Milliardär räumt bei führendem TV-Magazin für Trump auf
«60 Minuten» war auf CBS und auch online auf Erfolgskurs und Pelley war einer der bekanntesten Kriegsreporter. Nach seiner Entlassung beschimpfte ihn Präsident Donald Trump als Teil dieser «Bande von dummen, korrupten Leuten, denen Ihr Land egal ist».
Darauf angesprochen erklärte Pelley gegenüber der «New York Times»:

«Das Land sei mir egal? Ich habe nie die Uniform getragen. Aber ich war für dieses Land im Einsatz, in Afghanistan und im Irak, in Kuwait. Ich wurde beschossen, habe Nächte in Schützenlöchern verbracht und in der Wüste Wasser geholt. Mir ist nicht bekannt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten jemals irgendetwas davon für sein Land getan hat. Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre. Man wird Journalist, weil man die erste Verfassungsänderung liebt. Man wird Journalist, weil man das Land liebt. Ohne Journalismus gibt es keine Demokratie. Das ist unmöglich. Deshalb bin ich Journalist.»
Die Entlassung von Pelley war nur die jüngste Episode. Ende Mai stellte CBS die beliebte satirische Late-Night-Show mit Stephen Colbert ein. Ebenfalls im Mai wurde «60-Minuten»-Korrespondentin Cecilia Vega gefeuert. In einer Abschiedserklärung warf Vega «CBS-News» vor, in den vergangenen Monaten versucht zu haben, in Beiträgen eine «politische Schlagseite» einzubauen. Sie berichtete von «censorship, both imposed and self‑driven».
Ebenfalls im Mai weigerte sich CBS, den langjährigen Vertrag mit Sharyn Alfonsis zu verlängern. Sie bezeichnete es als Bestrafung für ihren Widerstand gegen politisch motivierte Eingriffe in eine heikle Story über ein El‑Salvador‑Gefängnis unter Trump.
Als weiteres Signal für den Kurswechsel gilt der Abgang des «60-Minutes»-Moderators Anderson Cooper im Februar.
Paramount/CBS für acht Milliarden Dollar gekauft
Die Geschichte bei CBS-News begann im Jahr 2025, als David Ellison, der Sohn des Oracle-Milliardärs Larry Ellison und Besitzer der «Skydance Media», für über acht Milliarden Dollar Paramount kaufte und die Leitung des Paramount-Senders CBS übernahm. Darauf besetzte er die CBS-Führungspositionen neu nach seinem Gusto. Als CBS-Chefredaktorin ernannte er Bari Weiss. Sie hatte die Nachrichten-Plattform «Free Press» gegründet. Diese gilt als kompromisslos «pro Israel» und als «anti-woke».
Zur Ernennung von Bari Weiss meinte der entlassene Scott Pelley:
«Sie ist eine reizende Person. Und ihre Organisation ‹Free Press‹› ist sehr erfolgreich. Aber Fernsehen ist nicht ihr Ding. Das ist so, als käme jemand auf mich zu und sagte: ‹Da ist eine 747, da sind 400 Leute drin, du musst sie nach Paris fliegen.› Ich würde ablehnen, weil ich keine Ahnung vom Fliegen habe. Es wäre viel besser gewesen, wenn Bari Weiss gesagt hätte: ‹Oh, das ist nichts für mich, ich weiss nicht, wie man das macht.›»
Beispiel einer Einmischung
Scott Pelley berichtete in der «New York Times», wie sich Bari Weiss konkret eingemischt hatte:
«Es war im Februar. Mein Team und ich arbeiteten an einem Bericht über die Proteste in Minneapolis im Februar 2026 gegen das harte Vorgehen der ICE. Wir hatten Senator Rand Paul, Republikaner, interviewt, weil er dazu Anhörungen abhalten wollte. Die Tatsache, dass ein Republikaner das tun würde, war durchaus berichtenswert. Also haben wir Senator Paul interviewt und dann einen Bericht darüber erstellt, was geschehen war – die Tötung von Renee Good, die Tötung von Alex Pretti, die Proteste.
Ich hielt es für sehr wichtig, deutlich zu machen, dass die Demonstranten selbst sehr aggressiv waren und dass sie die Hälfte dieser Konfrontationen ausmachten, und so wies ich meine Produzenten an, Bilder zu finden, auf denen die Demonstranten aggressiv agieren. Wir fanden ein Bild, auf dem ein Demonstrant einen Polizisten mit der Brust rammt. Wir fanden ein Bild, auf dem ein Polizist von einem Schneeball am Kopf getroffen wird.
Wir trugen eine Menge Videomaterial zusammen, in dem Demonstranten Polizisten ins Gesicht schreien, weil wir über die Tötung von Pretti und die Tötung von Good berichten wollten, und es erschien mir wichtig, dem Publikum den gesamten Kontext zu vermitteln. Ich fand, dass wir das wirklich gut gemacht hatten. Wir haben auch ein Bild von Alex Pretti eingebaut, auf dem er, bevor er getötet wurde, ein Rücklicht eines Polizeiautos eintritt, und ausdrücklich darauf hingewiesen: Das ist Alex Pretti, und das hat er getan.
