weiteren Massnahmen geplant», sagt der Tamedia-Sprecher zunächst.
Dann fährt er fort: «Gleichzeitig befindet sich die Medienbranche bekanntlich in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel, dessen wirtschaftliche und technologische Entwicklungen wir laufend beobachten.» Und weiter: «Wie jedes Unternehmen können wir zukünftige Anpassungen grundsätzlich nicht ausschliessen.» Auch hier: Dementis kommen normalerweise anders daher. Bestimmter.
Stellt Ringier den «Sonntags-Blick» tatsächlich ein, kommen auch «Sonntags-Zeitung» und «NZZ am Sonntag» weiter unter Druck. Denn dann könnten sie die an sich schon hohen Vertriebskosten am Sonntag nur noch durch zwei teilen.
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Keine. Dieser Artikel erschien zuerst auf insideparadeplatz.ch
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