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Die Zeichen stehen auf blauen Tsunami: Titelseite der Website der «New York Times» am Mittwochmorgen nach der Wahl. © Screenshot NYT

Überraschende Niederlage für «Data Center Darline»

Daniel Ryser /  Erstmals hat die Rechenzentrumslobby in einen US-Wahlkampf investiert. Senatorin Darline Graham verlor, und mit ihr die Branche.

Das Thema KI-Rechenzentren bewegt nicht nur im Kanton Schaffhausen: In South Carolina, diesem konservativen Südstaat, ist das Thema hauptverantwortlich dafür, dass mit Annie Andrews erstmals seit 1998 eine Demokratin eine Direktwahl um einen Senatssitz gewonnen hat. Der Sieg – Andrews erzielte über 51 Prozent aller Stimmen – gilt als Sensation.

Das überraschende Ergebnis ist vielleicht auch eine Zäsur in unserem Umgang mit KI-Rechenzentren, die überall auf der Welt aus dem Boden schiessen, als hätten sie sich – trotz demokratisch verteilter Emissionen – jeglicher demokratischen Kontrolle entzogen. In South Carolina hat die Lobby der KI-Rechenzentren zum ersten Mal viel Geld in einen US-Wahlkampf gesteckt. Sie ist damit spektakulär gescheitert.

Der Super-PAC – eine Wahlkampforganisation mit endlosen Spendenmöglichkeiten und US-amerikanische Eigenheit – nannte sich «Zukunft gestalten» und investierte 1,5 Millionen Dollar in Wahlwerbung für die Republikanerin Darline Graham, die den Sitz im Senat von ihrem im Sommer verstorbenen Bruder Lindsey Graham geerbt hatte. Darline Graham war in diesen US-Senatswahlen das Gesicht der KI-Rechenzentren. Ihre Hauptargumente: Jobs durch KI. Und China. Hat beides nicht überzeugt. Ihre Gegnerin, die Kinderärztin Annie Andrews, machte die Rechenzentren zum Kernthema ihrer Kampagne und forderte unter anderem ein zweijähriges Moratorium und eine «Rückkehr zu echter lokaler Kontrolle» – eine Forderung, die auch in der Schweiz mit Blick auf KI-Rechenzentren immer mehr Thema wird.

Andrews taufte Graham im Wahlkampf «Data Center Darline» – die Darline der Rechenzentren. Ziel der Republikanerin sei es, immer schneller immer mehr solcher Zentren zu bauen. Mit dieser Kampagne zog Andrews auch Republikanerinnen auf ihre Seite, zum Beispiel Pamela Miller, die sich selbst als «Hardcore-Republikanerin» bezeichnet. Sie unterstütze keine Politikerin, die Rechenzentren unterstütze, und kündigte schon vor einigen Wochen an, demokratisch zu wählen.

Bereits früh in der Nacht auf Mittwoch zeichnete sich ab, dass «Data Center Darline» und somit die Republikaner das Rennen gegen Annie Andrews deutlich verlieren würde – ein erster Hinweis, dass aus der blauen Welle bald ein Tsunami werden würde, und dass wir vielleicht bald auch in der Schweiz anders über den Widerstand gegen KI-Rechenzentren nachdenken und sprechen werden.

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Wahlkampfseite der Demokratin Annie Andrews: Darline Graham – «Data Center Darline» – verschaffe Big Tech Steuererleichterungen, die Kosten trage South Carolina. Graham selbst hatte gesagt: «Wir brauchen Rechenzentren.»

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