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Patrick Jerg: Das Spiel © zvg

Das Spiel: Mut zur Lücke

Patrick Jerg /  Ein wenig Risiko muss man eingehen bei diesem munteren Kartenspiel. Es folgt einem bekannten und bewährten Spielsystem.

Das Ziel von «Cabanga!» vereint ganz viele Kartenspiele: Werde deine Karten so schnell wie möglich los! Dieses Prinzip kennt man beispielsweise von «Uno», vom Kartenspiel «Tschau Sepp» oder dem Schweizer Bestseller «Frantic». Auch thematisch gaukelt das Spiel nichts vor. Da gibt es die bekannten Zahlenkarten mit Zahlenwerten von 1 bis 18. Bunte Masken erinnern an die Farben im Spiel. «Cabanga!» ist ein reines Kartenablegespiel. Punkt!

Zur Spielvorbereitung legt man die farbigen Masken auf den Tisch und flankiert sie zufällig mit grauen Startkarten und ihren Zahlenwerten. Alle Mitspielenden erhalten 8 Handkarten, die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel. Nun spielt man reihum eine Karte und legt sie passend zu ihrer Farbe links oder rechts an die entsprechende Maske. Dabei deckt man eine ausliegende Karte ab.

Lücken nutzen

Nun sind die Mitspielenden gefragt. Sie betrachten die beiden Zahlen der eben bedienten Farbe und überprüfen ihre Handkarten. Liegen eine 5 und eine 8 aus, dürfen sämtliche Zahlen in der Lücke mit einem «Cabanga!» der Karten legenden Person zugeworfen werden. Für jede «Cabanga!»-Karte muss sie nun eine neue Karte nachziehen. So versucht man, die Lücken möglichst klein zu halten, um keine Angriffsfläche zu bieten.

Wer eine gerade bediente Farbe nochmals bedienen will, muss ebenfalls eine Karte nachziehen. Diese einfache Regel zwingt die Spielenden zu einer sorgfältigen Planung beim Ausspielen der Karten. Das Ende kann ganz unverhofft eintreten, entweder beim Legen einer eigenen Karte oder beim Werfen einer «Cabanga!»-Karte.

Das Risiko spielt mit

Hat jemand keine Handkarten mehr, endet eine Spielrunde. Wer noch Karten in der Hand hält, bekommt Minuspunkte in der Anzahl der Symbole auf den Zahlenkarten. Über mehrere Runden versucht man, seine Minuspunkte im Zaum zu halten. Besitzt jemand 18 Minuspunkte, gewinnt die Person mit den wenigsten Punkten.

«Cabanga!» ist ein Spiel mit dem Risiko. Zu Beginn kann man die Lücken klein halten. Nach einigen Karten minimieren sich die spielerischen Möglichkeiten und man wartet bei einer gespielten Karte gespannt auf die Reaktion der Mitspielenden. Viel lieber hätte man es, wenn einem die Herzen zufliegen würden, doch hier sind es die Karten. Selber geniesst man ein «Cabanga!», da man die eigenen Handkarten dadurch reduziert. Allzu lange hält die Freude meist nicht an, da man bald selber im Zugzwang ist. Das flotte Kartenspiel ist schnell erklärt und spielt vor allem in grösseren Spielrunden seine ganzen Stärken aus. Die Spannung steigt mit jeder gespielten oder verworfenen Karte: No risk, no fun!

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Cabanga!
Cabanga

Cabanga!

Ein Kartenspiel von Michael Modler
Illustrationen: Kreativbunker

Für 3 – 6 Personen | Ab 8 Jahren | 20 Minuten
Verlag: AMIGO | ca. 14 Fr. / 9 Euro


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Patrick Jerg betreibt seit 13 Jahren die Webseite brettspielblog.ch und veröffentlicht regelmässig Spielkritiken über Brett- und Kartenspiele.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Portrait Patrick Jerg 2

Das Spiel: Alle Beiträge

Spielen macht Spass. Und man lernt so vieles. Ohne Zwang. Einfach so.

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