Kommentar

Warum ich mich gegen den Irrsinn dieser Welt so stark engagiere

Robert Reich ©

Robert Reich /  «Bist du noch bei Verstand?», fragen mich Leute. «Wir können eh nichts ändern». Doch ich bleibe täglich am Ball.


Andere fragen: «Wie schaffst du das, dass dir der Kopf nicht explodiert?»

Ich antworte dann: Wir alle kämpfen darum, in diesem Wahnsinn klar zu bleiben. 

Wie? 

Nun, eines hilft nicht: die Nachrichten einfach zu meiden.

Sie holen dich trotzdem ein, weil ein Freund oder ein geliebter Mensch Trumps neuesten Skandal anspricht. Ausserdem musst du informiert bleiben, um dich wehren zu können.

Es hilft auch nicht, wenn ich mir einrede, es sei egal, es betreffe mich nicht.

Es ist nicht egal. Trumps endloser Krieg im Nahen Osten und seine wahnwitzigen Zölle treiben die Preise für alles, was man kauft, nach oben – ebenso wie seine Massnahmen zur Stärkung der Monopole. Sein Polizeistaat im Inland macht vielen Nachbarn das Leben zur Hölle, vielleicht sogar dir und deiner Familie. Seine Subventionen für Ölkonzerne und seine Ablehnung von Wind- und Solarenergie zerstören den Planeten. Seine Bigotterie ermutigt zu Grausamkeiten gegen die Schwächsten. Und so weiter. 

Auch der dritte Einwand scheitert: So zu tun, als könnte man nichts ändern – als hätte es keinen Sinn, es überhaupt zu versuchen, weil wir alle eh am Arsch sind.

Genau diesen Zynismus wollen Trumps milliardenschwere Geldgeber und abscheuliche Oligarchen – damit wir aufgeben und ihnen alles überlassen.

Was funktioniert tatsächlich? Was tue ich? 

Es ist auch für mich nicht einfach. Ich habe meine Momente der Trauer und Angst. Aber ich versuche, drei Dinge zu tun.

  1. Ich kanalisiere meine Wut in so viel aktiven Widerstand, wie ich alter Professor aufbringen kann. Ich schreibe euch mindestens einmal am Tag auf diesem Substack und produziere Videos, Filme und Podcasts – alles, um euch Werkzeuge in die Hand zu geben, die ihr vielleicht nützlich findet.
  2. Ich halte engen Kontakt zu jungen Aktivistinnen und Aktivisten, die vor Energie und Hoffnung nur so sprühen. Ihr Engagement für Demokratie und soziale Gerechtigkeit ist ansteckend. Sie geben mir Energie und Hoffnung. 
  3. Ich bin dankbar, den Mitstreitern und den Unterstützern.

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«So geriet die ungleiche Vermögensverteilung ausser Kontrolle»

Beispiel eines Aktivisten-Videos von Robert Reich
(für deutsche Simultanübersetzung: Video Starten ➔ Zahnrad ➔ Audio-Track ➔ Deutsch)


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine. Robert Reich war von 1993 bis 1997 US-Arbeitsminister unter Präsident Bill Clinton. Er setzte sich ein für die Erhöhung des Mindestlohns und Arbeitnehmerrechte. Heute publiziert der 80-Jährige täglich auf Substack und arbeitet für die von ihm mitgegründete Inequality Media Civic Action.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

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Reich, arm, ungleich

Grösser werdende soziale Kluften gefährden demokratische Rechtsstaaten.

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