Website-Twitter-1200x628-Sobli_Kampagne_redesign_210x282_ZS_frau_ab_v2-1-scaled

Da herrschte noch Aufbruchstimmung: Werbung fürs neue Layout im Jahr 2022. © ringier.ch

«Sonntags-Blick» bald am Samstag?

Lukas Hässig /  Gibt's den «Blick» bald als Wochenend-Ausgabe? CH-Media hat's vorgemacht.

Der «Sonntags-Blick» gehört zur Schweiz wie der helle Zopf. Auf dem Tisch, zum Genuss. Doch jetzt soll das Blatt schon am Samstag ins Haus flattern. Eine hochkarätige Arbeitsgruppe von Herausgeberin Ringier prüft die Umstellung.

Grund ist das Geld. Die Zeitung kostet zu viel. Und sie bringt zu wenig. Noch um die Jahrtausendwende lag die verkaufte Auflage bei 335’000 Exemplaren. Heute sind es nur noch gut 70’000. Das ist nicht einmal mehr ein Viertel.

Erstmals soll der «Sonntags-Blick» in die roten Zahlen gefallen sein, sagt ein Insider. Am Samstag ist alles günstiger. Es gäbe einen dicken «Blick»: «Blick» vom Samstag kombiniert mit dem «Sonntags-Blick».

Das hat CH-Media, die vierte Macht im Zeitungsland, vor Jahren vorgemacht. Aus deren «Schweiz am Sonntag» wurde die «Schweiz am Wochenende».

«Die Branchengerüchte rund um den ‹So-Bli› sind mir bekannt», sagt eine Ringier-Sprecherin auf Anfrage. Aber: «Ankündigungen machen wir dann, wenn es etwas anzukündigen gibt.»

Ein Dementi klingt anders.

Auch im Hause Tamedia, der Konkurrenz auf der anderen Seite der Zürcher Innenstadt an der Sihl, soll wieder gespart werden. So lauten die Gerüchte. Die nächste Abbau-Runde sei für Herbst geplant, so ein Insider. «Aktuell sind keine weiteren Massnahmen geplant», sagt der Tamedia-Sprecher zunächst.

Dann fährt er fort: «Gleichzeitig befindet sich die Medienbranche bekanntlich in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel, dessen wirtschaftliche und technologische Entwicklungen wir laufend beobachten.» Und weiter: «Wie jedes Unternehmen können wir zukünftige Anpassungen grundsätzlich nicht ausschliessen.» Auch hier: Dementis kommen normalerweise anders daher. Bestimmter.

Stellt Ringier den «Sonntags-Blick» tatsächlich ein, kommen auch «Sonntags-Zeitung» und «NZZ am Sonntag» weiter unter Druck. Denn dann könnten sie die an sich schon hohen Vertriebskosten am Sonntag nur noch durch zwei teilen.

Weiterführende Informationen


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine. Dieser Artikel erschien zuerst auf insideparadeplatz.ch
_____________________
➔ Solche Artikel sind nur dank Ihren SPENDEN möglich. Spenden an unsere Stiftung können Sie bei den Steuern abziehen.

Mit Twint oder Bank-App auch gleich hier:



_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Flickr2

Medien unter Druck

Wer Zeitungen und Fernsehen kontrolliert und besitzt, hat Einfluss und Macht.

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

Direkt mit Twint oder Bank-App



Spenden


Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...