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US-Transportflugzeuge 2008 bei einer militärischen Übung © US Air Force, Nadine Y. Barclay, CC

USA erneut weltgrösster Waffenexporteur

D. Gschweng /  Die Vereinigten Staaten bleiben der grösste Waffenlieferant der Welt. Bester Abnehmer ist Saudi-Arabien.

Der Verkauf schwerer Waffen hat einen neuen Höhepunkt erreicht, berichtet das Friedensforschungsinstitut Sipri in seinem jüngsten Bericht vom 9. März 2020. Das internationale Institut sammelt alle belegbaren Transfers schwerer Waffen in einer Datenbank und fasst die Entwicklung in Fünfjahreszeiträumen zusammen.

Gegenüber der letzten Fünfjahres-Periode ist das Volumen der internationalen Waffentransfers von 2015 bis 2019 um 5,5 Prozent, gegenüber der vorletzten Fünfjahres-Periode sogar um 20 Prozent gewachsen. Grösster Waffenexporteur weltweit bleiben die USA, gefolgt von Russland, Frankreich, Deutschland und China. Zusammen exportieren diese fünf Staaten drei Viertel (76 Prozent) aller Waffen weltweit.


Anteil der zehn grössten Waffenexporteure am globalen Markt 2015 bis 2019 (Sipri)

Besonders Südkorea, Israel und Frankreich haben ihre Exporte gegenüber der letzten Periode stark ausgebaut. Kleinere Zuwächse verzeichneten die ohnehin dominanten USA, die 96 Länder mit Waffen beliefern, Deutschland und China.


Grosswaffentransfers seit 1980 in Fünfjahreszeiträumen (graue Balken) und fortlaufend (dunkle Linie) gemäss der Sipri Arms Transfers Database (Sipri)

Insgesamt war die Menge der international gehandelten Waffen seit den 1980er-Jahren zwar rückläufig, seit der Jahrtausendwende steigt sie jedoch wieder an.


Südkorea, Israel und Frankreich haben ihre Exporte gegenüber der letzten Periode ausgebaut (Daten: Sipri, Tabelle: Infosperber) grössere Auflösung

Der Anteil von Russland am globalen Waffengeschäft verminderte sich im Fünfjahresvergleich um 18 Prozent, grösstenteils aufgrund sinkender Nachfrage aus Indien. Dennoch werden noch immer ein Fünftel (21 Prozent) aller schweren Waffen von Russland exportiert. Die Schweiz befindet sich im Ranking der internationalen Waffenhändler auf Platz 13, mit einem Weltmarktanteil von 0,9 Prozent und einem Zuwachs von 2,6 Prozent gegenüber der letzten Periode.

Saudi-Arabien bester Kunde der Waffenhersteller

Am meisten Waffen eingeführt haben Saudi-Arabien, Indien, Ägypten, Australien und China. Gute Geschäfte machten die Waffenhersteller wenig überraschend mit dem Nahen Osten. Dorthin gingen allein die Hälfte der von Sipri erfassten Exporte der USA. In der Schweiz bestellte Waffen gingen vor allem an Australien, China und Saudi-Arabien.

Saudi-Arabien ist auch der beste Kunde der US-Waffenschmieden. Das Land kaufte ein Viertel der US-Exporte und importiert weltweit die meisten Waffen. Gegenüber der letzten Fünfjahresperiode haben sich die Waffenimporte Riads mehr als verdoppelt. Die Zurückhaltung einiger Exportländer aufgrund des Jemenkrieges hat sich noch nicht ausgewirkt. Am meisten Waffen nehmen nach Saudi-Arabien Indien, Ägypten, Australien, China und Algerien ab.


Bester Kunde der Waffenschmieden ist Saudi-Arabien (Sipri).

