«Trump muss den Krieg gegen Iran zwingend fortsetzen»
«Wir müssen unbedingt in den Iran eskalieren», hatte der neokonservative Bret Stephens bereits im Jahr 2024 gefordert. Angefangene Kriege müssten «bis zu einem eindeutigen Sieg fertiggekämpft werden», meinte er schon damals.
Die jüdischen Grosseltern des in New York geborenen Stephens waren aus Deutschland geflüchtet. Er vertritt weitgehend die Positionen Israels und ist Chefredaktor des Politmagazins «Sapir: Ideas for a Thriving Jewish Future».
Wir dokumentieren hier seine andere Sicht zum Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran, die er in der «New York Times» darlegte.
Höre man auf Kritiker, so handle es sich um einen unprovozierten und unnötigen Angriff auf Iran, der auf Geheiss Israels gestartet wurde. Der Krieg sei ein aussenpolitisches Fiasko, das die Weltwirtschaft ohne klares Ziel oder Endspiel gefährde.
Das alles stimme nicht. Der Konflikt sei bisher im Gegenteil militärisch ein historischer Erfolg:
- Bis heute hätten die USA in diesem Krieg nur 13 Tote zu beklagen. Von mehr als 230 Verwundeten seien die meisten rasch wieder in den Dienst zurückgekehrt. Im Gegensatz dazu hätten die US-Streitkräfte 1989/90 bei Invasion Panamas innerhalb von wenigen Tagen 23 Soldaten verloren, 325 weitere seien verwundet worden.
- Zwischen 1987 und 1988, in der Endphase des sogenannten Tankerkriegs zwischen 1987 und 1988 habe die US-Marine kuwaitische Tanker aus der Strasse von Hormus eskortiert und sei von der iranischen Marine bedroht worden: «Dieses Mal haben wir fast die gesamte iranische Marine zerstört, ohne eigene Verluste zu erleiden.»
- Bisher seien nur vier bemannte US-Flugzeuge zerstört worden, drei durch Eigenbeschuss und eines bei einem Unfall. Über dem Iran sei noch kein einziges bemanntes Flugzeug verloren gegangen.
Anders während der Operation Desert Storm 1991 gegen Saddam Hussein im Irak: «Bei dieser Kampagne, die weithin als brillanter militärischer Erfolg gilt, verlor die von den USA geführte Koalition 75 Flugzeuge, davon 42 im Kampf.» - Zu Beginn der Irak-Invasion 2003 hätten die USA vergeblich versucht, Saddam Hussein und seine oberste Führung zu töten. Im Gegensatz dazu hätten die USA in diesem Krieg ein Grossteil der obersten Führung bereits am ersten Tag getötet.
- 1991 habe der Irak etwa 40 Raketen auf Israel abgefeuert und fast keine sei abgefangen worden, trotz des Einsatzes von Patriot-Batterien: «In diesem Krieg verzeichnet Israel eine Abfangquote von 92 Prozent bei mehr als 400 Raketen. Die gesamte Feuerrate des Iran ist von 438 ballistischen Raketen am ersten Kriegstag auf 21 am Montag gesunken. Auch der Drohnenbeschuss ist im gleichen Zeitraum von 345 auf 75 zurückgegangen.»
- Arabische Staaten hätten die Bush-Regierung während der Irak-Invasion 2003 und in der Zeit danach wenig unterstützt. Heute jedoch dränge Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman Präsident Trump, den Krieg gegen den Iran fortzusetzen. Die USA und Israel sollten ihre «historische Chance» nutzen, um den Nahen Osten neu zu gestalten.
- Der Ölpreis sei ein kleineres Problem: Trotz der faktischen Sperrung der Strasse von Hormus und Irans Angriffen auf die Energieanlagen seiner Nachbarn liege der Preis für einen Barrel Rohöl bei rund 105 Dollar und damit leicht über dem inflationsbereinigten Durchschnittspreis seit Januar 2001 von etwa 95 Dollar.
Im März 2012, nachdem die EU gegen Iran ein Ölembargo verhängt hatte, sei der Preis für Brent-Rohöl auf rund 123 Dollar pro Barrel gestiegen, was heute eine Preis von etwa 175 Dollar pro Barrel entsprechen würde. Trotzdem sei Präsident Barack Obama im November 2012 wiedergewählt worden. - Ein Regierungswechsel sei kein Ziel mehr: Einer der schlimmsten Fehler der Kriege im Irak und in Afghanistan sei der Versuch der US-Regierung gewesen, die Gesellschaften in beiden Ländern gutmeinend neu zu gestalten. In diesem Krieg dagegen sei das Ziel trotz einiger Äusserungen von Präsident Trump recht klar und konsistent: Der Iran dürfe keine Atomwaffen oder andere Mittel besitzen, um seine Nachbarn zu bedrohen. Ein Regime-Wechsel liege lediglich in der Hoffnung, dass das iranische Volk die Schwäche seiner Führung nutze, um sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Aber die USA würden dies nicht für sie tun.
Fazit von Bret Stephens: «Es läuft besser, als andere sagen. […] Es wäre der grösste Fehler, den Krieg zu früh zu beenden. […] Wenn frühere Generationen sehen könnten, wie gut dieser Krieg im Vergleich zu denen verläuft, die sie unter schrecklichen Opfern führen mussten, würden sie bewundern, welches grosse Glück ihre Nachkommen haben. Sie würden auch über die heutigen Vorteile staunen.»
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
_____________________
➔ Solche Artikel sind nur dank Ihren SPENDEN möglich. Spenden an unsere Stiftung können Sie bei den Steuern abziehen.
Mit Twint oder Bank-App auch gleich hier:
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.










Ihre Meinung
Lade Eingabefeld...