Der Beitrag durchläuft also die interne Sichtung. Er kommt sehr gut an. Es gibt wie immer Anmerkungen, und wir überarbeiten ihn wie immer. Aber die Deadline ist sehr knapp. Es ist Sonntag; wir gehen an diesem Abend auf Sendung. Und bei Beiträgen, die, wie wir sagen, ‹crashen›, ist unsere Deadline am Sonntag um 12 Uhr mittags. Wir lassen den Beitrag von allen genehmigen.
Doch etwa vier Stunden nach unserer Deadline schickt Bari Weiss eine E-Mail an meine Chefin Tanya Simon. Zwei der Punkte in der E-Mail lauten: Können wir die Demonstranten gewalttätiger darstellen? Nun, ich paraphrasiere. Ich habe das Zitat nicht, aber das wurde mir so mitgeteilt. Und der andere Punkt: Renee Goods Auto. Ihr müsst beschreiben, dass sie auf den Polizisten zufährt.
Das ist jedoch nicht das, was man auf dem Video sieht. Auf dem Video sieht man, wie der Polizist etwas vor dem Auto steht. Und man sieht deutlich, dass die Räder von Frau Good so weit wie möglich vom Polizisten weggedreht sind. Aber er schiesst ihr in den Kopf, tötet sie und sagt etwas über sie, das ich in höflicher Gesellschaft nicht wiederholen kann.
Wir haben uns von Anfang sehr bemüht, die Demonstranten für die Verantwortung zu zeigen, die sie trugen. Wir hatten bereits die Videoarchive durchforstet, um nach diesen Szenen zu suchen. Irgendwie reichte das Bari Weiss nicht. Das Video zeigte, dass der Polizist nicht vor dem Auto stand und sie nicht auf ihn zufuhr, aber das ist es, was der Präsident behauptete, und so wollte es Weiss beschrieben haben.
Ich fragte meine Produzenten: ‹Haben wir etwas Wichtiges ausgelassen? Haben wir hier einen Fehler gemacht? Ich glaube nicht, aber schaut noch einmal nach.› Dann setzte ich mich mit einem Videoeditor zusammen und sah mir das Video von der Tötung von Renee Good immer und immer wieder an und erkannte, dass der Vorfall nicht so war, wie der Präsident es sagte, und auch nicht so, wie Bari Weiss ihn dargestellt haben wollte. Es ist spät. Unsere Deadline war Mittag. Es ist jetzt fast 17 Uhr. Also beschloss ich, Bari Weiss deswegen nicht anzurufen. Ich wollte mich einfach weigern, diese Änderungen vorzunehmen.
Am nächsten Tag hörte ich nichts. Niemand rief an, niemand sagte etwas. Mir kam der Gedanke, dass Bari Weiss die Sendung vielleicht nicht gesehen hatte und nicht bemerkt hatte, dass diese Änderungen nicht vorgenommen wurden.
So lief der Nachmittag ab. Es war eine Einmischung in einen Beitrag, den die Chefredaktion abgenommen hatte. Weiss wollte die Version des Präsidenten bevorzugen, was ich als eine politische Einflussnahme empfand, wie ich es in 37 Jahren bei CBS News noch nie erlebt hatte.»
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Übersetzung mit Unterstützung von Deepl.
Immer mehr Medien sind Sprachrohre von Milliardären
- Der neue Konzern «Paramount Skydance Corporation» unter Kontrolle der Milliardärsfamilie Ellison, der die Medien CBS und MTV besitzt, ist im Begriff, den Konzern Warner Brothers mit «CNN» zu kaufen. Die Regierung muss nur noch zustimmen.
- Der Milliardär Elon Musk besitzt «X» (vorher «Twitter»).
- Der Milliardär Jeff Bezos besitzt die «Washington Post».
- Die Milliardärsfamilie Murdoch kontrolliert «Fox News», «Wall Street Journal» und die «New York Post», in Grossbritannien die «The Times» und «The Sun».
- Der Milliardär Michael Bloomberg ist grösster Eigentümer der «Bloomberg News», «Bloomberg TV» und «Bloomberg Radio».
- In Frankreich besitzen nach Angabe des Deutschlandfunks neun Milliardäre 90 Prozent der überregionalen Tagespresse.
- In Deutschland kontrolliert die Milliardärin Friede Springer «Bild» und «Welt». Laut Media Ownership Monitor dominieren die Familienunternehmen Springer, Bertelsmann oder Burda die Medienlandschaft in Deutschland.
- In der Schweiz dominiert die Milliardärsfamilie Coninx/Supino die Tamedia-Medien und die Milliardärsfamilie Ringier Medien wie «Blick», «Handelszeitung», «Bilanz», «Beobachter» oder «Schweizer Illustrierte».
Die Kontrolle von Medien wird oft über kontrollierte Konzerne ausgeübt.
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