Die Sipri-Datenbank kann nicht alle wirklich ausgeführten Waffenbewegungen korrekt erfassen. Darauf weist das Institut ausdrücklich hin. Im Libyenkonflikt beispielsweise kommen Waffen aus mehreren Ländern zum Einsatz, die trotz des UN-Embargos ins Land gelangten. Sie stammen unter anderem aus der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten. Details über diese Lieferungen sind laut Sipri unsicher, ihr genauer Umfang unbekannt. Sipri erfasst nachvollziehbare Waffenlieferungen schwerer Waffen nach Volumen, nicht nach Wert. Gebrauchtes Gerät wir anteilig angerechnet, Kleinwaffen erfasst Sipri nicht.


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6 Meinungen

  • am 15.04.2020 um 12:56 Uhr
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    Danke für diese Botschaft, lieber Infosperber, er ist allerdings «Schnee von gestern», weil längst bekannt. Schreiben Sie das nächste Mal über die US-Rüstungsausgaben, wenn diese auf den dritten Platz weltweit zurückgefallen sind, dann wird es endlich interessant!

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  • am 15.04.2020 um 13:54 Uhr
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    Ja, das wäre mal eine unerwartete Entwicklung. Bei Sipri geht es nebenbei nicht um Geld, sondern allein um den Umfang der Waffenlieferungen.

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  • am 15.04.2020 um 19:48 Uhr
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    Nicht nur die USA, auch die Schweiz verkaufte im letzten viel Kriegsmaterial, 728 Millionen Franken. Das waren 43 Prozent mehr als 2018. In diesen Zahlen sind die besonderen militärischen Güter, die ebenfalls exportiert wurden, nicht eingerechnet. Die Kriegsmaterialexporte der Schweiz gingen wieder vor allem an Nato-Staaten die sich immer wieder an Kriegen beteiligen und an Regime die foltern.

    Die Schweizerische Nationalbank, Banken Versicherungen und Pensionskassen investierten Milliarden auch in ausländische Rüstungskonzerne, die dank den 27 Kriegen die heute im Gange sind und der weltweit irren militärischen Aufrüstung grosse Profite machen.

    Besonders bedenklich sind die Investitionen dieser Institutionen in Konzerne die an der Produktion von Atombomben, Streubomben und Personenminen beteiligt sind. In der Schweiz sind diese Waffen verboten, auch die Finanzierung.

    Im Jemen sind 28 Millionen Menschen von Hunger, Cholera und Hunger geplagt. Unsere Kunden der Rüstungsindustrie, allen voran die USA und Grossbritannien, unterstützen diese Kriege logistisch mit Waffenlieferungen. Saudiarabien, die Arabischen Emirate und Bahrein, Abnehmer von Rüstungsgütern aus der Schweiz, beteiligen sich direkt an diesem Krieg im Jemen. Laut den Zahlen dem Friedensinstitut SIPRI waren es im Laufe des Jemenkriegs 33 Länder, die Waffen im Wert von weit über 36 Milliarden US-Dollar an die im Jemen kriegführende Koalition verkauft haben. Auch die Schweiz gehörte zu diesen Kriegsgewinnlern.

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  • am 15.04.2020 um 21:53 Uhr
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    Danke für die Information. Bravo USA, das nenne ich Weitsicht und Vorsorge! Corona wird keine Chance haben!

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  • am 16.04.2020 um 08:15 Uhr
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    Mich ärgert immer, wenn man Westeuropa so aufgestückelt darstellt, obwohl es in Wahreit ein einziger, integrierter Wirtschaftsraum ist. Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und kleine EU Länder haben zusammen fast 20% aller Waffen exportiert, nimmt man noch UK dazu, so ist es klar mehr als Russland und fast 4 mal so viel wie China. Europa macht es wie die CDU/CSU: je nach Lage ist man eine Partei, wenn es ungünstig ist stellt man sich aber wieder als getrennt dar.

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  • am 17.04.2020 um 09:48 Uhr
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    @Buchmann: Eine sehr wichtige Präzisierung! Vielen Dank, dass Sie uns helfen, das Augenmerk auf diesen Aspekt zu lenken.

    [Heutzutage bekommt man ja den Eindruck, dass es einzig bei den Corona-Statistiken fortwährend zu Misinformationen und irreführenden Betonungen kommt.]

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