NZZ und SDA mit deutscher Brille

Kurt Marti © Christian Schnur
Kurt Marti / 14. Aug 2020 - Die NZZ online berichtete Ende Juli über den Fusions-Forschungs-Reaktor ITER. Leider fehlte der Schweiz-Bezug.

Ende Juli feierten die Forscher des Kernfusions-Forschungs-Reaktors ITER (Internationaler thermonuklearer Versuchsreaktor) einen «historischen Moment», nämlich den Beginn der Montage.

Die internationale Medienkonferenz fand auf dem Hintergrund der aktuell hängigen Entscheidungen in der EU und der Schweiz für weitere Subventionen in Milliardenhöhe statt. Neben der EU und der Schweiz sind auch die USA, Russland, China, Indien, Japan und Südkorea dabei.

Die NZZ online berichtete über die ITER-Medienkonferenz und zählte die beteiligten Staaten auf: «An dem Projekt sind neben der EU die USA, Russland, China, Indien, Japan und Südkorea beteiligt.» Nicht erwähnt wurde die Schweiz, die auch daran beteiligt ist und von 2021-2027 rund 280 Millionen Franken zum ITER-Projekt beisteuern will, wie man der aktuell vorliegenden Botschaft des Bundesrats ans Parlament entnehmen kann.

Wo liegt der Grund für diesen fehlenden Schweiz-Bezug? Es ist die deutsche Brille, mit der hier die NZZ berichtet. Denn sie hat ihren Bericht von der Schweizer Depeschenagentur (SDA) übernommen und diese hat ihren Auslandsdienst seit Anfang 2020 an die Deutsche Presse-Agentur (DPA) ausgelagert, wie der Klein Report berichtete.

Die NZZ leidet also an derselben Sehschwäche wie der Tagesanzeiger, der im November 2019 ebenfalls mit deutscher Brille über den Fusions-Forschungs-Reaktor ITER berichtet hatte. Dabei hatte der Tagi einen Bericht der Süddeutschen Zeitung übernommen, mit welcher er aus Kostengründen kooperiert.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Kurt Marti war früher Beirat (bis Januar 2012), Geschäftsleiter (bis 1996) und Redaktor (bis 2003) der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES).

Weiterführende Informationen

Kernfusion: ETH-Physiker fordert ITER-Ausstieg

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.